Auch wir wollen uns vorstellen…

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen
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Kaeferlieschen
Beiträge: 3
Registriert: Mo 27. Dez 2021, 17:20

Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Kaeferlieschen »

Hallo,
ich bin Mama von zwei Jungs (3 und 9 Monate). Mein „Großer“ ist Hochbegabt. Auf Anraten der KiTa haben wir ihn testen lassen und er soll einen IQ von 143 haben. Allerdings, so sagte man uns, wäre das in seinem Alter nicht in „Stein gemeißelt“.
Schon in der Krippe hatten wir ständig das Problem mit dem Schlafen. Er hat zwar schon recht früh durchgeschlafen, aber höchstens 8 Stunden. Wir dachten zunächst, dass die Krippe ihn Mittags quasi zu lange schlafen lässt und er deswegen morgens so früh wach ist. Aber dort hat er wohl auch nur 30 Minuten geruht.
In der Krippe ist er zudem regelmäßig in den Kindergarten „ausgebrochen“. Dabei war er wohl ziemlich kreativ. Er fand das Spielzeug dort einfach interessanter. Seine Erzieherin hat daraufhin reagiert und ihm morgens Spielzeug aus dem Kindergarten geholt. Damit war er dann zufrieden und das „Problem“ war gelöst. Generell ist er ein sehr soziales Kind. Er hat sich dort als 4. Kraft (so haben ihn die Erzieher genannt) um die jüngeren Kinder gekümmert.
Als die KiTa dann wegen Corona geschlossen hatte und wir im HomeOffice ihn betreuen mussten, habe ich ihm aus purer Verzweiflung ein Puzzle für 5 jährige gegeben. Nachdem mein 2-jähriger das Puzzle (60 Teile) nach 20 min fertig hatte, habe ich das erste Mal über eine mögliche Hochbegabung nachgedacht. Allerdings habe ich den Gedanken sofort wieder verworfen. Ja, mein Kind quasselt ohne Punkt und Komma, schläft nicht, wollte Auto-Kennzeichen und sämtliche Zahlen die an Gebäuden stehen vorgelesen bekommen und später selber lesen und konnte mit knapp 2 Jahren schon alle Farben, aber irgendwie habe ich das damals alles übersehen. Erst als uns die Erzieherin im Abschlussgespräch erklärte, dass er manchmal ziemlich sarkastisch ist und Kinder in seinem Alter Sarkasmus eigentlich nicht verstehen, haben wir begonnen auf Hochbegabungs-„Zeichen“ zu achten. Bespielsweise nennt er mich auch beim Vornamen statt Mama. Finde ich nicht so schlimm, aber sein Papa mag das gar nicht. Seit einigen Wochen hat er damit jetzt auch wieder aufgehört.
Mit 3 Jahren haben wir ihn testen lassen und das Ergebnis war eindeutig. Er geht mittlerweile in den Kindergarten und manchmal möchte er nicht hin. Aber er hat dort Freunde und deswegen kann ich ihn doch immer überreden.
Leider weiß ich nicht, wie ich ihn trocken bekommen soll. Er sieht es einfach nicht ein, den Topf zu nutzen. Schließlich kann er so ja weiter spielen. Ich habe alles mögliche bei ihm versucht und so langsam gehen mir die Ideen aus. Reicht es auch bei hochbegabten Kindern aus einfach zu warten? Das sind die Tipps der anderen Eltern…
Unseren „Großen“ werden wir mit 5 Jahren auf eine Schule mit Begabtenförderung einschulen. Dort kann er dann Jahrgangsübergreifend lernen. Von seiner Grundschule im Schulbezirk wurde uns von seiner Psychologin dringend abgeraten.

Sein Bruder ist für ein Baby auch ungewöhnlich wach. Er spielt gerne mit Motorikschleifen und schlafen ist auch nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung. Wer weiß, was uns da noch erwartet. 😅

Soweit von uns…
Katze_keine_Ahnung
Dauergast
Beiträge: 1377
Registriert: Do 23. Jan 2020, 09:33

Re: Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

Hallo Käferchenlieschen,

herzlich willkommen hier! Deine Geschichte hört sich ganz harmonisch an. Der Kindergarten ist ein schwieriges Thema. Wenn du mit dem Kleinen noch zuhause bist, würde ich dem Großen die Auszeit gönnen, und ihn nicht gegen seinen Willen dorthin jeden Tag schicken. Man kann kleine Kinder überreden, aber es löst nicht das Problem, sondern überdeckt es mit einer dicken Schicht Anpassung, meist den Eltern zuliebe.

