Kurzes Hallo

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Kurzes Hallo

Beitragvon Mememe » Mi 2. Okt 2019, 22:06

Liebe Eltern,

ich lese hier schon länger ab und an mit. Mein Sohn ist jetzt 2,7 Jahre. Ob und in welcher Form bei ihm über eine Hochbegabung gesprochen werden kann, weiss ich nicht. Im Moment spielt das für uns (tolle Kita, die ihn mit seinen Besonderheiten sehr selbstverständlich annimmt) noch keine Rolle. Und vielleicht ist er schlicht klug oded schnell in einigen Bereichen und hat die nerdigen Verhaltensweisen seiner nerdigen Eltern übernommen...
Mein Hauptgrund für das Forum ist zur Zeit eher, dass mir der Austausch fehlt. Also mein Mann und ich reden natürlich, aber uns fehlt oft ein Gegenüber.
Menschen, die bei einem Zweijährigen, der flüssig mit Fremdwörtern, Konjunktiven und Co spricht, nicht starren oder uns skeptisch ansehen, sondern nicken und lachen. Und die auch verstehen, dass ein Kind, das seit seinen ersten Wörtern durchgehend spricht auch mal ein wenig herausfordernd sein kann...
Oder die es gewöhnt sind, ein Kindersachbuch vorzulesen und ständig noch mehr oder weiter gefragt zu werden. Oder eh immer gefragt zu werden.
Kleine Auswahl von heute: Weshalb wachsen Äpfel an Bäumen? Woher weiss die Ampel, dass sie grün werden muss? Warum hast du gesagt, dass das heiss ist? Wo war ich, als ich noch nicht in deinem Bauch war? Wieso hat das Auto gehupt? Warum habe ich geträumt? Wieso hat der Igel Angst gehabt? Wohin geht der Postbote jetzt? Weshalb ist es jetzt schon dunkel? Ganz abgesehen von sowas wie: Könnte ich noch etwas spielen? Darf der Junge das? Never ending. Unstoppable.
95cm Wissenshunger.
Ich brauche Eltern, die es kennen, von einem Zwerg nachdenklich angesehen zu werden, während er prüft, ob die gegebene Antwort kohärent mit denen der letzten Monate ist.
Die wissen, dass sehr wache Kinder leider oft auch wach sind. Die den Wasserkocher nur unter Protest anmachen dürfen, da der zu laut ist.
Die es nicht wundert, wenn Hörspiele mit zwei Jahren nachgesprochen werden. (Jetzt werden sie mittlerweile nachgespielt, ausdauernd. Mit uns als Statisten...) Und es alles irgendwo gespeichert wird.
Die verstehen, warum ein Zweijährigenr heult und tobt, er sei im falschen Bus, weil der Bus, in den man eingestiegen ist, vorne statt einer 35 eine 30 stehen hatte.
Die sehr dankbar für sämtlichen Erklärfilme der Sendung mit der Maus sind, aber auch schon überlegen, was danach (also bald) kommt.
Die auf eventuelle Klagen über ein sehr waches Kind mit dem Verhandlungsgeschick eines gewieften Autohändlers und der Diskussionsbereitschaft eines Erstsemsters mit einer guten Anekdote ihrer eigenen Kinder reagieren.
Über solche Geschichten habe ich mich hier immer gefreut.
Und egal, was bei uns die nächsten Jahre noch passiert, oder auch nicht, solche Geschichten werden wir wahrscheinlich noch so einige haben. Und ab und an würde ich sie gerne erzählen, eben ohne dabei komisch angeguckt zu werden.
Das erst mal kurz von uns.
Liebe Grüße,
Me
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Auguste » Do 3. Okt 2019, 14:30

Hallo und herzlich willkommen hier im Forum!

Was du über Deinen Sohn schreibst, ist so schön :) Scheint ein kleiner, schlauer Sonnenschein zu sein.

