Schwierige Fragen...

Mein Kluges Kind macht was es will

Schwierige Fragen...

Beitragvon sinus » Fr 21. Jul 2017, 14:31

...hat meine 8jährige derzeit.
Sie hat bspw Angst davor, dass ein Meteorit einschlagen oder dass die Zeit einfach anhalten könnte.
Sie löchert mich schon eine Weile lang immer wieder mit Fragen, ob und wann Wissenschaftler die Annäherung eines potentiell gefährlichen Himmelskörpers bemerken würden, ob sie es dem Rest der Welt dann überhaupt mitteilen würden, ob ICH es ihr sagen würde, wenn ich wüsste, dass der "Weltuntergang" bevorsteht.
Außerdem will sie einen Beweis dafür, dass die Zeit NICHT anhalten kann. :roll:

Irgendwie waren ihre Fragen früher - z.B. nach Gott oder ob eine Art Seele exististert - leichter zu beantworten.
Diese jetzt sind leider auch mit Ängsten ihrerseits verbunden. :(
(Sie sorgt sich z.B. in dem oben genannten Zusammenhang, dass sie eines Morgens nicht mehr aufwacht.)

Die Frage nach dem Beweis, ob bzw dass die Zeit nicht anhalten kann und der Früherkennung/Information von Meteoriten, würde ich sie ganz gern irgendwo stellen lassen, wo eine etwas "fachkundigere" Antwort kommt, als ich sie geben kann.
Ideen, wohin man sich mit sowas wenden kann?
Irgendeine Kinderzeitschrift? Geolino oder sowas?
sinus
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Re: Schwierige Fragen...

Beitragvon mamma42 » Fr 21. Jul 2017, 22:02

Hallo Sinus,

ich denke, nach Meteoriten Frühwarnsystemen lässt sich googeln... Aber die Frage, ob die vielleicht wenigen Wissenschaftler die Menschheit informieren würden, finde ich durchaus wert, darüber zu diskutieren...

Bzgl. der Frage nach einem Beweis, dass die Zeit nicht angehalten werden kann: das ist doch eine wunderbare Frage, mit dem Kind darüber zu philosophieren und gemeinsam über möglich Beweise nachzudenken... ich stelle mir das spannend vor...
Es muss ja nicht immer die eine Antwort geben auf eine schwierige Frage und schon gar nicht eine vorgefertigte und vielleicht ertwartet das Kind das gar nicht. Vielleicht hat sie selber sich schon viele Gedanken gemacht und braucht jemand zum Austauschen.
Vielleicht treibt sie gerade auch eher das Thema plötzlicher "Tod" bzw. Auslöschung der gesamten Menschheit?

Wir hatten vor 1-2 Jahren auch über was ist "nichts" philosophiert, weil DIE Antwort konnte ich da nicht geben und ich fand, dass von meinem Sohn auch tolle Gedanken dazu kamen!
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Re: Schwierige Fragen...

Beitragvon unwissende-neu » Sa 22. Jul 2017, 17:27

Solche ähnlichen Fragen kenne ich auch. Da ist meine jüngere Tochter, die sich da Magengeschwüre Philosophiert.
Wir hatten eine extreme Phase in der Zeit der Flüchtlingswelle ( was wäre wenn wir im Kriegsgebiet leben würden)
und mit der Trump-Wahl.

Mit solchen Ängsten umzugehen ist nicht immer so einfach. Wir haben auch möglichst alles logisch Durchdacht und einen Vertrag gemacht, dass wenn Krieg kommt, wir zu der ersten Welle gehören die Flüchten.
Ansonsten versuche ich, sie tatsächlich von gefährlichen Themen, die schwer zu verstehen sind, möglichst fern zu halten und ihr andere Denkanstöße dafür gebe. Unsere Ärztin hatte zu dem Thema auch nicht wirklich einen Vorschlag...
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Re: Schwierige Fragen...

Beitragvon Koschka » Fr 28. Jul 2017, 03:16

Bei Metheoriten würde ich versuchen das Interesse richtung Astronomie zu wecken. Man hat öfter mehr Angst über die Themen, die man nicht kennt. Für das Erste könnte deine Tochter sich hier informieren.

http://www.esa.int/esaKIDSde/StoryoftheUniverse.html

Ich glaube auch, dass solche Fragen es wert sind, den richtigen "Erwachsenen" ESA-Spezialisten zu stellen. Wenn deine Tochter ihnen einen Brief oder eine Email schreibt?



Für das Thema Krieg gibt es auch Kinderbücher, die das Leben der Kinder während der Kriege beschreiben. Nicht so wie in Nachrichten.

Dieses Buch: Emma oder die unruhige Zeit erzählt über den 2. Weltkrieg.
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Re: Schwierige Fragen...

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 29. Jul 2017, 08:44

Ich würde die Themen nicht wissenschaftlich "abarbeiten", sondern deine Tochter einfach mal von ihren Ängsten reden lassen. Stell dich darauf ein, dass da noch öfter was in der Richtung kommt (vielleicht auch was Neues). Versuch, es nicht mit dem Blick zu sehen "Meine Tochter hat da große Ängste, die muss ich ihr so schnell und effizient wie möglich nehmen" sondern eher "Meine Tochter braucht jemanden, der ihre Sorgen ernst nimmt und ihr zuhört".

Ich bin ja selbst der totale Kopf-Typ und hätte natürlich auch passende Buch-Tipps parat (z-B. das Buch "die Zeit" von Heinz Haber), aber ich glaube, dass so diffuse Ängste vor konkreten Situationen (Was ist, wenn die Zeit stehenbleibt?) mit noch so vielen wissenschaftlichen Beweisen, warum das NICHT passieren wird, nicht so einfach wegzubringen sind.

Zum Thema "stehenbleibende Zeit" ist mir spontan mal "Dornröschen" eingefallen, wo ja im Schloss die Zeit stehen geblieben ist, und der Küchenjunge seine Ohrfeige 100 Jahre nach dem Anlass bekommen hat. Klar ist es nur ein Märchen, aber gerade darum kann man ja gefahrlos darüber reden. Oder Majestix, der unerschrockene Häuptling des gallischen Dorfes von Asterix, der sich vor nichts fürchtet, außer davor, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Nur, weil etwas in Wirklichkeit noch nie passiert ist, heißt das ja nicht, dass es nicht passieren kann. So gesehen gibt es für nichts einen Beweis oder einen "Garantieschein". Daher ist es ja auch okay, Ängste zu haben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass das Befürchtete eintrifft, sehr gering ist. Daher finde ich ein ehrliches eingestehen "ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob dieses oder jenes einmal passieren KÖNNTE" vermutlich besser als die Suche nach Sicherheit gebenden Beweisen, die es gar nicht gibt.

Und so Fragen wie "Wirst DU mir sagen, wenn du weißt, dass der Weltuntergang bevorsteht" sind ja GsD leicht zu beantworten. Da sehe eine Botschaft angebracht, die in etwa lautet: "Ich merke, du bist kein kleines Kind mehr, ich möchtest über alles Wichtige was ich schon weiß, immer informiert und einbezogen werden". Das ist einerseits Beruhigung und andererseits Einladung, weiter mit schwierigen Fragen auf dich zuzukommen.

Mit ehrlichen, authentischen Antworten kannst du nichts falsch machen, auch wenn die manchmal "ich weiß es nicht" lauten. Schlechter wäre, deiner Tochter das Gefühl zu geben, dass ihre Fragen DICH überfordern. Denn dann stellt sie die Fragen nicht mehr laut sondern es spielt sich alles in ihrem Kopf ab, und das ist langfristig sicher schlechter als aussprechen.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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