Ein fröhliches Hallo

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Ein fröhliches Hallo

Beitragvon KleineKönigin » Mi 8. Mai 2019, 08:28

Hallo :)

ich bin mehr zufällig auf das Forum gestoßen, als ich nach einem Buch über Buchstaben für einen 2Jährigen gesucht habe - die Wege des Internets sind unergründlich^^
Was genau ich hier will, weiß ich noch gar nicht. Ungezwungen ein wenig austauschen, Tipps für Spielmaterial und Bücher, ein wenig Austausch.
Ob mein Sohn hochbegabt ist vermag ich nicht zu sagen, will ihn auch eigentlich nicht kategorisieren, mir ist wichtig, dass er Freude hat, an dem, was er tut und genießen kann Kind zu sein.

Ein paar Dinge sind mir dennoch aufgefallen:
Bei der U7 im Dezember hat er in 4-5 Wort Sätzen gesprochen und die Ärztin beeindruckt.
Geschlechter unterscheidet er seit er anderhalb ist und bezeichnet sich seit dem auch als Jungen und "Mama Fau, Papa Mann"
Sein Gedächtnis ist super, er hört ein Kinderlied so 2-3x und singt es dann der Text hapert manchmal noch, aber dei Melodie klappt super.
Er merkt sich den Inhalt von seinen Büchern. Erste Seite "Weißt du eigentlich wie lieb ich dich habe". Ich lese vor:"Rate mal wie lieb ich dich habe." Mein Kleiner:"Mond" und strahlt mich stolz an.
Ich hab ihn gefragt, warum er zwei verschiedene Socken an hat, seine Antwort auf den Socken zeigend: "(S)ocke wart dreckig". Mein Mann hat dann erklärt, dass er den Socken auf den der Kleine gezeigt hat am Morgen gewechselt hat, weil der Zwerg ihn mit Müslie beckleckert hatte.
Seit so 2 Monaten hat er ein großes Interesse an Zahlen und Formen. Er bringt uns immer wieder Dinge auf denen Zahlen sind und fragt: "was das?" ein paar verwechselt er noch, die 3,6,7 und 8 erkennt er immer. Die 1, 2, 4 , 5 un 9 ab und an.
Inzwischen fragt er auch nach Buchstaben. Letztens hat er ein großgedrucktes Wort auf einem Werbeprospekt entdeckt, hat es mir gebracht und auf die einzelnen Buchstaben gezeigt und sie begeistert nachgesprochen. Das "J" und das "E" erkennt er.
Er ordnet viel, räumt freiwllig auf, beschäftigt sich auch mal ne Stunde alleine, liebt Puzzel (die Rahmenpuzzel ab 3 Jahren), lauscht Geschichten aus Büchern ab 4+. Ihm fallen Veränderungen auf: Ich trag immer eine Kette. Als ich sie nicht an hatte, zeigte er auf meinen Hals und fragte: "Kette?"
Er stellt sich brav an und besteht drauf, dass das auch andere Kinder tun. Als mein Mann nach dem Essen aufstehen wollte, obwohl ich nicht fertig war sagte er: "Nein, Mama noch esse!" Und er will wirklich alles alleine machen und regt sich sehr auf, wenns nicht klappt. Beim Malen zum Beispiel, wollte er eine Sonne malen, was nicht ganz klappte, woraufhin er wütend wurde. Bei einem komplizierten Puzzel, wollte ich helfen und wurde mit "Nein! Meins!" angeschimpft. Erst nachdem er gemerkt hat, dass er alleine trotz aller Mühe nicht weiterkommt, durfte ich helfen.

Das ist ein kleiner Eindruck von meinem kleinen Prinzen. Wichtig ist mir, dass er sich nicht langweilt sondern seine Neugierde und seinen Drang Dinge selbst zu tun ausleben kann und natürlich, dass er Spaß und Freude hat. Ich hab ihm nie was aufgenötigt. Könnt ich auch gar nicht, er ist ein unglaublicher Dickkopf und weiß sehr genau was er will und was nicht. Wenn ihn was nicht interessiert, verbringt er damit auch keine Zeit.

In diesem Sinne auf einen tollen Austausch :)
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Re: Ein fröhliches Hallo

Beitragvon Rabaukenmama » Do 9. Mai 2019, 08:53

Danke für die Vorstellung und herzlich willkommen hier. Viel von dem, was du beschreibst, erinnert mich an meinen älteren Sohn, als der in dem Alter war. Wie ich schon im anderen Beitrag geschrieben habe - der Unterschied zu gleichaltrigen Kindern war nie so augenscheinlich wie im Alter von 2-4 Jahren. Da mein Sohn nie einen offiziellen IQ-Test gemacht hat, habe ich zwischenzeitlich schon einige Male an seiner Hochbegabung gezweifelt. Wobei es naheliegend ist, dass er tatsächlich HB ist, ich bin es (getestet) ja auch. Aber der Zahlenwert ist mir nicht so wichtig. Wenn er "nur" einen IQ von 125 haben sollte ist das für mich genauso okay wie wenn es 145 ist. Bisher war schulisch noch keine Notwendigkeit, ihn testen zu lassen, und daher habe ich es auch nicht getan.

