Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 10:35

Ich bin immer wieder verblüfft, was euren Kindern klar war, gerade so in Klasse 1. Meinen Kindern war da gar nichts klar. Nicht für umsonst gab es Lernwörterdiktate.

Kindklein 1.Klasse, Weihnachtskarte im Dezember des 1.SJ: "Froe wainnarten wunsche isch dir. Fon ……."

Ich gratuliere jedem Kind, was da bereits weiß, wo ein "h" hin muss, wo man statt "sch" eben ein "ch" schreibt, die Rachenlaute kennt und welches Wort groß bzw. klein geschrieben werden muss und die V-Regel anwenden kann. Super!
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Koschka » Do 11. Jul 2019, 10:53

Diktate hat unsere Schule nicht geübt, weil sie zu den veralteten iniffizienten Lernformen gehören.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Maca » Do 11. Jul 2019, 11:04

Keksle hat geschrieben:

Ihre Stärken liegen im sprachlichen Bereich SV 148, ihr fluides Denken liegt "nur" bei 124. Auffällig ist ihre unterdurchschnittliche VG 85!
Der testende Schulpsychologe begründete dies mit mangelnder Motivation bei stupiden Aufgabenstellungen.
Grüße von Kiki


Hallo keksle,

Die Diskrepanz ist zu hoch als das man das mit fehlender Motivation abtun könnte.
Bei so einem heterogenen Profil in Verbindung mit Auffälligkeiten in der Schule, würde ich zu einer weiteren Abklärung bei einem Kinder - und Jugendpsychiater raten. Dort sitzen die Fachleute.

Hätte dein Mutterinstinkt sich gemeldet, wenn du mit der Erklärung konform gehen würdest?

Dass die VG bei sehr begabten Kindern oft deutlich unter den anderem Werten bleibt, ist vollkommen normal aber eine solche Diskrepanz wie bei euch, deutet auf enorme Schwierigkeiten bei der Reizfilterung hin.
Hätte sie diese nicht und wäre einfach nur unmotiviert, würde trotzdem locker ein Wert im Durchschnittsbereich zu erreichen sein.
Das gelingt jedoch nicht, wenn die Fokussierung auf uninteressante und aufmerksamkeitsintensive Inhalte gestört wird.
Den möglichen Ursachen dafür, sollte man, so finde ich, so früh wie möglich auf den Grund gehen.

Deine Tochter ist megaschlau, es sollten ihr alle Hilfen gewährt werden, damit sie vollständigen Zugriff auf ihr Potential haben kann.

Die Rechtschreibprobleme können klassische Begleiterscheinung einer Aufmerksamkeitsstörung sein.

Natürlich kann man auch warten und darauf hoffen, dass sich die Probleme auswachsen.

Willst du dieses Risiko eingehen? :roll:

LG
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 11:38

Maca hat geschrieben:
Willst du dieses Risiko eingehen? :roll:


Welches Risiko?

Helga Simchen schreibt zu ADS: "Hier haben wir vor allem eine beeinträchtigte Daueraufmerksamkeit mit Auffälligkeiten im Sozialverhalten und Lernstörungen."

Meine Fragen wären dazu: Ist das so? Sprach euch mal jemand dazu im Kiga an? Wann tritt es auf? Sind die Schulnoten schlecht oder beeinträchtigt dass das Lernverhalten? Gibt es schulische Probleme? Wie ist das Sozialverhalten? Hast du das auch schon beobachtet?

Ich kann mich noch gut erinnern, dass auch bei meinem Großkind die Lehrer so allerlei diagnostizierten. Auch bei meinem Kindklein. Im Übrigen sind hier Lehrer gar keine Lehrer, sondern Diagnostiker! ;)

@keksie …. es kann alles sein und alles nicht sein. Wenn es für Euch wichtig ist, weil es dadurch Probleme gibt, dann klärt das doch einfach ab. Wenn alles gut ist und das Kind schulisch alles wuppt, wozu die tiefsinnige Ergründung des Unterschiedes?
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 11:42

Vor kurzem wurde hier in Kl.9 ein Fremdwörterlerndiktat geschrieben, sogar 2 Stück. Wertung wie ein Test. Ich werde meinem Sohn das nächste Mal deine Information mitgeben. Er soll sich dann einfach hinstellen und mit stolz geschwellter Brust der Lehrerin erklären:
Koschka hat geschrieben: ….. veralteten iniffizienten Lernformen.......
;)
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon charlotte12 » Do 11. Jul 2019, 11:48

Ich gratuliere jedem Kind, was da bereits weiß, wo ein "h" hin muss, wo man statt "sch" eben ein "ch" schreibt, die Rachenlaute kennt und welches Wort groß bzw. klein geschrieben werden muss und die V-Regel anwenden kann. Super!

