Verhalten meines Kindes bei Familienfeiern?

Was sonst noch interessiert und was sonst nirgends passt

Verhalten meines Kindes bei Familienfeiern?

Beitragvon KinderKram » Mo 5. Nov 2018, 15:10

Oh, hallo.

Folgendes: und zwar ist das Problem, dass meine Schwester in 2 Wochen die Taufe von ihrer Kleinen feiert. Die ganze Familie kommt zusammen und das ist dann mit einem hochbegabten Kind auch immer eine Belastung. Von Vorwürfen wie "Warum wird die ganze Zeit gelesen?" bis hin zu "warum werden die Erbsen gezählt" (true story....) ist alles dabei. Ich solle mein Kind besser kontrollieren, damit es "normaler" ist. Und nicht andauernd Fakten über Tiefseetiere runterspult.

Außerdem wird sich auf der anderen Seite immer beschwert, warum die anderen Kinder alles so "dumm seien"... ich bin ratlos. Ich kann das Verhalten meines Kindes doch schlecht kontrollieren! Was macht ihr so auf Familienfesten? Kommen eure Kinder mit den anderen klar?
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Re: Verhalten meines Kindes bei Familienfeiern?

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 5. Nov 2018, 16:05

Mein Sohn ist noch nie gut mit anderen Kindern klar gekommen, aber das liegt nicht an seiner Hochbegabung sondern an ADHS und Autismus in Kombi. Dadurch versteht er selbst ganz normale, soziale Gepflogenheiten nicht und benimmt sich regelmäßig "daneben". Mit den Kindern meiner Cousins (in seinem Alter) fängt er entweder gar nichts an oder sie sind nach 2 Minuten zerstritten.

ABER: wenn ich auf eine Familienfeier gehe, dann will ICH entspannt mit Verwandten plaudern, die ich lange nicht gesehen habe, und nicht meine Energie darauf verschwenden, (vergeblich) mein Kind so umprogrammieren zu wollen, dass es sich verhält, wie die anderen es gerne hätten. Daher nehme ich in so Fällen für meinen Sohn entweder ein neues Comic mit (damit beschäftigt er sich mindestens 2 Stunden) oder ich leihe ihm mein Handy zum spielen :mrgreen: . Ist nicht gerade pädagogisch, aber dann kann ICH entspannt das Treffen genießen und auch für meinen Sohn ist es kein einziger Frust.

Wobei - so schlimm, wie du das beschreibst, sind meine Verwandten nicht. Die denken sich vielleicht auch ihren Teil, aber so Vorwürfe wie "Warum wird die ganze Zeit gelesen?" sind da noch nie gekommen. Vermutlich würde ich, undiplomatisch wie ich bin, dann eine ebenso blöde Gegenfrage stellen, wie z.B. "Warum wird da die ganze Zeit Ball gespielt?"

Was zwar immer wieder kommt ist die Frage, ob mein Sohn nicht mit den anderen Kindern spielen will. Tja, von mir aus darf er ja gerne! Nur haben die anderen Kinder normalerweise nicht sehr lange Lust, sich die Verwandtschaftsbeziehungen in Entenhausen anzuhören oder über Minecraft-Spielvarianten zu philosophieren. Und mein Sohn wird im Gegenzug wütend, wenn er z.B. beim Ball spielen abgeschossen wird, geht dann auf die anderen los, die sind auch nicht zimperlich und dann eskaliert die Sache...

...da ich das schon weiß, wähle ich den Weg des geringsten Widerstandes. Vor mir aus sollen sich einige Verwandte dann eben das Maul über uns zerreißen. Aber ich weiß schon, was ich tue.

In 1:1 Situationen mit einem anderen Kind (auch aus der Verwandtschaft) klappt es übrigens MANCHMAL durchaus mit gemeinsamen Spielen. Aber sich in Gruppen einzufügen war noch nie die Stärke meines Sohnes. Das hat aber mit seiner Persönlichkeit und den Wahrnehmungsstörungen zu tun, nicht mit der Hochbegabung.
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Re: Verhalten meines Kindes bei Familienfeiern?