Geschichten über "solche" Kinder wirst du hier ganz sicher lesen - und mir ist bisher niemand hier begegnet, der besondere Fähigkeiten und Talente der Kinder in Frage gestellt hat oder meinte, das wäre "andressiert". Hier sind tatsächlich Leute unterwegs, die selbst "besondere" Kinder haben und sich daran erfreuen können, Geschichten über andere schlaue Kinder zu lesen oder selbst über ihre Kinder zu schreiben. Und die meisten hier wissen auch, dass kluge Kinder für die Eltern durchaus ziemlich anstrengend sein können ;)

Ich selbst habe zwei schlaue Kinder, ein Junge (10 Jahre, getestet Teil-HB + AVWS) und ein Mädchen (12 Jahre, nicht getestet, aber auch ziemlich schlau) ;)

Mit den beiden haben wir schon immer schöne und erstaunliche Sachen erlebt, auch wenn wir "damals" nicht im Traum daran gedacht haben, dass sie (Hoch-)Begabt sein könnten. Der Sohn wurde erst Ende letzten Jahres getestet (wegen Schulproblemen) und dann ist uns auch bezüglich der Tochter "ein Licht aufgegangen" ;)

So bin ich hier im Forum gelandet. Endlich mal ein Forum, wo nicht nach dem 3. Beitrag kommt "Kann mein Kind auch, ist ganz normal, dass die sich mit 3 Jahren an Urlaubserlebnisse vom letzten Jahr erinnern. Mein Kind wusste noch, was es mit 1 im Urlaub gemacht hat" ;). Oder: "Was, das Kind verweigert Hausaufgaben und Mitarbeit in der Schule? Der ist einfach nur faul , dem muss man nur richtig "die Ohren langziehen" dann macht der auch seine Hausaufgaben.".

Ich finde die Geschichten hier authentisch und glaubhaft - so ungewöhnlich sich auch sein mögen. Hier wird keiner als "Eislaufmutti" hingestellt, wenn das Kind mit 2 schon in ganzen Sätzen spricht, mit 4 schon bis 100 rechnen kann und mit 4 oder 5 sich selbst das Lesen beigebracht hat. Die meisten hier haben selbst mindestens ein "solches" Kind zu Hause und freuen sich, dass es noch andere Eltern gibt, mit denen man sich unbefangen austauschen kann.

Also wenn du Fragen hast, dann nur raus damit und Du kannst gern mehr über dein schlaues Kerlchen erzählen :)

Liebe Grüße
Auguste
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Meine3 » Do 3. Okt 2019, 21:23

Haloo Mememe,

da hast du ja einen pfiffigen kleinen Kerl zu Hause. Ob hochbegabt oder nicht: sehr klug ist er allemal. Im Grunde ist es auch wurscht, ob ein Kind einen IQ von 138 oder 128 hat oder von 118. Es kommt ja auch drauf an, was man draus macht :mrgreen:.

Es ist echt schön, wenn man so über seine Kinder staunen kann, manchmal so verblüfft ist, dass man es selbst kaum glauben kann und ja, die Kehrseite davon ist, dass es manchmal unglaublich anstrengend ist ein so wissbegieriges Kind zu Hause zu haben.

Ich habe 3 Kinder und bin hier gelandet, weil mein jetzt bald 7-jähriger verhaltensauffällig nach Kita-Wechsel wurde und wir zur Diagnostik "gedrängt" wurden.

Wenn meine Kleine anfängt zu plaudern, dann werde auch meist ich erstmal kritisch beäugt. Oder es kommt irgendein (vermeintlich) anerkennender Satz und wenn man dann bestätigt, dass das Kind "weit" ist, gucken die Leute verkniffen und wissen nicht mehr was sie sagen sollen. So oder so, auch wenn man so tut, als habe man selbst noch garnicht gemerkt, dass das Kind schlau ist, ist der Umgang mit der Außenwelt oft schwierig.

Meine Jüngste ist 2;9 Monate (wie die Zeit rast :shock: ) und ist auch nur am fragen, erzählen, plappern, rezitieren, Sprachen erkennen und imitieren, sowie sich Wörter merken, Buchstaben und Zahlen erfragen und so weiter. Wenn ich dachte, unser Größter war schon anstrengend und auffällig in dem Alter, dann muss ich sagen, sie legt nochmal ne Schippe drauf 8-).

Das Erstaunlichste ist ihr "mitdenken". Sie erinnert Papa gern mal mit 2,5 Jahren daran, dass er sie nach dem Waldtag nach Zecken absuchen muss oder denkt laut darüber nach, dass sie ja noch eine Jacke braucht für abends, wenn sie mit zum campen geht, obwohl es tagsüber sehr heiß ist und sie grade im Badehöschen am Pool steht :gruebel: .