Das Schlafen wird nicht besser. Man kann nur lernen das zu akzeptieren und damit so umzugehen, dass das Familienleben nicht leidet. Mein Kleiner schläft auf wenig. Er ließ sich nie überreden alleine am Abend was zu machen. Bei manchen klappt es, dass die Kinder irgenwann mal "ins Bett gebracht" werden und dann selbstständig in ihrem Zimmer leise sich beschäftigen: mit Malen oder Hörspielen.

Die Schulen muss man sich genauer anschauen. Manches verspricht viel, liefert aber wenig.
Auguste
Dauergast
Beiträge: 287
Registriert: Do 4. Jul 2019, 22:34

Re: Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Auguste »

Hallo Käferlieschen!

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Hört sich so an, als hättest Du ein sehr fittes Bürschchen zu Hause und das zweite will in die Fußstapfen des großen Bruders treten :mrgreen: Wenn der Kindergarten "passt", dann ist das schon mal sehr schön. Die Schule wird noch langweilig genug.

Und was das Trockenwerden angeht, so haben meine Kinder selbst entschieden, wann sie keine Windel mehr wollen. Beim Sohn hat leider der (ansonsten sehr gute!) Kindergarten nicht "mitgespielt". Da hieß es, dass alle 2jährigen keine Windel mehr bekommen, denn wenn einer noch Windeln haben darf und andere nicht, dann würden die anderen nicht verstehen, warum sie keine Windel haben dürfen. :roll:

Das führte bei uns dazu, dass ich jeden Tag eine große Einkaufstüte mit nassen Sachen waschen durfte und der Sohn bei Heimkehr sofort eine Windel angezogen hat. :twisted: Wir haben ihn machen lassen. Irgendwann wollte er die "Nachmittagswindel" nicht mehr und etwa ein halbes Jahr später war er der Meinung, dass er nachts auch keine Windel mehr braucht. Hat mehr oder weniger gut geklappt, denn Sohnemann hatte ziemlich oft keine Lust, sein Spiel für den Klogang zu unterbrechen. Er hatte in der 1. und 2. Klasse noch Wechselwäsche (Unterhose + Jogginghose) im Ranzen. Jetzt ist er 12 und braucht keine Wechselwäsche mehr ;)

Ich wäre also für: Kein Druck. Lasse ihn entscheiden. Bei uns gab es auch keinen Topf, sondern eine "WC-Leiter". Außerdem Höschenwindeln, die auch ein 3jährigeer allein an- und ausziehen kann. So können sich die Kleinen "groß" fühlen und ganz selbständig aufs WC gehen - wie die Eltern ;).
Kaeferlieschen
Beiträge: 3
Registriert: Mo 27. Dez 2021, 17:20

Re: Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Kaeferlieschen »

Hallo,
danke für die Antworten.
Leider muss mein „Großer“ in die KiTa, weil ich ja arbeiten muss. Mein „Kleiner“ ist mit Papa im HomeOffice. Da mein Mann sich seine Arbeit frei einteilen kann, kann ich in Teilzeit arbeiten gehen. Aber mit dem „Großen“ zusammen geht dieses Modell leider nicht. Dafür möchte er zu viel Aufmerksamkeit.
Er ist ein absoluter Frühaufsteher und mittlerweile haben wir einen guten Weg gefunden: wenn er wach wird, spielt er erstmal in seinem Zimmer.
Mit 2 Jahren wollte er uns noch Frühstück machen und hat versucht Pfannkuchen zu backen. Das war immer ne riesige Sauerei.
Abends geht er einfach alleine ins Bett. Es kommt dann nur: „So, ich bin müde.“ und Zack ist er weg. Ich muss ihm dann noch mit der Zahnbürste hinterherzulaufen. Aber dann schläft er. ;)
Er hat nur noch Höschen-Windeln und einen Toilettenaufsatz mit Tritt. Er freut sich, wenn er in die Toilette macht, aber ich muss ihn da hin schicken. Von alleine kommt nix. In der KiTa haben wir es auch versucht, sind aber wieder einen Schritt zurück gegangen. Er sagt einfach nicht Bescheid. Im Gegenteil, wenn er keine Lust aufs Windelwechseln hat, kommt der Wutanfall.
Wenn ich ihm allerdings was für die Toilette verspreche (z.B. ein Spielzeug oder einen Keks) dann geht er sehr zuverlässig auf die Toilette. Aber das finde ich nicht die super Lösung. Er soll ja nicht für mich auf die Toilette.
Wenn er morgens mal wieder keine Lust auf den Kindergarten hat, dann sitzt er ewig auf der Toilette und macht immer nur ein paar Tropfen. „Ich kann nicht weg, ich muss schließlich noch.“ Was soll ich da sagen?

