Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Mein Kluges Kind macht was es will

Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 4. Feb 2020, 10:21

@Meine3

ich habe mich mit dem Großen gestern generall verkracht. Er will selber bestimmen, wieviel Handy- und Onlinezeit er hat. Genieß die Kreisprobleme :-)
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon alibaba » Di 4. Feb 2020, 10:32

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

ich habe mich mit dem Großen gestern generall verkracht. Er will selber bestimmen, wieviel Handy- und Onlinezeit er hat.


Warum verkracht Ihr Euch? Wir reden darüber. ;)
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 4. Feb 2020, 10:35

@alibaba

Ich kann auch hier mit allen Kindern darüber reden, außer mit einem. Das eine versinkt.
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 11:09

alibaba hat geschrieben:
Vater kluger Kinder hat geschrieben:
Habt ihr Ideen, wie man ihn erreichen kann?


Wenn ich ehrlich bin, fehlen mir eure Probleme. Wo sind die? Um was geht es konkret?


Ich schließe mich dieser Frage an.
Wo ist das Problem? Es funktioniert doch! Never change a running system!
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Vater kluger Kinder » Di 4. Feb 2020, 11:30

sinus hat geschrieben:Also ich würde aus dieser Erfahrung heraus durchaus raten, da dran zu bleiben.
Ich würde nach etwas suchen, was ihm Spaß macht. Viellicht so was wie einer App, einem Lernprogramm.
Mit "Duolingo" hat meine Tochter bspw selbstbestimmt und begeistert und ganz nebenbei viele englische Vokabeln gelernt, obwohl lernen ja nicht so "ihrs" war und ist. Aktuell ist sie dadurch in Englisch richtig gut, dabei habe ich sie da noch nie im "klassischen Sinne" Vokabeln pauken sehen.

In der Grundschule hatten sie im Unterricht gelegentlich die Möglichkeit, in "Alfons Lernwelt" zu rechnen. Das ist wie ein Computerspiel aufgebaut, man sammelt Punkte und kann sich damit dann ein virtuelles Zimmer einrichten. Das fand meine Tochter toll.
Für 24 Stunden hatten wir im Grundschulalter (2. oder 3.Klasse war das glaube ich und es ging mir damals eben genau um die Malfolgen) auch mal bei "Scoyo" reingeschaut und Kind hatte sehr große Freude dran und war sehr enttäuscht, dass ich dann das Geld für das monatliche Abo doch nicht ausgeben wollte... (da sie damals in Mathe auf 1 stand, sah ich das nicht so ganz ein... aktuell denke ich wieder über so eine Lösung nach...)
Alfons Lernwelt gibts übrigens auf DVD, das ist wesentlich günstiger als ein Abo. (Das hat sie inzwischen, wobei das offensichtlich nicht zu den Anforderungen des Matheunterrichtes in der Schule passt, denn bei "Alfons" hat sie immer 99% richtig. Und das, obwohl ich schon die Software für die 6. Klasse genommen habe. In ihren Arbeiten sind es derzeit manchmal nichtmal 50%.)

Also mein Rat: schau, für was sich das Kind begeistert und versuch es mal so "durch die Hintertür".
Im Sinne von "Lernen ohne zu merken, dass man lernt".

Online gibt es Mathetiger und das macht er auch, weil man sich da selbst Punkte für Spiele erspielen kann. Allerdings führt das nicht dazu dass sein 1x1 besser werden würde.
Ansonsten: willkommen im Club. Meine Tochter lässt sich auch nur höchst ungern "fremdmotivieren" und schwer für etwas begeistern.
Hat sie selbst aber ein Thema für sich entdeckt, steigt sie sehr tief ein und beschäftigt sich Wochen, Monate oder gar jahrelang intensiv damit.
(Momentan ist sie Katzenexperte, kennt zig Rassen und ihre Besonderheiten, weiß nahezu alles, was man zum Thema so wissen kann, malt - seit nunmehr gut 3 Jahren - fast nur Katzen, möchte am liebsten selbst eine Katze sein und kann einen endlos mit dem Thema zuquatschen)

Begeistert ist er auch für andere Themen (bspw. Schach), allerdings ist er da ziemlich ziellos und ich wünsche mir für ihn, dass er da mal Erfolge erzielt, allerdings reagiert er eben fast gar nicht auf externe Quellen sei es ich oder andere Personen und die Erfolge bleiben aus, obwohl er recht talentiert ist. Ich hoffe dass er nicht irgendwann deswegen aufgibt.

