Hallo! Ich bin neu hier

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon Starshollow » Mi 9. Sep 2020, 09:57

Hallo zusammen,

ich habe in den vergangenen Monaten still bei euch mitgelesen und fand es zunehmend schade, nicht antworten zu können. Daher nutze ich meinen freien Vormittag, um mich / uns vorzustellen.

Meine Familie und ich leben nicht in Deutschland, sondern in einem Nachbarland (und sprechen deutsch). Ich bin verheiratet und Mutter von 2 Töchtern (9 und 11 Jahre alt).

Die 11 Jährige besucht seit letzter Woche die 7. Klasse (Wechsel auf eine Art Gymnasium nach Klasse 6). Sie ist schon immer mein Sorgenkind gewesen. Sie war sehr früh in ihrer Entwicklung auffällig, hat viel geschrien als Baby und immer "skeptisch" geguckt. Sie war definitiv kein Sonnenscheinbaby, sondern von Tag 1 extrem anspruchsvoll, hat kaum geschlafen, war sehr neugierig. Je größer sie wurde, desto mehr fiel sie auf. Mit 2 sprach sie fast perfekt (außer einem Sigmatismus, den sie immer noch hat und den sie nicht wegtherapieren möchte, weil er "ein Teil von mir ist, den du akzeptieren musst, Mama"). Sie konnte unzählige Lieder, Gedichte, Bücher auswendig, hat sich sehr für Buchstaben interessiert und mit 3 angefangen zu lesen, mit 4 fließend Kinderbücher gelesen und mit 5 Ella Bücher, Magisches Baumhaus und ähnliches, jeden Tag mindestens 1 komplett. Wir sind seitdem Stammgast in der Bibliothek ;-). Sie wurde mit 6 getestet und das ergab einen IQ an der Grenze zur Höchstbegabung.

Der Kindergarten wollte sie ein Jahr früher einschulen, meine Tochter wollte nicht. Sie hatte eine beste Freundin und ohne die ging nichts. Sie war in der Gruppe akzepiert, aber nicht wirklich "drin" und so ist es seither in jeder Klasse geblieben. Die Schule (gehört zum Kindergarten) schlug eine Quereinschulung im Schuljahr vor, später dann den direkten Sprung in die 2. Klasse. Unser Kind wollte nicht und wir haben es dabei gelassen. Langeweile ist seit der Regeleinschulung an der Tagesordnung. Die Schule, auf die sie ging ist toll, sie haben dort viel versucht. Meine Tochter hat beispielsweise eine Leidenschaft für Geschichte, das war schon in der ersten Klasse so. Sie durfte dann direkt in der 5. Klasse bei Geschichte mitmachen, das wollte sie dann aber nicht, weil ihr die Kinder Angst machten (das darf man auch in dem Alter nicht unterschätzen). Später in der 3. Klasse durfte sie dann nochmal, und dann hat es geklappt und sie hat Geschichte mit den Größeren mitgemacht. Im Laufe der 4. Klasse wandte sich ihre beste Freundin anderen Kindern zu, die Langeweile war groß und plötzlich kein Grund mehr für sie, in der Klasse zu bleiben. Dann ist sie im Januar in die 5. Klasse gesprungen, voraus gingen echt furchtbare Wochen mit einem Kind, das an der Grenze zur Depression stand. Zum Ende der 6. Klasse (in Corona Zeiten) hat sie in der Klasse endlich etwas Anschluss an 2 Mädchen gefunden, mit denen sie an die neue Schule gegangen ist.

Jetzt hat sie sich eine strenge katholische Schule ausgesucht. Sie hat sich für einen zweisprachigen Zweig entschieden, eine der beiden Freundinnen ist mit ihr in einer Klasse. Sie ist nun das erste Mal gefordert, da sie in der 2. Sprache noch sehr schwach ist. Sie sagt, sie habe die schlechtesten Kenntnisse in der Klasse. Nach dem ersten Tag wollte sie schon alles hinwerfen, weil sie es nicht gewohnt ist, mal schlecht zu sein und sich für etwas anzustrengen. Die Motivation ist jetzt jedoch angestiegen, wir hoffen, dass sie es packt. Im regulären Zweig wäre sicher schon wieder Langeweile angesagt. Sie ist natürlich auch im neuen Umfeld deutlich mehr gefordert, sie kommt immer erst nach 4 heim und kann auch mittags nicht mehr zu den Großeltern. Und es fehlt ihr, sich zurückzuziehen und zu lesen. Nun ist sie von halb 8 bis 16.30 unterwegs und "der Welt ausgesetzt". Das stresst sie momentan noch sehr und sie klagt seit 3 Tagen über Bauchschmerzen und Übelkeit.

