Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Einfach nur über sich und seine Kinder erzählen

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Beitragvon Springforelle » Di 4. Mai 2021, 22:24

Guten Abend,

Ich habe mich gerade in diesem Forum angemeldet, weil ich einen kleinen Sohn habe (2,75 Jahre alt), der laut Kindergartenpädagoginnen überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten aufweist.
Mir wurde empfohlen, eine Hochbegabung bei einer Psychologin abzuklären.
Da ich vor ein paar Jahren selbst die Diagnose Hochbegabung erhielt, sehe ich darin keine unmittelbare Notwendigkeit, es wird schon stimmen...
Ab welchem Alter macht es nach euren Erfahrungen Sinn?

Viel wichtiger wäre es mir, andere Eltern kennenzulernen, die gerade dieselben bzw. ähnliche Erfahrungen wir ich machen.
Mein Kind war schon immer aktiver als andere seines Alters, er schläft viel weniger und ist sehr wissbegierig.
Ich bin sehr stolz auf ihn, aber es ist schon auch ganz schön anstrengend.
Oft hilft es, über die aktuellen Themen mit anderen zu sprechen, um schwierige Phasen gut zu meistern.
Leider kommt von den meisten Eltern in meinem Bekanntenkreis wenig Verständnis, bzw. glaube ich, dass mir oft unterstellt wird, ich übertreibe oder will angeben.
Welcher Zweijährige kann z.B. schon alle Zahlen und Buchstaben und will das Lesen lernen?

Abgesehen davon mache ich mir viele Gedanken über die emotionale Zukunft meines Kindes.
Oft sehe ich Parallelen zu meiner Kindheit und ich mache mir Sorgen, dass er es ähnlich schwer haben wird.
Da meine Hochbegabung erst entdeckt wurde, als ich über 30 war (ich hatte viele Probleme im Beruf, suchte deswegen eine Psychologin auf, welche mich zum IQ-Test schickte), wurde ich nicht gefördert, und keiner hatte Verständnis für meine Eigenheiten als Kind.
Ich hatte kaum Freunde, wurde teilweise auch gemobbt und oft zurückgewiesen.
Auch wenn ich immer gut in der Schule war, Studium abgeschlossen und einen guten Job habe, weiß ich, dass ich eine Minderleisterin bin.
Ich könnte mehr, aber habe nicht das Werkzeug - ich habe nie gelernt, zu lernen oder mich anstrengen zu müssen.

Nun, letzteres Thema werde ich abfedern können.
Ich werde gut darauf achten, dass mein Sohn richtig gefordert und gefördert wird.
Allerdings, wie kann ich seine emotionale Entwicklung fördern bzw. ihm die nötige Umgebung bieten, damit er zukünftig nicht so einsam ist wie ich?

Langer Rede kurzer Sinn - ich würde mich sehr freuen, hier andere Eltern kennenzulernen, die Interesse am Austausch haben.
Und vielleicht findet sich sogar jemand in der Nähe (ich wohne im Raum Wien), sodass sich unsere Kinder auch kennenlernen können.

Ich bin schon sehr gespannt, was ich hier in den nächsten Monaten und Jahren erleben werde!

Liebe Grüße,
die Forelle
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Springforelle » Di 4. Mai 2021, 22:51

Hier noch einmal die Erstellerin - ich hatte noch vergessen, nach Tipps zu fragen:
Ich würde gerne meinem Sohn helfen, seinen Interessen nachzugehen. Zahlen und Buchstaben sind für ihn derzeit Thema Nummer 1.
--> könnt ihr mir Bücher empfehlen, die ihm beim Lesen lernen unterstützen
--> Bücher mit Zahlen, eventuell auch weiterführend mit einem kleinen Einstieg in die Mathematik?