Mittlerweile wurde bei diesem Sohn auch Asperger Autismus und ADHS festgestellt, was erklärt, dass er trotz seiner Klugheit oft Probleme mit anderen Kindern und Erwachsenen hat. Die ca. 3 Jahre, die er kognitiv voraus ist, ist er sozial-emotional "hintennnach". Mit 2 Jahren war das aber noch überhaupt nicht auffällig, die ersten Anzeichen dafür waren mit 4-5 Jahren.
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Re: Ein fröhliches Hallo

Beitragvon KleineKönigin » Do 9. Mai 2019, 10:52

@Rabaukenmama: testen lassen wollte ich ihn auch nicht, zumindest nicht so lange nicht aus irgendwelchen Gründen der Zwang dazu besteht oder er davon einen Nutzen hätte. Viel in Bezug auf zwischenmenschliches zeigt sich denk auch erst später. Wahrscheinlich auch weil Kinder mit zwei sowieso eher egoistisch handeln und sozial-emotionale Defizite weniger offensichtlich sind.
Autistische Züge könnte man ihm auch zuschreiben, wenn man wollte: Er hat letztens 15min damit verbracht 3 Duplozüge, exakt an den Rändern zueinander auszurichten, in einer Reihe, und jedes Mal einen Wutanfall bekommen, wenn er dabei einen der Wagen verschoben hat. Am Ende standen sie exakt Rad an Rad, Kante an Kante. Er hasst es wenn die Hose an den Beinen hochrutsch, zieht er direkt richtig, oder auch wenn andere Ärmel hochgekremmelt haben, da fängt er an zu weinen und regt sich auf.
Allerdings ist er durchaus "empathisch". Mein Kratzer an der Hand hat in sehr verstörrt und beim einschlafen verkündete er: " (Sein Name) traurig" Ich:"warum bist du denn traurig?" Er:"Mama Aua". Ich:"Möchtest du es wegpusten" Er nimmt meine Hand, pustet und fragte:"Aua weggepust?" Er erzählt auch, wenn ein anderes Kind in der Betreuung sich wehgetan hatte. "...is gefallt, Aua gehat, hat weggepust" Ich:"und dann war das Aua weg?" "Ja, Aua weggeflogt"
Er wollte letztens im Wutanfall was in meine Richtung werfen, hält inne, guckt mich an, dreht sich um, und wirft in die Richtung in der niemand war.
Oder er hat sich beim Wickeln sehr aufgeregt. Ich: "Was möchtest du denn?" Er hält inne, hört auf um sich zu treten und sagt: "Papa wickn". Der war da, ich hab ihn gerufen und er hat sich ohne Aufstand vom Papa wickeln lassen.

Das was du sagst find ich sehr schön, es ist im Grunde egal ob 125 oder 145 oder welche Zahl auch immer, im Prinzip geht es darum auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen und nicht um irgendwelchen exakten Zahlen.
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Re: Ein fröhliches Hallo

Beitragvon Koschka » Do 9. Mai 2019, 11:07

Nimmt das mit dem Zug nicht zu Herzen... das alleine spricht nicht für Autimusverdacht. Auch neurotypische Kinder haben in dem Alter manchmal Spaß Dinge zu ordnen. Für 2 Jahre ist dein Sohn schon sehr flexibel und hat seine Wut gut im Griff.
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Re: Ein fröhliches Hallo

Beitragvon KleineKönigin » Do 9. Mai 2019, 11:14

Koschka hat geschrieben:Nimmt das mit dem Zug nicht zu Herzen... das alleine spricht nicht für Autimusverdacht. Auch neurotypische Kinder haben in dem Alter manchmal Spaß Dinge zu ordnen. Für 2 Jahre ist dein Sohn schon sehr flexibel und hat seine Wut gut im Griff.


