Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Edainwen » Do 11. Jul 2019, 08:57

Hier (auch BW) gibt es Abzüge bei extrem fehlerhafter Rechtschreibung in Aufsätzen (wie bei Koschka). Also nicht, wenn einzelne Wörter falsch geschrieben sind, sondern wenn man das Blau vor lauter Rot fast nicht mehr sehen kann nach der Korrektur ....

Meine beiden Kinder (5. und 7. Klasse) sind genauso. Theoretisch wissen sie alles bezüglich Rechtschreibung. Angewandt wird das aber nur in Diktaten. Im Englischen hat der Sohn z.B. eine deutlich bessere Rechtschreibung als in Deutsch, und zwar deswegen, weil er es von Anfang an richtig gelernt hat und nicht mit "Schreiben nach Gehör", und natürlich deswegen,weil ein falsch geschriebenen Wort falsch ist - anders als bei alibaba ...

Also ich denke auch, wenn sie in Diktaten richtig schreibt, ist es kein LRS.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 09:18

Edainwen hat geschrieben:Hier (auch BW) gibt es Abzüge bei extrem fehlerhafter Rechtschreibung in Aufsätzen (wie bei Koschka). Also nicht, wenn einzelne Wörter falsch geschrieben sind, sondern wenn man das Blau vor lauter Rot fast nicht mehr sehen kann nach der Korrektur ....


Meine schreiben nicht gut, aber DAS hatten wir noch nie. Trotz also nicht guter RS, gab es hier noch nie Abzüge, weil es eben vor lauter Rot nicht mehr zu identifizierten war. ;) Ich sehe ….. alles Luxusprobleme mit richtiger RS. :mrgreen:
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 09:26

Edainwen hat geschrieben:Meine beiden Kinder (5. und 7. Klasse) sind genauso. Theoretisch wissen sie alles bezüglich Rechtschreibung. Angewandt wird das aber nur in Diktaten. Im Englischen hat der Sohn z.B. eine deutlich bessere Rechtschreibung als in Deutsch, und zwar deswegen, weil er es von Anfang an richtig gelernt hat und nicht mit "Schreiben nach Gehör", und natürlich deswegen,weil ein falsch geschriebenen Wort falsch ist - anders als bei alibaba ...


Was habe ich denn nun anders geschrieben? :gruebel:

In den Fremdsprachen ist ein Wort falsch, wenn es falsch geschrieben wurde. Punkt! Ausnahme sind englische Texte. Da zählt vordergründig der Inhalt. Ich sage jetzt mal 60 zu 40 oder 70 zu 30. Und logisch ist doch eigentlich, dass, wenn jedes Wort falsch ist, dann auch der Text (wegen Nichtidentifikation) zu 100% falsch ist.

Wenn in Biologie der Lehrer das Fremdwort nicht lesen kann, ist das falsch. DAS beeinflusst aber nicht die Note, sei denn, es ist ein komplett nicht leserliches Geschreibse. Aber spätestens hier sollte ich mal nachsehen lassen, ob alles okay ist. Im Diktat beeinflusst jedes falsche Wort die Note. 5 falsche Wörter, Note 4. Da ist selbst der fehlende Punkt falsch. 5 falsche Wörter in Biologie sind marginal.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Edainwen » Do 11. Jul 2019, 10:03

@alibaba: Sorry, da hatte ich mich bei dir verlesen. Ich dachte, du hättest geschrieben "Auch nicht ..." bei den Fremdsprachen :fahne:
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon charlotte12 » Do 11. Jul 2019, 10:15

Mein Sohn ist auch faul, schreibt aber instinktiv fast alles richtig. Die Phase, wo er nach Gehör geschrieben hat, war mit 3-4 Jahren, noch bevor er sinnerfassend lesen konnte. Seit er liest weiß er auch, wie man die Wörter schreibt. Warum weiß ich nicht, ist wohl ein Talent (nicht zwingend in Verbindung mit HB).

