Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Mein Kluges Kind macht was es will

Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Antonia » Fr 11. Dez 2015, 22:31

Liebes Forum,

diesen Beitrag hab ich vor einiger Zeit unter "Kleinkinder" gepostet und dann gemerkt, dass er da ja gar nicht hin gehört. Da ich nicht weiß, ob er verschoben werden kann, poste ich ihn hier einfach nochmal:

ich brauche mal Eure geballte Erfahrung und Klugheit. Stoße hier grad absolut an meine Grenzen, was es meine Tochter angeht.

Sie ist gerade 8 geworden, hochsensibel auf jeden Fall, hochbegabt weiß ich nicht. Langweilt sich in der Schule (2. Klasse) sehr, hat aber eine offene Lehrerin, die uns z.B. im letzten halben Jahr sehr interessiert beim forschenden Lernen begleitet hat (das war im Prinzip meine Aufgabe, nachmittags, aber die Lehrerin hat meiner Tochter dafür andere Hausaufgaben erlassen und ihr eine Mappe mit Checklisten und Arbeitsblättern gemacht etc. Das Thema, das meine Tochter sich - ganz alleine! - ausgesucht hat, war übrigens "Kinderarmut", ähem, dazu muss man erstmal was kindgerechtes finden...).

Wir haben eine sehr innige Verbindung zueinander, der Papa auch, und die Großeltern, die oft mitbetreuen, auch. Klar gibt es mal Streit, aber der legt sich immer schnell. Und mein Mann und ich hatten es nicht leicht im letzten Jahr, weil seine Eltern beide gestorben sind und das viele alte Geschichten aufgewirbelt hat.

Was schon immer ein großes Problem war, war die (ich nenne es jetzt mal so) geringe Selbstwirksamkeitserwartung meiner Tochter. Beispiel Geigenunterricht, den sie sich sehnlichst wünscht - aber wenn beim Üben was nicht sofort klappt, dann ist sie 100% überzeugt, dass das nicht geht und es ist ein höllisches Stück Arbeit, sie nochmal ans Ausprobieren zu kriegen. Wir haben es schon mit Spielen versucht (meine Tochter als Hund, der seine Pfoten sortieren muss), mit Belohnungen (Sticker), mit Innerem Team (was finden denn die Finger grad so schwer? Und was die Ohren?), mit ärgern, mit dann-geben-wir-den-Unterricht-halt-dran usw. Nichts hilft.

Ähnlich in der Schule. Ihre Spanne zwischen Langeweile und gefühlter Überforderung ist winzig. Sie will zeigen, dass sie fleißig ist, und bekommt daraufhin beim drögen Abschreiben eines ganzen Blattes so einen Haß, dass sie sich mit ihrem Stift richtig an der Hand verletzt. Sie genießt es, Aufgaben zu haben, die ihr entsprechen, und traut sich aber nie, der Lehrerin zu sagen, wenn was zu leicht ist (das verstehe ich gut, das ist auch nicht einfach). Dabei ist alles, was sie macht, fast immer komplett fehlerfrei. Und auch noch wie gedruckt geschrieben. Sie liest Bücher für die 4. Klasse, rechnet mit etwa 1 Jahr Vorsprung, aber vor allem hat sie eine Art, weise Einsichten zu formulieren, die viele Erwachsene regelrecht erschreckt.

Und dann kommen solche Sätze wie "Ich bin nichts wert." Oder "Du bist viel mehr wert als ich, weil Du alles richtig machst." Oder "Ich hasse mein Leben", "Ich bin total blöd", oder neulich: "Ich bin doch für Euch nur eine Last, ich koste Geld, ihr müsst Euch um mich kümmern und habt dann keine Zeit zum Arbeiten. Das wichtigste im Leben ist Freiheit, und durch mich seid Ihr nicht frei. Mich quält das, dass ich Euch nicht freilassen kann, weil ich Euch brauche!" Das quält sie dann so, dass sie verzweifelt weinend unterm Flügel hockt und wir eine Stunde brauchen, um sie überhaupt wieder in den Arm nehmen zu dürfen.

