Hallo

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Hallo

Beitragvon milkyway » So 9. Aug 2020, 15:47

Hallo zusammen,

Ich habe hier schon ein bisschen im Forum gelesen und würde uns gerne mal vorstellen. Mein Mann und ich haben drei Kinder. Die Große ist 9, der Mittlere 8 und unser Jüngster ist gerade drei geworden. Er verblüfft mich immer wieder, deshalb habe ich auch im Internet nach genau einem Forum wie diesem hier gesucht. Mich beschäftigt im Moment sehr, ob mein Kleiner tatsächlich weiter ist, als die meisten in seinem Alter, oder ob sein Wissen ganz “normal” ist.
Auch wenn ich schon zwei größere Kinder habe und somit schon einige Erfahrung gesammelt habe ist doch jedes Kind so verschieden und ich tue mich schwer mit der Einschätzung. Mein Jüngster kann zwar definitiv mehr als seine Geschwister in dem Alter, aber vielleicht hat er auch einfach mehr Vorbilder bei denen er sich was abgucken kann. Außerdem kann er mit einigen beschriebenen Kindern hier definitiv nicht mithalten.
Im Kindergarten scheint er auch nicht aufzufallen. Bei dem letzten Entwicklungsgepräch vor zwei Wochen habe ich vorsichtig nachgefragt, aber ihnen schien vieles von seinem Können noch nicht aufgefallen zu sein oder nicht zu verwundern, deshalb zweifle ich so an meiner Wahrnehmung. Zum Beispiel kennt er fast alle Großbuchstaben und auch einige Kleinbuchstaben. Das erste Mal als er etwas mit Buchstaben anfangen konnte war mit gerade Zwei, als er drei identische Spielzeuge, anhand der Buchstaben, die wir daruntergeschrieben hatten, zuordnete. Bald darauf hat er das ABC Lied gelernt und dann immer wieder Buchstaben erfragt. Zahlen haben ihn lange nicht interessiert, aber inzwischen kann er Dinge bis 10 (neulich sogar bis 14) fehlerfrei abzählen und eine Menge von drei simultan erfassen. Links und rechts kann er seit kurzem auch auseinanderhalten. Im Moment interessiert er sich für die Monate und kann inzwischen vielen Familienmitgliedern ihren Geburtsmonaten zuordnen. Meine Großen haben das alles erst im letzten Kindergartenjahr oder auch erst in der Schule gelernt.
Er stellt aber nicht außergewöhnlich viele Fragen, auch die „Warum“-Zeit hatte er nicht wirklich. Aber, wenn er etwas fragt merkt man, dass er sich darüber Gedanken macht und dann kommen so Fragen wie: Wofür sind die weißen Striche auf der Straße? Wie alt wird Oma? (das hat er jetzt gefragt, weil er weiß, dass sie Ende August Geburtstag hat) Fahren Züge auch in der Nacht? Was ist ein Vegetarier (das hat er mal in einem Film aufgeschnappt und mich dann drei Tage später gefragt) Oder er stellt etwas fest, sein Wortlaut: „Mama, jetzt haben die Läden zu, aber gleich machen sie wahrscheinlich auf und dann kannst du einkaufen gehen!“ Sein Wortschatz ist, finde ich, riesig und er lernt ständig dazu.
Dennoch frage ich mich, ob er wirklich weiter ist als andere?! Er spielt zum Beispiel gerne noch mit Duplo und hört immer wieder die gleichen Hörspiele (Rabe Socke etc). Aber dann auch gerne die Hörspiele/Bücher der Großen und guckt genauso gerne wie sie „Checker Tobi“ oder die Erklärvideos der „Sendung mit der Maus“.
Manchmal kann er sich Dinge wirklich erstaunlich gut merken. Er merkt sich auch sehr viele Wörter, bei denen er die Bedeutung nicht versteht, aber wenn er dann zufällig eine Erklärung für das Wort bekommt, dann sprudelt es aus ihm heraus. Er hat mich neulich z.B. gefragt, was für grüne Blätter in unserem Hof wachsen. Wir haben sie uns angeschaut und auch Klee entdeckt. Das war das erste Mal, dass er bewusst Klee in der Hand hatte und er hat sofort das Jahreszeitenlied angefangen zu singen, in dem der Sommer den Klee bringt. Auch eine Woche später konnte er noch aufzählen, welche Blätter wir gefunden hatten.
Im Endeffekt ist es auch egal, wie weit er ist, aber in letzter Zeit mag er immer öfter nicht in die Kita gehen. Er sagt z.B. er hat keine Lust zum Spielen, er möchte lieber vorgelesen bekommen (dabei machen wir das zu Hause schon echt viel).
Er ist manchmal auch sehr fordernd und hat immer eine genaue Vorstellung davon wie Dinge laufen sollen, das geht natürlich nicht immer und dann kommt die Trotzphase so richtig durch.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mit anderen Eltern nicht wirklich über meinen Sohn reden kann. Ich will ja auch niemandem unter die Nase reiben, dass er schon lange seinen Namen buchstabieren kann, aber man unterhält sich mit anderen Eltern einfach oft über die Kinder und ich finde es schwierig, dass man immer aufpassen muss, was man sagt. Wie ergeht es euch damit?