Dann ist sie aber auch wieder so offensichtlich 2 3/4 :lol:, zum Beispiel, wenn sie Sandalen anziehen will, obwohl es regnen soll :roll: und dann einen Trotzanfall vom Feinsten kriegt, obwohl es an anderen Tagen für sie ganz klar und verständlich ist, dass sie keine Sandalen bei 11 Grad und Regen tragen kann.

Mir fehlt auch sehr der ganz normale Austausch über meine Kinder mit anderen, außer meinem Mann oder den wenigen "Eingeweihten", die eventuell auch so ein Kaliber zu Hause sitzen haben. Und ich finde es auch immer wieder schön hier zu lesen, was andere Kinder alles so können und machen und wie sie ihre Begabung ausleben...

Alles Liebe

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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon alibaba » Mo 7. Okt 2019, 09:37

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Zuletzt geändert von alibaba am Do 31. Okt 2019, 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Meine3 » Fr 11. Okt 2019, 17:48

Komisch angeguckt wurde ich übrigens noch nie. ;) Im Gegenteil. Ich wurde oft von Dritten von ganz alleine angesprochen, ob mir das denn auch bewusst ist, was ich da für ein Kind habe.



Ich würde sagen, da hast du "Glück" gehabt. Ich werde fast täglich auf eines meiner Kinder angesprochen (von ganz alleine), im positiven Sinne, aber egal wie ich reagiere, sehr oft sage ich wohl was falsches und es kommt dann früher oder später dieser verkniffene Blick :roll: .

Ganz extrem ist es bei einer Mutter im Kindergarten, die selbst zwei pfiffige Kinder hat (nach außen hin nicht so auffällig wie meine, aber der Schein trügt ja oft, von daher maße ich mir hier kein Urteil an). Sie ist Lehrerin. Sie hat immer meine Jüngste "gelobt", wie viel sie spricht und der Wortschatz wäre enorm etc. Anfangs habe ich einfach nur brav gelächelt und genickt, ohne was zu sagen (das ist noch die Variante, mit der ich am besten davonkomme, ohne schief angeguckt zu werden) und dann abgelenkt, da ich ja aus Erfahrung mit den anderen beiden weiß, dass das meist irgendwann "unangenehm" wird. Nachdem sie es aber zum 3. oder 4. Mal angesprochen hat (von sich aus!), habe ich bestätigt, dass meine Kinder sehr fit sind, ihre doch aber auch sehr pfiffig unterwegs wären. Ich dachte, dann ist mit dem Thema mal Ruhe :mrgreen:. Sie hat verkniffen geguckt und seitdem redet sie kaum mit mir?! :roll: Muss man nicht verstehen.

Solche oder ähnliche Situationen hatte ich schon mit wildfremden Menschen in der Straßenbahn oder aber auch im Supermarkt, sogar unter den Verwandten und zwar unabhängig davon, wie ich reagiere (habe mich ja ausprobiert)... Vielleicht ist es was in meinem Gesicht oder so :lol: , ich hab keine Ahnung. Der Cousin meines Mannes beispielsweise hat ebenfalls 3 Kinder, ähnlich alt wie unsere. Seit sie wissen (sie haben von sich aus immer gefragt, wie es beim Psychologen läuft, was heraus gekommen ist, etc), dass unser Sohn sehr begabt ist, vergleicht er ständig seinen Ältesten mit unserem Sohn (sein Sohn ist 4 Monate älter und wurde somit 1 Jahr früher eingeschult, da er kein Kann-Kind war, sondern ein Muss-Kind), z.b. beim lesen :roll: oder Zahlen lesen oder ähnliches und sieht es als "Beweis", dass sein Sohn nach der 1. Klasse toll liest (tut er wirklich!) und unser Sohn (wohlbemerkt nicht in der Schule zu diesem Zeitpunkt) nicht lesen "kann"... Das nervt schon ein wenig. Wir sprechen das von uns aus ja eigentlich nicht an, das Thema Begabung. Aber irgendwie piesackt es viele Menschen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind nicht so fit sein könnte, wie ein anderes.

von daher wundert es mich, dass ihr mit Neid (?) so gar keine Berührungspunkte hattet/habt.
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 12. Okt 2019, 12:57

@Meine3:

Es kommt sehr auf die Umgebung an, wie viele Berührungspunkte man mit Neid hat. Ich hatte z.B. schon immer wieder welche bei meinem älteren Sohn, aber umgekehrt auch sehr viele Begegnungen und Gespräche, wo mit Begabungen offen und wohlwollend umgegangen wurde.