Ich erlebe sie den größten Teil des Tages als fröhliches, neugieriges Kind, das alles mit Volldampf macht. Sie spielt noch sehr gern und sehr kreativ, Kuscheltiere, Playmobil stehen hoch im Kurs, basteln, malen, lesen etc. auch. Sie ist verschmust und offen, hat viele Freundinnen und ist in der Klasse beliebt. Die Lehrerin sagt, sie sei außergewöhnlich hilfsbereit und setzt sich immer sehr für ein gutes Klassenklima ein. All das sieht für mich nicht nach jemandem aus, der eigentlich innen drin irgendwie lebensmüde ist, aber diese Sätze (die nicht nur einmal gekommen sind) machen mir sehr zu schaffen. Hab schon überlegt, mal mit unserem Kinderarzt zu sprechen. Vielleicht trägt sie auch irgendwelche Geschichten mit sich rum, die mein Mann und ich für uns selbst noch nicht gelöst haben und die wir nicht sehen können? Wir haben z.B. beide hochgradig kriegs-traumatisierte Eltern, mit vielen Ängsten und üblen Glaubenssätzen, vielleicht hängt sie an sowas fest?

Habt Ihr Ideen? Oder kennt Ihr sowas? In meinem recht großen Bekanntenkreis ist jedenfalls niemand, der damit was anfangen kann (den meisten kann man nichtmal davon erzählen). Ich würde ihr gern helfen. Und ich würde gern rausfinden, ob es irgendwas gibt, was wir anders machen könnten, oder ob sie eben so ist und selbst lernen muss, mit sich klarzukommen.

Vielen Dank für Eure Antworten, bin jetzt sehr gespannt.

Antonia
Antonia
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 14. Mär 2013, 17:22

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Momo » Sa 12. Dez 2015, 01:49

Liebe Antonia,
dass Deine Tochter hochsensibel ist, hast Du bereits erkannt. Ich kann mir vorstellen, dass hier der Ursprung für vieles liegt. Sie nimmt durch ihre starke Sensibilität sehr sehr viel auf, viel mehr als die meisten anderen Menschen. Diese hohe Sensibilität ist eine große Gabe, doch sie bringt auch Schattenseiten mit sich. Es ist ein ganzes Stück Arbeit, all die Eindrücke und die sehr starken Emotionen zu filtern und zu sortieren. Wenn zu einer hohen Sensibilität noch ein hoher Intellekt hinzukommt, bedeutet dies eine noch größere Herausforderung für einen Menschen und für einen jungen Menschen sicherlich ganz besonders. Oder anders herum gesagt, wenn zu einem sehr wachen Geist und einer schnellen Auffassungs- und Kombinationsgabe eine hohe Sensibilität hinzukommt, ist dies eine Kombination, die es "in sich hat". Diese Herausforderung, die gleichzeitig ein große Chance ist, kann man sich gut vorstellen, oder?
Wie stark hast Du Dich mit dem Thema "Hochsensibilität" beschäftigt? Bist Du selbst hochsensibel? Meine Tochter ist ebenfalls hochsensibel und ich stelle immer wieder fest, dass ich als Mutter ein Gleichgewicht zwischen Loslassen und Unterstützen finden muss. Genau wie alle anderen Eltern, doch ein zu starkes Verhalten meinerseits bringt einen größeren Effekt, als es vielleicht bei einem nicht so sensiblen Kind wäre. Bei meiner Tochter und mir geht es tatsächlich so weit, dass ich zum Beispiel beim Einschlafen (sie ist 5 Jahre alt und ich begleite sie noch gerne in den Schlaf) nur denken muss, "hoffentlich setzt sie sich jetzt nicht auf". Ganz klar, ein paar Sekunden später beginnt sie unruhig zu werden und setzt sich hin. Das war schon als Baby so, als könne sie meine Gedanken spüren. Oder ich denke "bitte, geh doch in die Kindergruppe und spiel einfach mit!"- der Effekt dieser Gedanken würde sein, dass sie an mir kleben würde und sich überhaupt nicht von mir trennen würde. Am Besten nehme ich mich selbst zurück, warte ab, erwarte nichts, denke positiv, vermittele Sicherheit. Ich gebe zu, je nach Tagesform fällt mir dies auch manchmal schwer, ich werde ungeduldig, stelle Erwartungen. Doch ihre Reaktion zeigt mir jedes Mal, das dies der falsche Weg ist. Meine Tochter blockiert sich z.B. manchmal auch selbst, weil es ihr schwerfällt, in der Gruppe oder Öffentlichkeit auch Fehler zu machen. Neulich beim Kinderturnen wollte sie nicht mitmachen, sondern die Übung erstmal zu Hause üben. Kann es sein, dass Deine Tochter ähnlich hohe Erwartungen an sich hat? Ihre Gedanken und Äußerungen zeigen mir, dass sie ein sehr sensibles Mädchen ist, die sich viele Gedanken macht. Wenn Du dies beim Kinderarzt ansprichst, würde ich es ohne Deine Tochter machen.
Versuch Deiner Tochter Sicherheit zu vermitteln und sag ihr so oft wie möglich, dass Du sie genauso liebst, wie sie ist. Doch das machst Du bestimmt :)

