Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Mein Kluges Kind macht was es will

Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 14. Mai 2020, 09:10

@Mama_Sohn

was habt ihr bis jetzt getestet? Ist ADHS ausgeschlossen? In welcher Klasse ist dein Sohn? Ging es ihm vor Corona gut in der Schule? Wie ist sein Verhalten in den Ferien gewesen, besser oder schlechter als während des Schulbetriebs? Habt ihr einen IQ Test gemacht?
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon mama_sohn_2012 » Mi 14. Apr 2021, 19:45

Servus & sorry, das ist eine echt späte Antwort :oops: !
Diverse Anforderungen haben mich wieder weggespült ... aber jetzt bleibe ich hier dran, weil ich brauche dringend eine Gruppe, zu der ich tatsächlich gehöre, mit meinem Kind.

Also IQ ist getestet, weil wir gegen Ende der 1. Klasse VS wegen HÜ-Verweigerung bei der Schulpsychologie waren und es nahelag, das mitzumachen. Lag bei an sich schon gruseligen 149, aber mit Deckeneffekten in mehreren Kategorien; und in der letzten hat er einfach kaum mehr mitgemacht, obwohl eig. eine Spezialität von ihm. Also vmtl. über 150.

ADHS ist nicht getestet und da hab ich nur Laienwissen, das denkt: Wenn er sich mit Begeisterung und stundenlanger Ausdauer selbstgewählten Beschäftigungen auf hohem Niveau widmet, kann das nicht das Problem sein. ADHS kennzeichnet (glaube ich gelesen zu haben), dass er sich nicht konzentrieren KANN, selbst wenn er möchte. Er hingegen hat nur krassen Widerstand gegen bestimmte fremdgestellte Aufgaben, die (nehme ich an) sein Selbstbild gefährden, weil es ev. auch schlecht ausgehen könnte. Dass Fehler/Verhaue während der Übungsphase ihn am allerbesten weiterbringen, kommt bei ihm schlicht nicht an.
Habe grade das Buch von Wolfgang Schmidbauer (Kassandras Schleier) in Arbeit, das von einem hohen Potenzial für gekränkten Narzissmus bei HB spricht - das kann ich nachvollziehen.

Zur Vorgeschichte meines Sohnes:
Er ist schon in den Kindergarten nie gern hingegangen (beim Nachhausekommen war er dann aber oft ganz happy). Hat am liebsten mit dem Zivildiener Karten gespielt :lol: .
Dann kam die VS und es wurde mega-schwierig - vor allem bei der HÜ. (Aus heutiger Sicht hätten wir ihn in der Zweiten anfangen lassen sollen. Er las Bücher, rechnete rel. weit - und die Frustrationstoleranz für den Schuleinstieg, die uns abgehalten hat, hat er heute noch nicht.)
In der Schule (wie schon im Kiga: "das ruhigste Kind der Gruppe") war er unauffällig, hatte aber nicht selten nach 20 Minuten erst eine Zeile stehen, hat an andere Dinge gedacht. Bei der HÜ war die Verweigerung dann voll da. Ich meine, verstanden zu haben, dass das der (berechtigte) Protest nach dem eh schon kraftraubenden Zusammenreißen am Vormittag war, wo er ja nicht störte.
Die Lehrerin war extrem verständnisvoll und hat vieles versucht. Ab der Zweiten durfte er in Mathe und Englisch in die Dritte, bald auch Mathe der Vierten. Inhaltlich passte das, und in der Stammklasse war er trotzdem noch halbwegs verankert, was ihm schon wichtig war. In Deutsch bekam er den Stoff der Dritten tw. als HÜ. Zu Ostern 2020 (das war schon Coronazeit) wurde er dann aufgestuft in die Dritte. Das war also "virtuell", nur ein paar Wochen gegen Schulschluss hin real. Die HÜs waren trotz allem so zäh (er braucht ja in M nicht so viel Übung), dass wir stattdessen Stoff aus der Ersten Gym gemacht haben, da war er nämlich i. d. R. supermotiviert.

Er wäre also im Herbst 2020 in die Vierte gekommen. Aber wie soll er das aushalten, wenn er nicht mehr teilspringen nach oben kann, ins Periodensystem und die Abwehrmechanismen der Zelle vertieft ist und angesichts der VS-HÜ Sinnkrisen bis zum Todeswunsch hat? Also haben wir ihn vom Schulbesuch abgemeldet und in meinem alten Gym Hospitation in BU und Chemie erbettelt (die waren nach anfänglichem Zögern super-lieb, da kann man echt dankbar sein!). Ich war so happy, dass wir hier die Chance hatten, dass er Schule als etwas erleben kann, das seine Begeisterungen aufgreift und weiterführen kann! Auch wenn der 8/9-Jährige dazu unter 14-Jährigen sitzt, was natürlich sozial krass ist. Anfangs war er schüchtern und hatte ein bissl zu viel Aufmerksamkeit für seinen Geschmack, aber dann begann er sich schon wohl (wenn auch nicht zu Hause) zu fühlen. Und inhaltlich war es einfach spitze für ihn - die Augen haben geleuchtet!! Mittlerweile (es gab nat. auch einige Pausen wg. Lockdowns) ist aber auch hier der Reiz des Neuen etwas verflogen und wir haben wieder das Kindergartensyndrom: Erst will er nicht hin, dann kommt er in 90 % der Fälle strahlend raus. Ich glaube, da geht's ihm wie uns Eltern: Sich unter Leute zu begeben, ist immer ein bissl Überwindung ...

