Verweigerung

Mein Kluges Kind macht was es will

Verweigerung

Beitragvon Linasina » Mi 5. Jun 2019, 20:28

Bin momentan ziemlich ratlos. Meine Tochter motzt nur noch rum, wenn man Sie auf Fehler hinweist ist Sie beleidigt und weint gleich. Sie hat keine Lust etwas für die Schule zu machen und findet momentan alles doof. Ist dass das Alter? Sie ist 10 oder mache ich was falsch. Wem geht es momentan ähnlich? Die Unlust zur Schule war schon immer da aber zur Zeit ist es extrem. Sie hat auch ohne lernen gute Noten. Berichtigungen macht Sie extrem ungern, da ist einfach null Motivation.
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Re: Verweigerung

Beitragvon sinus » Mi 5. Jun 2019, 22:48

...steht bei euch nicht auch der Wechsel in die weiterführenden Schule an? In welche Kasse geht deine Tochter jetzt?
Der anstehende Wechsel hat hier die Große zumindest deutlich "entspannt". Lust auf Schule hat sie zwar nach wie vor nicht, aber sie sitzt es jetzt einfach aus.
Schlimmstes Grundschuljahr war - sagt sie selbst und würde ich auch so sehen - übrigens Klasse 3.

Hinzu kommt das Testergebnis. Langsam scheint sie zu glauben, dass sie nicht dumm ist und scheint einen anderen Blick auf Sachen zu entwickeln, die ihr vorher noch viel mehr zugesetzt haben, weil sie stets zuerst an sich selbst gezweifelt hat.

Ansonsten: es sind bald Ferien. Vielleicht ist dein Kind einfach auch "ferienreif"?!
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Re: Verweigerung

Beitragvon Bliss » Do 6. Jun 2019, 00:55

Ich halte mich aus schulischen Sachen raus,solange das Kind nicht auf mich zukommt (und das macht nur eins meiner Kinder gelegentlich) Am Anfang der Grundschule habe ich mich noch ein wenig für die Vollständigkeit der Hausaufgaben zuständig gefühlt, aber mit 10 würde ich sie machen lassen, solange es nicht um die Versetzung geht.
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Re: Verweigerung

Beitragvon Linasina » Do 6. Jun 2019, 09:04

Ja Sinus meine Tochter geht in die 4. Klasse und der Wechsel aufs Gym steht an. Sie hat schon lange die Nase voll von der Grundschule und ich mache 10 Kreuze wenn dieser Abschnitt endlich rum ist. Meine Tochter macht lieber alles alleine also Hausaufgaben und Berichtigungen ist dabei aber sehr unordentlich und macht Leichtsinnsfehler. Sie ist Momentan bei jeglicher Kritik bockig und pampig. Zieht sich morgens 3 mal um weil nichts gut genug ist. Momentan ist es wirklich schwer mit ihr. Ich habe Sie auch immer gehen gelassen mit lernen aber wenn ich jetzt nicht mehr dahinter stehe würde Sie nicht mal ne Berichtigung machen. Auf dem Gym werde ich gar nicht mehr helfen können denn ich war nie auf dem Gym. Wie ich erfahren habe geben dort aber die Großen den Kleinen Nachhilfe wenn etwas nicht klappt. Mal sehen ob es auf dem Gym besser wird.
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Re: Verweigerung

Beitragvon Linasina » Fr 7. Jun 2019, 08:00

So wie du das beschreibst könnte es passen. Oder Sie ist einfach schon vor Pubertär. Sie achtet seit einiger Zeit auch mehr darauf was ihr Umfeld macht und versucht sich dem anzupassen, nur wenn Ich ihr etwas sage oder Kritik anbringe geht Sie auf Kontra. Ich denke über ihr Verhalten viel nach und hinterfrage es weil ich privat auch große Probleme habe. Der Psychiater bei dem wir waren fand nichts auffälliges an ihr nur einen IQ von 120 mehr Diagnosen sind nicht raus gekommen. In der Schule ist ihr Verhalten überangepasst bis albern. Sie liebt mehr die Tiere als die Menschen habe ich das Gefühl und genauso bin ich auch.
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Re: Verweigerung

Beitragvon Linasina » Fr 7. Jun 2019, 08:38

Ich vermute bei mir und meinen Kindern Asperger Autismus aber Niemand glaubt es mir. Wir leben in einem Dorf und die ärztliche Versorgung hier ist nicht gut. Ich versuche mich erstmal testen zu lassen. Ja bei uns in der Familie ist es gehäuft denke ich mir denn eine Diagnose hat noch keiner von uns. Ich habe das Gefühl Ärzte diagnostizieren Autismus ungern.
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Re: Verweigerung

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 7. Jun 2019, 12:30

Linasina hat geschrieben:Ich vermute bei mir und meinen Kindern Asperger Autismus aber Niemand glaubt es mir. Wir leben in einem Dorf und die ärztliche Versorgung hier ist nicht gut. Ich versuche mich erstmal testen zu lassen. Ja bei uns in der Familie ist es gehäuft denke ich mir denn eine Diagnose hat noch keiner von uns. Ich habe das Gefühl Ärzte diagnostizieren Autismus ungern.


