Hallo

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen


Hallo

Beitragvon ibi2017 » Fr 2. Jun 2017, 19:30

Hallo,

ich bin ganz neu hier, und wollte mich mal vorstellen.

Seit kurzem weiß ich offiziell, dass meine jüngere Tochter hochbegabt ist.
Der Verdacht war (von meiner Seite aus) mal da, mal wieder nicht.
Mit dem jetzigen Ergebnis IQ >140 hätte ich aber in keinem Fall gerechnet.

Vielleicht lag es auch an einer falschen Vorstellung meinerseits (entstanden durch diverse Berichte in Zeitung und Fernsehen, zu diesem Thema).
Meine Tochter konnte zwar bereits fast ein Jahr vor der Einschulung lesen, (lautgetreu) schreiben und im Zahlenraum 10-20 rechnen, und hat Wissen prinzipiell immer "aufgesaugt", aber sie hat mir nie Löcher in den Bauch gefragt, oder sich intensiv für spezielle Themen interessiert, etc...

In der Schule hat sie sich die letzten beiden Jahre (vor allem das erste) ziemlich gelangweilt.
Diesbezügliche Gespräche mit den Lehrern waren leider nicht unbedingt erfolgreich.
Ich bin gespannt ob siech das bei dem anstehenden Gespräch, nun mit offizieller "Diagnose" ändern wird...

Lieben Gruß
ibi
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Re: Hallo

Beitragvon Koschka » Fr 2. Jun 2017, 22:23

Hallo ibi,

hezlich willkommen hier im Forum!

Hat deine Tochter wirklich Probleme mit der Langweile in der Schule oder beschwert sie sich nur ab und zu darüber, ohne das es ihr dabei ersichtlich schlecht geht? Ich würde nicht viel Hoffnung bezüglich der Lehrerin haben. Wenn sie vorher nichts gemacht hat, heißt das meistens, dass sie es nicht will oder nicht kann. Lehrer, die differenziern können, brauchen keine IQ-Werte der Kinder.

Dann gibt es noch einen anderen Aspekt der Differenzierung. Auch wenn deine Tochter sich langweilt, will sie überhaupt eine Sonderbehandlung? Meine Tochter wollte in der Grundschule lieber nicht auffallen. Sie konnte Differenzierung nur bei der Lehrerin akzeptieren, die es offiziell für alle betrieben hat. Vor allem für Deutsch gab es viele kreative Aufgaben, die meine Tochter dann gern gemacht hat. Diese bezogen sich aber direkt auf den Unterricht, sie bekam dafür Rückmeldung und sie war nicht die einzige, die sich damit beschäftigte. Der letzte Punkt war ihr glaube ich sehr wichtig.

Mein Sohn, der ganz anders tickt, hatte ein anspruchsvolles Knobelheft. Auch er war damit nicht der einzige. Doch viel Lust auf das Heft hatte er nicht. Erstmal musste man dafür sich wirklich anstrengen und systematisch arbeiten. Zweitens bezog sich das Heft nicht unmittelbar auf den Unterricht und man bekam dafür nicht ausreichend Rückmeldung. So zog er vor lieber in der freien Zeit in der Schule die Hausaufgaben schnell zu erledgen als irgendwas anspruchsvolles auszutüfteln.

Wenn Langeweile tatsächlich ins Bodenlose geht, dann blieben noch die Möglickeiten entweder die Klasse/Schule zu wechsel, um an eine Lehrerin zu gelangen, die tatsächich differenzieren kann (das muss nicht unbedingt eine Privatschule sein), oder jetzt noch schnell die Entscheidung zu treffen die 3. Klasse zu überspringen, um die Leidenszeit in der Grundschule zu verkürzen. Diese beide Möglichkeiten sind meistens aber erst dann eine sinnvolle Option, wenn das Kind richtig leidet. 4. Klasse zu überspringen geht viel schwerer als die 3.

LG
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Re: Hallo

Beitragvon ibi2017 » Mo 5. Jun 2017, 21:04

Hallo Koschka!

