Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

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Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon Meine3 » Di 6. Okt 2020, 11:44

Hallo,

mal was anderes zur Abwechslung. Unsere Mittlere lebt sich sehr gut in der 1. Klasse ein. Sozial ist jetzt alles super bei ihr! Sie hat zwei feste Freundinnen und viele andere Kinder in der Klasse mit denen sie gut auskommt. Sie geht gerne in die Schule und erzählt jeden Tag ausführlich (GANZ anders als der Sohn) mit wem sie gespielt hat, wer was gemacht nud gesagt und getan hat.

Sie ist ein wenig genervt von den Jungs im Unterricht, weil die immer reinquatschen und sie das unfair findet (da sie sich natürlich ganz brav meldet und nicht reinquatscht). Ich sagte zum Sohn er soll gut zuhören :lol: :fahne:...

Die Hausaufgaben gestalten sich manchmal schwierig. Sie scheitert oft an ihren eigenen hohen Ansprüchen. Sie schreibt wirklich wunderschön (FAST wie gedruckt) und auch in einer guten Geschwindigkeit. Aber SIE ist oft garnicht zufrieden mit dem Ergebnis, fängt manchmal an zu weinen, nur weil ein a jetzt nicht ganz so perfekt geworden ist wie das letzte. Der Radiergummi hat viel zu tun :schwitz:. An einem Tag hat sie dann boykottiert und dann extra hässlich geschrieben und gemeint: ich kann das nicht so schön wie es "da" steht (der vorgedruckte Buchstabe :roll: )...

Ich mache ihr jedes Mal Mut und lobe sie und sage ihr, dass sie die Hausaufgaben nicht aufhat, weil sie alles perfekt können muss, sondern damit man es lernt. Und dass man es schöner, wie sie macht, nicht machen kann.

Das motivieren hilft nicht viel immer nur für diese Hausaufgaben, bei den nächsten haben wir wieder das selbe Theater). Habt Ihr Ideen wie ich ihr hier helfen kann, besser mit ihrem Perfektionismus und daraus resultierendem Frust umzugehen?

Gestern hat sie, weil sie in Sohnemanns Zimmer gebastelt hat, sein altes Übungsheft für Schreibschrift in die Finger bekommen. Plötzlich kam sie runter und hatte 2 Blätter voll mit Schreibschriftbuchstaben geschrieben :schwitz:, da gibts keinen Frust. Also auch sie legt den Turbo ein...

Mathe mag sie im Moment lieber als deutsch (die Mathelehrerin scheint der Hammer zu sein! Sie erzählt jeden Tag lustige Anekdoten aus dem Unterricht), aber das viele Zahlen schreiben findet sie schon sehr öde. Manchmal nehme ich mir ein Heft und schreibe parallel zu ihr auch 5en oder was auch immer grade dran ist in ein Heft. Das erheitert sie dann und sie macht die Aufgaben dann auch fertig. Aber auf Dauer ist das auch keine Lösung :lol:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 6. Okt 2020, 15:08

Hallo Meine3

Ich weiß kein Rat, aber wenn deine Tochter zu viel davon hat, kaufen meine Kinder ihr gerne was ab. :lol: Bei manchen hier ist alles schief und krumm, hauptsache die formale Anforderungen sind erfüllt. Solange ein a noch kein e ist, ist es pefekt. Soll man einen Menschen malen, reicht ein Strichmännchen, und für eine Geschichte reichen 2,5 Sätze, wozu braucht man eine Einleitung und Schluss - alles unnötige Schnörkel und Zeitverschwendung.
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon sinus » Di 6. Okt 2020, 15:21

Ich kann dir da, glaube ich, keine guten Tipps geben.
Es ist mir bisher nie gelungen, meinen Kindern den Anspruch an sich selbst auszureden, wenn er mal wieder übergroß war.
Meine Mädchen sind aber nur bei einigen Themen perfektionistisch.
Beim Schreiben beide definitiv nicht. :roll:

Es gab hier aber mal einen von der DGhK organisierten Vortrag zum Thema Perfektionismus. Den hab ich leider verpasst.