Liebe Grüße
milkyway
 
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Re: Hallo

Beitragvon Meine3 » So 9. Aug 2020, 17:02

Hallo und herzlich willkommen,

deine Frage ist ja, soweit ich das jetzt richtig verstanden habe, ob dein Kind überdurchschnittlich intelligent oder gar hochbegabt sein könnte. Denn, dass er weiter entwickelt ist als andere Kinder, wenn er mit 2 anfängt sich für Buchstaben zu interessieren und mit 3 alle Buchstaben kennt, ist ja offensichtlich :fahne:, denn das tun Kinder für gewöhnlich in diesem Alter nicht. Die anderen Dinge, die du aufzählst, hören sich für mich nach einem fitten Kind an, aber weisen für mich nicht klar auf ein überdurchschnittlich intelligentes Kind hin. Aber das ist lediglich mein unprofessioneller Eindruck.

Deine Frage kann dir auch hier niemand beantworten. Ob ein hoher IQ vorliegt, ergibt ein Test. Testen in diesem Alter ist meines Erachtens nicht wirklich sinnig. Es gibt keinen Handlungsbedarf, da das Kind außer, dass es manchmal nicht in die Kita mag, zufrieden zu sein scheint. Außerdem sind Tests in diesem Alter einfach noch überhaupt nicht aussagekräftig. Zu sehr hängt das Testergebnis in diesem Alter (bis ca. 10 würde ich sagen ist das so) von der jeweiligen Tagesverfassung, der "Lust", der Sympathie mit dem Tester etc. ab.

Sicherlich schauen sich kleine Geschwister viel von den Großen ab. Grade wenn die Großen in die Schule kommen, ist das auch bei den Kleinen ein Thema:

Meine Kleine ist 3,5. Sie erkennt seit sie 2 ist vereinzelt Buchstaben und ihren Namen, mit 1,5 Jahren hat sie erstmalig bis 10 gezählt (aber ohne Mengenbegriff dahinter) und konnte zwischen 1 und 2 Jahren links und rechts unterscheiden (jetzt kann sie es übrigens nicht mehr zuverlässig), mit 2 hat sie angefangen das ABC-LIed rauf und runter zu singen. Jetz, mit 3,5, zählt sie bis 19 und erfasst Mengen bis 3 oder 4 ohne zu zählen. Abzählen kann sie bis über 10 (ich habe das nicht mit ihr ausprobiert, daher weiß ich nicht genau wie weit sie das kann), und rechnen kann sie im 5er Raum plus und minus. Auch fängt sie an zu schreiben (die Buchstaben, die sie mittlerweile benennen kann: A,O,I,E,N,M,S,J,U) und erfragt dann immer was sie da geschrieben hat ;). Ich bin sicher, dass ihr großes Interesse damit zu tun hat, dass der Große letztes Jahr eingeschult wurde und die Mittlere auch mit 4 lesen und schreiben anfing (recht parallel zueinander) und dieses Jahr die Mittlere mit der Einschulung dran ist. Sie will auch gerne in die Schule. Das heißt noch lange nicht, dass sie auch schulreif ist :lol:.