Meine3 hat geschrieben:Ich denke zum einen ist das einfach das Alter, in dem die Kinder das erste Mal anfangen, sich bewusst (!) von ihren Eltern und anderen Bezugspersonen zu distanzieren, ihre eigene Meinung zu bilden und gehäuft zu hinterfragen. Mag sein, dass das bei klugen Kindern früher anfängt als bei "normal begabten" Kindern, aber dazu kann ich nichts sagen, da mir die Vergleichswerte fehlen.

Ich würde ihn einfach mal versuchen NICHT zu erreichen. Ist es denn so, dass er Probleme in Mathe hat oder kommt er hier gut mit? Was genau sind deine Bedenken, grade in Bezug auf das 1x1?

Mhh würde nicht sagen, dass es bei ihm bewusste Distanzierung ist. Eher würd ich ihn in einer eigenen Realität verorten. Er ist mitunter so gutgläubig - wenn ihm ein Schulkamerad erzählt, dass er 100€ die Woche bekommt, dann glaubt er es sofort :lol:

In Mathe kommt er okay mit. In der ersten Klasse war er unterfordert und hatte extra Forderunterricht. Jetzt fallen mir bei den Hausaufgaben ein paar Fehler auf und er braucht eben ewig für Multiplikationen. Und bald kommen die größeren Zahlen, wofür das kleine 1x1 wiederum die Voraussetzung ist...
Problem sehe ich darin, dass es ihn auch nicht groß juckt, wenn er eine vier bekommen würde. Er zeigt in Situationen wo man es erwarten würde generell manchmal keine Reaktion und damit kann man einfach schlecht arbeiten...
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Meine3 » Di 4. Feb 2020, 11:42

Meine3 hat geschrieben:Ich denke zum einen ist das einfach das Alter, in dem die Kinder das erste Mal anfangen, sich bewusst (!) von ihren Eltern und anderen Bezugspersonen zu distanzieren, ihre eigene Meinung zu bilden und gehäuft zu hinterfragen. Mag sein, dass das bei klugen Kindern früher anfängt als bei "normal begabten" Kindern, aber dazu kann ich nichts sagen, da mir die Vergleichswerte fehlen.

Ich würde ihn einfach mal versuchen NICHT zu erreichen. Ist es denn so, dass er Probleme in Mathe hat oder kommt er hier gut mit? Was genau sind deine Bedenken, grade in Bezug auf das 1x1?

Mhh würde nicht sagen, dass es bei ihm bewusste Distanzierung ist. Eher würd ich ihn in einer eigenen Realität verorten. Er ist mitunter so gutgläubig - wenn ihm ein Schulkamerad erzählt, dass er 100€ die Woche bekommt, dann glaubt er es sofort :lol:

In Mathe kommt er okay mit. In der ersten Klasse war er unterfordert und hatte extra Forderunterricht. Jetzt fallen mir bei den Hausaufgaben ein paar Fehler auf und er braucht eben ewig für Multiplikationen. Und bald kommen die größeren Zahlen, wofür das kleine 1x1 wiederum die Voraussetzung ist...
Problem sehe ich darin, dass es ihn auch nicht groß juckt, wenn er eine vier bekommen würde. Er zeigt in Situationen wo man es erwarten würde generell manchmal keine Reaktion und damit kann man einfach schlecht arbeiten...[/quote]

Huhu,

1. Mein Sohn glaubt auch gerne die Stories seiner Klassenkameraden. Das sind ja auch nicht die Menschen, von denen er sich lösen müss ;). Im Gegenteil, hier braucht er die Anbindung. Mich oder die Lehrer zu hinterfragen zeigt aber das Bedürfnis der Abgrenzung zur Bezugsperson. So nach dem Motto:" ich bin jetzt selbst groß, was du für richtig hältst, muss ich noch lange nicht ungesehen glauben." Mein Sohn ist bei weitem nicht in allen Bereichen so! Er fragt mich um Rat und erzählt mir sehr viel und legt auch viel Wert auf meine Meinung. Aber eben nicht immer ;). Und das ist relativ neu. Vor einem Jahr wurden meine Antworten oder Erklärungen grundsätzlich noch nicht angezweifelt und hinterfragt. Jetzt schon.