Ihre Persönlichkeit ist das, was mir immer wieder Sorge bereitet. Sie ist ein super sensibler Mensch und nimmt sehr viel zwischenmenschliches allein durch Beobachtung wahr. Sie macht sich wahnsinnig viele Gedanken über alles und jeden und ist oft sehr "verkopft" in neuen Situationen. Sie hat ein ganz liebes, freundliches und sehr verletzliches Wesen. Sie wirkt jedoch nach außen hin oft sehr kühl und unnahbar, weil sie so unsicher ist. Es sieht aber eben nicht unsicher aus, sondern eingebildet und desinteressiert. Sie ist oft so voll von Gefühlen, dass sie ihr Gegenüber kaum anschauen kann. Ich bin schon 2x darauf angesprochen worden, ob sie denn vielleicht autistisch sei. Das ist aber nicht der Fall, sondern sie ist einfach hochsensibel. Sie hat einen ausgesprochen reifen Humor, wirkt aber immer ernst. Viele ihrer Klassenkameraden verstehen sie einfach nicht. Sie selbst empfindet sich oft als "Alien" oder "französische Austauschschülerin in England". Mein Wunsch ist es, dass sie endlich mal auf wenigstens ein Kind trifft, mit dem sie auf einer Wellenlänge ist. Aber bisher war das noch nicht der Fall. Sie ist auch sehr "streng" mit anderen Menschen. Nie vergisst sie eine Fehlhandlung, ein blödes Kommentar, eine Ungerechtigkeit. Sie steckt jeden direkt in eine Schublade. Ja, sie hat oft Recht, aber Menschen sind mehr als eine oder zwei negative Eigenschaften oder Fehler /blöde Handlungen. Gerechtigkeit und die Einhaltung von Regeln ist ihr sehr wichtig. Da könnte sie echt manchmal etwas lockerer sein.

Tja, und das 2. Mädchen ist 9 Jahre alt und geht in die 4. Klasse. Sie ist ganz anders, auch sehr sensibel, aber auch sehr temperamentvoll und eine absolut "sprudelnde" Person. Immer mit ihren Freundinnen beschäftigt, viel unterwegs und absolut unauffällig. Sie ist eine sehr gute Schülerin, aber arbeitet relativ langsam. Seit 2 Jahren lag sie uns in den Ohren, dass sie auch gerne getestet werden möchte. Sie fühle sich deutlich anders als ihre Klassenkameraden und möchte herausfinden, woran das liegt. Ich habe mich super lange dagegen gewehrt, weil es für mich absolut keine Notwendigkeit gab und ich sehr sicher war, dass keine HB vorliegt. Mein Mann sah das etwas anders. Im Juli habe ich dann zähneknirschend eingewilligt, weil sie natürlich auch das Recht dazu hat. Vor allem, wenn sie selbst es so massiv einfordert. Nun kam auch hier eine HB heraus. Daran habe ich immer noch zu knabbern. Ja, sie ist ein schlaues Mäuschen, aber ich "sehe" das bei ihr irgendwie nicht. Die Psychologen, die sie getestet haben, waren total von ihr begeistert. Sie meinten, ich habe die Kriterien für HB ganz klar mit den Eigenschaften der Großen definiert, die so krass auffällt, aber die Kleine habe sich ihre Nischen gesucht, weil viele Felder bereits von der Schwester besetzt waren. Ihr Selbstbewusstsein hat durch den Test einen totalen Boost erfahren. Ich bin sehr froh, dass sie so hartnäckig geblieben ist und Recht behalten hat. Ich für meinen Teil habe immer noch ein schlechtes Gewissen, dass ich das übersehe(n habe).

Sooooo. Wer es bis hierher geschafft hat: Respekt ;-)

Ich hoffe, es war nicht zu diffus. Vielen Dank fürs Lesen! Ich freue mich, jetzt bei euch schreiben zu können.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon sinus » Mi 9. Sep 2020, 22:22

Hallo und willkommen!
Da kommt mir ja einiges bekannt vor.
Ich habe hier eine ähnliche Kombination: sensible, schwierige ältere Tochter (elfeinhalb. 6.Klasse) , "Sonnenschein" und unkomplizierte jüngere Tochter (6, grad eingeschult).