@alibaba:

Da irrst du dich, auch ein Kind, dem zu Hause NICHT vorgelesen wird, kann auswendig lernen. Man kann auch Fernsehsendungen, Radiosendungen, Hörspiele, Lieder aus dem Radio, usw. auswendig lernen. Und auch Kinder ohne förderndes Elternhaus leben ja nicht auf einer einsamen Insel. So besuchen die meisten von ihnen einen Kindergarten, wo durchaus vorgelesen wird oder Hörspiele angehört werden und haben außerdem Kontakt zu anderen Kindern, die von sich aus mit Liedern, Gedichten oder Geschichten daherkommen, die sie von zu Hause gehört haben.

Ich weiß schon, dass du darauf hinaus willst, dass viele Kinder gar nicht hochbegabt sind, sondern "nur" von zu Hause bestmögliche Förderung bekommen und solche Fälle gibt es durchaus auch. Aber Hochbegabung (auch bei Kindern) zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und daher gibt es nun mal auch WIRKLICH hochbegabte Kinder mit zusätzlich förderndem Elternhaus ;) .

Abgesehen davon kenne ich auch die "andere Seite" - gebildetes, bemühtes, förderndes Elternhaus und lernbehinderte oder geistig behinderte Kinder. Ich habe ehrliche Hochachtung vor diesen Eltern, wenn sie mit diesen Voraussetzungen trotzdem schaffen, dem Kind ein Mindestmaß an kognitiven Fähigkeiten zu vermitteln.

@Mememe:

Schön, dass du hierher gefunden hast :) . Draußen im "normalen Leben" würde ich mich an diejenigen Eltern halten, die entweder eifersuchtslos mit Begabung umgehen können (wenn man genauer hinschaut sind es gar nicht so wenige) oder die verkniffenen Blicke einfach ignorieren ;) . Denk nicht so viel darüber nach wie dein Kind auf andere wirkt, so wichtig ist das auch wieder nicht. Und denk auch nicht so viel darüber nach, wie du als Mutter "richtig" mit den Begabungen deiner Kinder umgehen sollst. Es wird immer AUCH Menschen geben, die dich allein auf Grund des kognitiven Vorsprungs deiner Kinder für eine "Eislaufmutter" halten und je mehr du sagst, um das zu widerlegen, desto überzeugter sind diese Menschen davon. Ich musste erst lernen, darauf von vorne herein keine Energie zu verschwenden und mich statt dessen an andere, offenere Menschen zu halten. Damit bin ich immer gut gefahren :) .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon alibaba » Mo 14. Okt 2019, 07:50

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Zuletzt geändert von alibaba am Do 31. Okt 2019, 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Meine3 » Mo 14. Okt 2019, 09:37

@Meine3:

Es kommt sehr auf die Umgebung an, wie viele Berührungspunkte man mit Neid hat. Ich hatte z.B. schon immer wieder welche bei meinem älteren Sohn, aber umgekehrt auch sehr viele Begegnungen und Gespräche, wo mit Begabungen offen und wohlwollend umgegangen wurde.



Hallo Rabaukenmama,

genau das meinte ich. Alibaba hatte da "Glück", wenn ihr noch NIE Neid begegnet ist. Wir haben auch beides erlebt. Es gibt durchaus wohlwollende Gespräche mit fremden Eltern oder auch Freunden (die bei weitem nicht alle darüber informiert sind, dass unser Kind tatsächlich sehr begabt ist, es aber eben selbst bemerken). Diese begrenzen sich aber "leider" überwiegend auf unseren Freundeskreis aus dem alten Kindergarten. Hier wurden unsere Kinder und wir einfach gemocht und akzeptiert, die Klugheit unserer Kinder einfach als ein Teil ihrer Persönlichkeit wahrgenommen und es wurde ganz natürlich und "normal" damit umgegangen. Da hatte ja auch unser Sohn keinerlei Anpassungsprobleme.