Alles Gute wünscht Momo
"Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht." Mark Aurel (121-180)
Momo
Dauergast
 
Beiträge: 976
Registriert: Mo 13. Jan 2014, 22:49

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Momo » Sa 12. Dez 2015, 11:09

Zur Einschlafsituation ist mir noch etwas eingefallen, was sich bei uns zu einem sehr schönen Ritual entwickelt hat. Meine Tochter ist in dieser Situation meistens sehr entspannt und "durchlässig" und erzählt mir in dieser Stimmung sehr gerne von ihren Erlebnissen des Tages. Besonders Dinge, die sie sehr beschäftigen. Ich bin also einerseits über ihre Gefühle und Gedanken besser im Bilde und andererseits kann sie besser schlafen, da sie sich vieles vorher noch von der Seele reden konnte. Ich versuche ihr einfach nur aktiv zuzuhören, ohne zu werten. Angefangen haben wir mit diesem Ritual übrigens so, dass ich einfach von meinem Tag erzählt habe, alles was mir so durch den Kopf schoss und was mich beschäftigt hat (natürlich kindgerechte, positive Erlebnisse ;) ). Meine Tochter hat es ganz einfach und selbstverständlich übernommen. Nur Mal als Idee, vielleicht auch für Euch?

Liebe Grüße von Momo
"Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht." Mark Aurel (121-180)
Momo
Dauergast
 
Beiträge: 976
Registriert: Mo 13. Jan 2014, 22:49

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Antonia » Sa 12. Dez 2015, 23:25

Liebe Momo,

das mit dem Erzählen vor dem Einschlafen finde ich eine super Idee. Tatsächlich denke ich oft, dass unser Ins-Bett-Geh-Procedere nicht so richtig ideal ist, weil wir oft spät dran sind und uns dann beeilen. Was natürlich ein Widerspruch in sich ist - beeilen und einschlafen passen nicht zusammen. Ich massiere ihr oft die Füße mit Lavendelöl, das liebt sie sehr. Und mit Lesen ist es schon gefährlich - wenn dann da plötzlich was aufregend ist, kann das sehr hinderlich sein. Da ist erzählen besser. Und vor allem: nicht werten! Klingt gut!

Sehr spannend finde ich auch, was Du über Deine "inneren Botschafen" an Deine Tochter schreibst. Ich bin sicher, dass sowas bei uns auch eine große Rolle spielt, daher kam ich auch darauf, dass wir von unseren kriegstraumatisierten Eltern immer noch (trotz viel Auseinandersetzung damit) Dinge mit uns rumtragen, die bei ihr ankommen. So hat z.B. meine Mutter ihre Mutterrolle immer gehasst - Haushalt, kochen, uns versorgen - das war nie ihr Ding. Obwohl sie uns sehr geliebt hat, aber sie war so von ihrem Leistungsdruck und ihrer Lebensangst getrieben, dass ein einfaches, geerdetes, kindgerechtes Miteinander nicht möglich war. Ich hatte als Kind regelmäßig schlimmste Migränen, die mich zwei oder drei Tage lang völlig lahmgelegt haben - dagegen sind die Probleme mit meiner Tochter vergleichsweise klein. vielleicht ist das, was wir heute erleben, schon die "halbwegs erlöste" Variante dieses Themas.

