KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

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KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Meine3 » Mi 21. Okt 2020, 11:29

Huhu,

bezugnehmend auf:

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Gestern hatte ich den zweiten Anamnese-Termin bei der KJP. Diese zweifelt das Testergebnis des zweiten IQ-Tests an.

Ihre Gründe: Die beiden Tests fanden zu kurz hintereinander statt ( ca 1 Jahr -->Lerneffekt), es waren einmal der WisC4 und einmal der 5er. 2. SV 155+ mit sonst restlichen "nur" überdurchschnittlichen oder gar durchschnittlichen Ergebnissen halte sie für sehr unwahrscheinlich. Sie hat das Kind noch nicht kennen gelernt. Sie sagt, er sie sicherlich begabt, sonst hätte er notentechnisch nicht so abliefern können nach dem Sprung, aber so ein Ergebnis im Sprachverständnis sei doch SEHR ungewöhnlich. (Beim ersten Test hatte er über 145 in SV, also auch schon sehr hoch).

Aber sie teilte mit, dass der "Begabungsdiagnostiker", den wir für den 2. Test aufgesucht hatten, einen zweifelhaften Ruf hätte und in Verdacht stünde, die Tests nach oben zu "pushen". Er bekäme ja dafür Geld (äh ne. Geld muss ich sowieso dafür zahlen, auch wenn keine HB dabei rauskommt :P ). Ich war bei dem Test und bei der Auswertung anwesend... Da wurde nichts "gepusht". Im Gegenteil. Mein Sohn hat den Test RD sogar abgebrochen und bei VG war auch nicht so richtig mit ganzem Herzen dabei und beides wurde entsprechend festgehalten. ES wurde dann auch nicht noch probiert, was aus ihm raus zu kitzeln oder nach getestet oder ähnliches.

Der 1. Test war vom Profil her gleich (Sprich: die Verteilung der Stärken und Schwächen), nur insgesamt in allen Bereichen etwas niedriger (außer AG, da war Sohn bei Test eins besser als bei Test 2). Von daher könnte das theoretisch schon stimmen und ich war nach dem Test auch nicht sonderlich überzeugt von der Interpretation des Testers, da er ADHS rundweg ausschloss, parallel aber immer wieder im Gutachten die große Unruhe und den Abfall der Konzentration erwähnt.

Ich habe es mir damals das höhere Ergebnis des 2. Tests damit erklärt, dass mein Sohn schlicht beim 2. Mal besser mitgemacht hat als beim 1. Beim 1. Test war die Motivation sehr schwankend, ihm war nicht bewusst, warum er das ganze tut und das geht auch klar aus dem Gutachten der damals testenden Dipl.Psych. hervor.

Sie fragte, ob ich was dagegen hätte, wenn sie den Test wiederholt? Ich sagte, dass ich nichts dagegen hätte, , wenn es für die Diagnostik insgesamt von Belang sei. Letztendlich meinte sie, dass die Höhe ja garnicht so ausschlaggebend (ob nun 120 oder 128 im GesamtIQ...) sei, sondern eher das Profil und befand, dass wir das erneute Testen lassen.

Ich bin nun doch etwas irritiert. Wenn sie den Test anzweifelt, dann soll sie halt mit einem ANDEREN Test nachtesten (anderer Test deshalb, weil sonst ja wirklich ein Lerneffekt vorliegen würde!)? Ansonsten, wenn sie davon absieht, sollte sie das Ergebnis des Tests auch nicht rein aus ihrer Vermutung heraus, ohne das Kind zu kennen, anzweifeln... :gruebel:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 21. Okt 2020, 12:26

Meine Tochter hat Sprachteil von HAWIK mühelos gedeckelt, ohne vorher zu wissen, was das überhaupt ist und worum es geht. SV 155. (deckel). Das ist zum Thema, ob es überhaupt vorkommt.

Mir gefällt es schon wieder nicht, was der KJP macht. Welchen Unterschied macht es, wie der nächste Test ausfällt? Und was ist mit dem Lerneffekt? Sie wiedespricht doch sich selber!
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon koala27 » Mi 21. Okt 2020, 14:17

Hm, warum braucht sie einen erneuten Test? Es geht doch eigentlich nicht um die IQ Höhe, sondern um die anderen Dinge? Zumal ja schon 2 Tests ergeben haben, dass Dein Sohn sehr gut ist— also könnte sie doch einfach mal davon ausgehen ein HB Kind vor sich zu haben. Und mit dieser Info weiterarbeiten ... ein Test würde doch nichts ändern - außer Zeit kosten, die man jetzt doch erstmal woanders für einsetzen kann — wer weiß wann wieder alles dicht ist —-

Einen Test kann man ja auch noch später machen- wenn es dann notwendig ist - erstmal anfangen und Kind kennenlernen und die jetzigen Baustellen angehen etc.
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Meine3 » Fr 23. Okt 2020, 08:59

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Meine Tochter hat Sprachteil von HAWIK mühelos gedeckelt, ohne vorher zu wissen, was das überhaupt ist und worum es geht. SV 155. (deckel). Das ist zum Thema, ob es überhaupt vorkommt.