Im neuen Kindergarten gibt es genau 1 Elternpaar, die ebenfalls ein hochbegabtes Kind (das bei dem die KJP Autismus vermutete) haben, mit denen der Austausch natürlich sehr wohlwollend angenehm und nicht von Neid geprägt ist. Ansonsten ist hier "auf dem Dorf" doch eher missgünstige Stimmung (nicht nur, aber überwiegend) in Bezug auf das Thema "fitte Kinder". Und in den Alltagssituationen (Spielplatz, Kinderturnen, Museumsbesuch, Straßenbahn, Schule...), da ist es sehr unterschiedlich. Aber nach dem 3. "schnellen" Kind hat man eben schon so einiges erlebt an Situationen.

Grade am Freitag wurden wir wieder auf die Jüngste angesprochen von einer Mama auf dem Spielplatz, die meinte, dass ihre Kinder ja auch echt schnell und weit seien, aber "so was" :lol: wie unseren Knirps hätte sie noch nicht erlebt. Das war weder neidisch noch war da ein verkniffener Blick, es war einfach ehrliches Staunen. Die Kinder haben auch ganz toll miteinander gespielt. Aber diese "" durchweg positiven" Reaktionen von ganz Fremden sind doch eher seltener, oft schwingt da eben Verunsicherung, Misstrauen, Skepsis mit, wir Eltern werden da schon ganz genau "abgecheckt" ;) (Stichwort Eislaufmutti).

Dass wir noch nie mit komischen Blicken konfrontiert wurden (wie aliaba und auf ihren Kommentag bezog sich ja mein Geschriebenes), das kann ich nun eben nicht behaupten. Und ich versuche es zu ignorieren, aber das gelingt mir nicht immer. Aber klar: ich wende mich natürlich auch den Menschen zu, die uns wohlgesonnen sind und versuche keine Energie darauf zu verschwenden, Menschen zu gefallen, denen ich eben nunmal nicht gefalle.

Liebe Grüße, Meine3
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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Meine3 » Mo 14. Okt 2019, 10:08

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Re: Kurzes Hallo

Beitragvon Meine3 » Mo 14. Okt 2019, 10:10

@meine3 …… ob ich "Glück" hatte …. keine Ahnung …. mag sein. Vielleicht hängt es ja auch von der Art der Kommunikation ab. Außerdem weiß ich ja, das mein Kind auch "Baustellen" hat, weder ein Hochleister ist noch Dinge sofort kann. Der einzige Unterschied zu anderen Kindern ist die Schnelligkeit Dinge umzusetzen und zu verstehen und natürlich die Herangehensweise gepaart mit einer gewissen Neugierde. Und vielleicht ist das ja selbst "normal". Ein Kind was sich in seinem "Spezialfach" begeistern kann, kann auch das schnell verstehen und vielleicht kreative Lösungsansätze daraus entwickeln. Ich finde es sowieso dass das kognitive Leistungsvermögen nur ein Teil ist. Ich kenne einen Buben der ist sehr begabt in technischen Dingen - ein kleiner "Bastler". Wenn der jetzt mit meinem "Denker" zusammen kommen würde (als Beispiel) würden die, glaube ich, super perfekt harmonieren. Vielleicht nicht im sozialen, aber im technischen. Der Eine liefert das Know-How der Andere die Umsetzung - beide perfekt in der Ergänzung. Und so kommuniziere ich das auch.


Hallo du,

Unsere Kinder sind auch keine Hochleister, wie denn? Sie sind im Kindergarten, bzw. 1. Klasse :lol:. Aber sie fallen halt auf, weil sie selbstständig und sehr sprachgewandt sind, schlaue Fragen stellen und sehr neugierig sind, und, wie du auch sagst, einfach schnell verstehen und auf andere Wissensbereiche transferieren. Das "auffallen" passiert einfach, ganz ohne unser Zutun. Vielleicht liegt es an "mir" (oder meinen Mann oder meinen Kindern? :gruebel: ), dass manche Menschen, vor allem hier im Dorf (hier leben wir seit einem Jahr), negativ reagieren im Nachgang. Das mag ich gar nicht abstreiten. Wenn man es gern "normal" hat, dann sind wir nicht die richtige Familie. Wir sind schon manchmal schräg. Ich versuche oft mich anzupassen (immer noch), mein Mann hat das jedoch noch nie gern getan und läuft beispielsweise von Frühling bis spät in den Herbst Barfuß. Da wird beim Bäcker dann schon seltsam geguckt. Ich denke also, dass die komischen Reaktionen nicht unbedingt auf meine persönliche Art der Kommunikation zurück zu führen sind, da ich hier ja auch schon verschiedenes ausprobiert habe ;) , sondern dass man eben nun mal nicht jedem gefallen kann (und auch garnicht unbedingt muss oder will??). Im Grunde sind wir hier ganz gut integriert, dafür, dass wir erst ein Jahr hier leben. Haben schon einige Bekannte und sogar Freunde gefunden, dennoch: das Thema "kognitiver Vorsprung" ist und bleibt ein "Reiz"thema im Umgang mit der Außenwelt. Manchmal ist es problemlos, manchmal ist es "unangenehm".

