Moin von der Nordseeküste

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Moin von der Nordseeküste

Beitragvon koala27 » So 31. Mai 2020, 22:36

Moin,
ich stelle uns mal kurz vor.
Wir haben 2 Kinder, ein Mädchen von 12 Jahren ( 6 Klasse Gym) und einen Jungen von 6 Jahren ( Einschulung 2020).
Beide Kinder wurden letztes Jahr im April als HB getestet. Auslöser war der Kindergarten des Kurzen bzw. die beiden Erzieherinnen. Er war dort aufgefallen durch sein Wissen und sein sehr gutes Gedächtnis. Dann kam im Elterngespräch die Idee auf, ihn doch mal zu testen um zu wissen, wie fit er ist. Nachdem wir uns etwas eingelesen hatten, haben wir uns dann dazu entschlossen ihn doch mal zu testen. Nach einigen Telefonaten wurde uns von 2 Stellen ( u.a.DGHK) das Bega Institut empfohlen und es kam ebenfalls der Ratschlag beide Kinder zu testen.
Wir waren darüber etwas überrascht, weil wir bei der großen Tochter nichts vermutet haben. Trotzdem haben wir uns entschlossen beide Kinder zu testen- was sich im Nachhinein als richtig erwiesen hat.
(Ein Kollege meines Mannes hat ebenfalls 2 HB Kinder und hatte auch beide Kinder dort testen lassen, der riet uns ebenfalls dazu.)
Beide Kinder wurden als HB getestet mit identischen Wert. :o :o :o :o
Nachdem Ergebnis waren wir schon sehr geschockt, weil wir damit nicht gerechnet hatten, dass beide so einen Wert haben würden.
Seitdem versuchen wir uns immer wieder in bestimmte Themen einzulesen und einige Tipps umzusetzen.
Teilweise ist es schon etwas schwierig, denn manche Dinge lassen sich eben auch nicht so leicht umsetzen.

Für den Kurzen wurde uns bspw. empfohlen ihn möglichst in eine Eingangsklasse einzuschulen, wenn wir ihn nicht früher einschulen lassen wollen.
Die einzige Schule die hier eine Eingangsklasse hatte wurde 2014 geschlossen. Alle anderen Schule haben das nicht--und weil man hier nach Einzugsgebiet eingeschult wird, hat man eben auch keine Wahl bezüglich der Grundschule. :x

Bei der Großen wurde übrigens in den 4 Jahren Grundschule NIE etwas gesagt von den Lehrern, dass sie evtl. etwas schneller ist als andere Kids.
Obwohl wir in Klasse 1 schon extra Hefte kaufen mussten, aber das wurde als normal erklärt.
Und beim ersten Kind in Klasse 1 macht man sich darüber keine Gedanken- eher ist man froh, dass es keine Probleme bei den Hausaufgaben gibt.

So, dass war es erstmal von uns . Solltet ihr Fragen haben meldet Euch gerne.
Ansonsten freue ich mich über einen netten und regen Austausch.

LG von der Nordseeküste
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 1. Jun 2020, 07:55

Halli koala27,

herzlich willkommen hier! Ich bin Mutter von zwei Jungs mit viel Licht und viel Schatten. Im Forum schreibe ich wegen meinem älteren Sohn (10, kommt bald ins Gymnasium), der vor allem im Kleinkindalter durch sein schnelles verstehen, frühes lesen und extremes Allgemeinwissen aufgefallen ist. Aber es gab auch andere Auffälligkeiten wie Einnässen und Einkoten (nach dem er tagsüber schon verlässlich trocken war), geringe Frustrationsschwelle, teilweise aggressives Verhalten (obwohl das nicht sein Wesen ist) und ständiges plappern über seine Themen -unabhängig davon, ob es andere interessiert oder nicht. Auch mit Gleichaltrigen hatte er immer wieder Schwierigkeiten. Im Kindergarten war er Dank der Betreuer gut integriert, hatte aber keine Freunde. In der Grundschule ist es ähnlich. Mittlerweile haben wir gesicherte Diagnosen für ADHS und Asperger Autismus und einen überdurchnittlichen IQ-Wert, jedoch nicht im HB-bereich mit einer extremen Begabungsspitze im sprachlichen Bereich. Wobei die Werte vermutlich durch die Behinderung nach unten verfälscht sind, was aber in unseren Fall nicht so wichtig ist.