In dem, was du über deine Große schreibst, erkenne ich meine Große definitiv wieder.
Gibt es bei euch irgendwelche Familien-/Elterninitiativen für Hb-Kinder/-Familien?
Vergleichbar der DGhK in Deutschland?
Es ist verdammt schwer so als "Alien", grad für sensible, grüblerische und selbstkritische Mädchen...
Kennst du das Buch von Andrea Brackmann? "Hochbegabt und hoch sensibel".
Wenn nicht, lohnt es sich sicherlich für euch, das zu lesen...

Dass deine jüngere Tochter da so gedrängelt hat, finde ich sehr gut. Und auch schön, dass sie so direkt auch die Bestätigung bekommen hat, das richtige "Eigengefühl" für sich zu haben.
Sie wird da wohl auch von den Erfahrungen der Schwester profitieren, so wie meine Kleine auch.
Allein, dass da noch jemand ist, der ähnlich denkt, ist da schon viel wert.
Es wird sicherlich nicht nur reine Charaktersache sein, dass sie so anders sind/auftreten, als die älteren Geschwister...

So, mehr erstmal nicht, ist schon bissle spät.
Freue mich auf deine Beiträge!
Zuletzt geändert von sinus am Do 10. Sep 2020, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 10. Sep 2020, 08:16

Gibt es bei euch keine Schule mit HB-Klassen? Eine strenge katholische Schule für ein sensibles außergewöhnlich begabtes Mädchen kann ich mir auf Dauer kaum vorstellen... Der Reiz der 2. Sprache ist nach 3 Monaten weg.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon charlotte12 » Do 10. Sep 2020, 10:08

Auch von mir ein herzliches Willkommen :) Ich habe eine hochbegabte neunjährige Tochter, die auch durch frühes Lesen auffiel - nicht ganz so krass wie bei deiner älteren Tochter, aber doch mit einigen Parallelen: sie interessierte sich als Zweijährige für Buchstaben, entzifferte als Dreijährige einzelne Wörter und las als Fünfjährige dann mit Leidenschaft und einem Lesetempo wie eine Große Kinderbücher. Aktuell findet sie mal wieder kaum noch passende Bücher, weil ihr vieles entweder zu gruselig ist bzw. die Themen zu teenager-spezifisch sind (Bücher für ältere Kinder) oder weil die Bücher schon längst in kürzester Zeit durchgelesen wurden (altersentsprechende Bücher). Darf ich fragen, was deine ältere Tochter vor zwei bis drei Jahren gerne las? :)
Ich könnte mir vorstellen, dass eine strenge katholische Schule gerade bei einem sensiblen Kind mit einem Hang dazu, Fehlverhalten ewig krumm zu nehmen, auch Vorteile hat. Die Mitschüler werden tendenziell aus Elternhäusern kommen, denen gutes Verhalten wichtig ist, und auch von der Schule wird vermutlich weniger Fehlverhalten toleriert werden als anderswo. Ich hatte mir aus diesen Gründen für meine Tochter zwischenzeitlich auch ein katholisches Gymnasium überlegt gehabt, dem genau dieser Ruf vorauseilte, aber mein Kind lehnte kategorisch ab, sich die Schule auch nur anzusehen. Noch eine Parallele, die mir zwischen meiner Tochter und deiner Beschreibung deiner älteren Tochter auffällt - die genaue Vorstellung davon, was man will und was nicht und der Dickkopf, das auch durchzusetzen :roll:
Zuletzt geändert von charlotte12 am Mo 14. Sep 2020, 04:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon Auguste » Do 10. Sep 2020, 11:19

Hallo und herzlich Willkommen hier im Forum! :)

Du hast da zwei ganz tolle Mädels zu Hause. Es wird bestimmt nicht langweilig bei Euch ;)
Auch wenn es für Dich erst den Test gebraucht hat, um Deine jüngere Tochter als hochbegabt zu "erkennen", denke ich, sie wird bei Euch trotzdem genau das bekommen haben, was sie gebraucht hat. Sie scheint doch glücklich und zufrieden zu sein. Das wäre sie nicht, wenn ihr irgendwas gefehlt hat, nur weil Du nicht wusstest, dass sie auch hochbegabt ist ;)