In den Ferien, wo keiner was von ihm will (schulisch), geht es (zumindest seit er Bücher liest) extrem viel besser als in der Schulzeit. Auszucker gibt es da maximal als Reaktion auf die Aufforderung zum Umziehen, Zähneputzen und Mithilfe bei der Hausarbeit - und wenn was nicht klappt, was er sich zum Ziel gesetzt hat. Aber das ist alles nichts gegen die HÜs, insbes. mit Schreibarbeiten.
In Deutsch ist er einfach ziemlich altersgemäß, da wäre er in einer Dritten/Vierten VS gut aufgehoben. Und in Chemie passt die Vierte Gym. :shock: Aber so einen Spagat gibt das Schulsystem hier einfach nicht her (das ist so frustrierend, dass die Kinder das ausbaden müssen!).
Wir konnten im Lauf dieses freien Jahres immerhin eine motorische Hemmung therapeutisch beheben und erstmals die korrekte Stifthaltung einführen, was ein toller, riesiger Schritt war. Und eine bewusste Pause vom Schreiben im Herbst hat ihm enorm gut getan. Also ich muss sagen, das Abmelden war mit Abstand die beste Lösung für die Situation. Trotzdem ist das Schreiben von Texten jetzt oft noch ein rotes Tuch für ihn und wir krachen darüber tw. empfindlich zusammen.

Und mir graut schon vor dem Herbst. Er ist in eben diesem Gym angemeldet, was er sich gut vorstellen kann, sagt er. Und er möchte wieder eine "Heimatklasse" haben, was ist gut verstehen kann. Aber wenn dann die D-HÜs wieder kommen und ich kann nichts abpuffern, verschieben, verringern, so wie heuer ... die HÜ-Kämpfe zerstören schlichtweg die Beziehung. Da werde ich es viel eher auf schlechte Noten ankommen lassen, als HÜs durchzusetzen.
Leider ist keine Waldorf-Schule in der Nähe - vermute, die würden da mehr Freiheit geben.

@ Corona: Er selbst hofft, dass Corona noch weiter geht, u. a. weil ihm vorm frühen Aufstehen graut und er zu Hause nur 1-3 h Lernen pro Tag hat, vieles davon selbstgewählt/verhandelbar. Er hat sein Leistungshoch zwischen 7 und 10 Uhr abends und schläft gern bis in den Vormittag. :roll:

Meint ihr, dass er eine Regelschule schaffen kann? Ich zweifle! Gibt es jemanden, der eine gute Alternative gefunden hat?
Uff! Danke, dass es euch und dieses Forum gibt!
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 15. Apr 2021, 08:33

Hallo,

erstmal die letzte Frage, die finde ich auch am einfachsten. Der beste Ort für dein Kind ist eine Schule mit HB-Zug. Das spreche ich aus Erfahrung. Dort kommen Jungen zusammen, die sonst wo von der Klassengemeinschaft nicht wirklich akzeptiert wurden. Dann gehen sie zur Schule nicht um zu lernen, sondern um einander zu treffen.

Die Regelschule mit starker Akzeleration hat ihre Grenzen. Ich sehe kein Problem beim 9-jährigen unter 11-jährigen. Ein 11-jähriger unter pubertierenden 13 jährigen geht vielleicht grenzwertig durch, wenn sie von vorne ran zusammen waren. Mehr als 2 Jahre Akzeleration würden vermuttlich den vollen Kontaktverlust bedeuten. Dann würde das Kind zur Schule gehen nur um zu lernen, in den beliebten Fächern noch schneller werden, die unbeliebten noch mehr hassen: das ist ein Teufelskreis.