Es gibt ja auch sehr unterschiedliche Erlebnisse. Es gibt sehr wohlwollende und "nette" Reaktionen, Gespräche und Begegnungen und es gibt die Reaktionen, die erst nett daher kommen, dann aber schnell in "Neid" umschlagen (das sind die Begegnungen, die mich verunsichern und im Nachgang auch nachdenklich machen, weil ich da dann Revue passieren lasse und mich frage: wann kam der Wendepunkt?) und es gibt die, die von Anfang an eine große Skepsis und Missgunst mitbringen (das sind aber die wenigsten und auf diese Menschen lege ich auch keinen Wert, das kostet zu viel Energie).

Ich glaube, wie gesagt, dass manche Menschen sich einfach schnell vergleichen und meinen sie schneiden in diesem Vergleich nicht gut ab, was meines Erachtens nicht stimmt. Denn jeder Mensch hat besondere Talente, nur nicht jeder im kognitiven Bereich. Der eine ist besonders sportlich, spielt wunderschön ein Instrument oder ist einfach besonders freundlich und hilfsbereit, der nächste ist eben sehr gut in Mathe oder sehr sprachgewandt und so weiter. Auch unter den Hochbegabten ist es ja meist so, dass eine Fähigkeit "heraussticht", sei es nun bedingt durch die angeborenen Anlagen oder auch durch das persönliche Interesse. Mein Sohn interessiert sich beispielsweise für Naturwissenschaften und Technik sehr viel mehr als für Sprachen, obwohl sein "Peak" ja eindeutig im sprachlichen Bereich liegt. Auffallen tut er aber grade sowohl in der Schule vor allem im Mathematikunterricht als auch zu Hause beim bauen, erfinden, konstruieren, forschen...Dass er ein Lied mit 4 Strophen nach dem Musikunterricht zu Hause komplett auswendig nachträllert, das fällt im Gegensatz dazu grade nicht mehr so auf.

Menschen, die kein gutes Selbstbewusstsein haben oder ein hohes Geltungsbedürfnis, fühlen sich dann eben "schlechter" durch die Erfahrung, dass es Kinder gibt, die mehr auffallen als die eigenen... Dabei ist ja Intelligenz erst einmal nichts, worauf man stolz sein kann, denn das ist angeboren. Stolz kann man auf das sein, was das Kind daraus macht, wie das Kind es nutzt. Ich bin zum Beispiel stolz, dass mein Sohn in der Schule versucht Geduld zu haben und auch bei Dingen, die er längst kann, mit zu machen, obwohl ihm das viel abverlangt und er oft sehr gelangweilt und am Anfang auch sehr frustriert war. Das ist für ihn ein sehr großer Schritt. Er hat sich dem Frust nicht "hingegeben", sondern hat durchgehalten und einfach gezeigt, dass er den "langweiligen Kram" kann und nun wird er dafür "belohnt", indem er nach dem normalen Stoff, kniffligere Aufgaben bekommt. Das tut ihm gut, es motiviert ihn und DAS hat er sich erarbeitet, auch weil ich immer wieder mit ihm Gespräche darüber geführt habe, dass diese Grundlagen wichtig sind und dass er von der Lehrerin nicht erwarten kann, dass sie "automatisch weiß", dass er das alles schon kann, dass er das eben zeigen muss, in dem er die Aufgaben erledigt. Hätte er seiner Laune nachgegeben und einfach verweigert, wäre er von der Lehrerin nicht als klug wahrgenommen worden sondern nur als "stur" oder störend.
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