Ich gehöre auch zu denen, die ihre Kinder erst spät "erkannt" haben und eigentlich nur durch Zufall als "Nebendiagnose" bei meinem Sohn. Wir haben mit dem Sohn in der 4. Klasse (mit 9 Jahren) eine Diagnostik machen lassen, da er massive Probleme in der Schule hatte. Dabei wurde dann routinemäßig der IQ-Test gemacht, mit dem für uns doch überraschenden Ergebnis. Dass er schlau ist, wussten wir - aber eben nicht wie schlau ;)

Mein Sohn ist zwar laut Gesamt-IQ nicht hochbegabt, aber dieses Ergebnis ist bei ihm mit Vorsicht zu genießen, da bei der Diagnostik auch ein "Handicap" festgestellt wurde, wodurch sich der (vorher) durchgeführte IQ-Test als für unser Kind ungeeignet herausstellte. Trotzdem hat der Test uns "aufgeweckt" und das Begabungsprofil entspricht genau den Interessen und Neigungen unseres Sohnes, auch ohne dass wir nun den "Beweis" haben, ob er hochbegabt ist oder "nur" überdurchschnittlich intelligent. Einen weiteren Test werden wir nicht machen, wenn es nicht notwendig ist - außer der Sohn möchte es irgendwann selbst nochmal wissen.

Ich bin erst durch das Testergebnis meines Sohnes und auch durchs Lesen (u.a. hier im Forum) drauf gekommen, dass meine Tochter (2 Jahre älter als der Sohn) möglicherweise auch (hoch)begabt sein könnte ;) Sie war durchaus "anders", hat früh gesprochen, vor der Schule gelesen usw. Für uns war das aber "normal". Sie war einfach "pfiffig und schnell", hatte auch immer Freunde, fühlte sich im Kindergarten wohl. An Hochbegabung hat da keiner von uns gedacht. Sie ist halt kein "Wunderkind", sondern "ganz normal" bis auf ein paar kleine Besonderheiten ;)

Nachdem wir uns in das Thema (Hoch-)Begabung eingelesen haben, sind wir ziemlich sicher, dass unsere Tochter auch (hoch)begabt ist. Einen Test hat sie bisher nicht gemacht und will sie auch (derzeit) nicht machen. Sie ist jetzt 13 Jahre alt und geht in die 8. Klasse auf ein "0815-Gymnasium" (ihre Wahl). Dort ist sie zufrieden und mit Pubertät und Schule ist sie derzeit ausreichend ausgelastet ;)

Nicht jedes HB-Kind "fällt auf" und manches halt nicht mal den Eltern - insbesondere angepasste HB-Mädchen. Du kannst es jetzt eh nicht mehr ändern und Deine kleine Tochter ist doch noch die selbe - auch mit "der" Zahl auf dem Papier ;)

Gruß
Auguste
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon Starshollow » Do 10. Sep 2020, 15:18

Aktuell findet sie mal wieder kaum noch passende Bücher, weil ihr vieles entweder zu gruselig ist bzw. die Themen zu teenager-spezifisch sind (Bücher für ältere Kinder) oder weil die Bücher schon längst in kürzester Zeit durchgelesen wurden (altersentsprechende Bücher). Darf ich fragen, was deine ältere Tochter vor zwei bis drei Jahren gerne las?
"

Jaaa, das kenne ich. Wir haben schon einige Buchhändler zur Verzweiflung gebracht, wenn wir schilderten, was sie gerne mag. Jeder Vorschlag wurde abgeschmettert "hab ich schon gelesen, kenn ich schon". Selten haben wir mal eine kompetente Beratung bekommen, aber manchmal hat man auch Glück.

Ihre Alltime Favourites so ab 8/9 Jahre (und immer noch) waren:

"Glück ist eine Gleichung mit 7" Holly Goldberg Sloan
"Anne auf Green Gables" und alle anderen "Anne" Bücher. Sie hat eine Leidenschaft für die alte Zeit. Autorin: Lucy Maud Montgomery
"Hilfe, ich bin hochbegabt" von Mathias Wais
"Betty und ihre Schwestern" Louisa May Alcott
"Ein Baum wächst in Brooklyn" Betty Smith
"Lizzy Carbon" Reihe von Mario Fesler
"Rico und Oskar" Reihe von Andreas Steinhöfel
und dann auch tatsächlich alles von Harry Potter :lol:
"Das Blubbern von Glück" Barry Jonsberg
"Penderwicks" auch eine Reihe, die hat sie echt geliebt. Von Jeanne Birdsall
"Die Wahrheit wie Delly sie sieht" von Katherine Hannigan

Alles von John Green, aber ich glaube, das war so mit Ende 9...ist schon härterer Tobak, würde ich auf jeden Fall an deiner Stelle vorher lesen. Bei mir hat sie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" heimlich aus dem Bücherregal genommen und verschlungen. Seitdem ist unser Regal zensiert. Sie hat mir später auch gestanden, dass sie "PS ich liebe dich" (peinlich, aber das Buch besitze ich tatsächlich :lol: ) und "The Help" heimlich gelesen hat.

