Bücher über Autismus

Gute Bücher, schlechte Bücher

Bücher über Autismus

Beitragvon sinus » Di 19. Mai 2020, 11:02

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Sachbuch:
Steve Silberman
"Geniale Störung"
(Tw aber nichts für zarte Gemüter - z.B. wenn frühere Behandlungsmethoden und der Umgang mit Autisten beschrieben werden)
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Lebens-/Erfahrungsbericht:
Denise Linke
"Nicht normal, aber das richtig gut:
Mein wunderbares Leben mit Autismus und ADHS
"
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Roman:
Graeme Simsion
"Das Rosie-Projekt"
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Mischung aus Sachbuch und Erfahrungsbericht
Lorenz Wagner
"Der Junge, der zu viel fühlte"
(nimmt Bezug auf den Neurologen Henry Markram, der einen autistischen Sohn hat)
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Erfahrungsbericht eines hochfunktionalen, genialen Autisten ("Savant")
Daniel Tammet:
"Elf ist freundlich und Fünf ist laut. Ein genialer Autist erklärt seine Welt"
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Fallberichte von einem Neurologen beschrieben:
Oliver Sacks
"Eine Anthropologin auf dem Mars"
(Hier sind nur einige Fallgeschichten speziell zum Thema Autismus.
U.a. geht es da um Temple Grandin, eine stark betroffene, aber funktionale Autistin, die in den USA als Professorin/Dozentin für Tierwissenschaften tätig ist und über die es auch einen Film gibt.
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Zuletzt geändert von sinus am Di 24. Nov 2020, 14:20, insgesamt 2-mal geändert.
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon Rabaukenmama » Di 19. Mai 2020, 21:54

"Autismus als Kontextblindheit" von Peter Verhehlen beschreibt vor allem hochfunktionalen Autismus mit vielen Beispielen. Es ist behandelt normal und überdurchschnittlich intelligente Autisten.

"Einander verstehen lernen" ist ein Ratgeber zur (unterstützten) Kommunikation mit ((auch nonverbalen) autistischen Kindern.
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 20. Mai 2020, 17:00

Ich kenne auch noch einige Romane oder (auto-)biografische Geschichten, die von Autisten handeln. Die sind zwar oft durchaus interessant, aber - gerade wenn es um Romane geht - auch oft klischeebehaftet. Das Buch "Das Rosie-Projekt" aus der Liste von sinus gehört dazu, ebenso der Thriller "Spectrum" von Ethan Cross.

Interessant und sehr aufschlußreich war für mich folgende von Eltern von Autisten geschriebene Bücher:

"Tony" von Mary Callahan
"Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon sinus » Do 12. Nov 2020, 23:33

Zufällig gefunden:
Eine Liste bekannter Asperger Autisten inkl. diverser Verknüpfungen zu Interviews usw. mit ihnen.

https://www.letsgetfreaky.de/bekannte-autisten/
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 13. Nov 2020, 07:42

Wenn ich lese, dass Antony Hopkins in der Liste ist, dann habe ich kein Vertrauen mehr in die Quellen. Es ist so aus, als wären in der Liste viele mit Selbstdiagnosen.
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon sinus » Fr 13. Nov 2020, 08:53

Hast du mehr als nur einen kurzen Blick auf die Namensliste ganz oben geworfen?
Es steht bei den betreffenden Personen oft dabei, ob diagnostiziert oder selbst diagnostiziert.

Bei Antony Hopkins steht:
*1937. Walisischer Schauspieler, Regisseur & Filmproduzent. Academy Award (Oscar) 1992. 1993 zum Ritter geschlagen.
Im Januar 2017 gab er in einem Interview bekannt, er sei Asperger (am äußeren Rande des Spektrums).
Diagnose 2007.


Interessant fand ich, das VERA F. BIRKENBIHL dabei ist.
Leider steht bei nichts näheres dazu dabei. (aber ich hab ein Interview mit ihr selbst gefunden den, wo es darum geht: https://www.managerseminare.de/ms_Artik ... abe,168282)
Zuletzt geändert von sinus am Fr 13. Nov 2020, 09:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 13. Nov 2020, 09:06

"am äußersten Rande des Spektrums" aus dem Munde von einem erfolgreichen Schauspieler klingt für mich nicht wirklich nach einer Diagnose. Es könnte sein, dass er außerordentlich klug ist, und sich schon alleine deswegen sein Lebenlang als Eigenbrötler gefühlt hat. Ich habe weiter gelesen, und seine Kindheit klingt schon sehr nach einem unerkannten Hochbegabten. Einige bekannte Schauspieler sind höchstbegabt.
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon sinus » Fr 13. Nov 2020, 09:20

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:"am äußersten Rande des Spektrums" aus dem Munde von einem erfolgreichen Schauspieler klingt für mich nicht wirklich nach einer Diagnose. Es könnte sein, dass er außerordentlich klug ist, und sich schon alleine deswegen sein Lebenlang als Eigenbrötler gefühlt hat. Ich habe weiter gelesen, und seine Kindheit klingt schon sehr nach einem unerkannten Hochbegabten. Einige bekannte Schauspieler sind höchstbegabt.