Danke für deine Antwort.
Tja das ist eine gute Frage. In der ersten Klasse hat sie tatsächlich sehr unter der Langeweile gelitten.
Mittlerweile hat sie sich wohl eher daran gewöhnt oder sich damit abgefunden.
Die Klasse zu wechseln oder zu überspringen ist dzt. wohl eher noch keine Option, da sie sich ansonsten sehr in der Klasse wohlfühlt, viele Freunde hat und auch die Lehrerin mag.

Ich möchte jetzt gerne erstmal das Gespräch abwarten und sehen wohin sich die Sache entwickelt, bevor ich über einen Wechsel (egal welcher Art) nachdenke, den meine Tochter (zumindest im Moment) entschieden ablehnt.

Lieben Gruß
ibi
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Re: Hallo

Beitragvon Vesajo » Di 6. Jun 2017, 17:59

Hallo Ibi!

Meine Tochter stellt mich auch hin und wieder vor die Frage, ob sie überdurchschnittlich schlau ist oder nicht. Sie ist allerdings noch keine 5. Sie saugt auch jegliches Wissen in sich auf. Allerdings löchert Sie uns zusätzlich mit allen möglichen Fragen. :fahne:

Magst du erzählen, warum/aus welchem Anlass bei deiner Tochter ein IQ-Test gemacht wurde? Wer hat ihn veranlasst?
Ich bin nur neugierig!

Herzlichen Willkommen hier! :)
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Re: Hallo

Beitragvon ibi2017 » Di 6. Jun 2017, 22:46

Hallo Vesajo,

den Test haben mein Mann und ich veranlasst.
Vor allem das erste Schuljahr hatten wir sehr stark das Gefühl, dass unsere Tochter unterfordert ist.
Sie hat auch selbst immer wieder über Langeweile geklagt.
Im zweiten Schuljahr wurde das weniger, allerdings hatte ich immer weider sehr stark das Gefühl sie hätte sich mit der Langeweile abgefunden bzw sich daran gewöhnt.
Gleichzeitig hat sich ihr Verhalten zu Hause tw. insofern geändert, als sie unausgeglichener wurde, über Langeweile geklagt hat und eine auffallende Unlust gegenüber ihrer Hausaufgaben entwickelt hat.

Das Ergebnis hat mich schon überrascht, denn mit einem so hohen Wert habe ich wirklich nicht gerechnet. Vor allem, weil sie sich in meinen Augen nicht unbedingt auffallend anders verhält/verhalten hat als gleichaltrige Kinder.
um Beispiel lese ich sehr oft hochbegabte Kinder würde "anders" denken als Gleichaltrige.
Aber vielleicht ist es auch nur ein Klischee, das hochbegabte Kinder das im Allgemeinen tun...

Da fällt mir eine Frage ein die ich mir zur Zeit stelle:
Der sprachliche Teil des Hawik IV Tests (SV) scheint mir ja schon in gewisser Weise bildungsabhängig zu sein. Wenn ein Kind beispielsweise beim Untertest "Gemeinsamkeiten finden" eines (oder beide) der Wörter nicht kennt, kann es natürlich keine Gemeinsamkeit finden, auch wenn es das ev. könnte, würde es die Bedeutung kennen.
Beim Logikteil (WLD) sieht das ja nun anders aus. Ist dieser Teil dann aussagekräftiger was das "Potential" eines Kindes betrifft, oder deuten hohe Werte in dem Bereicht eher für eine mathematische Begabung?

Meine Tochter hat in beiden Bereichen fast identische Werte, obwohl ich sie eher mathematisch begabt einschätze (sie selbst sich übrigens auch).
Da sie aber immer gerne mit der Großen "mitlernt" wenn diese für die Schule lernt, und außerdem Sachbücher und Wissenssendungen liebt, dachte ich mir, ob der hohe Wert im SV davon beeinflusst sein kann, und sie daher eben Wörter kennt, zu denen andere in ihrem Alter (zB ohne ältere Geschister) nicht unbedingt "Zugang" haben.