Sie hat auch "Anne Frank" gelesen und ist seit ihrem 9. LJ. in einer Weltkriegsphase. Sie hat da auch ganz viel Fachliteratur zu.

Leider kann ich ihr nicht immer alles schmackhaft machen, oft "wehrt" sie sich voll gegen einen Vorschlag von mir, auch wenn ich total sicher bin, dass ihr das Buch gefallen müsste. Und dann jammert sie, dass sie nichts Neues zu lesen hat. So war es besonders bei "Glück ist eine Gleichung mit 7". Sie hat sich absolut geweigert, das zu lesen. Das war tatsächlich eine tolle Empfehlung aus dem Buchladen. Später war sie so begeistert, dass mein Mann und ich es auch lesen mussten. Sie liest Bücher übrigens dann auch ganz oft und immer wieder. Wir scherzen immer, dass sie zu "Klein gegen Groß" gehen kann. Wenn ich eins ihrer Bücher wahlos aufschlage und einen Satz vorlese, weiß sie genau, welches Buch das ist.

Ich hoffe, da sind ein paar Vorschläge bei, die du brauchen kannst. Wenn du magst, kann ich dir noch mehr Lesetipps geben. Wir schwimmen hier immer in Büchern.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon sinus » Do 10. Sep 2020, 18:05

Starshollow hat geschrieben:
.
"Hilfe, ich bin hochbegabt" von Mathias Wais


Danke für diesen Tipp!
Ich hab schon öfters gesucht, ob es nicht was für Kinder gibt, was das Thema direkt für sie selbst behandelt.

Meine 11jährige liest (seltsamerweise, alle anderen in der Familie tun es gern und viel) kaum. Ich denke, sie findet das meiste einfach langweilig bzw tut es ihr leid um die Zeit.
Allerdings liebt sie es nach wie vor, vorgelesen zu kriegen und hört derzeit gern Podcasts. Absolut altersunangemessene wie "Mystery cast", da geht es um ungelöste Kriminalfälle. :?
Liebste Beschäftigung ist derzeit digitales Malen am Tablet und dabei Podcast oder Musik hören.
Zuletzt geändert von sinus am Mi 7. Okt 2020, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon charlotte12 » Fr 11. Sep 2020, 16:31

Vielen Dank für die Buchtipps! Das ist definitiv nicht der übliche Buchhandlungs-Einheitsbrei, und es sind einige Tipps dabei, die wir die nächsten Tage testen werden :)

Ich hoffe, da sind ein paar Vorschläge bei, die du brauchen kannst. Wenn du magst, kann ich dir noch mehr Lesetipps geben. Wir schwimmen hier immer in Büchern.

Super :) Hättest du noch ein paar weitere Tipps zu Büchern, die in irgendeiner Form mit Zauberei zu tun haben, die dabei aber nicht allzu duster-gruselig sind?
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon Starshollow » Sa 12. Sep 2020, 07:43

@charlotte12:

Also sie hat auch "Nevermoor" und "Weltenexpress" gelesen, aber ich glaube, das war mit 10 Jahren. Diese Bücher haben wohl auch mit Zauberei zu tun. Sie fand die Bücher auch nicht soooo toll. Musst du mal schauen, falls du sie nicht kennst. Ich kann dir leider nicht sagen, ob sie gruselig oder düster sind. Ansonsten die "Glücksbäckerei"? Ist wohl auch eher eine Schnellleseserie. Bei ihr ist das wie "Fastfood", ich denke, bei deiner Tochter wird das auch so sein.

Was mir auch noch eingefallen ist und was unbedingt auf die Liste gehört: Die "Schuh-Bücher" von Noel Streatfeild. Sie hat damals "Ballettschuhe", "Filmschuhe", "Reiseschuhe" "Theaterschuhe" und "Zirkusschuhe" verschlungen. Manche davon gibt es glaube ich nicht mehr zu kaufen oder nur noch auf dem Kindle. Aber schau auf jeden Fall mal danach, die sind toll.
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Re: Hallo! Ich bin neu hier

Beitragvon Meine3 » Sa 12. Sep 2020, 12:25

Hallo,

herzlich willkommen auch von mir. Bei uns ist grade so viel los. Ich komme immer zum lesen und dann fehlt die Zeit zum schreiben :fahne:. Da hast du zwei interessante Menschen erschaffen. Glückwunsch :D.