AHDS: du hast kein ganzes Bild. Denn die ADHS Kinder können sich konzentrieren. Sie können sogar in den Zustand von Hyperfokus kommen und konzentierter sein als es einem normalen Menschen möglich ist. Nur können sie das ganze nicht steuern. Fesselt sie etwas, sind sie dabei. Ist etwas öde- steigen sie aus. Routine geht gar nicht. Aufgrund dieser Einschränkungen entwickeln sich oft Schutzschilder wie du es beschreibst. Es sind immer die anderen schuld. Sie geben falsche Aufgaben, sie bahandeln einen unfair. Das Kind lernt nicht rechtzeitig die fachliche Kritik und persönliche Rüge auseinander zu halten und empfindet alle Korrekturen als einen Angriff gegen das eigene Ich. Dein Sohn ist auf jeden Fall sehr impulsiv, wenn er mit 8 jahren noch geschlagen und Sachen beschädigt hat. Hat er als IQ-Test HAWIK gemacht? Wie hoch war dann die VG?
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon mama_sohn_2012 » Do 15. Apr 2021, 14:22

Danke für die Inputs!
@ Schule mit HB-Zug: Da sieht es in Ö ja nicht so gut aus wie in D. Gibt es so etwas in OÖ überhaupt? Ich weiß bislang nur von der Modellklasse in Mödling und dem Wiedner-Gym in Wien (Oberstufe).
@ ADHS: Tja, das klingt sehr zutreffend, was du beschreibst. Und was gibt es für Möglichkeiten, so was dann zu lösen, wenn die Diagnose bestätigt wird? - Das führt vmtl. hier zu weit - habe auch in einigen Wochen einen Termin mit einer neuen Psychologin, die mich da sicher beraten kann.
@ Test: Nein, es war der AID-3. Was bedeutet VG?
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon sinus » Do 15. Apr 2021, 14:40

VG = Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Vorsicht bei Psychologen, die keine Erfahrung mit Hochbegabten haben. ADHS gehört zu den häufigen Fehldiagnosen Hochbegabter.
evtl. wäre für dich dieses Buch interessant:
https://www.amazon.de/Doppeldiagnosen-F ... 3456853653

Ich habe es kürzlich gelesen und fand es sehr hilfreich. Vielleicht ist es das auch für dich, da der Autor auch explizit Höchstbegabte immer mal wieder erwähnt.
Für mich waren auch die beiden im Buch erwähnten Denk- und Lernstile (nach Silvermann) sehr aufschlussreich. Dadurch verstehe ich auch einige schulische Probleme meiner Tochter noch besser.
Zuletzt geändert von sinus am Do 15. Apr 2021, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon mama_sohn_2012 » Do 15. Apr 2021, 15:25

Habe gerade auf netdoktor die Kriterien für ADHS gelesen – ja, da deckt sich ganz viel mit HB. Bei manchen Punkten scheidet sich’s für uns an der Frage: Muss das generell zutreffen, oder nur bei unwillkommenen Themen wie Schulaufgaben, Hausarbeit? Dass man nicht hört, was man nicht hören will, nicht zu Ende macht, was eineN nicht freut, scheint mir ja nicht ungewöhlich. So eine Selbstdisziplin scheint mir für ein Kind etwas viel verlangt – zumal wenn es schlau genug ist, sich zu entziehen.

Und ganz allgemein muss ich sagen, finde ich es sehr seltsam, dass es Krankheitswert zu haben scheint, wenn ein unter-10-jähriges Kind nicht längere Zeit still sitzen möchte (außer es ist so gemeint, dass er möchte, aber nicht kann; und drunter leidet). Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, merkt man, wie wir unsere dem Körper so gar nicht entsprechende sitzende Lebensweise zur Norm gemacht haben.

Die Psychologin hat Hochbegabung als Fachgebiet mit drauf stehen und ich habe in einem Forum eine Empfehlung gesehen. Aber bei uns in der Provinz (Linz/Donau ist keine große Stadt) ist das halt relativ: Wie viel Höchstbegabte kann sie in ihrem Einzugsgebiet - rein statistisch - schon gesehen haben? Aber wir versuchen’s mal.
Das Buch werde ich auf jeden Fall lesen, vielen Dank!
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 15. Apr 2021, 16:42

Ich habe drei hochbegabte Kinder, und zwei Klassen im HB-Zug zur äußeren Beobachtung. Begabung ist kein Grund nicht still sitzen zu können, nicht Aufgaben zu Ende bringen zu können und für feueriges Temperament auch nicht. Das soll weder als Urteil noch als Verurteilung klingen. Menschen sind von der Natur aus verschieden. Ich kenne ganz ruhige ausgeglichene Kinder, die den HAWIK gedeckelt haben.

Zur Höchstbegabung und ADHS: je höher die Intelligenz, desto größer ist die Kompensationsfähigkeit. Nichtdestotrotz frisst die Kompensation die innere Kräfte und bringt einen schneller zur Erschöpfung als normal. Ein höchstbegabte, der Konzentration an der Untergrenze der Normalverteilung hat und die Wahrnehmung weit jenerseits der Obergrenze, hat relativ gesehen ein viel größeres Problem als ein normal begabter mit leicht gesenkter Konzentration. Man ertrinkt an der Fülle der Details. Man sieht wie unperfekt die eigene Leistung ist. Man verzweifelt schneller. Man hat keine Lust für neue Aufgaben, weil sie zu schwer sind, aber erst recht keine Lust auf die alten, weil zu öde.