Ich selbst bin übrigens HB mit (lange nicht erkannter) ADHS.

Mein jüngerer Sohn (noch 7) wurde gehörlos geboren. Dann kamen noch mehr oder weniger schwerwiegende Zusatzdiagnosen hinzu: angeborener Herzfehler, Kurzsichtigkeit mit Astigmatismus, Senkspreizknickfüße und frühkindlicher Autismus. Mein Sohn hat mit 20 Monaten beidseitig Hörimplantate bekommen (CI), lehnte jedoch vermutlich autismusbedingt von Anfang an ab, die Horchis zu tragen. Mittlerweile würde ein CI wieder rausoperiert weil die Stelle sich entzündet hatte und über ein Jahr lang nicht abgeheilt ist. Mehl in Sohn kann daher weder hören noch sprechen. Er salutiert aber, was ihn für die meisten Außenstehenden geistig behindert wirken lässt. Aber er hatte schon sehr früh Interesse an Buchstaben und Zahlen und konnte früh rechnen und schreiben. Die Grammatik ist immer noch sehr abenteuerlich, aber mittlerweile kann sich mein Sohn auch MiG nicht-gebärdensprachkompetenten Personen schriftlich verständigen. Er ist meiner Beobachtung nach (und auch laut dem ersten, nonverbalen IQ-Test) normal intelligent mit Teilleistungsstärken und-schwächen.

Bei deiner Vorstellung ist mir aufgefallen das ihr deine Tochter zwar durchaus als klug und flott eingeschätzt habt, aber nicht als HB. Und du meintest bei einigen Dingen wie frühem lesen und schnellem verstehen, das sei bei dir auch so (gewesen). Bist du selbst eigentlich getestet?
Ein IQ-Test wird selten "auf Luft" gemacht, ihr hättet ja auch die Tochter nicht testen lassen, wenn euch nicht explizit dazu geraten worden wäre. Getestet werden Kinder, die irgendwie auffällig (positiv oder negativ) sind, die Angepassten fallen somit nicht weiter auf und "dich den Rost". Wir haben hier im Form schon öfter festgestellt, dass das hauptsächlich sozial kompetente Mädchen sind.

Das dürfte ein soziales Phänomen sein, Lait dem viele den Begriff "Genie" instinktiv männlich besetzen.auch Mädchen selbst halten das eigene Geschlecht schon ab 7 Jahren seltener für "wirklich, wirklich schlau" als Jungs. Andrea Brackmsnn wollte in ihrem Buch "Extrem begabt" gleichermaßen männliche und weibliche höchstbegabte Persönlichkeiten vorstellen, was aber daran scheiterte, dass es von weiblichen deutlich weniger verwertbares Material gab. Auch Lehrer, die nach ihrer Einschätzung, welche ihrer Schüler hochbegabt sein könnten, nennen mehr als doppelt so häufig Buben- als Mädchennamen. Getestet werden dann etwa 3x so viele Buben als Mädchen. Daher bleibt bei verhältnismässig vielen Mädchen eine Hochgebung unerkannt.

So gesehen hattet ihr und eure Tochter Glück, das Potential doch noch zu erkennen. Und wie euch ja schon gesagt wurde ist es bei Geschwistern ein ähnlicher IQ durchaus häufig. Hier sind auch einige Eltern mit hochbegabten Geschwister-Kindern unterwegs.