Mir gefällt es schon wieder nicht, was der KJP macht. Welchen Unterschied macht es, wie der nächste Test ausfällt? Und was ist mit dem Lerneffekt? Sie wiedespricht doch sich selber!


Hallo,

ich denke, sie ist voreingenommen, weil der Begabungsdiagnostiker eben nicht kassenärztlich arbeitet und daher im Ruf steht, zu "mauscheln". Das sei ihr gewährt. Mir ist es persönlich relativ wurscht, ob er nun einen IQ von 145, 123 oder 128 hat. Fakt ist, dass das Profil sehr unausgewogen ist und das schon immer auffällig war (auch bei der 1. Testung) und dass dies einiges erklären kann und relevanter für die Diagnostik ist als die Ermittelung des exakten IQ-Wertes im Gesamtergebnis. Es ist auch im Moment grade eher zweitrangig und ich denke das sieht sie auch so.

Mir hat es nur auch nicht so gefallen, dass sie das Ergebnis hinterfragt OHNE das Kind zu kennen. Und ich war ja beim Test Nr. 2 dabei. Mein Sohn hätte insebsondere bei SV noch weiter machen können und hat lediglich bei den nicht verbalen Aufgaben teilweise (!) Probleme gezeigt.

Ja, sie widerspricht sich selbst, das fand ich eben auch merkwürdig. Aber letztendlich hat sie sich ja dagegen entschieden noch einmal zu testen, stützt sich jetzt aber bei ihrer Diagnostik auf den älteren, niedrigeren Test, wo das Kind ja auch schon eine deutliche sprachliche Hochbegabung zeigte, aber eben nicht so hoch.
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Meine3 » Fr 23. Okt 2020, 09:09

koala27 hat geschrieben:Hm, warum braucht sie einen erneuten Test? Es geht doch eigentlich nicht um die IQ Höhe, sondern um die anderen Dinge? Zumal ja schon 2 Tests ergeben haben, dass Dein Sohn sehr gut ist— also könnte sie doch einfach mal davon ausgehen ein HB Kind vor sich zu haben. Und mit dieser Info weiterarbeiten ... ein Test würde doch nichts ändern - außer Zeit kosten, die man jetzt doch erstmal woanders für einsetzen kann — wer weiß wann wieder alles dicht ist —-

Einen Test kann man ja auch noch später machen- wenn es dann notwendig ist - erstmal anfangen und Kind kennenlernen und die jetzigen Baustellen angehen etc.


Ja, das sagt sie ja auch. Aber sie war sich eben unsicher, ob eine HB überhaupt vorliegt und das kann ja schon relevant sein :gruebel:. Auf der anderen Seite zeigt das echte Leben, dass dem so ist, abgesehen von den Tests...

Ich habe zugestimmt, da ich nicht den Anschein erwecken wollte, dagegen zu arbeiten und der Sohn hat die Tests ja grundsätzlich gern gemacht, auch wenn insbesondere der zweite schon aufregend für ihn war.

Ich fand das halt auch komisch, dass erst einmal anzuzweifeln, bevor man das Kind kennen lernt. Aber im Endeffekt ist das eben wirklich grade Nebensache.
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 23. Okt 2020, 10:01

Ich hätte es abgelehnt. Der Test verlangsamt die ganze Diagnostik. Andere Dinge haben definitiv Priorität. Ganz egal, wie der andere KJP geschummelt haben kann, ist es vollkommen irrelevant bei der akutellen Fragestellung. "Das Kind hat soziale Probleme, sagen sie mir warum und geben sie mir hilfe!" Dafür muss er gar nicht hochbegabt oder nicht hochbegabt sein. Überhaupt in der ganzen Geschichte meiner Kinder haben die Tests nur eines gebracht, den Einstieg in den HB-Zug, bei dem sie eine notwendige Voraussetzung waren.
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon charlotte12 » Fr 23. Okt 2020, 10:47

Kann es sein, dass der erneute Test ein Teil eines persönlichen Feldzugs des KJP gegen diesen Begabungsdiagnostiker ist? Wenn das so wäre, dann könnte ich mir vorstellen, dass der KJP nicht neutral ist sondern ein Interesse daran hat, deinen Sohn möglichst niedrig zu testen...
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Meine3 » Fr 23. Okt 2020, 11:21