Ob ein Kind sich nun einiges von den Großen abschaut oder nicht, bedeutet nicht, dass es nicht auch überdurchschnittlich begabt sein kann. Es kann ja beides vorliegen.

Auch können bei weitem nicht alle hochbegabten Kinder vor Schuleintritt lesen, schreiben oder rechnen. Und diese schulischen Fertigkeiten sind auch nicht hochbegabten Klein- und Vorschulkindern vorbehalten. Es ist kein "klarer Hinweis", wenn man so früh einen Faible für Buchstaben und Zahlen hat, dass man sehr begabt ist. Ein Hinweis, dass das Kind klug ist, ist aber, wenn das Kind es aus eigenem Interesse und ohne Zutun der Eltern erlernt.

Ob dein Kind überdurchschnittlich intelligent ist, erkennst du meiner Meinung nach am ehesten daran, wie schnell dein Kind Zusammenhänge erfasst, wie schnell oder mühelos es begreift und lernt. Das muss nicht unbedingt immer früher als "normal" sein. Mein Sohn hat beispielsweise vor Schuleintritt nicht gelesen (er kannte einige Buchstaben und hatte das Prinzip des lesens verstanden, las aber nicht) und nicht schreiben (außer seinen Namen, MAma und Papa), aber er las bereits zu den Weihnachtsrferien richtige Bücher (keine Erstleserbücher mehr), hat lesen also innerhalb von 3 Monaten so weit erlernt, dass er leise und sinnerfassend ganz normale Bücher lesen konnte. Ansonsten war mein Sohn in allen Entwicklungsbereichen früher, meist sogar deutlich früher dran, einige Entwicklungsschritte hat er auch übersprungen. Aber das ist auch lediglich ein Hinweis und MUSS nicht bei allen hochbegabten Kindern so sein.

Zur Zeit würde ich deinen Junior einfach weiter beobachten und auf seine Bedürfnisse eingehen, dabei aber nichts "pushen". Kinder, auch normal begabte, haben immer mal wieder keine Lust auf den Kindergarten. Wenn es dauerhaft zum Problem wird oder weiterführende Probleme dadurch entstehen, muss man natürlch genauer hinsehen.

Wir haben persönlich sehr früh gemerkt, dass Sohnemann weit und irgendwie "anders" ist, aber er war ein glückliches und zufriedenes Kind, dass sozial gut integriert war und gern in den Kindergarten (den alten, der neue war ne Katastrophe) ging. Deswegen hatten wir nie auch nur im Ansatz die Idee, herauszufinden "wie klug" der Sohn nun tatsächlich ist, auch wenn oft über ihn gestaunt wurde (eher von außen als von uns. Wir hatten ja noch keine Vergleichswerte). Zum Problem wurde seine kognitive Fitness erst nach einem Kindergartenwechsel im Vorschulalter. DA mussten wir dann auch handeln und sind zur Diagnostik gegangen.

Es kommt durchaus vor, dass Hochbegabung in der Familie isoliert auftritt, aber meine persönliche Erfahrung ist, dass Hochbegabung in einer Familie mehrfach auftaucht. Der Schluss liegt nahe, dass hohe Begabung erblich bedingt ist, zumindest zu einem großen Teil...

Du musst grade nichts "tun". Begabung verschwindet nicht, wenn man nicht testet oder es nicht weiß. Aus reiner "Neugier" einen Test zu machen halte ich persönlich für den falschen Beweggrund. Zumindest in diesem Alter, da die Tests wie gesagt im Kleinkind bis Grundschulalter oft nicht das widerspiegeln, was die Kinder wirklich können, sondern vielmehr das, was sie bereit waren an dem Tag zu zeigen.

Oft ist es aber doch so, dass man als Mutter schon spürt, wenn das Kind irgendwie "anders" tickt als andere Kinder. Ich denke einige Mütter hier (inklusive mir) haben sehr, sehr früh gemerkt, dass ihre Kinder sehr gut entwickelt sind, aber im Kleinkindalter kann man da einfach noch nicht viel mehr sagen. Da muss man abwarten.