Mach ich nicht :) War unglücklich formuliert, wollte damit ausdrücken, man kann überall für alles Anzeichen sehen, wenn man will, ich bin auch kein großer Fan von Diagnosen bzw. muss man immer abwägen, bringt das Erleichterung oder mehr Belastung. Man muss auch nicht alles kategorisieren.
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Re: Ein fröhliches Hallo

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 10. Mai 2019, 10:29

Hallo KleineKönigin,

Autismus ist viel zu komplex, um ihn kurz zu beschreiben. Meine Jungs sind beide diagnostizierte Autisten mit komplett unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Und sie erfüllen einige Klischees (jeder anderes), aber längst nicht alle. Während mein älterer Sohn durch seinen Autismus "nur" sozial-emotional beeinträchtigt ist, ist mein jüngerer Sohn (der zusätzlich noch gehörlos ist) wirklich schwer behindert. Aber auch bei meinem älteren Sohn war die Diagnose wichtig, erstens weil wir besser damit umgehen können, wenn wir wissen, was der Hintergrund des "seltsamen" Verhaltens ist, und zweitens weil er dadurch einen Platz in einem guten, heilpädagogischen Hort bekommen hat. Im "normalen" Hort hat es gar nicht geklappt. In der Schule hingegen wird mein Sohn nach wie vor als Regelschulkind geführt (er war schon vor der Diagnose in einer I-Klasse) und es klappt gut. Never change a running system :) .

Aber das soll Dir keine Sorgen machen ;) . Wie du richtig sagst, kann man überall Anzeichen sehen, wenn man will. Aber ob ein Kind tatsächlich dann etliche Kriterien erfüllt (praktisch nie ALLE) und diagnostiziert wird, ist eine ganz andere Sachen. Sachen aufreihen ist in dem Alter völlig normal, auch mit Perfektionismus. Hat übrigens mein älterer Sohn nie gemacht und der jüngere auch nicht exzessiv.
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Re: Ein fröhliches Hallo

Beitragvon Meine3 » Fr 10. Mai 2019, 11:51

Hallo,

Herzlich willkommen!

Ich habe 3 Kinder. Der älteste Knirps ist 6 und kürzlich getestet (Verhaltensauffälligkeiten nach Kita-Wechsel waren der Anlass), die beiden Mädels 4 und 2 scheinen ähnlich auf Zack zu sein, die Jüngste fällt sogar fast noch am meisten auf...

Alle meine Kinder haben zwischen 17-23 Monaten 2-5 wortsätze gesprochen und kurz nach dem 2. Geburtstag komplette „normale“ Sätze. Auch Schachtelsätze, passivsätze und Fragen sind an der Tagesordnung. Ich wurde (und werde momentan mit der kleinsten) fast täglich auf das weit entwickelte Sprachvermögen angesprochen...

Sohnemann fällt auch durch ein phänomenales Gedächtnis auf (liefet, Bücher, Hörspiele werden 2-3 mal angehört,manchmal reicht auch 1x...) und dann rezitiert. Er hat ein sehr gutes Gedächtnis für Geschehnisse, Orte und Wege auch aus der Zeit wo er grade mit sprechen begonnen hat. Er hat mit 3 gezählt und gerechnet, mit 5 beherrschte er die 4 Grundrechenarten begann sich mit Bruchrechnen zu befassen. Er fiel und fällt schon immer auf, am meisten zwischen 1,5-3. es lässt grade ein wenig nach. Aber sprachlich ist er immer noch auffällig. Trotzdem ist er dem
Test nach „nur“ teilhöchstbegabt mit ansonsten überdurchschnittlicher Intelligenz. Das Gesamtergebnis ist aber nicht aussagekräftig und wurde nicht ausgewertet, da mein Sohn beim Test nicht immer motiviert war.

Die mittlere ist eher auf den 1.Blick „unauffällig“, ist angepasster und protzt nicht so mit ihrem Können ;). Sie ist grade fleißig am schreiben und lesen lernen
Und lernt die Dinge oft „heimlich“ bzw. Unbemerkt so nebenbei. Dann fragt man sich: seit wann kann sie das denn (addieren zum Beispiel)...

Die Jüngste (2;4) ist grade echt ein kleiner Überflieger spricht fließend und plappert nun auch englisch nach (waren in Schottland um Urlaub) und interessiert sich auch für Buchstaben und Zahlen...Sie überrascht auch mit erschreckend logischen Gedankengängen ;).

Kluge Kinder machen viel Freude und stolz, aber oft stößt man in der Gesellschaft auf Skepsis oder Argwohn. Allzu schnell wird man als „Eislaufmutti“ verschrien. Ich lerne grade drüber zu stehen ;). Bei Unterforderung und chronischer Langeweile können dann auch Probleme auftauchen, wie bei uns, was dann wirklich auch unschön und anstrengend ist und ich persönlich habe mir die Hochbegabung weder für mich noch für meine Kinder „gewünscht“, aber wir sind nunmal damit gesegnet ;) und ich lerne langsam besser damit umzugehen, bzw. Überhaupt damit umzugehen.

Viel Spaß mit deinem kleinen, aufgeweckten Racker! Testen würde ich auch nicht, so lang es dem Kind gut geht. In so jungen Alter ist das Testergebnis oft unzuverlässig (siehe mein Sohn)...meine Mädels werde ich frühestens (wenn überhaupt) zum Übergang in die höhere Schule testen, falls nötig.

Gruß Nora
Meine3
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