Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 07:50

Koschka hat geschrieben: Ich glauebe eher, dass beim Schreiben Rechtschreibung noch im Hintergrund steht und Gedanken sich auf Grund der Sprachvielfalt und vielleicht Konzentrationsproblemen überschlagen.


Es kann tausend gute Gründe geben.

Meine Kinder sind faule Kinder. Warum soll ich etwas richtig schreiben und darüber nachdenken, wenn es unwichtig ist? Diktat = wichtig, Rest unwichtig. Meine sagen dann immer: musste schnell gehen. Das hat weder etwas mit LRS noch mit Konzentrationsproblemen zu tun.

Noch heute kann ich viele Fehler in Ausätzen zu finden. RS wird nicht bewertet, warum soll ich also Zeit vertrödeln und mich mit dem richtig schreiben beschäftigen? Außerdem habe ich keine Kinder die nach dem einmaligen lesen, dann alles richtig können. Aber damit können wir alle gut leben.

Wenn mir meine eine Textnachricht schreiben, besteht die eh nur noch aus Abkürzung. Und für wichtige schriftliche Dinge, gibt es als erstes mal den Textkorrektur und beim zweiten drüber lesen muss man das Gehirn ein bisschen anstrengen. Oder wie mein Sohn neulich zu mir sagte: du musst nicht die Vokabel können, sondern die Grammatik. Die Vokabel kannste nachschlagen. :mrgreen:
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Rabaukenmama » Do 11. Jul 2019, 08:37

alibaba hat geschrieben:Meine Kinder sind faule Kinder. Warum soll ich etwas richtig schreiben und darüber nachdenken, wenn es unwichtig ist? Diktat = wichtig, Rest unwichtig. Meine sagen dann immer: musste schnell gehen. Das hat weder etwas mit LRS noch mit Konzentrationsproblemen zu tun.


Mein Sohn ist auch faul, schreibt aber instinktiv fast alles richtig. Die Phase, wo er nach Gehör geschrieben hat, war mit 3-4 Jahren, noch bevor er sinnerfassend lesen konnte. Seit er liest weiß er auch, wie man die Wörter schreibt. Warum weiß ich nicht, ist wohl ein Talent (nicht zwingend in Verbindung mit HB).

Dann habe ich noch einen Onkel knapp unterhalb der HB Grenze, der schwerer Legastheniker ist. Als Schulkind schaffte er auf einer A4 Seite 40 Rechtschreibfehler (in den 1960er und 1970er Jahren Grund genug für die Sonderschule :x ). Und das, OBWOHL er immer sehr gern und viel gelesen hat.

Was Keksles Tochter betrifft glaube ich aber auch nicht an eine LRS, denn die wäre auch bei Diktaten vorhanden. Und sinnerfassend lesen macht ja auch keine Probleme. Ich vermute, dass sich das Problem der Fehler mit der Zeit selbst lösen wird.

Was wiederum zeigt, wie komplett verschieden die Begabungen und Stärken unserer Kinder sind :) .

alibaba hat geschrieben:Noch heute kann ich viele Fehler in Ausätzen zu finden. RS wird nicht bewertet, warum soll ich also Zeit vertrödeln und mich mit dem richtig schreiben beschäftigen?


Was, bei euch wird Rechtschreibung bei Aufsätzen nicht bewertet? Und das in einer höheren Schule? In Anbetracht dessen, was du sonst von der Schule deines Sohnes schreibst, verwundert mich das sehr. Ist für mich irgendwie auch ein Widerspruch, da ja Rechtschreibung ein ganz wichtiger Aspekt im Fach Deutsch ist. Und da selektiv bei Diktaten richtig zu schreiben und bei Aufsätzen nicht auf Rechtschreibung zu achten finde ich ziemlich schräg.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 08:44

Rabaukenmama hat geschrieben: Das Wort "Hochbegabung" fällt von meiner Seite fast nie, von anderer Seite doch immer wieder. Wobei es früher, als mein Sohn noch jünger war, deutlich mehr aufgefallen ist.