Gruß

Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Hallo

Beitragvon milkyway » Mo 10. Aug 2020, 00:34

Liebe Meine3,

Vielen Dank für deine Antwort und dem Austausch der Erfahrungen mit deinen Kindern. Ich weiß man kann jetzt noch nicht feststellen, wie hoch der IQ ist und das brauche ich auch gar nicht wissen. Es ist nur so, dass ich bei besagtem Entwicklungsgespräch in der Kita das Gefühl hatte, die Erzieher haben ein ganz anderes Bild von ihm. Er ist in seiner Gruppe von 10 Kindern im Alter von 3-4 Jahren der Jüngste. Er wird anscheinend so wahrgenommen, dass er noch nicht so weit wie die Anderen ist und so behandelt. Er isst z.B. in der Kita noch viel mit den Händen, zu Hause ist das schon lange nicht mehr der Fall, obwohl wir das nicht forciert haben. Diese andere Wahrnehmung hat mich doch sehr überrascht und verunsichert. :? Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass er sozial hinterher ist.
Bei uns in der Familie ist in der Tat noch niemand als hb getestet worden, aber mir ist bei meinem Kleinen immer mal wieder aufgefallen, dass er einige Dinge sehr schnell gelernt hat. Er hat sich z.B. zwei Wochen nach der Geburt das erste Mal gedreht. Die darauffolgenden vier Wochen schien er es wieder verlernt zu haben, bis er es dann aus eigenem Antrieb für ca. eine halbe Stunde geübt hat. Danach hatte er den Dreh raus.
Mit dem Laufen lernen hat er sich dann etwas Zeit gelassen.
Mit 12 Monaten hat er fast zeitgleich angefangen zu laufen und zu sprechen. Zu seinen ersten 10 Wörtern gehörten: meins, nein und danke. Das war eine sehr witzige Kombination. :lol:
Mit 24 Monaten hatte er einen riesigen Wortschatz, hat aber gerade erst mit Zweiwortsätzen angefangen. Das hat sich sehr schnell geändert und seine Sätze bestanden nur ca. einen Monat später aus bis zu sieben Wörtern.
Er war rundum ein sehr aufgewecktes Baby und Kleinkind und hat sich seinem Forscherdrang folgend mehrmals täglich in Gefahr gebracht. :roll:
Ich habe einfach das Gefühl, dass er im Moment nicht in die Kita möchte, weil er sich nicht so richtig wahrgenommen fühlt. Es gibt eine Erzieherin, die immer super auf ihn eingegangen ist und bei der er sich sehr wohl gefühlt hat, leider ist sie jetzt nicht mehr für seine Gruppe zuständig. :(
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Re: Hallo

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 10. Aug 2020, 08:50

Es gibt einige Kinder, die nicht gerne in den KG gehen. Wenn man eine Möglichkeit hat, sollte man die Besuche von KG aufs Minimum reduzieren. Man muss auch nicht unbedingt in den Kindergarten. Ansonsten hat man sehr wenig Möglichkeit auf das Geschehen im KG Einfluss zu nehmen. Die Erzieherinen in Deutschland sind schlecht ausgebildet und noch schlechter bezahlt, die Betreuungsschlüssel katastrophal. Vereinzelt kommen gute Erzieherinen vor, aber sie sind selten wie die Perlen im Meer.

Dein Kind versteht, dass er zuhause mehr bekommt, als im Kindergarten. Die Gesellschaft der Gleichaltrigen ist ihm nicht so viel Wert wie die Aufmerksamkeit der Eltern.
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Re: Hallo

Beitragvon nosupermum » Mo 10. Aug 2020, 08:54

Hallo Milkyway,

egal ob hb oder „nur“ verdammt fit, ich würde in der Folgezeit verstärkt drauf achten und schauen, dass auch sein Umfeld ihm gerecht wird. Ich muss rückblickend sagen, dass meine Tochter in der Kita auffällig fit war, sie aber nie negativ aufgefallen ist, sodass sie dort nicht die Möglichkeit bekommen hat, sie sie gebraucht hätte. Von früher Einschulung ganz zu schweigen. Für ein schlaues Kind ist der Kindergarten, wenn es blöd läuft, limitierend, also nicht die passenden/anspruchsvolleren Bücher. Es hängt echt vom Personal ab, ob die Zeit haben oder auch hb in Betracht ziehen. Meist kämpfen sie ja mit den Problemfällen und da ist (O-Ton Schule) keine Zeit mehr für die Schlauen
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Re: Hallo