Innere Freiheit zu finden von Leistungsdruck, von Antreibern, von Funktionieren-Müssen sind große Themen für mich. Und auch für meinen Mann! Und nun finde ich sie bei meinem Kind wieder... Wir denken grad sehr ernsthaft darüber nach, uns einen Hund anzuschaffen, einfach, um ein lebendiges, geerdetes und unverkopftes Wesen in unsere Familie zu holen. Wir sind uns alle drei sehr ähnlich, was es diese Mischung aus klug und sensibel angeht, und manchmal wünsch ich uns eine Pause von unserem explosiven So-Sein. Vielleicht ist da ein nasser, dreckiger, hüpfender, buddelnder, hechelnder Freund nicht das Schlechteste.

Vielen Dank für Deine Antworten! Und alles gute mit Deiner Tochter!

Antonia
Antonia
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 14. Mär 2013, 17:22

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Momo » So 13. Dez 2015, 03:51

Liebe Antonia,
nur ganz kurz- Tiere sind toll für Kinder und natürlich auch für Erwachsene ;) Wir haben selbst einen Hund und Katzen und wir alle genießen das Zusammenleben sehr (gerade schnurrt unsere Katze auf meinem Schoß ;) ). Tiere geben einem sofort und direkt ein Feedback, leben 100% in der Gegenwart und lieben einen einfach, wie man ist. Meine Tochter liebt Tiere über alles, sie bezeichnet sie als ihre Brüder und Schwestern, spielt mit ihnen, erzählt ihnen ihre Sorgen, redet und lacht mit ihnen.
Auf der anderen Seite muss einem natürlich als Erwachsener klar sein- ein Hund ist ein Familienmitglied, er braucht Aufmerksamkeit, Erziehung und viel Zuwendung. Doch wenn man bereit dafür ist und nicht den ganzen Tag ohne Hund unterwegs ist (also auch Zeit für das Tier hat), dann kann ein Tier sehr sehr viel Freude in das Familienleben bringen ;)
Meine Tochter geht übrigens in einen Kindergarten, in dem 4 Hunde, Kaninchen, Fische und 2 Ponys mit von der Partie sind. Ein Traum und die positive Wirkung der Tiere auf die Kinder ist nicht zu übersehen!

Alles Gute für Euch!
Momo
"Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht." Mark Aurel (121-180)
Momo
Dauergast
 
Beiträge: 976
Registriert: Mo 13. Jan 2014, 22:49

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Koschka » So 13. Dez 2015, 22:47

Hallo,

So wie sich deine Tochter in der Schule benimmt, klingt nicht depressiv. Präpubertät ist es mit 8 Jahren auch wohl kaum. Ich glaube die Wurzeln von diesem Verhalten liegen in sehr niedrigen Frustrationstoleranz, gepaart mit hohem Perfektionismusgrad. Falls jemand dagegen ein Rezept hat, würde ich das auch gerne hören. Ich würde nur empfehlen Spielchen um die Geige beiseite zu schieben und ihr die Entscheidung zu überlassen, ob sie ordentlich übt, oder mit dem Unterricht aufhört.

LG
Koschka
Koschka
Dauergast
 
Beiträge: 1609
Registriert: Mo 2. Apr 2012, 20:57

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Antonia » Mo 14. Dez 2015, 21:30

Liebe Momo,

das ermutigt mich, weiter in Richtung Hund zu denken! Ich kann im Moment noch nicht einschätzen, ob ich mir damit ins Knie schieße, weil es sicher einiges an Arbeit ist. Aber die Sehnsucht bleibt, komisch, dabei bin ich sonst oft ein sehr rationaler Mensch.

Koschka, vielen Dank! Ich glaube, Du hast recht: wir brauchen einen Autonomie-Schub in beide Richtungen. Sie will mehr Freiräume, ich will weniger Verantwortung für Dinge, die sie eigentlich selbst verantworten muss. Dazu gehört sowas wie die Anerkennung des Übens, wenn man ein Instrument spielen will. Und wenn die Frustrationstoleranz schlichtweg noch nicht da ist, dann gibts halt keinen Unterricht. Ich hab jedenfalls total die Nase voll davon, immer den Antreiber zu machen, der dafür gehasst wird.

Und ich versprech Dir, das Rezept gegen niedrige Frustrationstoleranz + Perfektionismus schrei ich in die Welt raus, wenn ich es denn hab. Aber es ist ungeheuer beruhigend zu wissen, dass das anderen auch so geht.

Lieben Gruß an Euch. Und frohe Feiertage, falls wir uns nicht mehr schreiben!