Auch ich freue mich auf einen netten Austausch! Lg Rabaukenmama
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon sinus » Mo 1. Jun 2020, 10:30

Liebe Koala,
danke für die Vorstellung.
Deine Kinder sind ja fast im selben Alter, wie meine beiden.
(Große Tochter 11,5, 5. Klasse, kleine Tochter gerade erst 6 geworden, wird dieses Jahr eingeschult)

Toll, dass eure Kindergärtnerinnen so aufmerksam waren/sind!
Bei uns das genaue Gegenteil, da ist aber eh Einiges im Argen bei einem Betreuungsschlüssel von 18 Kindern auf eine (!) Erzieherin. (hier leider der Normalfall. Bei der Großen waren es sogar 19 Kinder in der Gruppe)
Da wurde ich schief angeschaut, als ich im Zusammenhang mit der großen hb getesteten Tochter auch bei der Kleinen die Vermutung äußerte und wegen einer früheren Einschulung spekulierte.

Wir haben uns dann aber eh dagegen entschieden, weil sie in der Wunschschule keinen Platz mehr bekommen hätte und ich über die andere Schule nicht viel wusste, nur dass sie sehr viel größer sein würde (4 statt 2 zügig), höhere Anforderungen hat und tendentiell gegen Früheinschulugen eingestellt ist.

Testen lassen haben wir sie übrigens dann auch, mit 5;1. Also eigentlich zu früh, aber wegen der Überlegung zur früheren Einschulung hielt ich es für sinnvoll.
Sie war nicht ganz im hb-Bereich, aber auch nicht allzuweit entfernt. Die Beratungsstelle hat sich nicht eindeutig äußern wollen, ob man einschulen solle oder nicht. Vor allem im Hinblick auf die Zeit nach der Grundschule.
Von dem her, was man so auf den ersten Blick oberflächlich so sieht (Rechnen, Lesen, Gesellschaftsspiele, Instrument, sogar die Körpergröße...), ist sie übrigens weiter als die große Schwester im gleichen Alter. Auch im Verhalten ist sie viel reifer. Sehr viel geduldiger und trotz dem sie ebenfalls durchaus ehrgeizig ist, ist sie mit einer guten Frustrationstoleranz gesegnet.
Man kann ihr bspw prima Dinge erklären/zeigen, was bei der Großen bis heute so gar nicht funktioniert. Diese ist unglaublich eigensinnig und hat bis heute kaum Frustrationstoleranz.

Momentan bin ich aber ganz froh, dass wir noch so ein entspanntes Jahr hatten und ich mich nicht ums Homeschooling von zwei Kindern kümmern musste.
Die seit Langem bestehende Kindergartenunlust der Kleinen entfällt jetzt ja auch durch die Kita-Schließungen.
Sie hat im letzen Jahr dafür schwimmen gelernt, mit Geige angefangen und mit meiner Unterstützung Lesen gelernt. (Sie hat seit sie 4 Jahre alt war von sich aus immer wieder gesagt, dass es ihr sehnlichster Wunsch sei, Lesen zu lernen und irgendwann habe ich nachgegeben und ihr eine Fibel gekauft. Sie kam dann eine Weile lang immer morgens oder abends damit zu mir und bat "können wir wieder ne Runde Fibeln?")
Nun bin ich gespannt, wie sie in der Schule klarkommt, wenn sie schon so viel kann, was in der ersten Klasse erst gelernt wird. (Uhr lesen und mit Geld umgehen bspw kann sie auch schon)
Sie wird eine andere Schule besuchen als die große Schwester (nun doch die größere) und ich habe die Hoffnung, dass man dort etwas mehr an Förderung für schnelle Kinder anbietet, als an der Schule der großen Schwester, wo es da quasi selbst nach dem Test fast gar nichts gab.
Flexible Eingangsklassen gibt es hier leider auch weit und breit nicht. Das wäre meiner Meinung nach ideal für solche Kinder!

Seit Anfang diesen Jahres bin ich übrigens jetzt auch Mitglied bei der DGhK, vor allem meiner Großen wegen, die mir doch einige Sorgen macht, weil sie so wenig Selbstwertgefühl hat, sich ziemlich "anders" fühlt, und trotz der nun fordernderer Schule nach wie vor sehr ungern zur Schule geht. Momentan hat sie auch Probleme im Fach Mathe, die eigentlich nicht ganz zu ihrer Begabung passen.