Genau so ist meine Tochter auch. Bei ihr war es etwas später, ihr ging irgendwann in Klasse 1 ein Licht auf, dass es für jedes Wort genau eine richtige Schreibweise gibt. Es folgte eine Phase von ca. zwei Wochen, in der sie sich ein Rechtschreib-Filmchen nach dem anderen anschaute, und seitdem schreibt sie richtig und achtet penibel darauf, dass auch alle anderen um sie herum richtig schreiben. Dass seit der zweiten Klasse in der Schule intensiv Rechtschreibung geübt wird, bringt meine Tochter immer wieder an den Rand der Schulverweigerung. Ehrlich gesagt verblüfft es mich schon die ganze Zeit, wie wenig effektiv der Deutschunterricht bei uns ist und wie katastrophal die Rechtschreibung vom Großteil der Klasse nach zwei Jahren intensivem Trainieren, wie penetrant z.B. "schp" statt "sp" geschrieben wird auch nach wochenlangem intensiven Üben. Der Unterricht geht nicht nur an meiner Tochter komplett vorbei sondern offenbar auch an den Kindern, die Schwierigkeiten bei der Rechtschreibung haben. Da läuft etwas ganz gehörig falsch, für alle, nicht nur für die Begabten. Bei meiner Tochter hatte die richtige Rechtschreibung wie bei Koschkas Kindern etwas mit der Entwicklung zu tun, irgendwann mit sechs Jahren war bei ihr das Lernfenster offen und sie lernte es blitzschnell. Sie hatte das Glück, dass das Fenster geöffnet war, bevor sie in der Schule lernen konnte, dass Rechtschreibung ätzend sein kann.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 10:35

Ich bin immer wieder verblüfft, was euren Kindern klar war, gerade so in Klasse 1. Meinen Kindern war da gar nichts klar. Nicht für umsonst gab es Lernwörterdiktate.

Kindklein 1.Klasse, Weihnachtskarte im Dezember des 1.SJ: "Froe wainnarten wunsche isch dir. Fon ……."

Ich gratuliere jedem Kind, was da bereits weiß, wo ein "h" hin muss, wo man statt "sch" eben ein "ch" schreibt, die Rachenlaute kennt und welches Wort groß bzw. klein geschrieben werden muss und die V-Regel anwenden kann. Super!
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Maca » Do 11. Jul 2019, 11:04

Keksle hat geschrieben:

Ihre Stärken liegen im sprachlichen Bereich SV 148, ihr fluides Denken liegt "nur" bei 124. Auffällig ist ihre unterdurchschnittliche VG 85!
Der testende Schulpsychologe begründete dies mit mangelnder Motivation bei stupiden Aufgabenstellungen.
Grüße von Kiki


Hallo keksle,

Die Diskrepanz ist zu hoch als das man das mit fehlender Motivation abtun könnte.
Bei so einem heterogenen Profil in Verbindung mit Auffälligkeiten in der Schule, würde ich zu einer weiteren Abklärung bei einem Kinder - und Jugendpsychiater raten. Dort sitzen die Fachleute.

Hätte dein Mutterinstinkt sich gemeldet, wenn du mit der Erklärung konform gehen würdest?

Dass die VG bei sehr begabten Kindern oft deutlich unter den anderem Werten bleibt, ist vollkommen normal aber eine solche Diskrepanz wie bei euch, deutet auf enorme Schwierigkeiten bei der Reizfilterung hin.
Hätte sie diese nicht und wäre einfach nur unmotiviert, würde trotzdem locker ein Wert im Durchschnittsbereich zu erreichen sein.
Das gelingt jedoch nicht, wenn die Fokussierung auf uninteressante und aufmerksamkeitsintensive Inhalte gestört wird.
Den möglichen Ursachen dafür, sollte man, so finde ich, so früh wie möglich auf den Grund gehen.

Deine Tochter ist megaschlau, es sollten ihr alle Hilfen gewährt werden, damit sie vollständigen Zugriff auf ihr Potential haben kann.

Die Rechtschreibprobleme können klassische Begleiterscheinung einer Aufmerksamkeitsstörung sein.