Ja, da hast du recht. Autismus wird von "normalen" Ärzten (egal, ob Allgemeinmediziner, Kinderärzte oder SPZ) sehr ungern diagnostiziert, weil die meisten einfach zu wenig Ahnung davon haben. Daher diagnostizieren sie nur in wirklich SEHR offensichtlichen Fällen (meiner Einschätzung nach sind das unter 10%).

Ansprechpartner für dich ist daher eine Autismus-Ambulanz oder ein(e) KJP, bei der/dem Autismus ein Schwerpunkt ist. Da sind manchmal Wartezeiten, aber es zahlt sich aus. Mein älterer Sohn ist ja auch Asperger Autist. Auch seine Frusttoleranz ist grottig und er hat massive Probleme im sozial-emotionalen Bereich.

Wegen Kritik nicht vertragen: dann würde ich vorschlagen, einfach nicht mehr bzw. deutlich weniger zu kritisieren oder verbessern. Gerade was schulische Belange betrifft wird deine Tochter dann von anderer Seite ihr feedback bekommen, wenn sie was falsch macht. Und von dort kann sie es vielleicht besser "nehmen" als von der Mama, die ja eigentlich nur kritisiert oder verbessert um dem Kind genau DIESE Schwierigkeiten zu ersparen :mrgreen: .
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Re: Verweigerung

Beitragvon sinus » Fr 7. Jun 2019, 17:17

...nur mal nebenbei... Meine Große ist auch so jemand, der wenig Frustrationstoleranz hat. Allerdings gepaart mit sehr großer Selbstbeherrschung, wenn sie in der Öffentlichkeit ist. ICH sehe es aber sofort - sie versteinert dann förmlich und braucht lange, ehe sie wieder ihre innere Mitte gefunden hat. Und zu Hause kann sie auch sehr heftige Ausbrüche haben. Am schlimmsten war das wie schon gesagt in Klasse 3.

Das mit den Tieren ist bei ihr auch so. Sie hat auch nie freiwillig Menschen gemalt, immer nur Tiere.
Sie erfand auch immer nur Tiergeschichten, spielte nur Tier-Rollen. Schaute lieber Tierfilme, als Filme mit Menschen, gleiches gilt für Bücher. Wobei sich das inzwischen etwas geändert hat.
Im Vorschuljahr sagte sie mehrfach, sie würde am Liebsten ganz allein irgendwo im Wald leben.
Bei der psychologischen Untersuchung (Anfang 4.Klasse) sollte sie eine Welt aus diversen Spielzeug-Figuren bauen. Auch da fehlten am Ende die Menschen völlig.

Weil mir die heftigen Ausbrüche, wenn ihr was nicht gelingt, der mitunter verbissene Ehrgeiz und ihr scheinbar sehr schnell angreifbares Selbstwertgefühl Sorgen machten, war ich mit ihr Ende Klasse 3/Anfang Klasse 4 quasi parallel zum IQ-Test auch bei einer psychologischen "Begutachtung". (Ein Angebot der Uni, reine Begutachtung, keine Behandlung)
Da war das Ergebnis: ungewöhnlich geringes Selbstwertgefühl und hohe Neurotizismuswerte. Es kam der Hinweis, dass es sich in Richtung einer Angststörung/Depression bewegen könnte, wenn wir nichts unternehmen.
Und sie meinten, dass bei der emotionalen Entwicklung evtl irgendwo was "schief gegangen" wäre.

Alle diese Auffälligkeiten sind aber meiner Meinung und Recherche nach nicht ganz und gar selten bei HBchen.
Die hohe Begabung sowie die daraus möglicherweise folgende Diskrepanz zwischen geistiger und emotionaler Entwicklung und eine mögliche dauerhafte Unterforderung wurde aber bei der Untersuchung + Auswertung überhaupt nicht berücksichtigt, nichtmal erwähnt. (Obwohl sie das Testergebnis vorliegen hatten)
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das alles schon auch damit zusammenhängt.
Ganz aufschlussreich fand ich in dem Falle folgende Liste:

https://dghk.de/wp-content/uploads/2018 ... en_web.pdf

An Autismus glaube ich bei ihr nicht, da sie sich sehr gut einfühlen kann und bspw meine Gefühlslage ausgesprochen intensiv mitfühlt.