Gab/gibt es bei euch eigentlich irgendwelche Probleme, die mit der Hochbegabung im Zusammenhang stehen könnten?
Wie geht es deiner Tochter damit?
Macht sich die Pubertät schon bemerkbar?
Wie hat sie das Testergebnis aufgenommen?
Und habt ihr eurem Sohn erklärt, dass er hochbegabt ist bzw habt ihr das Testergebnis irgendwie besprochen?

(Nach der Erfahrung mit der Großen und schon seit dem Kigalter ihrer Wahrnehmung, dass sie anders als andere sei und sie sich damit nie wohlfühlte, habe ich der Kleinen nach dem Test zumindest erklärt, dass ihr Kopf schon ein Jahr älter ist, als ihr eigentliches Alter sagt. Das hat sie gut verstanden und für sich auch einordnen können.
Sie hat dann damals immermal für sich geschlussfolgert: "Das kann ich deswegen schon, weil mein Kopf schon 6 ist!" und ich hatte den Eindruck, dass es ihr einen Selbstbewusstseinsschub gab.
Dass sie trotzdem nicht in die Schule kam, fand sie zwar schade, aber sie hat auch akzeptiert, dass es keinen Platz mehr in der Schule gab, was ja auch stimmte und wo sie ja mitbekommen hatte, dass ich dort zum Gespräch mit der Direktorin wegen ihr war. Aktuell kann sie es kaum erwarten, endlich endlich in die Schule zu kommen.)
sinus
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon koala27 » Mo 1. Jun 2020, 17:26

[quote="Rabaukenmama"]

Bei deiner Vorstellung ist mir aufgefallen das ihr deine Tochter zwar durchaus als klug und flott eingeschätzt habt, aber nicht als HB. Und du meintest bei einigen Dingen wie frühem lesen und schnellem verstehen, das sei bei dir auch so (gewesen). Bist du selbst eigentlich getestet?

Hallo Rabaukenmama;

Danke für deine nette Rückmeldung. Bei Dir ist ja einiges los- Respekt. Ich habe deine Berichte bezüglich der Gymsuche für deinen Sohn gelesen...das ist wirklich unmöglich wie es da bei Euch läuft. Hier in Nds. hättest du deinen Sohn ganz normal am Gym angemeldet und sie hätten ihn nehmen müssen--ohne Diskussionen etc. Ich hoffe sehr, das der jetzige Schulplatz dann für deinen Sohn ein guter Griff ist :-)

Unsere Tochter hat in der Grundschule relativ fix- so in Nachhein betrachtet- lesen gelernt. Sie konnt vor der Grundschule lediglich alle Großbcuhstaben des Aphabets, weil sie mit 3 die Buchtsaben lernen wollte. Da hat sie dann mit "Den Alphas" ( weiß nicht, ob du die kennst?) gemacht- lesen konnte sie aber nicht was sie schreibt, sie konnte sie eben nur schreiben. In der GRundschuel hatten sie dann die "Lies Mal Hefte vom Jandrof Verlag" und die hat sie durchgebrettet wie nichts..von Feb.- Mai alle 6 Hefte ( mehr gab es damals nicht)--die Grundschuel hatte eigentlich nur 4 geplant -- 5 und 6 haben wir dann nach Rücksprache geholt. Es gab aber eben noch mehr Kids, die mehr als 4 Heft gemacht haben von daher war das für uns "normal".
Das sie evtl. etwas schneller liest - im Gegensatz zu anderen Kindern- fiel uns erst zu Weihnachten in Klasse 3 auf---da waren wir mit ihr auf einem Kampfsportwettkampf und in den Pausen zwischen den Kämpfen hat sie - 3 Bücher vom magischen Baumhaus druchgelsen- trotz des Trubels in der Turnhalle und der Lautstärke.
Darauf hat uns eine andere Mutter angesprochen, weil ihr Sohn ( 4 Klasse) für ein drei ??? Junior Buch- was er dabei hatte --mehrere Tage gebraucht hat und eben immer noch nicht fertig war und die dicke halt ähnlich ist.
Hat uns aber nicht weiter gewundert--weil es auch bei ihr in der Klasse Kids gab, die eben langsam gelesen haben. Aber halt auch Kids, die ein ähnliches Tempo an den Tag gelegt haben.