Ich habe keine andere Lösung gefunden, als eine Kombination aus positivem Feedback mit leichtem bis gemäßigten Druck. Schimpfen, bestrafen und Co bringen bei uns gar nichts. Eine Alternative tut einem gut, damit das Kind das Gefühl hat, er verlöre nicht die Kontrolle gänzlich.

An Psychologen glaube ich nicht. Nur wer selber in dieser Haut gesteckt hat, kann verstehen, wie es einem geht. Ich habe viel mit Lehrern besprochen, dass Nein, menen Kindern macht es keinen Spaß, ständig Dinge zu tun, die sie ohnehin schon können. Die meisten Menschen reagieren auch beleidigt auf die Frage: "wie würde es ihnen dann schulisch gehen, wenn sie in einer Klasse für lernbehinderte Kinder gesteckt worden wären? " Aber der Abstand zwischen einem Lernbehinderten mit IQ 75 und einem normalbegabten mit IQ 100 ist viel kleiner als zwischen einem mit IQ 160 und einem mit IQ 100. Zusätzlich steigt die Fähigkeit Dinge zu Hinterfragen und die existierende Ordnung in Frage zu stellen, sehr mit der früheren Ausprägung der abstrakten Begriffen. Was die einen erst in der Pubertät anfangen, machen die anderen spätestens mit 5. "Warum muss ich das machen, nur weil mir das jemand sagt?" Weil es ihnen ständig auf den Keks geht, dass man von ihnen was will, was nicht ins Bild passt, entwickeln sich die Tendenzen, grundsätzlich "NEIN!" zu sagen, noch bevor man überlegt hat, ob man es wirklich nicht möchte.
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 16. Apr 2021, 08:48

Später mehr, erst mal nur so viel: ADHS und Hochbegabung schließen sich nicht aus. Ich bin getestet HB und habe erst kürzlich eine Diagnostik gemacht, wo auch ausgeprägte ADHS diagnostiziert wurde.

Und ein großes Dementi zum Vorurteil, ADHSler könnten sich nicht konzentrieren. Ich habe tatsächlich bei bei allem, was ich tun soll bzw. muss eine sehr kurze Konzentrationsspanne. Aber bei selbst gewählten Beschäftigungen kann ich stundenlang konzentriert sein und dabei sogar jegliches Zeitgefühl verlieren. In den anderen Bereichen habe ich als Erwachsene Strategien entwickelt damit "es" keiner merkt. Dabei hilft mir, dass ich in 10 konzentrierten Minuten durch meine Intelligenz oft mehr voranbringe als nicht HBler ohne ADHS in einer Stunde ;) .
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Re: Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstakzeptanz/-liebe

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 16. Apr 2021, 08:57

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:AHDS: du hast kein ganzes Bild. Denn die ADHS Kinder können sich konzentrieren. Sie können sogar in den Zustand von Hyperfokus kommen und konzentierter sein als es einem normalen Menschen möglich ist. Nur können sie das ganze nicht steuern. Fesselt sie etwas, sind sie dabei. Ist etwas öde- steigen sie aus. Routine geht gar nicht. Aufgrund dieser Einschränkungen entwickeln sich oft Schutzschilder wie du es beschreibst. Es sind immer die anderen schuld. Sie geben falsche Aufgaben, sie bahandeln einen unfair. Das Kind lernt nicht rechtzeitig die fachliche Kritik und persönliche Rüge auseinander zu halten und empfindet alle Korrekturen als einen Angriff gegen das eigene Ich.


Sorry, das kann ich so nicht stehen lassen. Ja, durch die ADHS sind Kinder impulsiver und haben oft Schwierigkeiten mit Emotionskontrolle. Und es gibt auch Kinder, für die daran immer "die anderen" schuld sind. Aber genauso gibt es ADHSler (meinen Sohn und mich eingeschlossen), welche die Schuld hauptsächlich bei sich selbst suchen und die sehr darunter leiden, sich selbst nicht besser unter Kontrolle zu haben. Und da sind wir wieder beim Threadtitel: darunter leidet das Selbstwertgefühl und es macht Selbstliebe und Selbstakzeptanz deutlich schwerer, wenn man immer wieder auf das eigene Versagen zurückgeworfen wird, und das oft bei Dingen, die deutlich jüngere Kinder schon problemlos beherrschen (z.B. einen Konflikt verbal austragen, in einer Warteschlange stehen, sich vom Lehrer sagen lassen was man falsch gemacht hat, "ordentliche" Heftführung, Zeuge bei Ungerechtigkeiten gegenüber anderen sein,...).
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