Beitragvon sinus » Mo 10. Aug 2020, 15:23

...für mich klingt das schon nach einem überdurchschnittlich fitten Kind. Ob nun etwas unter, auf oder etwas über der hb-Grenze ist ja eigentlich egal.
Ich habe hier eines, was knapp über 120 und eines was knapp über 130 getestet ist und soooo extrem sind die Unterschiede nicht.
Die Kleine (mit dem niedrigeren IQ, allerdings auch mit knapp 5 getestet, das ist also evtl. noch nicht so zuverlässig) kann bspw jetzt im Vorschulalter sogar sehr viel mehr an "Schulstoff", als die Große im gleichen Alter. (Lesen & Rechnen bspw, Noten lesen...)
Die Große war und ist dagegen charakterlich schwieriger, evtl. etwas kreativer (sie hat sich früh schon endlose Geschichten ausgedacht, das hat die Kleine nicht gemacht) und denkt vielleicht etwas mehr um die Ecke.
Die Große sprach sehr früh & komplex (erste Wort mit 8/9 Monaten, Zweiwortsätze ab 15 Monaten, mit 18 Monaten Sätzte mit bis zu 7 Worten), die Kleine war da etwas später als die Schwester, aber immernoch früher als die meisten anderen gleichaltrigen Kinder. Die Kleine zeigte aber mit 6 Monaten eindeutig ihr erstes Babyhandzeichen (Blume) und hat auch "Licht" schon mit 5 Monaten recht eindeutig immer mit "chhht" kommentiert)
Babybrabbelsprache habe ich bei beiden nicht gehört.
Die Kleine setzte sich mit erst 5,5 Monaten allein hin und krabbelte dann ein paar Tage darauf auch. Das war schon ziemlich auffällig früh. Da war die Große später dran.
Gelaufen sind aber beide mit 10/11 Monaten etwa.

Alles in allem waren sie früh, aber auch keine "Wunderkinder" die überall sofort auffielen. Am ehesten waren sie noch mit 2,3 Jahren auffällig, danach wurden sie immer "unauffälliger" bzw zeigten zumindest im Kiga nicht mehr, was sie wirklich drauf hatten. Bei der Großen hatte ich im Alter von 5 bis 8 Jahren sogar selbst Zweifel, ob ich mir nicht bloß "was einbilde". Sie fiel damals in der Krippe noch sehr durch ihren Wortschatz auf (sie identifizierte bspw etwas Getöpfertes als "Keramik", wusste, was Säugetiere sind und unterschied verschiedene Blattarten von Bäumen), später war sie dort zunehmend unauffällig. Nur sehr einzelgängerisch und ruhig war sie.
Die Kleine hatte im Kiga auch nur 1-2 Spielfreunde und konnte sonst mit den anderen Kindern wenig anfangen. Sie war aber von zu Hause und durch die Nachbarschaft auch einfach ans Spielen mit älteren Kindern gewöhnt.
Auch sie galt bei den Erziehern als unauffällig bzw fiel nur durch sehr gutes Sozialverhalten auf. (im Sinne von brav, hilfsbereit, ließ sich nicht in Streit verwickeln/fing keine Streit an)
Beide Mädchen gingen ab 4/5 Jahren nur höchst ungern in den Kindergarten.
Die Große hab ich im letzten Kigajahr dann immer schon mittags geholt, die Kleien hat jetzt von den "Coronaferien" sehr profitiert. Sie wat jetzt im Juli nochmal 2 Wochen, nur bis mittags, und wollte dann partout nicht mehr hingehen. Aktuell ist sie also bis zum Schulanfang zu Hause.

Als ich damals wegen einer Früheinschulung für die Kleine die Erzieherin fragte, war sie befremdet. Das Kind sei doch so schüchtern und still und sie könne sich auch bei ihr gar nicht vorstellen, dass sie hb sei (Ich hatte erwähnt, dass die Schwester entsprechend getestet wurde und sie mit der Unterforderung in der Grundschule Probleme hatte)
Die Schwester wurde aber ja auch selbst von der Lehrern in der GS nicht "erkannt" und man reagierte überrascht auf das Testergebnis.