Die Große hat gerade gestern Abend mantraartig vor sich hingebetet, sie müsse in der Englischarbeit heute unbedingt eine 1 bekommen. Sie wolle in Englisch unbedingt weiter auf 1 stehen und die letzte Arbeit war eine 2.
Das scheint ihr extrem wichtig, vermutlich weil sie in dem Fach aktuell am stärksten ist in der Schule bzw Klassenbeste und sich diesen Ruf unbedingt erhalten will.(?)
Alles Reden meinerseits, dass die Zensuren nicht allzuviel aussagen über die entsprechenden Fähigkeiten, kommentierte sie mit "das verstehst du nicht!"
Ich bin da also auch ratlos und habe noch keine Methode gefunden, damit umzugehen.
Da Kind aber kürzlich gegenüber der Psychologin sagte, dass sie sich unverstanden fühle, wenn sie selbst eine 3 in Mathe als schlimm und ich als nicht schlimm bewerte, denke ich, sollte man vielleicht eher Verständnis zeigen, statt dem Kind den Anspruch auszureden zu versuchen.
Die Psychologin meinte dazu auch, man solle es zunächst mal anerkennen, dass es für sie ein Problem sei.

Ich selbst habe auch perfektionistische Züge. Als Grafikerin bspw bastele ich oft so lange an etwas herum, bis es wirklich meinen Ansprüchen genügt.
Das kann lang dauern und manchmal schmeiße ich etwas, was an sich schon komplett fertig schien, nochmal komplett um und entwickle eine völlig neue Variante.
Um dann ggf doch zum Alten zurückzukehren und das dann nochmal zu verbessern. :roll:
Ich bearbeite auch mitunter schon abgesegnete Sachen nochmals, wenn ich selbst noch nicht zufrieden bin.
In meiner freien Arbeit bedeutet das, dass der tatsächliche Aufwand in Stunden meist nicht wirklich bezahlt wird.
Aber mir ist das Ergebnis da fast immer wichtiger. :fahne:
Ich lese bspw auch immer alle Texte noch mal Korrektur, selbst wenn das gar nicht meine Aufgabe ist.
Manchmal schlage ich auch Text- und Ausdrucksverbesserungen vor usw.
Also ich mache fast immer mehr als ich müsste.
Wenn ich mal mit einer Sache nicht zufrieden bin, komme ich da auch nur schwer drüber weg.
Ich seh dann auch Jahren noch, wo Verbesserungspotential gewesen wäre oder ärgere mich, wenn da was nicht ganz stimmig war/ist.

Da kann mir auch jeder sagen, dass es doch schon ganz toll aussieht - wenn ich nicht zufrieden bin, ärgere ich mich über solches Lob sogar.
("Wieso sehen die denn nicht, dass dasundas so noch GAR nicht geht??? Die lügen mir entweder was vor oder sind einfach zu doof/oberflächlich")

Wobei das in den letzten Jahren besser geworden ist. Ich kalkuliere inzwischen öfter, ob und wo der Aufwand lohnt, das Optimum herausholen zu wollen und wo nicht.
Also da hab ich definitiv dazugelernt.
Bsp Geige. Als Kind/Jugendliche dachte ich, dass, wenn ich nicht wirklich richtig gut spiele, ich es dann besser ganz lassen sollte.
Was ich dann ja auch mit ca. 12/13 Jahren tat. (Inzwischen denke ich, dass ich so schlecht nicht gewesen sein kann, da ich auf dem Musikschulabschlusszeugnis eine 2 habe und die waren streng hier in der DDR)
Seit ein paar Jahren nun spiele ich ja wieder und zwar völlig anspruchslos und eher leichte Stücke, musiziere mit einer Laiengruppe zusammen und nur "aus Spaß an der Freude".
Ich kenne meine Fehler (und passe aktuell im Unterricht der Kleinen immer gut auf! ;) ), aber ich kann heute damit gut leben, auf recht niedrigem Niveau zu spielen.