Lieben Gruß ibi
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Re: Hallo

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 7. Jun 2017, 07:23

ibi2017 hat geschrieben:Da sie aber immer gerne mit der Großen "mitlernt" wenn diese für die Schule lernt, und außerdem Sachbücher und Wissenssendungen liebt, dachte ich mir, ob der hohe Wert im SV davon beeinflusst sein kann, und sie daher eben Wörter kennt, zu denen andere in ihrem Alter (zB ohne ältere Geschister) nicht unbedingt "Zugang" haben.


Hallo Ibi! Ich glaube der Unterschied ist, dass sich durchschnittlich begabte Kinder gar nicht so sehr für kompliziertere Wörter oder Zusammenhänge interessieren, auch wenn sie Zugang dazu hätten. Ich sehe das an meinem älteren Sohn. Der ist vermultlich HB (wie ich), aber noch nicht getestet. Das wird vermutlich im Juli im Zusammenhang mit der anstehenden Entwicklungdiagnostik gemacht.

Mein Sohn konnte mit 2 Jahren alle Groß- und Kleinbuchstaben und perfekt buchstabieren. Bis zum sinnerfassenden lesen hat es aber noch mal 2,6 Jahre gedauert. Frei (nach Gehör) schreiben, begann früher, so mit 3 Jahren und 9 Monaten. Etwa um seinen 5. Geburtstag herum begann er, Bücher zu lesen. Da mein Sohn sozial etwa so weit "hintennach" ist wie er kognitiv voraus ist, haben wir uns für eine reguläre Einschulung entschieden. Als er eingeschult wurde hatte er schon mehrere hundert Bücher gelesen, darunte auch viele Wissensbücher, und entsprechend gut ist auch sein Sprachverständnis. Ich verstehe auch seine Unlust, 10 Sätze mit dem "Lernwort der Woche" (Ball) zu schreiben. Mein Sohn schreibt aus dem Gedächtnis das Wort "analysieren" korrekt. Sätze mit "Ball" hat er schon vor mehr als 3 Jahren geschrieben.

Ich vermute auch bei deiner Tochter dass ihr großes, allgemeines Interesse und das aufsaugen von Infos "nebenbei" eben DURCH die Hochbegabung möglich ist - nicht umgekehrt ;) ! Ich bin ja selbst getestet HB (IQ 143) und bei mir war es ähnlich. Obwohl ich lesen erst in der Schule gelernt habe, und dann in erster Linie Comics gelesen habe (wie mein Sohn), konnte ich ganz nebenbei mal im Hort ein Buch finden, mich 2 Stunden drin verlieren, und wußte dann alles über die Erstbesteigung des Mount Everest oder über die verschiedenen Phasen beim schlafen,...

... das fällt nach außen nicht sonderlich auf. Es macht aber nach und nach nicht nur von der FÄHIGKEIT zu lernen (also der eigentlichen "fluiden" Intelligenz) einen Unterschied, sondern auch vom erworbenen Wissen, wo ja Sprachverständnis ein Teil davon ist :) .

Wegen Schule würde ich mir bei deiner Tochter erst dann Gedanken machen, wenn (wieder) Leidensdruck da ist. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Fähigkeit, mich mit Langeweile und Unterforderung abzufinden, eine wichtige Lebensgrundlage für mich war. Leider hatte ich (hauptsächlich auf Grund meiner sozialen Auffälligkeiten), nie die Chance, ein Gymnasium zu besuchen. Ich kenne sowohl persönlich als auch aus dem Forum hier viele kluge (teils hochbegabte) Kinder, die im Gymnasium regelrecht aufgeblüht sind. Oft gab es am Anfang auch Schwierigkeiten, weil diese Kinder die Langeweile und Unterforderung aus der Grundschule gewohnt waren, und sich erst auf die höheren Anforderungen und das schnellere Arbeitstempo einstellen mußten. Auch gibt es dann kaum mehr gute Noten "geschenkt", daher besteht die Notwendigkeit, sich Lernstrategien zuzulegen. Alles Erfahrungen, die mir leider verwehrt geblieben sind.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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