Was ich damit sagen will - hoffe nicht darauf, dass Erzieherinnen/Lehrer sowas von sich aus erkennen!
Das ist absolute Ausnahme und passiert wohl nur, wenn diejenige/derjenige eine passende Zusatzqualifikation hat oder selbst Erfahrungen mit Hb in der Familie. Und solche Pädagogen wirst du kaum finden.

Beobachte dein Kind weiter und erfreue dich an ihm, versuche ihm das Futter zu geben, dass er braucht und behalte im Auge, wie es ihm im Kindergarten geht. Du wirst merken, wenn es da nicht passt.
Ggf wende dich an eine Beratungsstelle, das geht tw auch telefonisch. Oder such den Kontakt zu DGhK. Da findest du viele Leute, mit Erfahrung und Tipps.
Dazu braucht es keinen Testet für ist es eh noch zu früh.
(erst ab 9/10 Jahren, mache sagen sogar ab 12 Jahren, ist das Ergebnis wohl einigermaßen zuverlässig)
sinus
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Re: Hallo

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 10. Aug 2020, 15:55

Manchmal sind selbst höchstbegabten Kinder in den früheren Jahren und/oder bei entsprechender Umfeld fast ganz unauffällig. Mein sprachlich höchstbegabtes Kind (getestet mit 13), das den Sprachteil von WISC durchgehend gedeckelt hat, hat Buchstaben, Lesen und Schreiben erst in der 1. Klasse gelernt. Obwohl dieses Kind schon immer auffällig gut und differenziert gesprochen hat, hielt ich das für vollkommen normal. Die Partizipialkonstrukte wie "ich habe heute Nacht im Traum vor meinen Augen ein Igel stehend sehen" mit 3 haben mich ein wenig aus dem Konzept "normal" gebracht, aber dann habe ich das wieder vergessen. Ich fand es auch normal, dass man Kindern mit 3-4 Jahren Madita vorlesen kann. Ich verstand nicht, warum viele im Kindergarten beim Vorlesen so zappeln und nicht mal die dritte Seite von Lars der Kleine Eisbär abwarten können. Aber auch das habe ich irgendwann mal vergessen.
Zuletzt geändert von Katze_keine_Ahnung am Mi 12. Aug 2020, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hallo

Beitragvon zweierpack » Mo 10. Aug 2020, 17:07

milkyway hat geschrieben:Liebe Meine3,

Es ist nur so, dass ich bei besagtem Entwicklungsgespräch in der Kita das Gefühl hatte, die Erzieher haben ein ganz anderes Bild von ihm. Er ist in seiner Gruppe von 10 Kindern im Alter von 3-4 Jahren der Jüngste. Er wird anscheinend so wahrgenommen, dass er noch nicht so weit wie die Anderen ist und so behandelt. Er isst z.B. in der Kita noch viel mit den Händen, zu Hause ist das schon lange nicht mehr der Fall, obwohl wir das nicht forciert haben. Diese andere Wahrnehmung hat mich doch sehr überrascht und verunsichert. :?

Ich habe einfach das Gefühl, dass er im Moment nicht in die Kita möchte, weil er sich nicht so richtig wahrgenommen fühlt. Es gibt eine Erzieherin, die immer super auf ihn eingegangen ist und bei der er sich sehr wohl gefühlt hat, leider ist sie jetzt nicht mehr für seine Gruppe zuständig. :(