Aber zur Sicherheit, um die anderen Kinder nicht vor den Kopf zu stoßen, und weil Üben immer gut ist, sollte mein Kind dann trotzdem in der Schule die Wörter erst selbst abschreiben und sie sich dann vom Nachbarkind diktieren lassen. Das Nachbarkind "korrigierte" die durchgehend richtig geschriebenen Wörter dann, kringelte beliebig irgendwas ein und schrieb schadenfroh "14 Fellr!" drunter. Dann sollte das Ganze nochmals abgeschrieben werden. Daheim sollten dann als Hausaufgabe Sätze mit den Lernwörter gebildet werden und die Wörter alphabetisch sortiert ins normale Heft sowie in Schönschrift ins Lernwörter-Heft geschrieben werden, oder so ähnlich. Kind schob die Sache mit den aberwitzigsten Ausreden vor sich her, saß dann abends um fünf am Schreibtisch, war um sieben immer noch nicht fertig, lag wimmernd über dem Heft - Kopfschmerzen. Wollte nicht ins Bett, weil die Hausaufgaben ja noch nicht fertig waren. Ging spielen, Kopfweh wurde besser. Saß wieder an den Schreibtisch, gleich zäh wie vorher, blass um die Nase, stärkste Kopfschmerzen. Und das Ganze kam immer wieder vor. Ich habe Entschuldigungen für den nächsten Tag geschrieben, für die unvollständigen Hausaufgaben wegen Kopfweh, für den Tag wegen "Krankheit" (sprich Übermüdung...). Lehrer hat mittlerweile gewechselt, die Weigerung, etwas freiwillig zu schreiben hat sich bis jetzt gehalten. Dass diese Lernform auch dann ineffizient ist, wenn man Übungsbedarf hat, sehe ich an den Mitschülern auch. Gehalten hat sie sich bei uns trotzdem. Wie sieht denn effizienter Deutschunterricht aus?
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Koschka » Do 11. Jul 2019, 11:57

Kannst lachen wie du willst. Meine vier Kinder haben glaube ich noch nie im Leben ein Diktat geschrieben. Villeicht die Tochter in der 1. Klasse, sie hatte eine Lehrerin, die in diesem Jahr in Rente geht und sich daher nicht verpflichtet fühlte sich an dem Konzept halten zu müssen. Wie die Erfahrung zeigt, es geht auch ohne. Meine Kinder hatten Rechtschreibhefte, die gezielt auf verschiedene Aspekte der Rechtschreibung eingehen und dies dann anwenden. Lernwörterkasten hatte hier auch keiner.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 12:08

Koschka hat geschrieben:Kannst lachen wie du willst.


Ich kann da nicht lachen, höchstens schmunzeln. Warum schmunzeln …. weil ich es nicht ändern kann. Wenn der Lehrer denkt das so zu machen, dann macht der das so und alle haben anzutreten und das zu schreiben. Ende und Aus!

Ich schreibe es hier immer. In einer staatlichen Schule darf der Lehrer machen was er will. Erst ab der Kursstufe gibt es klare Vorgaben für alle Lehrer.

Wenn der Lehrer also denkt Diktate schreiben zu müssen, dann macht der das, egal ob das veraltet oder ineffizient ist oder auch andere Lösungen zum Erfolg führen.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon alibaba » Do 11. Jul 2019, 12:15

@charlotte12

Deine Beschreibung des Unterrichts fand hier nicht in einer 1.Klasse statt.

Unbenommen davon, gab es hier solchen Käse auch, aber erst ab Klasse 3.

Und unbenommen von einer Hochbegabung kenne ich sehr wohl die Beschreibung der HA-Situation, die auch mein Kindklein verweigert hat. Denn solchen Unsinn hat auch hier die Lehrerin ab Klasse 3 gefordert. Gnadenlos. Ab diesen Zeitpunkt kam ich ins Spiel und erledigte die HA eben für mein Kind bzw. wir teilten auf. Betraf hier übrigens alle Fächer die diese Lehrerin unterrichtete. Massen schleppte mein Kind nachhause und so viel wie es schleppte, flossen parallel die Tränen.
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Re: Hallo an alle und gleich ein paar Fragen

Beitragvon Maca » Do 11. Jul 2019, 12:46

Das Sozialverhalten ist bei ADS- Kindern oft völlig unauffällig, bzw. eher überangepasst.

Erst in Kombination mit einer manifesten Hyperaktivität und Impulskontrollstörung,
treten die klassischen sozialen Anpassungsprobleme deutlich zutage.
Die Störungsbilder können sich sehr unterschiedlich zeigen.

Das Kernproblem ist die Reizfilterschwäche.
Diese resultiert aus einer Unterfunktion in Funktionssystemen des Stirnlappens, die für Aufnahme, Verarbeitung und Bewertung von Umweltreizen zuständig sind.
Die betroffenen Hirnareale können bis zum ca. 24. Lebensjahr nachreifen.
Leider passiert das bei ca. 30% (hierzu gibt es sehr unterschiedliche Angaben) der Betroffenen nicht.
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