Natürlich kann man auch warten und darauf hoffen, dass sich die Probleme auswachsen.

Willst du dieses Risiko eingehen? :roll:

LG
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 11:38

Maca hat geschrieben:
Willst du dieses Risiko eingehen? :roll:


Welches Risiko?

Helga Simchen schreibt zu ADS: "Hier haben wir vor allem eine beeinträchtigte Daueraufmerksamkeit mit Auffälligkeiten im Sozialverhalten und Lernstörungen."

Meine Fragen wären dazu: Ist das so? Sprach euch mal jemand dazu im Kiga an? Wann tritt es auf? Sind die Schulnoten schlecht oder beeinträchtigt dass das Lernverhalten? Gibt es schulische Probleme? Wie ist das Sozialverhalten? Hast du das auch schon beobachtet?

Ich kann mich noch gut erinnern, dass auch bei meinem Großkind die Lehrer so allerlei diagnostizierten. Auch bei meinem Kindklein. Im Übrigen sind hier Lehrer gar keine Lehrer, sondern Diagnostiker! ;)

@keksie …. es kann alles sein und alles nicht sein. Wenn es für Euch wichtig ist, weil es dadurch Probleme gibt, dann klärt das doch einfach ab. Wenn alles gut ist und das Kind schulisch alles wuppt, wozu die tiefsinnige Ergründung des Unterschiedes?
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 11:42

Vor kurzem wurde hier in Kl.9 ein Fremdwörterlerndiktat geschrieben, sogar 2 Stück. Wertung wie ein Test. Ich werde meinem Sohn das nächste Mal deine Information mitgeben. Er soll sich dann einfach hinstellen und mit stolz geschwellter Brust der Lehrerin erklären:
Koschka hat geschrieben: ….. veralteten iniffizienten Lernformen.......
;)
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon charlotte12 » Do 11. Jul 2019, 11:48

Ich gratuliere jedem Kind, was da bereits weiß, wo ein "h" hin muss, wo man statt "sch" eben ein "ch" schreibt, die Rachenlaute kennt und welches Wort groß bzw. klein geschrieben werden muss und die V-Regel anwenden kann. Super!

Aber zur Sicherheit, um die anderen Kinder nicht vor den Kopf zu stoßen, und weil Üben immer gut ist, sollte mein Kind dann trotzdem in der Schule die Wörter erst selbst abschreiben und sie sich dann vom Nachbarkind diktieren lassen. Das Nachbarkind "korrigierte" die durchgehend richtig geschriebenen Wörter dann, kringelte beliebig irgendwas ein und schrieb schadenfroh "14 Fellr!" drunter. Dann sollte das Ganze nochmals abgeschrieben werden. Daheim sollten dann als Hausaufgabe Sätze mit den Lernwörter gebildet werden und die Wörter alphabetisch sortiert ins normale Heft sowie in Schönschrift ins Lernwörter-Heft geschrieben werden, oder so ähnlich. Kind schob die Sache mit den aberwitzigsten Ausreden vor sich her, saß dann abends um fünf am Schreibtisch, war um sieben immer noch nicht fertig, lag wimmernd über dem Heft - Kopfschmerzen. Wollte nicht ins Bett, weil die Hausaufgaben ja noch nicht fertig waren. Ging spielen, Kopfweh wurde besser. Saß wieder an den Schreibtisch, gleich zäh wie vorher, blass um die Nase, stärkste Kopfschmerzen. Und das Ganze kam immer wieder vor. Ich habe Entschuldigungen für den nächsten Tag geschrieben, für die unvollständigen Hausaufgaben wegen Kopfweh, für den Tag wegen "Krankheit" (sprich Übermüdung...). Lehrer hat mittlerweile gewechselt, die Weigerung, etwas freiwillig zu schreiben hat sich bis jetzt gehalten. Dass diese Lernform auch dann ineffizient ist, wenn man Übungsbedarf hat, sehe ich an den Mitschülern auch. Gehalten hat sie sich bei uns trotzdem. Wie sieht denn effizienter Deutschunterricht aus?
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