2. Hatte er schonmal eine 4? Mein Sohn ärgert sich schon über den Flüchtigkeitsfehler, den er im letzten Mathe-Test hatte und es gibt noch garkeine Noten :lol:. Trotzdem ist ihm das mit den Kringeln ERST EINMAL egal, denn er hat noch nicht selbst erfahren, was passiert, wenn er die Kringel nicht macht.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 12:50

Vater kluger Kinder hat geschrieben:In Mathe kommt er okay mit. In der ersten Klasse war er unterfordert und hatte extra Forderunterricht. Jetzt fallen mir bei den Hausaufgaben ein paar Fehler auf und er braucht eben ewig für Multiplikationen. Und bald kommen die größeren Zahlen, wofür das kleine 1x1 wiederum die Voraussetzung ist...
Problem sehe ich darin, dass es ihn auch nicht groß juckt, wenn er eine vier bekommen würde. Er zeigt in Situationen wo man es erwarten würde generell manchmal keine Reaktion und damit kann man einfach schlecht arbeiten...


Hallo Vater kluger Kinder!

Das kenne ich sehr gut. Die letzte Mathe-Schularbeit meines Sohnes war so: Sohnemann saß, als alle Kinder noch am arbeiten waren, schon 20min vor dem Ende träumend auf seinem Platz. Die Lehrerin schaute ihm über die Schulter um zu sehen, ob er schon fertig sei, und sah, dass noch 2 Beispiele nicht gemacht waren. Darauf angesprochen meinte mein Sohn "Mir reicht ohnehin ein 2er". Die Lehrerin meinte, dass es so nicht mal ein Zweier werden würde. Daraufhin hat mein Sohn noch ein Beispiel gerechnet und dann hinten im Notenschlüssel nachgeschaut, ob es für einen 2er reicht. Das fehlende Beispiel hat er dann einfach nicht gemacht, obwohl er es gekonnt hätte. Sein Argument: "Ich hatte auf der ersten Mathe-Schularbeit einen Einser und auf beiden Mathe-Tests auch. Also muss ich einen Einser ins Zeugnis kriegen, auch wenn ich jetzt einen Zweier bekomme!".

Natürlich hatte er recht und er bekam die 1 ins Zeugnis. Aber diese Arbeithaltung ist natürlich der reinste Horror! Und ihm wäre eine vier genauso "genug", das bin ich mir sicher. Nur habe ich keinerlei Handhabe gegen diese Haltung. Natürlich habe ich mittlerweile mit meinem Sohn besprochen, warum ich diese Arbeitshaltung nicht gut finde und ausdrücklich VERLANGT (anders geht es bei ihm nicht) dass er bei der nächsten Schularbeit alles macht, was er KANN.

Konkret wegen kleinem 1x1: Ich bin auch der Meinung, dass es auswendig "sitzen" sollte. Nur kannst du dir sicher vorstellen, dass mein Sohn bei seiner Arbeitshaltung nicht bereit war, es auswendig zu lernen :P . Jedenfalls sicher NICHT mit hinsetzen und üben!

Wir haben es dann anders gemacht: ich habe ein großes Lernplakat mit dem kleinen 1x1 gekauft und innen auf die WC-Türe geklebt. Auf meiner Uhr habe ich nachmittags und abends (wenn mein Sohn zu Hause war) 5x täglich eine Alarmfunktion eingestellt. Dann habe ich meinen Sohn aufs WC geschickt und von außen durch die geschlossene Tür je 10 Fragen zum kleinen 1x1 gestellt. Die Ergebnisse konnte er ablsesen. Nach einer Woche habe ich dann das kleine 1x1 auf einem Zettel ausgedruckt (mit Ergebnissen) und meinen Sohn wieder 5x täglich je 10 Fragen gestellt. Und in der 3. Woche war es ohne Plakat und Zettel und mein Sohn konnte es wirklich auswendig. Und 5x täglich je 1-2 Minuten zu "üben" hat selbst mein fauler Sohn über sich ergehen lassen :mrgreen: .

Naja, das mit dem Einmaleins ist jetzt erledigt, aber an der Arbeitshaltung hat das nichts geändert. Wenn es dir nur ums 1x1 geht wäre das vielleicht eine Idee für euch, längerfristig müssen wir wohl damit leben dass unsere Kinder andere Prioritäten haben als wir Eltern ;) .
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Vater kluger Kinder » Di 4. Feb 2020, 15:24

Meine3 hat geschrieben:2. Hatte er schonmal eine 4? Mein Sohn ärgert sich schon über den Flüchtigkeitsfehler, den er im letzten Mathe-Test hatte und es gibt noch garkeine Noten :lol:. Trotzdem ist ihm das mit den Kringeln ERST EINMAL egal, denn er hat noch nicht selbst erfahren, was passiert, wenn er die Kringel nicht macht.