Hallo,

ich kann diese Irritation Eigenwahrnehmung contra Wahrnehmung der Erzieher verstehen. Ich denke auch, dass du einen sehr fitten Jungen hast, der (aus welchen Gründen auch immer) vielleicht im Kindergarten nicht immer zeigt, was er kann. Das kann Charaktersache sein, vielleicht gibt es tatsächlich einen "Misfit" zwischen Erziehern und ihren Vorstellungen und ihm und seinem Charakter, vielleicht ist er im Kindergarten noch nicht angekommen (hat er 1-2 gute Freunde?) und ist nicht entspannt, es gibt viele Erklärungsmöglichkeiten.
Bei uns war die Situation ähnlich: unser Sohn, ein in unseren Augen mit 3 Jahren fittes Kind (großer Wortschatz, großes Verständnis für Naturwissenschaft/Technik, wirklich verblüffende, tiefgehende Fragen etc.), wurde im Vergleich zu seiner deutlich extrovertierteren Schwester, die im Kindergarten schnell eine echte Herzensfreundin gefunden hatte und "angekommen" war, völlig anders im KIGA wahrgenommen. In seiner Gegenwart wurde darüber gesprochen, "wie schlimm es sei, wenn man eine so schlaue und aufgeweckte Schwester habe und man selber eben langsam sei".
Er fand zunächst keinen Anschluss, das ganze gipfelte in Kindergartenverweigerung als ein Erzieher alleine die Gruppe betreuen musste und stressbedingt einige Kinder grenzwertig behandelte (Anschreien, Niederdrücken, vor anderen beschämen etc.)
Ich habe davon erst später erfahren, es war keine gute Zeit, es ging wenig bei ihm, er verweigerte es, einen Strich zwischen zwei Punkten zu ziehen "er könne das nicht".

Der Knoten löste sich für uns bei der U9 als der Kinderarzt sich mit ihm lange beschäftigte und mir dann sagte, was für ein wirklich fittes Kind wir haben: sprachbegabt, schon sehr abstraktionsfähig und reflektiert, sehr gute Merkfähigkeit und motorisch topfit ("der ist unter den besten 10% seines Jahrgangs") und er parallel einen richtig guten Freund im KIGA gefunden hat. Einen auf seiner Wellenlänge, mit dem er den halben Vormittag Fantasiereisen durch die Welt in Rollenspielen machen konnte. Unsere Einschätzung von ihm war sicherer geworden und er hat sich sicherer gefühlt.

Was für ein Charakter ist dein Sohn, extrovertiert oder eher vorsichtig, Draufgänger nur zu Hause oder auch unter anderen? Hast du das Gefühl, dass er emotional im Kindergarten angekommen ist? Hat er Freund(e) auf gleicher Wellenlänge im Kindergarten? Wie sprechen die Erzieherinnen mit und über ihn freundlich? professionell-distanziert? Wie ist er in anderen Situationen, bei Familie und Freunden, zeigt er da seine Art/sein Wesen offen oder ist er zurückhaltend?
Ich würde erst schauen, ob der Kindergarten stimmig ist, was eventuell nicht passt, bevor du über Test, HB oder nicht nachdenkst. Du hast ein intelligentes Kind (da täuscht du dich garantiert nicht), wie sehr ist egal, wichtig für ihn ist, dass er sich in seiner Umgebung so wohl fühlt, dass er sich "zeigen" kann.

Mein Sohn blieb und bleibt ein Ruhiger, es dauert bis er auftaut und zeigt was er kann und was ihn beschäftigt, aber es ist besser geworden. Er kann sich besser öffnen und ist bei seinen "Wissensgebieten" inzwischen sehr selbstbewußt, so dass man ihn nicht mehr so leicht übersehen kann. Er hat die Grundschule gut geschafft, zunächst mal wieder unterschätzt (scheint sein Schicksal) aber dann doch angekommen mit seinem Wesen und seinem Wissen. Ich habe bei der Lehrerin am Anfang auch vorsichtige Lobbyarbeit betreiben müssen, weil vieles nicht bei ihr ankam (welche Bücher er liest etc.).
Zum Ende der Grundschule sagte sie ihm, wie sehr sie im letzten Jahr die Gespräche mit ihm geschätzt habe, dass er ein phänomenales Allgemeinwissen hat, und dass er bitte weiter so offen bleiben soll. ;)
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Re: Hallo

Beitragvon sinus » Mo 10. Aug 2020, 18:47

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Manchmal sind selbst höchstbegabten Kinder in den früheren Jahren und/oder bei entsprechender Umfeld fast ganz unauffällig. Mein sprachlich höchstbegabtes Kind (getestet mit 13), das den Sprachteil von WISC durchgehend gedeckelt hat, hat Buchstaben, Lesen und Schreiben erst in der 1. Klasse gelernt. Obwohl dieses Kind hat schon immer auffällig gut und differenziert gesprochen hat, hielt ich das für vollkommen normal. Die Partizipialkonstrukte wie "ich habe heute Nacht im Traum vor meinen Augen ein Igel stehend sehen" mit 3 haben mich ein wenig aus dem Konzept "normal" gebracht, aber dann habe ich das wieder vergessen. Ich fand es auch normal, dass man Kindern mit 3-4 Jahren Madita vorlesen kann. Ich verstand nicht, warum viele im Kindergarten beim Vorlesen so zappeln und nicht mal die dritte Seite von Lars der Kleine Eisbär abwarten können. Aber auch das habe ich irgendwann mal vergessen.