Ich finde das toll, dass die Kleine so genau wusste was sie will und sie auch recht hatte. Das tut ihr sicherlich gut. Es ist nicht schön immer im Schatten der großen Geschwister zu stehen und sie hat sehr früh einen Weg gefunden aus dem Schatten herauszutreten.

Deine Große scheint so ein "Gemisch" aus meinen beiden Großen zu sein. Interessant.

Ich habe 3 Kinder:
Sohn fast 8 - (getestet mit sehr hetereogenem Profil) Springt jetzt von 1. in die 3. Klasse, anstrengend, fordernd, braucht immer Input von außen, ungeduldig, Stillstand und Langeweile sind die Pest, leidet unter Prosopagnosie, eventuell ADHS oder ASS (wobei ich ADHS wahrscheinlicher finde), was auch seine Inselbegabung erklären würde, Leseratte ohne Ende. Hat auch den special-move: auswendig können in Sekundenschnelle. Hat mit grade 2 geworden seine ersten Lieblingsbücher "vorgelesen" (auswendig nachgesprochen), das selbe funktioniert mit Hörspielen, Büchern, Liedern und Gedichten. Leider nur wenn es ihn interessiert :mrgreen:. Das 1x1 ging leider nicht so mühelos. Bei ihm weiß man immer woran man ist. Leicht egozentrisch und doch so charmant und liebenswert :D

Mittlere Tochter grade 6 geworden (mit 4 hat sie sich lesen und schreiben beigebracht ( wir haben es erst mit 4,5 gemerkt, dass sie bereits das Prinzip des Lesens verstanden hat), versteht Zahlen, sprich die Logik dahinter (wenn 1+4=5 ist, dann ist 100+400=500 und so weiter), erkennt sehr gut Muster, etc. puzzelt gern und sehr gut, rechnet aber bislang wenig. Ist superangepasst, sozial, lieb, brav, sehr sehr sehr sensibel, zart, klein, ein Bekannter nannte sie mal "feinstofflich" das beschreibt es sehr gut. Malt und bastelt für ihr Leben gern, hat aber grade eine Schaffenskrise, weil ihr das gemalte nicht gut genug ist (sie malt bereits isometrisch, Gesichter mit vielen Details, etc...). Mein heimliches Sorgenkind, obwohl sie viel weniger Raum für sich einnimmt als der Sohn. Bei ihr muss man immer erraten, dass es ihr nicht gut geht...

Kleinste (3,5 laut und fordernd wie der Bruder :schwitz:, aber viel vorsichtiger und nachdenklicher, denkt immer mit (schon mit 1,5 Jahren hat sie mitgedacht), ist auch sehr fit. Mit 2 Erkennen einzelner Buchstaben, mit 1,5 Farben (auch Zwischenfarben), zählen bis 10, ABC Lied rauf und runter singen. Jetzt fängt sie an zu schreiben (auch oft ohne unser Beisein oder wissen. Entdecke dann irgendwo irgendwelche Zettel wo Reihen von o's, i's und e's geschrieben sind z.b. und wenn ich sie frage was das ist, dann liest sie es mir vor und ärgert sich, dass es noch keine "richtigen" Wörter sind :lol:.

In unserer Familie kommt HB gehäuft vor. Ich hab mich dran gewöhnt :mrgreen:, aber manchmal wünschte ich mir einfach ganz normal begabte Kinder, die ins System passen und nicht ständig aus der Reihe tanzen. Hmmm, Das klingt blöd, weil ich sie toll finde, wie sie sind. Sie bereiten mir täglich Freude und bringen mich zum staunen. Aber grade Kindergarten, Schule andere verstörte/neidische/skeptische Muttis, die mit ihren Kindern vergleichen und dann unterstellen, man würde die Kinder dressieren usw. nerven oft ziemlich. Also korrigiere ich mich: eigentlich wünsche ich mir nicht andere Kinder, sondern ein anderes, toleranteres (Gesellschafts- und Bildungs)System!!!

Viel Spaß hier und fruchtbaren Austausch

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Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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