Beitragvon Koschka » Mo 5. Nov 2018, 16:34

Ein Kind, das auf einer Familienfeier stundenlang liest hat am wahrscheinlichsten ein Problem mit den Sozialkompetenzen. Entweder hat es Angst vor anderen Kindern und versteckt sich gern hinter dem Buch oder es versteht gar nicht die sozialen Zusammenhänge und weiß nicht was man mit den anderen anfängt. Das ist nicht das Problem mit dem Hochbegabten, sondern ein Problem mit einem Kind, das anders ist. Entstechend sollen die Verwandten damit umgehen.
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Re: Verhalten meines Kindes bei Familienfeiern?

Beitragvon alibaba » Di 6. Nov 2018, 08:57

Also meine sind ja nicht hochbegabt, daher kann ich dazu eigentlich nichts sagen. Vielleicht ist das ja ein solches Problem?

Wobei ich eher dahin tendiere, nicht darauf die "Schuld" zu schieben, denn die Hb alleine, ist kein Problem. Unsere Verwandtenkontakte sind eh so begrenzt (aufgrund räumlich sehr weiter Trennung) dass sich meine immer gefreut haben, wenn sie sie sehen konnten und dann auch in Interaktion gingen. Sobald Cousins zum spielen da waren, dann wurde das auch genutzt. Kontakte nur rein zu den Erwachsenen ohne das die Kinder dabei waren, haben wir vermieden, denn die Interessen liegen anders. Ich möchte mich akustisch austauschen, meinen Kindern ist das viel zu langweilig. Stundenlanges babbeln machen die nicht lange mit. Das liegt aber nicht an der Begabung sondern in der Natur der Sache - behaupte ich mal. :mrgreen:

Grundsätzlich habe ich noch nie solche Sätze gehört, die Du beschreibst. Im Gegenteil, wenn es dem Kind zu langweilig wurde, kam immer das Angebot doch etwas zu lesen und natürlich auch ganz unpädagogisch der Fernseher. :schwitz: Das andere Kinder "dumm" seien, war und ist hier nie Thema. Meine machen ja auch nicht alles perfekt oder bringen super Noten heim. Aber es kann auch daran liegen, das wir hier alle irgendwie auf der selben intellektuellen Welle schwimmen …. keine Ahnung, aber solche Gespräche kenne ich nicht.

Meine Kinder waren immer - sobald andere Kinder da waren - offen für Alles. Egal wo. Das war im jungen Alter so und ist heuer auch noch so. Bei der letzten Familienfeier gingen die nunmehr Teenager gesammelt ihrer Wege. Man sah sich nur noch zum essen. Selbst meine Tochter wurde integriert, obwohl die Teenies viel älter sind. Soziale Kompetenz der klugen Kinder ist hier selbstverständlich, vor allem, je älter sie werden. Da zumindest der Erste schon ein sehr gutes Abitur geschrieben hat, gehe ich mal davon aus, dass es sich hier bei den Kindern nicht um ganz "Dumme" handelt.

VG
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Re: Verhalten meines Kindes bei Familienfeiern?

Beitragvon Pinky » Mi 7. Nov 2018, 12:08

Tja jedes Kind ist wohl auch anders aber ein Mathematiklehrer meinte mal zu mir "Wer in Mathe die 1 hat, steht auf dem Schulhof alleine da." Ich schätze er sprach da aus eigener Erfahrung und wollte mir damals nur verdeutlichen, dass ein ausgeprägtes analytisches Verständnis oft mit mangelnden sozialen Kompetenzen einhergeht. Manche Kinder sind (ob hochbegabt oder nicht) einfach auch introvertiert und beschäftigen sich lieber allein. Sehe da ehrlich gesagt kein großes Problem. Natürlich müssen Kinder einen gewissen Umgang mit Altersgenossen erfahren aber erzwingen kann man das nicht. Wenn mein Kind keine Lust hat mit anderen zu spielen dann ist es eben so und wenn das den Verwandten nicht passt, dann Pech!

Mach dir also nicht so viele Gedanken und freu dich mal auf die Taufe. Vielleicht wird es ja gar nicht so wild. Kauf ein schönes Geschenk für deine Nicht und gut ist. Falls du da Ideen brauchst, kannst du hier mal nachschauen: https://taufgeschenke-ideen.com/patenkind/maedchen/ Da gibts tolle Taufgeschenke für Mädchen :)!

LG
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