Mir ergeht es ähnlich, seit Kigatagen. Jedoch fiel hier noch nie das Wort "Hochbegabung". Es sind umschreibende Hinweise. Z.B. Clever, pfiffig, auffallend, der kriegt das aber gut hin, aufgeweckt, kluges Kind ……oder wie es eben die Psychologin vorausschauender Weise für Dritte beschrieb, intellektuell weit überdurchschnittlich begabt. Oder auch das Empfehlungsschreiben was von der Schule verfasst wurde, wo alle Merkmale auftauchten aber nie das Wort selbst benutzt wurde. Das kommt mir persönlich sehr entgegen und ich finde, dass es so weniger abwertend Dritten gegenüber ist. Es ist positiver besetzt.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Koschka » Do 11. Jul 2019, 08:46

@Rabaukenmama

Die Rechtschreibung in Aufsätzen wird nur in bestimmter Maße berücksichtigt. Das heißt, dass ein Aufsatz mit einigen Rechtschreib- und Punktuationsfehlern eine 2- ergeben kann, solange die Sprache und die Struktur entsprechend gut sind. Auch in Fremdsprachen bekommt man seine 2, wenn alles außer Rechtschreibung stimmt. Aber ich spereche hier nicht von schlechter Rechtschreibung auf dem Niveau der LRS, sondern eher von kreativer Auslegung und Flüchtigkeitsfehlern. Ich habe mich vor ein paar Jahren wegen Rechtschreibung ziemlich aufgeregt, und habe versucht die Situation zu verbessern. Mit Null Erfolgt. Gegangen ist das Problem von alleine: mit etwa 11-12 Jahren der Kinder. Die Tochter hat jetzt perfekte Rechtschreibung (konnte mit 8 nicht mal fehlerfrei abschreiben, von wegen Diktat), beim Sohn könnte es besser werden (aber es reicht auch so).
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 08:49

Rabaukenmama hat geschrieben:
Was, bei euch wird Rechtschreibung bei Aufsätzen nicht bewertet? Und das in einer höheren Schule? In Anbetracht dessen, was du sonst von der Schule deines Sohnes schreibst, verwundert mich das sehr. Ist für mich irgendwie auch ein Widerspruch, da ja Rechtschreibung ein ganz wichtiger Aspekt im Fach Deutsch ist. Und da selektiv bei Diktaten richtig zu schreiben und bei Aufsätzen nicht auf Rechtschreibung zu achten finde ich ziemlich schräg.


In BW wird keine RS in Aufsätzen oder anderen Aufschrieben in der schriftlichen Note bewertet. Ein Wort wäre nur falsch, wenn es so fehlerhaft geschrieben wäre, dass man es nicht lesen kann. Wo die RS zählt sind Diktate, die hier aber nur bis Kl.6 geschrieben werden, 1xJahr. Ab Kl.7 gibt es keine Diktate mehr.

Wo die RS auch zählt, sind die (alle) Fremdsprachen. Ich muss also in z.B. Englisch das Wort richtig schreiben, sonst ist es falsch. Gilt für alle Tests. Einschränkungen gelten für englische Texte. Da steht mehr der Inhalt im Vordergrund. Vollkommen unwichtig ist die RS in Latein.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Edainwen » Do 11. Jul 2019, 08:57

Hier (auch BW) gibt es Abzüge bei extrem fehlerhafter Rechtschreibung in Aufsätzen (wie bei Koschka). Also nicht, wenn einzelne Wörter falsch geschrieben sind, sondern wenn man das Blau vor lauter Rot fast nicht mehr sehen kann nach der Korrektur ....

Meine beiden Kinder (5. und 7. Klasse) sind genauso. Theoretisch wissen sie alles bezüglich Rechtschreibung. Angewandt wird das aber nur in Diktaten. Im Englischen hat der Sohn z.B. eine deutlich bessere Rechtschreibung als in Deutsch, und zwar deswegen, weil er es von Anfang an richtig gelernt hat und nicht mit "Schreiben nach Gehör", und natürlich deswegen,weil ein falsch geschriebenen Wort falsch ist - anders als bei alibaba ...

Also ich denke auch, wenn sie in Diktaten richtig schreibt, ist es kein LRS.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 09:18

Edainwen hat geschrieben:Hier (auch BW) gibt es Abzüge bei extrem fehlerhafter Rechtschreibung in Aufsätzen (wie bei Koschka). Also nicht, wenn einzelne Wörter falsch geschrieben sind, sondern wenn man das Blau vor lauter Rot fast nicht mehr sehen kann nach der Korrektur ....