Auch bei meinen Kindern bin ich mitunter nicht direkt zufrieden, wenn sie was zu luschlig machen und ich weiß, dass sie es besser können.
Oder wenn meine große Tochter mich fragt, wie ich ihre neue Figur finde, die sie am Grafiktablett designt hat. Da sage ich auch fast immer, was man noch verbessern könnte.
("Hier stimmt der Schattenwurf noch nicht ganz, da sitzen die Augen etwas zu eng" u.ä....")
Vielleicht sollte ich das nicht tun, aber ich kann manchmal nicht anders.
Ich versuche aber immerhin bewusst herauszuhören, ob Verbesserungsvorschläge gewünscht sind oder nicht und halte mich ggf zurück.
Bei der Kleinen an der Geige frage ich sie jetzt immer selbst, was sie denkt, was sie noch besser machen könnte und lobe sehr viel. (Auch wenn es noch nicht so gut war)
Sie mag dann aber oft das Lob auch nicht. Wie ich, siehe oben.
Sie wollte auch beim Schwimmen lernen/üben nie angefeuert/gelobt werden. Ich sollte GANZ STILLE sein, wenn sie schwamm.

Meine eigene Mutter übrigens hat immer alles, was ich gemacht habe (Geige, malen, Geschichten schreiben...) supertoll gefunden und ich habe das nicht sonderlich gemocht.
Ich fand das dann mitunter einfach nicht glaubwürdig.

Die Psychologin, bei der die Großen in Klasse 3 zum Test war und der ich vom Stress beim Saxophonüben erzählte, meinte, man solle weniger zielorientiert arbeiten und mehr die Anstrengung loben, als das erreichte Ziel.
Bspw sollte sie besser nach Uhr, also bspw festgelegt auf 20 Minuten üben, statt so lange, bis eine bestimmte Stelle/ein bestimmtes Stück klappt.
Klappte nicht immer, da die Große tw ein Riesentheater machte, wenn ich meinte, sie solle jetzt aufhören und sie aber was noch nicht gut genug konnte.
Sie erlaubte sich das Aufhören dann nicht und sagte gar, sie könne dann hinterher gar nicht entspannen.
Sie gönnte sich ja auch schonmal selbst kein Eis, weil sie einen Baum nicht zu ihrer Zufriedenheit, d.h. mehrfach hintereinander hochgekommen war.

Im Allgemeinen liest man ja immer wieder, dass es besser ist, das Tun zu loben, als das Ziel.
Also nicht so drauf zu schauen, wie toll die Buchstaben nun gemalt oder geschrieben sind, sondern den Fleiß und den Aufwand, den man investiert hat.
"Man sieht, wie viel Mühe Du dir damit gegeben hast!"
Aber bei meiner Großen weiß ich bswp, dass sie das nicht annehmen würde bzw sogar als Kritik hören würde, wenn ihre eigene Ansprüche nicht erfüllt sind.
(ich selbst fände es wohl auch doof, wenn jemand ein Ergebnis meiner Arbeit so kommentieren würde.)

Also ich würde sagen, dass man vielleicht den Perfektinismus nicht unbedingt noch befeuern sollte, aber trotzdem Verständnis dafür zeigen sollte.
Ich glaube, man kann das keinem einfach so weg- oder ausreden und warum sollte man auch.
Tochters Saxophonlehrer damals meinte, nur mit einem gewissen Maß an Perfektionismus wird man in einer Sache richtig gut.
sinus
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon koala27 » Di 6. Okt 2020, 23:05