Ja, stimmt. Geduld, Konzentration und Verständnis bei Büchern und Filmen waren bei meinen Kindern sehr früh vorhanden.
Der Großen habe ich bspw mit 4 den Hobbit vorgelesen, der Kleinen jetzt mit knapp 6 alle Bände Harry Potter.
Beides auf ausdrücklichen Wunsch hin und trotz anfänglicher Zweifel war es dann eindeutig, dass es zu dem Zeitpunkt genau das Richtige war.
(Genau bei diesen beiden Sachen wurde ich vom Kind jeweils früh extra geweckt, damit ich vor dem Aufstehen noch ein Kapitel vorlesen könnte...)

Wobei Geduld und Sitzefleisch sicher auch Charaktersache sind.
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Re: Hallo

Beitragvon Meine3 » Mo 10. Aug 2020, 21:19

sinus hat geschrieben:
Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Manchmal sind selbst höchstbegabten Kinder in den früheren Jahren und/oder bei entsprechender Umfeld fast ganz unauffällig. Mein sprachlich höchstbegabtes Kind (getestet mit 13), das den Sprachteil von WISC durchgehend gedeckelt hat, hat Buchstaben, Lesen und Schreiben erst in der 1. Klasse gelernt. Obwohl dieses Kind hat schon immer auffällig gut und differenziert gesprochen hat, hielt ich das für vollkommen normal. Die Partizipialkonstrukte wie "ich habe heute Nacht im Traum vor meinen Augen ein Igel stehend sehen" mit 3 haben mich ein wenig aus dem Konzept "normal" gebracht, aber dann habe ich das wieder vergessen. Ich fand es auch normal, dass man Kindern mit 3-4 Jahren Madita vorlesen kann. Ich verstand nicht, warum viele im Kindergarten beim Vorlesen so zappeln und nicht mal die dritte Seite von Lars der Kleine Eisbär abwarten können. Aber auch das habe ich irgendwann mal vergessen.



Ja, stimmt. Geduld, Konzentration und Verständnis bei Büchern und Filmen waren bei meinen Kindern sehr früh vorhanden.
Der Großen habe ich bspw mit 4 den Hobbit vorgelesen, der Kleinen jetzt mit knapp 6 alle Bände Harry Potter.
Beides auf ausdrücklichen Wunsch hin und trotz anfänglicher Zweifel war es dann eindeutig, dass es zu dem Zeitpunkt genau das Richtige war.
(Genau bei diesen beiden Sachen wurde ich vom Kind jeweils früh extra geweckt, damit ich vor dem Aufstehen noch ein Kapitel vorlesen könnte...)

Wobei Geduld und Sitzefleisch sicher auch Charaktersache sind.



Ja, bei uns auch. Wir haben sehr früh Bücher mit wenigen Bildern (Bzw. Ohne) vorgelesen. Für uns normal, für andere Kinder in dem Alter aber wohl „unnormal“. Bei uns gabs MOMO (Buch) auch mit 5, bzw. 6, weil aktiv eingefordert und der Große (7) liest Harry Potter jetzt selbst, bzw. Ist mit Band 3 seit 2 Wochen fertig (Anfsng Juli hat er den 1. Band nach langem quengeln bekommen). Ich erlaube ihm allerdings nicht Band 4-7. Emotional zu heftig für ihn.

Die Kleene mit ihren 3 Jahren hört auch schon immer gespannt bei Petronella Apfelmus zu, ihr Lieblingsbuch mit 2 war Pippi Langstrumpf (allerdings eine Bilderbuch-Version mit Fotos von den Filmen und viiiel Text).

Und meine Kinder haben sonst alle kein Sitzfleisch :lol:, nur beim lesen/vorlesen
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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