Soll jetzt nicht heißen, dass es bei euch ebenso ist.
Nur reichen Hinweise wie "mag Tiere lieber als Menschen" (ist auch bei Hochsensiblen oft der Fall, diese sind schlicht oft überfordert von der Unmenge an Informationen, die sie mit und bei anderen Menschen aufnehmen) und "hat Probleme mit seinem Umfeld" und "geringe Frustrationstoleranz" sicherlich nicht aus... Das kann bspw auch an dauerhafter Unterforderung und fehlender Passung zu den Altersgenossen liegen.

Bei uns wechseln übrigens entspannte Phasen mit problematischen Phasen ab. Problematisch sind vor allem Umbruchphasen.
Die eine Psychologin meinte dazu, dass das typisch sei, dass in Umbruchphasen nicht bewältigte Entwicklungsaufgaben immer wieder "hochkommen". Dass man das als "Hilferuf" oder als "Erinnerung" sehen sollte: Hier liegt noch was im Argen, hier muss noch was bewältigt werden.
Darum wurde uns geraten, vor der Pubertät aktiv zu werden, da das eine gewaltige Umbruchphase ist und da eh schon vieles völlig "durcheinandergerät". Und wenn dann noch solche nicht (ausreichend) bewältigten emotionalen Probleme dazukämen, sei das äußerst ungünstig.

Wenn es euch Sorgen und Probleme macht, würde ich einen Fachmann zu Rate ziehen.
Wobei UNSERE Erfahrungen ehrlich gesagt bisher leider nicht die besten sind, was Psychologen betrifft.
Aktuell warten wir - nach oben erwähnter "Begutachtung" und darauf folgend einer sehr unschönen Erfahrung an anderer Stelle (eine äußerst unsensible Psychologin) - auf einen Termin bei einer Psychologin, die sich auf Hochbegabte spezialisiert hat.
(Und mit viel Glück geht es dem Kind dann in der weiterführenden Schule mit Begabtenförderung ja vielleicht dann sogar so gut, dass die Probleme sich vielleicht sogar in Nichts auflösen... Aktuell läuft es wie gesagt grad mal wieder ziemlich rund. Was ich, siehe mein erster Beitrag, vor allem auf ihre Hoffnung auf die neue Schule und die ihr nun bekannte Hochbegabung zurückführe.)
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Re: Verweigerung

Beitragvon Linasina » Sa 8. Jun 2019, 16:30

[quote="Koschka"]habt ihr diagnostizierte Autismus/Aspergerkinder in der Verwandschaft? .... Ich glaube nicht, dass dieses Verhalten was mit dem Alter oder Intelligenz zu tun hat. Eher weist die Kritikunfähigkeit in dem Alter auf die emotionale Entwicklungsverzögerung hin.

Vor allem deine Schreibweise ist nicht neurotypisch (sei mir bitte nicht böse, ich versuche nur zu helfen, es ist frei von Wertung).
Wie bist du darauf gekommen? Was ist an meiner Schreibweise anders? Ich bin gerade in einer Verhaltenstherapie wo viel Diagnostik durchgeführt wird und hoffe dass man da auf die richtige Diagnose kommt. Wenn nicht muss ich darauf hoffen dass es bei einem meiner Kinder irgendwann mal erkannt wird.
Mit der Großen war ich ja bei einer Kinderpsychiaterin, die Einzigste im Umkreis und eben diese fand keine Auffälligkeiten bei meiner Tochter.
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Re: Verweigerung

Beitragvon Linasina » Sa 8. Jun 2019, 16:40

Linasina hat geschrieben:
Koschka hat geschrieben:habt ihr diagnostizierte Autismus/Aspergerkinder in der Verwandschaft? .... Ich glaube nicht, dass dieses Verhalten was mit dem Alter oder Intelligenz zu tun hat. Eher weist die Kritikunfähigkeit in dem Alter auf die emotionale Entwicklungsverzögerung hin.

Vor allem deine Schreibweise ist nicht neurotypisch (sei mir bitte nicht böse, ich versuche nur zu helfen, es ist frei von Wertung).
Wie bist du darauf gekommen? Was ist an meiner Schreibweise anders? Ich bin gerade in einer Verhaltenstherapie wo viel Diagnostik durchgeführt wird und hoffe dass man da auf die richtige Diagnose kommt. Wenn nicht muss ich darauf hoffen dass es bei einem meiner Kinder irgendwann mal erkannt wird.
Mit der Großen war ich ja bei einer Kinderpsychiaterin, die Einzigste im Umkreis und eben diese fand keine Auffälligkeiten bei meiner Tochter.

Klasse 3 war bei uns Problemlos außer dass Sie Langeweile äußerte. In der 4. ebenfalls wieder da steigerte sich die Lustlosigkeit nochmal. Bleibt abzuwarten wie es in Klasse 5 auf dem Gym wird.
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