Hallo Meine 3,

hier ist es der Kurze, der perfektionistisch ist -- die Große (13) nicht, die hat gerade regelmäßig Ärger mit den Lehrern wegen ihrer schlechten Handschrift...
Hier hat das Radiergummi auch viel zu tun-- Ziffern, Buchstaben, Silben--- alles möchte er sehr genau machen und bei ihm geht es ja auch auf die Zeit. Er braucht ewig für alles, weil er so übergenau ist.
Die Lehrerin sieht zwar auch, dass er lange braucht, findet das auch nicht so gut- aber andererseits hat sie die Methode besonders schöne Ziffern mit eim Herzchen zu versehen :gruebel:
mag bei schlmpigen Kindern ja gut sein, beim Kurzen eher weniger....
Zum Glück wird er wohl mit den Ziffern schreiben moregn fertig werden-- dann ist das Thema da zumindest durch.
Anmalen ist hier auch ein Thema-- es dauert ewig, sieht super aus, wird aber auch oft radiert.
Ich war gestern schon froh, als er im Matheheft etwas fixer und "schlmpiger" gemalt hat, weil es dadurch zumindest mal schneller fertig wurde. Und er war sogar zufrieden :-)
Wir versuchen ihm schon immer zu sagen, dass das was er macht in Ordung ist, so wie es ist, aber sein eigener Anspruch ist höher. Und er hat massig Ehrgeiz darin, sich zu verbessern-- auch wenn es in unseren Augen nichts zu verbessern gibt.
Weinen aus Frust kennen wir auch-- dann möchte er gar nichts mehr machen-- aber wegpacken möchte er es auch nicht. Je nach Situation lassen wir ihn dann erstmal in Ruhe oder aber gehen darauf ein und klären die Situation.


Heute habe ich mal ganz unpädagogisch gehandelt- ist sicher keine Dauerlösung-- aber heute war das mal notwendig.
Er hatte relativ wenig zu schreiben-- 1 DIN A4 Seite mit Silben La/Le/Li/Lo/Lu--- ca. 9 Reihen...und nach 30 Minuten saß er immer noch daran.
Dann habe ich mal geschaut, was noch fehlt ( 3 Reihen) und ihm gesagt, wenn er VOR dem Badminton Training noch eine Folge ( 11 Minuten ) "Zacki" ( seine aktuelle Entspannungssendung) schauen möchte, dann müsse er sich etwas beeilen. Und schwupp waren die 3 Reihen ganz fix ( für seine Verhältnisse) fertig. :lol:

Ich werde mir über die jetzt ab Freitag anstehenden Ferien etwas anderes überlegen, um ihn einfach etwas anzutreiben-- das er ein Ziel nach den Hausaufgaben hat. Vielelicht hilft es ihm, etwas fixer zu arbeiten und auch mal mit den Buchstaben zufrieden zu sein, anstatt x mal zu radieren-- was beim rot-blauen Silbenstift echt ein Kraftakt ist, dass geht nicht gut weg. Bleistift wäre besser für ihn :schwitz:

Wir haben auch schon mit dem Timer gearbeitet-- aber das frustet ihn, wenn der Timer schneller ist als er-- und noch kann ich sein Tempo nicht gut einschätzen-- mal ist er fixer, mal langsamer ( für seine Verhältnisse) mal reichen 20 Minuten, mal eben nicht...

aber wenn es klappt, dann ist er super stolz, den Timer besiegt zu haben :lol:
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon sinus » Mi 7. Okt 2020, 08:29

Gehen eure Kinder nicht in den Hort?
Hier werden die HAs traditionell im Hort gemeinsam gemacht.
Verbindlich zu einer bestimmten Zeit in einem speziellen Zimmer unter Aufsicht.
Nach 20 Minuten ist allerdings Schluss.
Nur wer da nicht fertig geworden ist, der muss dann ggf zum Hause noch mal ran.

Ab Klasse 2 gibt es die Möglichkeit, zu entscheiden, ob die HAs im Hort oder daheim gemacht werden.
Also die Kinder entscheiden das. Es gibt eine Hausaufgabenzeit, in der ist auch ein Hortner im Hausaufgabenzimmer und überwacht das Ganze, also dass es ruhig bleibt etc.
Wer das nicht in Anspruch nimmt und lieber spielt, muss dann eben zu Hause die Hausaufgaben machen.
Ich glaube, das sind die wenigsten.