In bezug auf "sozial kompetente Mädchen"... in der Grundschule wurde beim Elternsprechtag immer gesagt, die Noten seien gut / sehr gut aber das Soziale...sie hatte auch 3 Jahre lang in der Kopfnote ein C..
Unserer Meinung nach, haben sie sie in eine Schublade gepackt und sie da drin gelassen- egal wie sehr sie sich angestrengt hat.

Ein C gab es bspw. dafür das sie 1x auf dem Schulhof eine Pflanze abgebrochen hat ( Klasse 1) und der Lehrerin, die Aufsicht führte, auf Nachfrage eine patzige Antwort gegeben hat.
Das war 1 Situation in dem Halbjahr- die uns negativ mitgeteilt wurde und damit wurde dann das C begründet. Das sie das komplette Halbjahr einem Mädchen jede Kunststunde mit Zeichbblockblättern ausgeholfen hat, ihr Sportzeug verliehen hat usw. usw. wurde eben nicht gesehen...aber besagtes Mädchen hatte ein A im Sozialverhalten...

Das unsere Tochter das total ungerecht fand-- wo doch gerade Gerechtigkeit ein großes Thema für HB ist-- kannst du dir sicher denken.
Und solche Dinge liefen in der Grundschule eben öfter- 1 Fehlverhalten reichte für 1 Halbjahr für die Kopfnote.

Erst in Klasse 4 gab es dann mal ein B...

Komischerweise sind im Gym die Kopfnoten viel besser, es gibt bezüglich des Sozialverhaltens keine Beschwerden...sie hat dort jetzt ein B ohne Probleme und natürlich ist sie kein Engel und auch manchmal etwas vorlaut laut der Lehrerin aber die bewertet das scheinbar als normal in dem Alter.


Bei mir selber wurde nichts getestet und außer das ich schnell lesen kann--ich lese erst seit Klasse 3 sehr gerne-- würde ich mich auch als normal bezeichnen.
In der Schulzeit musste ich ganz normal Hausaufgaben machen und zugeflogen ist mir nichts, ich musste richtig ackern- gerade auch im Abitur.

Meine Schwester ist 10 Jahre jünger und da stand wohl mal HB im Raum, weil sie- - im Gegensatz zu mir- mit den Minimalprinzip durch die Schule gegangen ist und auch fürs Abi relativ wenig lernen musste.

Das wir bei der Großen nichts gemerkt haben kann auch daran liegen, dass wir ab dem 3 Lebensjahr sehr viel auf ihre Sehschwäche geschaut haben und sie allein dadurch einiges viel mehr üben musste - und auch jetzt noch muss- als andere Kinder in dem Alter.
Fahrradfahren bspw. hat ewig gedauert-- sie hatte ein super Gleichgewicht bis sie 3 wurde....dann fing sie an zu schielen. Dann das volle Programm- Pflastertherapie und danch Bifokalgläser ( bis jetzt) und Fahrradfahren war eine Katastrophe...selbst in Klasse 4 bei der obligatorischen Fahrradprüfung mssten wir mit ihr sehr viel üben, damit sie überhaupt halbwegs zu recht kam.
Mathe- Geometrie--räumliches Sehen--alles nur mit ganz ganz viel Übung, Zusatzmaterial etc. da fällt ihr immer noch sehr schwer---obwohl auch das der Test ja angeziegt hat, dass sie da eigentlich top ist...
Mathekänguruh, Matheolympiade---ist auch beides nicht ihrs- auch wenn sie das eigentlich können sollte, laut Test und Gespräch mit der Psychologin.