Mein Mann und ich haben einige Beiträge über Hochbegabte im Vorfeld gelesen und wir scheinen, zumindest im Moment noch, ein eher „umgängliches“ Exemplar zu haben. Auch wenn es sehr anstrengend ist, ist er doch ne ganz schöne Wundertüte und ich bin jedes Mal wieder über ihn erstaunt. :D

Ich hoffe, die Schulzeit wird nicht ganz so schlimm für ihn. Mein Mann und ich hatten in der Schule beide genug Probleme und wünschen uns das einfach nicht für ihn. 😕
Katze_keine_Ahnung
Dauergast
Beiträge: 1377
Registriert: Do 23. Jan 2020, 09:33

Re: Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

Kleine Kinder lernen Dinge schnell, wenn sie dran sind. Dein Sohn scheint über das Zeitfenster des Trockenwerdens längst hinaus zu sein. Bei meinen Kindern war dieser Zeitraum irgendwo zwischen 1,5 und 2. Jetzt hat dein Kind sich dran gewöhnt, dass volle Windel kein Problem ist. Er wird sie erst dann aufgeben, wenn sein Ehrgeiz diesbezüglich wieder aufwacht oder der sozialer Druck des Peergroups seine Arbeit macht. Ich würde das Problem ignorieren, weder für den Toilettengang loben noch für die volle Windel schimpfen, und erst recht keine Belohnung versprechen. Alternativer Weg für konsequente Eltern: es gibt einfach keine Windeln mehr, und zwar ab morgen früh keine einzige. Weder für drinnen, noch für draußen, noch für den Kindergarten. Dann ist das Problem auch schnell erledigt, aber es ist nicht jedermans Mehthode.

Über die Schule braucht ihr im Voraus keine Sorgen zu machen. Euer Sohn hat einen riesigen Vorteil, dass er in allen Bereichen gleichmäßig entwickelt ist. Ihm stehen alle Wege offen.
Kaeferlieschen
Beiträge: 3
Registriert: Mo 27. Dez 2021, 17:20

Re: Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Kaeferlieschen »

Danke für die Tipps und die Aufmunterung!

Liebe Grüße
Auguste
Dauergast
Beiträge: 287
Registriert: Do 4. Jul 2019, 22:34

Re: Auch wir wollen uns vorstellen…

Beitrag von Auguste »

@Käferlieschen

Um die Schule könnt ihr Euch Gedanken machen, wenn es soweit ist. Nicht jedes hochbegabte Kind hat Probleme in der Schule. Langeweile haben eigentlich alle, aber jedes Kind geht anders damit um. Und in der Schule ist meist entscheidend, welche Lehrkraft man erwischt. Eine Schule mit klassenübergreifendem Unterricht und Begabtenförderung klingt schon mal gut. Dann muss es nur noch mit der Umsetzung dessen klappen, was auf dem Papier steht. Aber letztlich kann man erst reagieren, wenn es Probleme gibt. Die kann es geben, muss aber nicht.

Ich habe hier zwei Kinder, von denen eins problemlos durch die Grundschule gegangen ist und das andere hat dafür Probleme gehabt, die auch für 3 Kinder gereicht hätten.
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