Das haben wir hier ja schon mehrfach diskutiert - dass die "Symptome" oft sehr ähnlich sind.
Es gibt wohl auch eine Studie, dass Hochbegabung und Autismus sich gemeinsam in Familien statistisch relevant häufen (leider finde ich dazu grad im Netz nichts. Ich hab es in einem Buch gefunden. Es wurden Familien untersucht, in denen Autismus vorkam und man fand da dann auch überdurchschnittliche viele Hochbegabte in diesen Familien.)
Es scheint da also auch tatsächlich einen (genetischen) Zusammenhang zu geben. Vielleicht lässt sich das manchmal gar nicht scharf trennen...

Ich finde, das passt gut zu der Theorie der ovexcitability, die Kasimierz Dabrowski mit Hochbegabung in Zusammenhang sieht.
Je nachdem, wie stark die overexcitablity ausgeprägt ist, könnte ein Hochbegabter weniger oder mehr autistisch sein.
Vielleicht hat man ja quasi immer von beidem was, nur ist nicht beides gleichermaßen ausgeprägt bzw. kann das eine das andere unterschiedlich stark blockieren, wenn da ein sehr großer Unterschied zwischen dem einen und dem anderen besteht...?
Also sehr hohe Sensibilität (bzw "excitabilty", der Begriff umfasst ja noch etwas mehr als nur Sensibilität, bwp auch sehr heftige emotionale Reaktionen) kann die kognitive Leistungsfähigkeit blockieren, sehr hohe kognitive Leistungsfähigkeit kann den Autismusanteil blockieren...? (Nur eine wilde Theorie)

Wenn man Birkenbiehl mal bei einem Vortrag bei YouTube sieht, möchte man es bei ihr auch nicht glauben, dass diese spritzige, humorvolle und kommunikativ wirkende Person im autistischen Spektrum liegen soll...
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 13. Nov 2020, 09:54

Ein sehr interessantes Buch ist "Geniale Störung" von Steve Silberman. Darin ist die Geschichte des Autismus beschrieben. Dazu ganz viele Hintergrundinfos zu Leo Kanner, Hans Asperger und anderen "Pionieren" in Sachen Autismus.

Das Buch ist halt nichts für schwache Nerven. Vor dem Hintergrund der Eugenik waren autistische Kinder nutzlose Menschen, die allein durch ihr Leben den anderen (die für Hitler in den Krieg ziehen konnten) die Ressourcen klauten. In den USA gab es Programme um Autisten "umzupolen", wo mit brutaler Gewalt, Stromstößen, Vernachlässigung bis zum verhungern-lassen und anderen sehr zweifelhaften Methoden "gearbeitet" wurde.

Es zeigt die Hintergründe alter Vorurteile auf(z.B. Kinder werden durch "Kühlschrank-Mütter" zu Autisten) und klärt auf, wann und wie diese widerlegt wurden. Und es hat gaaaaanz viele Fallbeispiele und ist ziemlich ordentlich recherchiert.
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Re: Bücher über Autismus

Beitragvon sinus » Fr 13. Nov 2020, 10:06

Rabaukenmama hat geschrieben:Ein sehr interessantes Buch ist "Geniale Störung" von Steve Silberman. Darin ist die Geschichte des Autismus beschrieben. Dazu ganz viele Hintergrundinfos zu Leo Kanner, Hans Asperger und anderen "Pionieren" in Sachen Autismus.

Das Buch ist halt nichts für schwache Nerven. Vor dem Hintergrund der Eugenik waren autistische Kinder nutzlose Menschen, die allein durch ihr Leben den anderen (die für Hitler in den Krieg ziehen konnten) die Ressourcen klauten. In den USA gab es Programme um Autisten "umzupolen", wo mit brutaler Gewalt, Stromstößen, Vernachlässigung bis zum verhungern-lassen und anderen sehr zweifelhaften Methoden "gearbeitet" wurde.

Es zeigt die Hintergründe alter Vorurteile auf(z.B. Kinder werden durch "Kühlschrank-Mütter" zu Autisten) und klärt auf, wann und wie diese widerlegt wurden. Und es hat gaaaaanz viele Fallbeispiele und ist ziemlich ordentlich recherchiert.


Das hab ich vor 2,3 Jahren auch gelesen und fand es auch ganz schön heftig...
Es ist auch ziemlich umfangreich. Ich fand es aber sehr gut.
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