Wie gesagt, wie hätten sie auch nicht testen lassen, wenn uns nicht zugeraten geworden wäre- weil wir eben nichts vermutet haben. Das sie schon fit ist und aufs Gym gehen würde, dass war uns klar, aber nicht jeder der aufs Gym geht ist ja HB :-)

LG
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon koala27 » Mo 1. Jun 2020, 18:08

[quote="sinus"]Liebe Koala,
danke für die Vorstellung.
Deine Kinder sind ja fast im selben Alter, wie meine beiden.
(Große Tochter 11,5, 5. Klasse, kleine Tochter gerade erst 6 geworden, wird dieses Jahr eingeschult)

Hallo Sinus,
danke für deine Rückmeldung. Ich werde mal versuchen deine Fragen zu beantworten.
Ja, dass unsere Kids fast gleich alt sind ist mir auch schon aufgefallen :-)

Unser Sohn wurde mit 5,3 getestet--und ja, auch wir haben danach sehr lange wegen einer Früheinschulung überlegt - die uns sehr angeraten wurde von allen Seiten- außer vom Kiga. Der Kiga hatte genau die meinung, die ich auch hatte- ihm würde noch 1 Jahr gut tun. Mein Mann war allerdinsg der Meinung, dass die Experten eher Recht haben und wir hatten sehr viele Diskusionen diesbezüglich.
Gut, jetzt im Nachhinein- mit dem Lockdown seit dem 13.3. wäre es für den Kurzen fast egal gewesen, ob er letztes Jahr hingekommen wäre oder nun dies Jahr. Denn genau das, was er jetzt alles nicht erleben kann im Kiga, hätte er letztes Jahr erleben können....aber 8 Wochen vor dem Sommerferien ihn "mal eben" zum Vorschulkind zu machen und dann die 8 Wochen plus die 6 Wochen Sommerferien massiv an der Feinmotorik mit Stiften zu arbeiten-- das war sein Knackpunkt--wäre mir halt total falsch vorgekommen.


Nun bin ich gespannt, wie sie in der Schule klarkommt, wenn sie schon so viel kann, was in der ersten Klasse erst gelernt wird. (Uhr lesen und mit Geld umgehen bspw kann sie auch schon)

Da ist deine Tochter auf jeden Fall weiter als unser Sohn--- Buchstaben und selber lesen interessieren ihn wenig, Uhr kann er nur die digitale ablesen und Geld haben wir noch nicht getestet.

Der Kurze hat sehr viel Spaß an Mathe--und konnte halt letztes Jahr schon etwas, weswegen die Experten gemeint haben, er würde dann in Mathe auf dem Stand der Klasse 2 sein, wenn er erst dies Jahr hinkommt...
Bisher kann ich das nicht ganz so bestätigen-- klar, er leibt Matheknobelzettel, rechnet schon relativ sicher mit Zehnerübergang mit Plus und Minus, aber bspw, Geteilt und Mal geht manchmal, manchmal nicht und ich habe das Gefühl, er zählt dann eher im Kopf ab, als das er rechnet. 1x1 kann er auch noch nicht- was hier in Klasse 2 dran ist.


Flexible Eingangsklassen gibt es hier leider auch weit und breit nicht. Das wäre meiner Meinung nach ideal für solche Kinder!

Ja, die hätten wir auch gerne gehabt, auch schon für die Große...aber sie ist halt 2014 eingeschult worden ( da war sie fast 7, weil sie 2 Tage nachdem Stichtag hier Geb. hat) und da war die Schule eben leider dicht.
Die Schulleiterin der Schule ist jetzt an der Grundschule, wo die Große war und auch der Kurze ( leider) hinmuss, aber sie wird dort die Eingangsklassen noch immer nicht einführen, obwohl sie mir schon 2015 gesagt hatte, dass sie das gerne machen würde. Ich denek, dass ist hier eine politische Entscheidung---- denn dann dürften alls Kids ja dort angemdelt werden, wegen dem Konzept und dann würden alle anderen Grundschuel massive Probleme haben 2 zügig zu bleiben...dass will ja keiner..leider..

Seit Anfang diesen Jahres bin ich übrigens jetzt auch Mitglied bei der DGhK, vor allem meiner Großen wegen, die mir doch einige Sorgen macht, weil sie so wenig Selbstwertgefühl hat, sich ziemlich "anders" fühlt, und trotz der nun fordernderer Schule nach wie vor sehr ungern zur Schule geht. Momentan hat sie auch Probleme im Fach Mathe, die eigentlich nicht ganz zu ihrer Begabung passen.