9 Reihen schreiben finde ich für einen Erstklässler übrigens ganz schön viel.
Hier bestehen Schreibübungen immer nur aus 1-3 Zeilen.
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon Auguste » Mi 7. Okt 2020, 14:57

Meine Große ist zuweilen noch perfektionistisch veranlagt, aber man kann sie da inzwischen gut "rausholen", bevor sie vollends verzweifelt. Mittlerweile kann sie akzeptieren, dass nicht alles perfekt sein muss, dass die Welt nicht untergeht, wenn man Fehler macht und dass man nicht gleich sitzen bleibt, wenn man mal keine 1 oder 2 schreibt ;)

Beim Schreiben lernen damals hat Töchterchen nur in den ersten Tagen versucht, perfekte Buchstaben zu malen. Wir haben ihr dann gesagt, dass es nicht wichtig ist, dass die Buchstaben genau so aussehen wie sie gedruckt oder von der Lehrerin vorgeschrieben sind, sondern dass man sie einfach nur erkennen muss, so dass man das Geschriebene lesen kann. Der Großen war dann relativ schnell viel wichtiger, dass sie überhaupt alle Buchstaben schreiben kann, weil sie dann endlich Geschichten schreiben konnte. 8-)

Radiert wurde bei uns gar nicht. Wir haben den Kindern nur erklärt, dass es völlig o.k. ist, wenn die Buchstaben am Anfang noch nicht so gut aussehen, deswegen wird das ja geübt und die Lehrerin darf ruhig sehen, dass die ersten Buchstaben noch nicht so schön sind, die nächsten aber immer besser werden.

Uns hat die Lehrerin von der Großen am Anfang der 1. Klasse extra drauf hingewiesen, dass sie nicht möchte, dass wir die Hausaufgaben der Kinder korrigieren oder nochmal schreiben lassen. Sie will sehen, was die Kinder zu Hause machen und wo deren Defizite sind. Das kann sie nicht, wenn die Eltern die Ergebnisse der Hausaufgaben optimieren (lassen). ;)

Das Problem war dann eher unser Perfektionismus als Eltern, wo wir uns teilweise zurückhalten mussten, um nicht rauszuplatzen "Willst Du das echt so abgeben?" Aber auch Eltern sind ja lernfähig und es wird immer leichter, nichts zu sagen, je öfter man es macht :mrgreen:
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon koala27 » Mi 7. Okt 2020, 23:40

sinus hat geschrieben:Gehen eure Kinder nicht in den Hort?
Hier werden die HAs traditionell im Hort gemeinsam gemacht.
Verbindlich zu einer bestimmten Zeit in einem speziellen Zimmer unter Aufsicht.
Nach 20 Minuten ist allerdings Schluss.
Nur wer da nicht fertig geworden ist, der muss dann ggf zum Hause noch mal ran.

Ab Klasse 2 gibt es die Möglichkeit, zu entscheiden, ob die HAs im Hort oder daheim gemacht werden.
Also die Kinder entscheiden das. Es gibt eine Hausaufgabenzeit, in der ist auch ein Hortner im Hausaufgabenzimmer und überwacht das Ganze, also dass es ruhig bleibt etc.
Wer das nicht in Anspruch nimmt und lieber spielt, muss dann eben zu Hause die Hausaufgaben machen.
Ich glaube, das sind die wenigsten.

9 Reihen schreiben finde ich für einen Erstklässler übrigens ganz schön viel.
Hier bestehen Schreibübungen immer nur aus 1-3 Zeilen.
Im DIN A5 Heft!



Hallo sinus,

einen Hort gibt es hier nur für Problemkids. ( sind glaube ich 20 Plätze)

Hier gibt es in der Schule eine so genannte Betreuung nach der 4 Stunde--also quasi die 5 Stunde. Aktuell gibt es wegen Corona nur eine Notbetreuung- es wird genau geschaut, wr die in Anspruch nehmen darf und wer nicht.