Nein, aber eine drei ruft bei ihm keine emotionale Reaktion hervor. Nicht dass er jetzt weinen oder verzweifelt sein muss, aber es erwacht auch kein besonderer Ehrgeiz es beim nächsten Mal besser zu machen. Ist halt einfach so und PUNKT.
Dito wenn er mal wieder ein Schachspiel viel zu schnell runterzockt und gegen einen nominell viel schwächeren Gegner verliert. NULL Reaktion.
Und genau das möchte ich nicht, dass sein gesamtes zukünftiges Leben nach diesem Schema läuft. Ein paar Emotionen und der Wille zur Veränderung wären schon sinnvoll. Nur, wo ist der Hebel?

Rabaukenmama hat geschrieben:Wir haben es dann anders gemacht: ich habe ein großes Lernplakat mit dem kleinen 1x1 gekauft und innen auf die WC-Türe geklebt. Auf meiner Uhr habe ich nachmittags und abends (wenn mein Sohn zu Hause war) 5x täglich eine Alarmfunktion eingestellt. Dann habe ich meinen Sohn aufs WC geschickt und von außen durch die geschlossene Tür je 10 Fragen zum kleinen 1x1 gestellt. Die Ergebnisse konnte er ablsesen. Nach einer Woche habe ich dann das kleine 1x1 auf einem Zettel ausgedruckt (mit Ergebnissen) und meinen Sohn wieder 5x täglich je 10 Fragen gestellt. Und in der 3. Woche war es ohne Plakat und Zettel und mein Sohn konnte es wirklich auswendig. Und 5x täglich je 1-2 Minuten zu "üben" hat selbst mein fauler Sohn über sich ergehen lassen :mrgreen: .

Naja, das mit dem Einmaleins ist jetzt erledigt, aber an der Arbeitshaltung hat das nichts geändert. Wenn es dir nur ums 1x1 geht wäre das vielleicht eine Idee für euch, längerfristig müssen wir wohl damit leben dass unsere Kinder andere Prioritäten haben als wir Eltern ;) .

Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll, aber ich finde er sollte das auch allein hinbekommen, zumal ich noch drei andere Kinder im Haus habe, wovon eins eine Diagnose Richtung ADHS hat (mit nicht mal 5).
Also Zeit ist ein knappes Gut ;)

Und dann verweigert er sich auch gern mal Dingen auf die er keine Lust hat. Eben da wüsst ich gern mal wie ich besser zu ihm durchdringe. Einfach laufen lassen und darauf hoffen, dass schlechte Erfahrungen zu einer Änderung führen? Darauf würde ich mich bei ihm nicht verlassen.
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Maca » Di 4. Feb 2020, 16:07

Hallo,

Bei dem, was du über deinen Sohn schreibst, musste ich an meinen 13jährigen denken, der (sehr knapp) ins autistische Spektrum fällt und übrigens auch eine Schwester mit (stark ausgeprägter) ADS hat.




Vater kluger Kinder hat geschrieben:
Nein, aber eine drei ruft bei ihm keine emotionale Reaktion hervor. Nicht dass er jetzt weinen oder verzweifelt sein muss, aber es erwacht auch kein besonderer Ehrgeiz es beim nächsten Mal besser zu machen. Ist halt einfach so und PUNKT.
Dito wenn er mal wieder ein Schachspiel viel zu schnell runterzockt und gegen einen nominell viel schwächeren Gegner verliert. NULL Reaktion.
Und genau das möchte ich nicht, dass sein gesamtes zukünftiges Leben nach diesem Schema läuft. Ein paar Emotionen und der Wille zur Veränderung wären schon sinnvoll. Nur, wo ist der Hebel?



Und dann verweigert er sich auch gern mal Dingen auf die er keine Lust hat. Eben da wüsst ich gern mal wie ich besser zu ihm durchdringe. Einfach laufen lassen und darauf hoffen, dass schlechte Erfahrungen zu einer Änderung führen? Darauf würde ich mich bei ihm nicht verlassen.