Kommt mir doch sehr bekannt vor, die Große hat auch Probleme in Mathe ( und aktuell auch in Physik ( optik/zeichnen)) und ja eigentlich hat sie da ja auch eine Begabungspitze...
aber sie hat halt Probleme mit dem räumlichen Sehen ( Sehschwäche/Schielen) und dadurch schon immer Probleme in Geometrie-- bis Ende Klasse 5 ging es aber zumindest mit den anderen Themen relativ gut--aber jetzt mit Bruchrechnen hat sie da doch Probleme oder denkt zu kompliziert...es ist gerade nicht so toll, sie drückt sich auch um die Matheaufgaben bis es gar nicht emhr geht wegen Abgabe....

Gab/gibt es bei euch eigentlich irgendwelche Probleme, die mit der Hochbegabung im Zusammenhang stehen könnten?

Gerechtigkeitssinn ist hier ein großes Thema- bei beiden Kids---" das ist unfair"...kommt hier ständig egal um was es geht, selbst beim Kuchen aufteilen...
Regeln einhalten und Regeln brechen...auch Dauerthema bei uns bei beiden Kids und ich finde es schon extrem wie oft wir da etwas wiederholen müssen---ales andere merken sie sich ja auch sofort :roll: :roll:

Wie geht es deiner Tochter damit?
Macht sich die Pubertät schon bemerkbar?
Wie hat sie das Testergebnis aufgenommen?

Sie hat es ganz normal aufgenommen, sich dann aber wohl damit beschäftigt und sich gedacht " jetzt brauche ich nicht mehr üben für die Schule" ( wussten wir aber nicht!)
nachdem dann 3 Arbeiten zurückkamen, die ein ganz andere Ergebnis hatten als was sie erwartet hat--musste sie der Realität ins Auge blicken--nur 1x durchlesen oder gar nichts ansehen reicht eben nicht für eine 1 oder 2- die sie immer gerne hätte.
Und ein Klassenkamerad ist wohl so drauf, der liest sich die Mappe 1x durch oder übt 5 Minuten und der kann es aber dann - der hat auch im Zeugnis alle 1 sen und nur 1x 2 ( in Sport) und sie dachte dann, dass kann ich jetzt auch...

Ansonsten hatte sie so Anwandlungen, dass sie ja besser ist als andere Kinder/ Erwachsene...aber das hat sich mittlweile auch gelegt.

Pubertät-- gute Frage-- zickig und beeinflußbar von Freunden ist sie schon teilweise--aber ich denke, dass ist ganz normal.

Und habt ihr eurem Sohn erklärt, dass er hochbegabt ist bzw habt ihr das Testergebnis irgendwie besprochen?

Nein, haben wir nicht. Wir haben nur gesagt, wir wollen mal schauen, wie gut er knobeln kann, als wir zum Test gegangen sind und das hat ihm auch gereicht.

Er wollte übrigens letztes Jahr auch so gar nicht in die Schule--wir waren bei der Schuluntersuchung, da wurde auch gesagt, dass er hinkann bis auf die Feinmotorik.

Und zur Schulanmeldung mussten wir auch schon hin- ist hier immer 1 Jahr eher. Wir haben ihn den ganzen Weg dorthin ( 1km) hinter uns hergezogen und er hat nur in Dauerschleife gesagt " Ich will nicht zur Schule" :schwitz: :schwitz:
Er wollte bei seinen Freunden ( alle jünger als er) bleiben.
Auch jetzt noch--"ich möchte eine Schultüte aber nicht in die Schule"--- das wird noch "lustig" im August.
Allerdings ist er- für mich zumindest- jetzt besser vorbereitet-- er malt FREIWILLIG ( da war letztes Jahr noch nicht dran zu denken), seine Stifthaltung ist bedeutend besser-- er hat Spaß am Malen/ Ausmalen/ nach Regeln malen gefunden---braucht er ja alles in Klasse 1.
Seine Frustationstoleranz ist besser geworden- er ist nicht mehr sofort beleidigt und verschwindet unter dem Tisch.
Er ist selbstbewusster geworden und traut sich mehr zu- er hat das Seepferdchen gemacht und möchte Bronze machen- wenn es wieder geht.
( in der Grundschule gibt es zwar normalerweise Schwimmunetrricht, aber der taugt nichts viel- wissen wir von der Großen)