In normalen zeiten läuft es dort so ab, dass alle Kids aus allen Klassen zusammengepackt werden und betreut werden. Bei der Großen damals wurde sogar abgeraten, 1 Klässler da überhaupt reinzugeben weil übervoll und 1 Betreuungskraft....Ja, sie sollten dort die HA machen können, aber je nachdem wer dann da betreut geht das mal gut, mal weniger gut. ( Eine Freundin hatte damals ihr Kind da drin... ) Bei gutem/ trockenem Wetter sind die Kids eher draußen am Toben. Dann gäbe es zu normalen Zeiten noch 3 mal ( Di/mi/Do) den so genannten Ganztag - sprich bis 15 Uhr Betreuung-- da gibt es dann auch Essen und Ag's für die Kids. Aber selbst dann kommen die Kids teilweise eben nach hause und haben nicht alles gemacht.

Davon die 1 Seite und die Zeilen unten-- so sieht das hier dann auch aus, waren halt mehr komplette Zeilen, ich meine eben 9 waren es.
https://www.mildenberger-verlag.de/file ... LSIL_3.pdf

So eine Seite ist hier aktuell wegen Homeschooling eine HA gewesen- deshalb evtl.auch etwas mehr als sonst-- war ja quasi eine Schulaufgabe :-)
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon sinus » Do 8. Okt 2020, 08:40

by the way @Koala: Hast du meine PNs bekommen?
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon Meine3 » So 11. Okt 2020, 18:55

sinus hat geschrieben:Gehen eure Kinder nicht in den Hort?
Hier werden die HAs traditionell im Hort gemeinsam gemacht.
Verbindlich zu einer bestimmten Zeit in einem speziellen Zimmer unter Aufsicht.
Nach 20 Minuten ist allerdings Schluss.
Nur wer da nicht fertig geworden ist, der muss dann ggf zum Hause noch mal ran.

Ab Klasse 2 gibt es die Möglichkeit, zu entscheiden, ob die HAs im Hort oder daheim gemacht werden.
Also die Kinder entscheiden das. Es gibt eine Hausaufgabenzeit, in der ist auch ein Hortner im Hausaufgabenzimmer und überwacht das Ganze, also dass es ruhig bleibt etc.
Wer das nicht in Anspruch nimmt und lieber spielt, muss dann eben zu Hause die Hausaufgaben machen.
Ich glaube, das sind die wenigsten.

9 Reihen schreiben finde ich für einen Erstklässler übrigens ganz schön viel.
Hier bestehen Schreibübungen immer nur aus 1-3 Zeilen.
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Wir haben oft mehr Hausaufgaben bei der Mittleren. 2 Arbeitsblätter in Deutsch, eins in Mathe. In Mathe sind das teilweise bis zu 60 mal eine Ziffer schreiben und in deutsch ist ein Arbeitsblatt meist "nur" 3zeilig und das andere ist dann nochmal die Buchstaben endlos wiederholend schreiben (3-5 Reihen)... Beim Großen war das auch weniger. Da gabs 1 Blatt in jedem Fach höchstens und die Mathearbeitsblätter waren anders gestaltet, so dass es nicht so viele ZIffern waren, die geschrieben werden mussten.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Perfektionismus bei (hoch)begabten Mädchen

Beitragvon sinus » Di 13. Okt 2020, 10:59

Gerade dazu gefunden, vielleicht interessant für dich:

Bild

(aus "Franzis Preckel/Tanja Gabriele Baudson
"Hochbegabung. Erkennen, Verstehen, Fördern")

Alles steht und fällt also mit dem Selbstwertgefühl, würde ich sagen - also greift ein nicht perfektes Ergebnis mein Selbstwertgefühl an, oder nicht.
Darum sehe ich den wichtigsten Ansatzpunkt nicht darin, den Perfektionismus zu dämpfen, sondern das Selbstwertgefühl zu steigern.
sinus
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