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich hätte es abgelehnt. Der Test verlangsamt die ganze Diagnostik. Andere Dinge haben definitiv Priorität. Ganz egal, wie der andere KJP geschummelt haben kann, ist es vollkommen irrelevant bei der akutellen Fragestellung. "Das Kind hat soziale Probleme, sagen sie mir warum und geben sie mir hilfe!" Dafür muss er gar nicht hochbegabt oder nicht hochbegabt sein. Überhaupt in der ganzen Geschichte meiner Kinder haben die Tests nur eines gebracht, den Einstieg in den HB-Zug, bei dem sie eine notwendige Voraussetzung waren.

ja, sehe ich auch so...Aber ich wollte nicht unkooperativ wirken oder gar den Anschein machen, als hätte ich Angst, sie widerlegt das Ergebnis. Weil es mir tatsächlich egal ist. Ich weiß, was mein Sohn kann und was nicht. Ein normal begabtes Kind, dass eine Klasse überspringt, schafft keine Noten im 1-2 Bereich ohne viel Mühe zu investieren und das hat mein Sohn definitv nicht getan. 1. Weil er es nicht musste 2. weil er garkeinen Kopf fürs Lernen hatte, da andere Baustellen für ihn viel schwieriger waren.

Außerdem merkt es jeder, der mit ihm länger zu tun hat, dass er weiter entwickelt ist. Von mir aus soll sie ihn wiederholen, den Test. Aber sie hat sich ja selbst dagegen entschieden, weil sie eben auch die Not nicht sieht.
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Meine3 » Fr 23. Okt 2020, 11:25

charlotte12 hat geschrieben:Kann es sein, dass der erneute Test ein Teil eines persönlichen Feldzugs des KJP gegen diesen Begabungsdiagnostiker ist? Wenn das so wäre, dann könnte ich mir vorstellen, dass der KJP nicht neutral ist sondern ein Interesse daran hat, deinen Sohn möglichst niedrig zu testen...



Hallo Charlotte12,

gar so weit würde ich mit meinen Vermutungen nicht gehen. Sonst hätte sie auf erneute Testung bestanden. Sie hat aber, obwohl ich einer erneuten Testung zugestimmt hatte, sich selbst dagegen entschieden.

Ich sagte, dass ich eine Testung zu einem späteren Zeitpunkt besser fände, da er momentan in einer schlechten Verfassung ist, aber das habe ich dann auch revidiert und gemeint, dass es, wenn es diagnostisch von Belang ist, natürlich auch jetzt gemacht werden kann. Und da sagte sie dann, dass sie es nicht für nötig hält, den Test zu wiederholen.

Sie ist sehr sympathisch. Sehr "menschlich". Hat Humor und Einfühlungsvermögen. Ich glaube ihr, dass es ihr um das Kind geht und nicht darum den Begabungsdiagnostiker zu widerlegen. Irritiert hat es mich dennoch, auch wenn sie glaubhaft darlegen konnte, dass es ihr nicht darum geht, den Intellekt des Kindes anzuzweifeln, sondern dass sie einfach das Erreichen der Testdecke in SV als unwahrscheinlich betrachtet. Aber mei.. Ist Hochbegabung nicht immer irgendwie "unwahrscheinlich"? Und dennoch gibt es sie ;) ...
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Re: KJP hinterfragt IQ-Testergebnis

Beitragvon Maca » Fr 23. Okt 2020, 11:35

Hallo Meine 3,

Ich schließe mich hier eindeutig der vorherrschenden Meinung an und rate dir, diese erneute Testung aktuell nicht vornehmen zu lassen.

Welche erneute Erkenntnis würde euch das bieten?
Und was könnte diese erneute Überprüfung seiner kognitiven Leistungsfähigkeit für deinen Sohn bedeuten?

Er hat ein sehr auffälliges Profil mit extremen Spitzen, bereits ZWEIMAL wurde dies nun per Testung erhoben.
Der nächste Schritt besteht nun darin, die Ursache(n) für die Heterogenität zu ergründen und NICHT darin diese erneut zu bestätigen.

Kinder mit (sehr wahrscheinlich vorhandenen) Wahrnehmungsstörungen lassen sich doch eh kognitiv schlecht durch Verfahren erschließen, die auf die neurotypische Mehrheit ausgerichtet sind.
Warum sollte man ihn diesem Stress erneut aussetzen?

Dein Sohn hat in so kurzer Zeit so viel Druck, Erwartungen, Beurteilungen, Anpassungsleistungen und emotional/ soziale Überforderungen erdulden müssen, ohne dafür mit seelischer Balance und/ oder Befriedigung entlohnt zu werden?

Und jetzt soll er schon wieder “liefern“?
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