Das gibt uns Hoffnung, dass dies Jahr doch ganz gut genutzt worden ist.
Ob es richtig war ihn normal einzuschulen werden wir sehen, wenn es soweit ist und es steht und fällt ja auch mit der Lehrkraft, die er bekommt.

LG
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 1. Jun 2020, 19:10

@Koala

ich habe hier auch einen, der erstmal Rente wollte, und dann wenn er genug hat, in die Schule. :D
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon Nimoe » Di 2. Jun 2020, 00:44

Scheint wohl so ein Jungs-Ding zu sein. Mein 5jähriger will auch nur einen Tag in die Schule gehen wegen der Schultüte und dann wieder zu Hause bleiben. Tja, er hat aber noch ein Jahr Zeit seine Meinung zu ändern. Ich darf noch hoffen. ;)
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 2. Jun 2020, 08:49

Die Jungs wissen, dass damit Arbeitsaufwand, Anpassungsdruck und Erwartungshaltung verbunden sind und lehnen den Zwang ab. Einzehlne Lehrerpersönlichkeiten können die Situation entspannen, aber im Grude genommen ist die Einstellung vom Kleinen so geblieben wie sie noch vor der Schule war. "Kinder - ja! Herumsitzen - nein!"
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon sinus » Di 2. Jun 2020, 11:59

Ich halte dagegen - meine Große, als Mädchen - wollte auch nicht in die Schule.
(sie wollte übrigens - wie doch so viele andere Kinder - auch kein kleines Geschwisterchen. Und im Kindergarten auch nicht Pate für die neuen Kleinen in der Gruppe sein...)
Bei ihr tippe ich drauf, dass sie wohl die damit einhergehenden Veränderungen generell ängstigten, als auch, dass sie eine gute Voraussicht besitzt, dass das mit einer neuen Verantwortung einhergeht.
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Re: Moin von der Nordseeküste

Beitragvon sinus » Di 2. Jun 2020, 12:10

@koala: Dann scheint deine Tochter ja ein recht gutes Selsbstbewusstsein zu haben...

Meine ist leider weit davon entfernt, stolz auf ihre Hochbegabung zu sein. Sie findet sie "nutzlos" und dass es ihr mehr Probleme macht, als dass es was Gutes für sie sei.
Sie orientiert sich auch wenig bis gar nicht an der Peergroup.
Sie lehnt jede Art von Beeinflussung (oder gar Belehrung) aus Prinzip ab. Sie will alles unbedingt immer auf ihre eigene Weise machen.
Ich konnte ihr bspw noch nichtmal sowas simples zeigen, wie man ein Brötchen am besten aufschneidet... geschweige denn Schleife binden etc
Sie macht also schon immer ihr eigenes Ding.

Gleichzeitig empfindet sie ihr "Anderssein" aber als Last und wünscht sich, so zu sein wie alle bzw mehr Nähe zu "den anderen".
Sie passt sich dann an, indem sie möglichst "unsichtbar" bleibt, verteidigt aber gleichzeitig regelrecht "trotzig" ihre Eigenart.
Das ist vermutlich oft eine ganz schöne innere Zerreißprobe für sie...

Die Kleine ist anders. Sie lässt sich zumindest gern was zeigen/beibringen und möchte viel lieber irgendwo dazugehören.
Sucht eher von sich aus Kontakt zu anderen etc
Aktuell läuft sie übrigens - ähnlich wie die Große in dem Alter auch - mit Jungenfrisur und Jungenkleidung herum und ist überhaupt nicht als Mädchen zu erkennen.
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