Antonia
Antonia
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 14. Mär 2013, 17:22

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Koschka » Di 15. Dez 2015, 01:05

Mein Mann hat immer noch tramatische Erlebnise darüber, wie er zuerst einen Hund bekommen hat und dann ihn abgeben musste. Ein Kind in der weiterführenden Schule ist vielleicht reif genug um Verantwortung für ihn zu tragen, hat aber keine Zeit mehr. Ein Kind in der Grundschule hätte Zeit, ist aber noch nicht alt genug, um das Tier zu versorgen. Für einen Hund muss ein Erwachsene die meisten Stunden am Tag für ihn da sein, sonst ist der Hund nicht wirklich glücklich. Das sollte man auch auf die Perspektive für sein ganzes Leben berücksichtigen. Wenn man nicht vom zuhause arbeitet, oder nur eine eher sehr begrenzte Stundenzahl hat, ist das kaum mit Berufstätigkeit zu vereinbaren.
Koschka
Dauergast
 
Beiträge: 1609
Registriert: Mo 2. Apr 2012, 20:57

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon Antonia » Di 15. Dez 2015, 09:57

Ja, das will gut überlegt sein. Ich arbeite viel von zuhause aus, bin aber auch mal ganze Tage deutschlandweit unterwegs. Und mein Mann könnte den Hund ab und zu mit ins Büro nehmen. Das ist so schwer einzuschätzen: mit wie viel Hund kommen wir klar, mit wie wenig Mensch kommt er klar? Wenn ich einen Weg fände, um dafür vorab ein Gefühl zu kriegen, würde mir die Entscheidung leichter fallen.

Im Moment bin ich eh noch in der Findungsphase: Welpe oder nicht, Tierheimhund oder Züchter, wie groß soll er sein, eher klug und sensibel oder eher mit einem ruhigen Gemüt? das dauert also noch... :schwitz:
Antonia
 
Beiträge: 35
Registriert: Do 14. Mär 2013, 17:22

Re: Hochsensibel - depressiv - altklug - präpubertär ???

Beitragvon alibaba » Di 15. Dez 2015, 10:13

Mir kommt das sehr bekannt vor, würde das aber trennen wollen von Hochbegabung. :mrgreen:

Ansonsten bin ich da bei koschka. :friedlich:

Meine Tochter ist 9, spielt auch Geige und hatte in ihrem jungen Leben bereits viele Lebenskrisen. Mehr Interesse fand sie am Geigenspiel erst wieder als sie ins Orchester ging. Heuer spielt sie 2.Geige und ist mächtig stolz das sie eine Stufe höher wechseln durfte. Man kämpft sich ja so vor. Im Orchester wurde ihr bewusst das auch andere Kinder nicht alles sofort können und es nicht so schlimm ist es nicht sofort perfekt zu können. :o Die Frustrationsgrenze steigt bei ihr stetig, ist aber durchaus noch ausbaufähig. Ich bin da aber optimistisch dass das jeden Tag besser wird.

Das sinnlose lange HA nervig sind, das geht wohl jedem Kind so. Gestern kotzte meine Tochter mal wieder ab .... sie hatte keinen Bock Texte abzuschreiben und zig Aufgaben in Mathe dazu. So griff ich ihr unter die Arme und schrieb die Matheaufgaben ins Heft - sie rechnete dann nur aus. Man muss da eben ein wenig flexibel als Mutter sein. :roll:

Ansonsten kann ich nur für Geduld appellieren. Es ist unmöglich das ein so jungen Kind einsieht was für Vorteile oder Nachteile es hat, wenn es etwas nicht macht oder es macht. Diese Reife kommt erst mit den Jahren - bei den einen eher. bei den anderen später. Das was ich als Erwachsener sehe und denke (aus meiner Erfahrung heraus) sieht ein Kind nicht und es erkennt es auch nicht. Daher akzeptiere ich auch kein "dann mach du doch was du willst". Die Geigenkrise löste ich mit dem Wechsel der Musikschule und einem Schritt zurück. Das war genau richtig. Meine sollen keine Starmusiker werden, sondern Freude am Tun entwickeln. Hab ich das, akzeptiere ich einfacher.

VG
alibaba
Dauergast
 
Beiträge: 2841
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 10:06

Nächste

Zurück zu Probleme im Alltag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron