stottern - Vorschulkind

Mein Kluges Kind macht was es will

stottern - Vorschulkind

Beitragvon Meine3 » Mi 13. Mär 2019, 14:00

Hallo,

bin relativ neu hier, aber grade informationswütig, weil das Ergebnis und somit die "Diagnose" noch nicht lange her ist. Und so bin ich hier auf dieses wundervolle Forum mit den wundervollen Menschen gestoßen.

Ich freue mich hier zu sein...

Nun aber zum eigentlich Thema, das mich seit ein paar Tagen immer wieder umtreibt.

Mein Sohn stottert seit ein paar Wochen ziemlich krass :( .

Ich muss kurz dazu sagen, wir haben eine turbulente Zeit hinter uns: Umzug im Sommer, Kiga-Wechsel für das Vorschuljahr, dort dann Anpassungsschwierigkeiten der sehr unschönen Sorte, schließlich deswegen dann auch der Gang zum Psychologen.

Und nun hier mit zwei "unsicheren" Diagnosen: wahrscheinlich HB (Test viel sehr heterogen aus, daher "wahrscheinlich") und wahrscheinlich ADHS (gute Konzentration bei allem was spannend ist, schnelles nachlassen der Motivation und Konzentration bei "stupiden" und eintönigen Aufgaben UND/ODER bei Aufgaben unter Zeitdruck, sehr viel Energie)...

Und jetzt stottert er auch noch :( .

Wer hat Erfahrung mit Stottern? Entwicklungsbedingt, stressbedingt, im Zusammenhang stehend mit o.g. Diagnosen, oder angeboren?

Joah hat mit Beginn des "flüssigen" Sprechens (zwischen 1,5 und 2 Jahren) auch kurzzeitig ein wenig gestottert, das war aber nach 2-3 Wochen weg. Nun ist es wieder da und für ein "angeborenes" Stottern ist es eigentlich zu spät :gruebel: :gruebel: ...

Liebe Grüße,

Nora
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Maca » Mi 13. Mär 2019, 14:09

Oh je, dein armer Schatz scheint ja sehr gestresst zu sein.

Ich bin sprachtherapeutisch nicht kompetent und mein Sohn stottert nicht, spricht phasenweise aber sehr nuschelig/undeutlich und schnell, so als wollte er alle Gedanken in einem einzigen, langgezogenen Wort unterbringen.

In einer ruhigen, ihm zugewandten Atmosphäre, kann er jedoch gut betont, deutlich und in angemessenem Tempo kommunizieren.
Je unruhiger er ist, desto undeutlicher spricht er.

Wie ist es bei deinem Sohn.
Stottert er neuerdings immer oder nur in bestimmten Situationen?
Maca
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Koschka » Mi 13. Mär 2019, 14:22

Da ist mehr im Busch als ich dachte. Entschuldigung fürs Schreien, aber deinem Kind geht es im KIndergarten schlecht! Er scheint unter gewaltigem Stress zu stehen. Er will sich anpassen, um euch zu gefallen, aber der Spagat ist zu viel für seine junge Seele. Früher hat er seine Frust durch Agression abgebaut. Jetzt habt ihr ihm gezeigt, dass es nicht gut ist. Er ist ein braver Junge und schluckt jetzt die Frust runter. Wenn du nicht arbeitest, nimm ihn am besten gleich ab morgen dort raus und lass ihn sich zuhause vollständig erholen. Ich bin auch kein Sprachspezialist, aber mit SIcherheit ist es nichts entwicklungsbedingtes.
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Meine3 » Do 14. Mär 2019, 11:05

Maca hat geschrieben:Oh je, dein armer Schatz scheint ja sehr gestresst zu sein.

Ich bin sprachtherapeutisch nicht kompetent und mein Sohn stottert nicht, spricht phasenweise aber sehr nuschelig/undeutlich und schnell, so als wollte er alle Gedanken in einem einzigen, langgezogenen Wort unterbringen.

In einer ruhigen, ihm zugewandten Atmosphäre, kann er jedoch gut betont, deutlich und in angemessenem Tempo kommunizieren.
Je unruhiger er ist, desto undeutlicher spricht er.

Wie ist es bei deinem Sohn.
Stottert er neuerdings immer oder nur in bestimmten Situationen?



Bei Joah ist es meist, das heißt auf keinen Fall immer, sondern schon situationsbedingt. Wenn er unbedingt ganz schnell was sagen will :lol: . Oder er merkt, dass wir grade, warum auch immer, nicht begeistert sind, von dem, was er grade gemacht oder gesagt hat (zum Beispiel, wenn er die Idee lustig findet, seiner Schwester ins Gesicht zu pupsen :| ) und er dann versucht sich zu rechtfertigen (was er natürlich so gut wie immer tut :mrgreen: ).

Mein Neffe, der höchstbegabte, stottert übrigens auch ganz schlimm. Aber halt schon seit Sprechbeginn und in einer Intensivität, dass es echt nicht mehr schön ist (auch nicht für die, die es sich anhören müssen :cry: , man soll ja nicht "reagieren" oder "helfen" und das ist oft schwer). Aber auch er hat auch Phasen, wo er fast garnicht stottert. Dann wieder so schlimm, dass er 5 Minuten braucht um einen halben Satz rauszubringen...
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Meine3 » Do 14. Mär 2019, 11:16

Koschka hat geschrieben:Da ist mehr im Busch als ich dachte. Entschuldigung fürs Schreien, aber deinem Kind geht es im KIndergarten schlecht! Er scheint unter gewaltigem Stress zu stehen. Er will sich anpassen, um euch zu gefallen, aber der Spagat ist zu viel für seine junge Seele. Früher hat er seine Frust durch Agression abgebaut. Jetzt habt ihr ihm gezeigt, dass es nicht gut ist. Er ist ein braver Junge und schluckt jetzt die Frust runter. Wenn du nicht arbeitest, nimm ihn am besten gleich ab morgen dort raus und lass ihn sich zuhause vollständig erholen. Ich bin auch kein Sprachspezialist, aber mit SIcherheit ist es nichts entwicklungsbedingtes.



Liebe Koschka,

ich finde es rührend und es zeugt von großem Empathie-Vermögen, dass du dich so engagsierst und nun sogar aufregst. Aber glaub mir: unserem Sohn geht es im Kindergarten schon viel besser. Das bestätigt er auch selbst. Das Stottern trat nach dem aggressiven Verhalten auf, da geb ich dir Recht. Es steht wahrscheinlich auch in Zusammenhang mit Stress. Das ist auch meine Vermutung. Aber ich habe meinen Sohn schon teilweise zu Hause gelassen, und hole meine Kinder immer, auch wenn sie ganztags dort bleiben dürften, sehr früh ab (nach dem Mittagessen oft, oder spätestens gegen 14:30) und bringe sie spät (9:00-10:00). Mehr geht nicht. Mein Mann macht sich grade selbsständig, ich helfe ihm dabei. Ich bin zwar flexibel, aber grade weil unser Sohn nicht eben das pflegeleichteste Kind ist (noch nie war, er braucht schon immer superviel Aufmerksamkeit, DANN ist er lieb, wenn man die ihm nicht schenkt, wird er "ungemütlich"), können wir das leider nicht leisten, ihn da komplett rauszunehmen. Zudem bin ich nicht überzeugt, ob das hinsichtlich des Schulbeginns hilfreich wäre! Er MUSS sich leider daran gewöhnen, dass es viele Regeln gibt, dass er sich einfügen und im sozialen Netz "Schule" sich anpassen muss. Ganz unabhängig vom "Klassen überspringen" oder nicht. Mein Sohn ist auch nicht dein Sohn. Ich kann verstehen, dass du bei den Parallelen, nun von deinem Sohn auf meinen schließt. Aber ich bin auch nicht total überzeugt, dass eine "Höchst"begabung vorliegt, eher sogar bin ich davon überzeugt, dass das nicht der Fall ist. Ich denke er ist hochbegabt und das wird erkannt, wenn er etwas älter ist und die ADHS-Problematik, die leider nicht komplett von der Hand zu weisen ist (wild und ungestüm und temperamentvoll war er ja schon immer, auch im alten Kiga, nur wurde da anders mit umgegangen und er hatte dort viel mehr Freiraum sich auszuleben. Nur das aggressive, asoziale Verhalten war neu), sich ein wenig "ausgewachsen" hat, bzw. er auch einfach durch den Schulalltag weiß, dass man manchmal auch was tun muss, wozu man keine Lust hat ;) ...

Joahs Test zeigt sicherlich NICHT sein ganzes Potential. Davon bin ich überzeugt und eigentlich auch die Psychologin. Warum sie nicht empfohlen hat, ihn in ein paar Jahren zu wiederholen oder das zu "beobachten" ist mir schleierhaft.

Das Stottern ist fies grade, aber zum Glück nicht andauernd, sondern schon in Stresssituationen vorhanden. Ich denke nicht, dass der Kindergarten "schuld" ist, sondern vielmehr der Umzug, die vielen neuen Regeln im Kiga, Freunde weg, UND dann noch die Testung im Gesamten den Stresspegel so erhöht haben. Da es sich grade insgesamt bessert, wäre es, glaube ich, fatal, nun schon wieder was zu ändern!

Ich danke dir trotzdem ganz herzlich für dein Engagement und manchmal muss man halt auch "schreien". Ich nehme es dir nicht krumm, weil ich merke, dass du es durch und durch gut meinst.

Liebe Grüße
Zuletzt geändert von Meine3 am Do 14. Mär 2019, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Meine3 » Do 14. Mär 2019, 11:19

Meine3 hat geschrieben:
Koschka hat geschrieben:Da ist mehr im Busch als ich dachte. Entschuldigung fürs Schreien, aber deinem Kind geht es im KIndergarten schlecht! Er scheint unter gewaltigem Stress zu stehen. Er will sich anpassen, um euch zu gefallen, aber der Spagat ist zu viel für seine junge Seele. Früher hat er seine Frust durch Agression abgebaut. Jetzt habt ihr ihm gezeigt, dass es nicht gut ist. Er ist ein braver Junge und schluckt jetzt die Frust runter. Wenn du nicht arbeitest, nimm ihn am besten gleich ab morgen dort raus und lass ihn sich zuhause vollständig erholen. Ich bin auch kein Sprachspezialist, aber mit SIcherheit ist es nichts entwicklungsbedingtes.



Liebe Koschka,

ich finde es rührend und es zeugt von großem Empathie-Vermögen, dass du dich so engagsierst und nun sogar aufregst. Aber glaub mir: unserem Sohn geht es im Kindergarten schon besser. Das bestätigt er auch selbst.

Das Stottern trat direkt nach nachlassen des aggressiven Verhaltens auf, da geb ich dir Recht. Habe auch mit meiner Schwägerin gesprochen, da ihr Sohn auch STotterer ist, aber ein "Echter". Also dauerhaft. Sie meinte, bei Joah könnte es beides sein (Sttess ODER tatsächlich echtes stottern, das sich ungewöhnlich spät zeigt)...

Mich hat interessiert, ob andere HB-Bobbel ;) auch vermehrt stottern, ob es Erfahrungen gibt, wenn das stottern so spät auftritt. Ich hoffe natürlich für meinen Sohn, dass sich das gibt, sonst ist er ja nochmal "anders" als die anderen :cry: . Zum Logopäden würde ich mit ihm, wenn es bis zum Frühling nicht besser wird.

Es steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit Stress, es ist was grade zu viel für ihn. Das ist auch meine Vermutung. Aber ich habe meinen Sohn schon teilweise zu Hause gelassen, und hole meine Kinder immer, auch wenn sie ganztags dort bleiben dürften, sehr früh ab (nach dem Mittagessen oft, oder spätestens gegen 14:30) und bringe sie spät (9:00-10:00). Mehr geht nicht. Mein Mann macht sich grade selbstständig, ich helfe ihm dabei. Ich bin zwar (noch) relativ flexibel, aber grade weil unser Sohn nicht eben das pflegeleichteste Kind ist (noch nie war, er braucht schon immer superviel Aufmerksamkeit, DANN ist er lieb, wenn man die ihm nicht schenkt, wird er "ungemütlich"), können wir das leider nicht leisten, ihn da komplett raus zunehmen.

Zudem bin ich nicht überzeugt, ob das hinsichtlich des Schulbeginns hilfreich wäre! Er MUSS sich leider daran gewöhnen, dass es viele Regeln gibt, dass er sich einfügen und im sozialen Netz "Schule" sich anpassen muss, dass es nicht ewig so weiter gehen konnte, wie in seinem heißgeliebten, alten Kindergarten. Ganz unabhängig vom "Klassen überspringen" oder nicht.

Mein Sohn ist auch nicht dein Sohn, auch wenn es dir vielleicht so vorkommt, als sei er genau so oder sehr ähnlich. Ich kann verstehen, dass du bei den Parallelen, nun von deinem Sohn auf meinen schließt. Aber ich bin z.B. nicht überzeugt ;) , dass eine gesamte "Höchst"begabung vorliegt, eher sogar bin ich davon überzeugt, dass das nicht der Fall ist.

Ich denke er ist hochbegabt und deswegen finde ich es auch ärgerlich, dass bei dem unschlüssigen, inhomogenen Egebnis nicht nachgeforscht wurde seitens der Psych, bzw. bin ich nicht mit der INterpretation zufrieden...Wahrscheinlich wird die HB beim nächsten, leider notwendigen Test "eindeutig" erkannt, wenn er etwas älter ist und die ADHS-Problematik, die leider nicht komplett von der Hand zu weisen ist (wild und ungestüm und temperamentvoll war er ja schon immer, auch im alten Kiga, nur wurde da anders mit umgegangen und er hatte dort viel mehr Freiraum sich auszuleben. Nur das aggressive, asoziale Verhalten war neu), sich ein wenig "ausgewachsen" hat, bzw. er auch einfach durch den Schulalltag weiß, dass man manchmal auch was tun muss, wozu man keine Lust hat ;) ...

Joahs Test zeigt sicherlich NICHT sein ganzes Potential. Davon bin ich überzeugt und eigentlich auch die Psychologin, das hat sie nicht wörtlich gesagt, aber doch deutlich gemacht ;) . Die Heterogenität ist auffällig/zu krass gewesen, dennoch hat sie kein weiteres nachforschen empfohlen, und das ist das, was ich unprofessionell fand und mich verunsichert hat.

Das Stottern ist fies grade, aber zum Glück nicht permanent der Fall, sondern schon in Stresssituationen vorhanden (er redet ohnehin schnell, wenn er dann was dringendes sagen möchte oder wichtiges, dann gehts halt los). Ich denke nicht, dass NUR der Kindergarten "schuld" ist, sondern vielmehr der Umzug, die vielen neuen Regeln im Kiga, Freunde weg, UND dann noch die Testung im GESAMTEN, was den Stresspegel so erhöht hat. Da es sich grade insgesamt bessert, wäre es, glaube ich, fatal, nun schon wieder was zu ändern!

Ich danke dir trotzdem ganz herzlich für dein Engagement und manchmal muss man halt auch "schreien". Ich nehme es dir nicht krumm, weil ich merke, dass du es durch und durch gut meinst.

Liebe Grüße
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Koschka » Do 14. Mär 2019, 12:46

Du bist ja geduldig, danke! :-)

Ich bin nicht schauer als du, nur habe ich einige Jahre mehr Erfahrung. Meine Großen sind jetzt 12 und ich lese hier seit 10 Jahren. Die Persönlichkeit des Kindes spielt eine große Rolle in dem wie man mit den starren unflexiblen Strukturen zurecht kommt. Ich kann dir einen kurzen Einblick ins Schulsystem geben. Als ich meinen Großen eingeschult habe (eigentlich waren es Zwillinge) hat der KG böse gelacht. Sie haben ihn so als sozialproblematisch gesehen, dass sie ihm und seiner kleinen, stillen, zarten Schwester erst Recht, vollständigen Untergang prophezeit haben. Die Schule hat mich versucht zu überreden, ihn erst im nächsten Jahr einzuschulen, und dann notfalls spirngen zu lassen. Aber mir war es schon damals vollkommen klar, dass die Schule ein Kind mit sozialen Problemen, problematischer Feinmotorik und nicht unbedingt 100% fehlerfreien Arbeiten nicht springen lässt. Ohne IQ-Wert im HB-Bereich auch nicht. Alibaba kann es dir gerne bestätigen. Bei ihnen ist aus diesem Grund nie ein Sprung zustande gekommen. Und erst wenn man in diesem System festsitzt, das Kind dorthin egal was jeden Tag schicken muss, und die HA wenigstens in der GS auch irgendwie noch durchboxen muss, dann denkt man schon viel zu oft, wie soll es denn weiter gehen. Solange dein Kind noch nicht drin ist, hast du wenigstens ein wenig Manövrierraum. Du kannst eine Schule, eine Klasse, einen Lehrer aussuchen, der dem Kind gewachsen ist. Es gibt mittlerweile einige Lehrer, bei denen man keine Blätter voller 1er und As mehr schreiben muss. Aber es gibt immer noch mehr als genug sehr konservativen, die die feinmotorischen Übungen in der 1er Klasse als das größte Ziel erachten und die Kinder mehr zum Ausmalen zwingen als zum Rechnen oder Schreiben. Meinem Sohn kam die gemischte Klasse 1./2. sehr entgegen. Es stand zwar nie im Raum, dass er springen soll, aber vor allem in den ersten Wochen, in denen die 1. Klasse 1er und 2er nachgemalt hat, durfte er mit der 2. Klasse rechnen.

Zum Leben ohne Kindergarten. Meine Zwillinge haben das letzte halbe Jahr vor der Schule bei mir zuhause verbracht. Obwohl meine Kinder auch sehr fordernd und aufmerksamkeitsintensiv ist, war es schöne Zeit für alle. Wir mussten nicht mehr früh aufstehen, in Eile frühstücken und losfahren. Es war Zeit genug für alles. Die ganzen sozialen Probleme sind mit dem Streichen von Kindergarten verschwunden. Am Anfang des Schuljahres waren die Kinder entspannt und ausgeruht. Sie kamen in die Klassen, in denen sie kein eiziges Kind kannten (wir sind auch im letzten Jahr vor Einschulung umgezogen) und haben sie dort ohne jegliche Probleme eingelebt. Vor allem beim Sohn war ich sehr verspannt. Aber als ich nach einigen Wochen seine Lehrerin auf die möglichen sozialen Probleme angesprochen habe, hat sie mir gesagt, sie hat in der Klasse soziale Probleme genug, aber mein Kind ist das sicher nicht. Ich habe während der Kindergarten und GS meiner Kinder die Erfahrung gemacht, dass es zwei Typen von sozialen Problemen gibt. Beim ersten passt die Umgebung nicht. Man steckt das Kind woanders, die Probleme verschwinden ziemlich schnell. Beim zweiten Typ hift der Wechsel nicht, weil die Probleme an der Art des Kindes liegen mit den anderen umzugehen. Aber beiden Modellen ist eins gemeisam: das unerwünschte Verhalten verfestigt sich mit der Zeit, wenn die Situation auf Dauer nicht passt. Ein Kind, das egal aus welchen Gründen, sich in die Rolle des Störenfriedes einlebt, ist nur schwer wieder daraus zu kriegen. Mein Kleiner stört zuhause massiv und selbst meine Erfahrung mit 4. Kind bringt mir nichts. Aber in der Schule ist er ein Musterkind.
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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon alibaba » Fr 15. Mär 2019, 14:46

Koschka hat geschrieben: Ein Kind, das egal aus welchen Gründen, sich in die Rolle des Störenfriedes einlebt, ist nur schwer wieder daraus zu kriegen. Mein Kleiner stört zuhause massiv und selbst meine Erfahrung mit 4. Kind bringt mir nichts. Aber in der Schule ist er ein Musterkind.



Meine Tochter ist in der Schule auch ein Musterkind, aber zuhause bekomme ich Briefe vom Nachbarn, welcher keine Ahnung was denkt, was ich mit meinem Kind mache, wenn es anfängt auszuticken. Darauf angesprochen sagt mir meine Tochter ganz zuckersüß:" Mama, Ihr seid doch meine Eltern!" Das hat nichts mit einer "Rolle" zu tun und auch nicht mit verfestigen des Typus, sondern einfach austesten, in geschützter Umgebung. Eigentlich ein wunderbares Zeichen. ;)

@Meine3

Warum dein Kind jetzt stottert - keine Ahnung. Ich habe als Kind mal mit dem Beinausgeschlagen - einfach immer mal beim laufen. Meine Eltern haben mich gefragt ob ich denn Probleme hätte - vor 40 Jahren hat da noch keiner so einen Wolf argumentiert wie wir es heuer tun. :schwitz: Wir brauchen heuer immer für alles eine Erklärung. Klar, wird bei mir irgend etwas gewesen sein, wozu ich eben nicht in der Lage war, das zu verarbeiten. Verging auch wieder.

Ich sage grundsätzlich: beobachten und wenn es Dir dann zu viel wird oder das Kind leidet, dann geht man los und schaut. Ich glaube, dein Kind hat gerade ganz viel "Probleme" und die brauchen ein Ventil. Da man ja nicht platzen kann, braucht es eben seine Zeit bis der Dampf raus ist. Da knabbert der eine eben Nägel, ein anderer zupft sich Haare, einer schlägt mit dem Bein und ein anderer stottert. Ist eben so. Ende. Hinzu kommt, dass sich im Einschulungsalter die Gehirnsynapsen neu bilden. Alles zusammen kann - muss nicht - eben zu Auffälligkeiten kommen.

Daher mein persönlicher Rat an Euch, bleibt sicher gelassen. Beobachtet, schreib doch mal einen Kalender, wann und wo und wie das auftritt. Nimm die Schnelligkeit aus dem Gespräch, noch ist er ja nicht in der Schule. ;) In einer Ausgabe des Heftes "GEO" stand vor ein paar Wochen ein schöner Artikel über stottern. Das betrifft zwar nicht das frühkindliche stottern, aber er war trotzdem interessant.

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Re: stottern - Vorschulkind

Beitragvon Meine3 » Sa 16. Mär 2019, 00:26

@Meine3

Warum dein Kind jetzt stottert - keine Ahnung. Ich habe als Kind mal mit dem Beinausgeschlagen - einfach immer mal beim laufen. Meine Eltern haben mich gefragt ob ich denn Probleme hätte - vor 40 Jahren hat da noch keiner so einen Wolf argumentiert wie wir es heuer tun. :schwitz: Wir brauchen heuer immer für alles eine Erklärung. Klar, wird bei mir irgend etwas gewesen sein, wozu ich eben nicht in der Lage war, das zu verarbeiten. Verging auch wieder.

Ich sage grundsätzlich: beobachten und wenn es Dir dann zu viel wird oder das Kind leidet, dann geht man los und schaut. Ich glaube, dein Kind hat gerade ganz viel "Probleme" und die brauchen ein Ventil. Da man ja nicht platzen kann, braucht es eben seine Zeit bis der Dampf raus ist. Da knabbert der eine eben Nägel, ein anderer zupft sich Haare, einer schlägt mit dem Bein und ein anderer stottert. Ist eben so. Ende. Hinzu kommt, dass sich im Einschulungsalter die Gehirnsynapsen neu bilden. Alles zusammen kann - muss nicht - eben zu Auffälligkeiten kommen.

Daher mein persönlicher Rat an Euch, bleibt sicher gelassen. Beobachtet, schreib doch mal einen Kalender, wann und wo und wie das auftritt. Nimm die Schnelligkeit aus dem Gespräch, noch ist er ja nicht in der Schule. ;) In einer Ausgabe des Heftes "GEO" stand vor ein paar Wochen ein schöner Artikel über stottern. Das betrifft zwar nicht das frühkindliche stottern, aber er war trotzdem interessant.

VG



Hach, das mit dem gelassen bleiben, klappt irgendwie grad nicht so recht :D , aber ich geb mein Bestes.

Zum Schnelligkeit aus dem Gespräch nehmen. Er redet leider schon immer schnell und wenn er dann " noch schneller" was sagen will (um seine Geschwister "zu überholen" oder so :lol: ), dann gehts halt los.
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