Sollte er über “autistische Züge“ verfügen, bedeutet ihm der Wettbewerb, das Siegen um seiner selbst willen, bzw. um des Besserseins willen, vielleicht einfach nichts.
“Autisten“ sind viel weniger auf der Beziehungsebene unterwegs als neurotypische Menschen und verstehen die zwischenmenschliche Funktion von Wettkampf höchstens über die rationale Ebene, nicht intuitiv ( und dann kommen sie manchmal zu dem Schluss, dass dieser vollkommen nutzlos ist :mrgreen:).
Mein Sohn hat einen so hohen IQ, dass er seine “Defizite“ optimal über sein Reflektionsvermögen kompensieren kann.
Was er ablehnt, tut er bewusst oder aus Unsicherheit/Vermeidung, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass bestimmte Reaktionen bei seinen Mitmenschen negativ ankommen.
Er reagiert (mittlerweile) auf Misserfolge auch mit gezeigter Enttäuschung, aber ich weiß nie, ob sein Verhalten Folge der sozialen Erwartung ist, oder seine inneren Befindlichkeiten wirklich widerspiegelt.
Schau bei deinem Sohn genau hin, was seine Bedürfnisse sind und was deine/eure und versuche sein Naturell zu akzeptieren.
Es ist eigentlich total banal, aber erst durch das Gefühl, des vollumfänglichen “Angenommenseins“, wenn sie spüren, dass die Hauptbezugspersonen, ihr Handeln nicht immer “verbessern/optimieren“ wollen, haben sie irgendwann genug Selbstvertrauen/ Selbstsicherheit, um aus ihrem Schema auszubrechen und sich auf neue Handlungsoptionen einzulassen.

LG
Maca
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Re: Fremdmotivation sinnlos/unerwünscht

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Feb 2020, 16:09

Vater kluger Kinder hat geschrieben:Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll, aber ich finde er sollte das auch allein hinbekommen, zumal ich noch drei andere Kinder im Haus habe, wovon eins eine Diagnose Richtung ADHS hat (mit nicht mal 5).
Also Zeit ist ein knappes Gut ;)

Und dann verweigert er sich auch gern mal Dingen auf die er keine Lust hat. Eben da wüsst ich gern mal wie ich besser zu ihm durchdringe. Einfach laufen lassen und darauf hoffen, dass schlechte Erfahrungen zu einer Änderung führen? Darauf würde ich mich bei ihm nicht verlassen.


Sorry, aber ich habe zwei Kinder, wovon eines gehörlos ist. Und ich habe für dieses Kind Gebärdensprache gelernt (7 Kurse, insgesamt mehrer hundert Stunden Zeitaufwand und ca. 2000 Euro finanzieller Aufwand), obwohl ich auch noch berufstätig bin und "nebenbei" einen ADHS-ASS-Sohn habe. Ich hatte es so verstanden, das DIR wichtig ist, dass dein Sohn das 1x1 auswendig lernt, also bin ich davon ausgegangen, dass demnach auch DU bereit bist, etwas dafür zu tun. Doch so ist es offensichtlich nicht, wenn schon 5-10min täglich mit Berufung auf 3 weitere Kinder "zu viel" für dich sind.

Wenn ich mal kurz zusammenfassen darf, willst du einen Rat, wie dein Sohn möglichst ohne Zeit- und Arbeitsaufwand deinerseits deine Prioritäten zu seinen macht. Den gibt es aber nicht. Es gibt laufen lassen ODER aktiv werden. Was davon für dich passend ist kann ich nicht wissen.

Außerdem weißt du ja noch gar nicht, ob laufen-lassen wirklich zu "schlechten Erfahrungen" führt. Denn - wie du selbst geschrieben hast - ist es subjektiv, ob man eine 3 als "schlechte Erfahrung" sieht, oder nicht. Es gibt Kinder, die zucken auch bei einer 4 die Schultern und sagen "Hauptsache eine positive Note", andere sind schon wegen einer 2 verzweifelt. Ändern WOLLEN wird es das Kind, dem die Note wichtig ist.

Daran wirst du nichts ändern können. Aber die Erwartungshaltung, dein Sohn müsse sich anstrengen, weil DIR gute Noten wichtig sind, wird weder dich noch ihn weiter bringen.

Nur sehe ich noch kein aktues Problem, also keine Flut von schlechten Noten, sondern nur Ängste deinerseits, dass es so kommen KÖNNTE. Das muss aber gar nicht der Fall sein. Da kannst du auch entscheiden, dich erst zu kratzen, wenn es juckt :fahne: .
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