Meine schreiben nicht gut, aber DAS hatten wir noch nie. Trotz also nicht guter RS, gab es hier noch nie Abzüge, weil es eben vor lauter Rot nicht mehr zu identifizierten war. ;) Ich sehe ….. alles Luxusprobleme mit richtiger RS. :mrgreen:
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 09:26

Edainwen hat geschrieben:Meine beiden Kinder (5. und 7. Klasse) sind genauso. Theoretisch wissen sie alles bezüglich Rechtschreibung. Angewandt wird das aber nur in Diktaten. Im Englischen hat der Sohn z.B. eine deutlich bessere Rechtschreibung als in Deutsch, und zwar deswegen, weil er es von Anfang an richtig gelernt hat und nicht mit "Schreiben nach Gehör", und natürlich deswegen,weil ein falsch geschriebenen Wort falsch ist - anders als bei alibaba ...


Was habe ich denn nun anders geschrieben? :gruebel:

In den Fremdsprachen ist ein Wort falsch, wenn es falsch geschrieben wurde. Punkt! Ausnahme sind englische Texte. Da zählt vordergründig der Inhalt. Ich sage jetzt mal 60 zu 40 oder 70 zu 30. Und logisch ist doch eigentlich, dass, wenn jedes Wort falsch ist, dann auch der Text (wegen Nichtidentifikation) zu 100% falsch ist.

Wenn in Biologie der Lehrer das Fremdwort nicht lesen kann, ist das falsch. DAS beeinflusst aber nicht die Note, sei denn, es ist ein komplett nicht leserliches Geschreibse. Aber spätestens hier sollte ich mal nachsehen lassen, ob alles okay ist. Im Diktat beeinflusst jedes falsche Wort die Note. 5 falsche Wörter, Note 4. Da ist selbst der fehlende Punkt falsch. 5 falsche Wörter in Biologie sind marginal.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Edainwen » Do 11. Jul 2019, 10:03

@alibaba: Sorry, da hatte ich mich bei dir verlesen. Ich dachte, du hättest geschrieben "Auch nicht ..." bei den Fremdsprachen :fahne:
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon charlotte12 » Do 11. Jul 2019, 10:15

Mein Sohn ist auch faul, schreibt aber instinktiv fast alles richtig. Die Phase, wo er nach Gehör geschrieben hat, war mit 3-4 Jahren, noch bevor er sinnerfassend lesen konnte. Seit er liest weiß er auch, wie man die Wörter schreibt. Warum weiß ich nicht, ist wohl ein Talent (nicht zwingend in Verbindung mit HB).

Genau so ist meine Tochter auch. Bei ihr war es etwas später, ihr ging irgendwann in Klasse 1 ein Licht auf, dass es für jedes Wort genau eine richtige Schreibweise gibt. Es folgte eine Phase von ca. zwei Wochen, in der sie sich ein Rechtschreib-Filmchen nach dem anderen anschaute, und seitdem schreibt sie richtig und achtet penibel darauf, dass auch alle anderen um sie herum richtig schreiben. Dass seit der zweiten Klasse in der Schule intensiv Rechtschreibung geübt wird, bringt meine Tochter immer wieder an den Rand der Schulverweigerung. Ehrlich gesagt verblüfft es mich schon die ganze Zeit, wie wenig effektiv der Deutschunterricht bei uns ist und wie katastrophal die Rechtschreibung vom Großteil der Klasse nach zwei Jahren intensivem Trainieren, wie penetrant z.B. "schp" statt "sp" geschrieben wird auch nach wochenlangem intensiven Üben. Der Unterricht geht nicht nur an meiner Tochter komplett vorbei sondern offenbar auch an den Kindern, die Schwierigkeiten bei der Rechtschreibung haben. Da läuft etwas ganz gehörig falsch, für alle, nicht nur für die Begabten. Bei meiner Tochter hatte die richtige Rechtschreibung wie bei Koschkas Kindern etwas mit der Entwicklung zu tun, irgendwann mit sechs Jahren war bei ihr das Lernfenster offen und sie lernte es blitzschnell. Sie hatte das Glück, dass das Fenster geöffnet war, bevor sie in der Schule lernen konnte, dass Rechtschreibung ätzend sein kann.
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