Vielen Dank schon mal im Voraus!
:-)
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 5. Mai 2021, 08:58

Hallo Forelle,

herzlich willkommen hier! Meine Kinder sind schon viel älter, daher kann ich nicht so viel zu deinen Fragen beitragen. Ich kann mich nur erinnern, dass die Großen einen Minilukkasten mit einigen Heftchen haben. Vielleicht schaust du in einem Buchladen, ob das was für euch wäre. Der Kleine hatte dann nur Apps für Android. Zum Beispiel Lesen lernen mit Conni. Viel mehr haben ihn aber im Alter deines Sohnes Entwicklerspiele interessiert, wie z.B. Peterssons Erfindungen.
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Springforelle » Mi 5. Mai 2021, 09:14

Danke für die Tipps! Auf die Idee, Apps zu installieren, bin ich noch gar nicht gekommen :-)
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 5. Mai 2021, 09:48

Das Hauptproblem an den fertigen Spielen ist die schnelle Langeweile. Es gibt zwar vorgeschnittene Bildchen, aus denen man ein Wort zusammenlegen kann, aber sie interessieren einen nur für kurze Zeit. Danach steht das Spiel im Schrank. Wenn ihr in eine Bücherei gehen könnt, findet ihr dort wahrscheinlich eine ganze Palette von solchen Spielen mit Altersempfehlung für Vorschulkinder. Je nachdem wie gut dein Sohn schon zählen kann, gibt es auch Mathespiele. Bei uns war Lotti Carotti ein paar Monate sehr belibt. Da muss man nur bis drei zählen. Am langlebigsten sind Sachen, die man multifunktional verwenden kann. Aus diesen Rechenstäbchen hat mein jungste mehr gebaut, als gerechnet:

https://www.amazon.de/Rechenst%C3%A4bch ... 174&sr=8-5

Auch kleines Lego fördert das Rechnen und Verständnis für Zahlen. Man kann die Länge der Steine abzählen, muss aber nicht.

Wassserspiele aller Art waren und sind bei uns ein Lieblingsthema. Einfach Behälter und ein Messbecher mit grober Einteilung: so kann das Kind sich vor allem im Sommer lange beschäftigen. Man kommt auch schnell zu den Endeckungen, dass das hohe Glas nicht unbedingt das größte ist.

Im Prinzip sind das alles Ideen aus Montessorikonzept... Nur kostet das "richtige" Montessorispielzeug eine Menge Geld. Dabei kann man die meisten Ideen mit den Hausmitteln umsetzen. Vielleicht liest du dich ins Konzept ein. So zwischen 2 und 4 Jahren ist nach meiner Erfahrung bei den begabten Kindern die danbrachrste Zeit dafür. Danach ist es aus.
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Springforelle » Mi 5. Mai 2021, 11:41

Vielen Dank für die Vorschläge! Lego wird wohl noch etwas dauern, motorisch ist er noch nicht so fit :-)
Aber die Rechenstäbchen gefallen mir...

Wie ging es dir, als du von der HB deiner Kinder erfuhrst? Oder lag es für dich von Anfang an auf der Hand?
Ich durchlebe gerade eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle.
Ich glaube, ich stelle gerade zu hohe Erwartungen an mich selbst ("ich muss ihn bestmöglichst unterstützen"), sodass ich im Endeffekt nur noch lauter Blödsinn mache und Schnellschüsse starte.

Wann stand bei euch die erste Diagnostik an?
Konnten Psychologen weiterhelfen?
Wo sonst gibt es die Möglichkeit, HB Kleinkinder (wir leben in Österreich) zu fördern? Ich hoffe doch, dass mit dem neuen Schuljahr auch Kurse udgl. wieder möglich sein werden.
Gibt es Vereine, an die ich mich wenden kann?
Ich selbst bin bei Mensa, doch die sind da alles andere als hilfreich...

Mein Sohn ist wirklich goldig, doch derzeit auch (Autonomiephase) extrem anstrengend. Alles will er alleine machen und ablenken kann ich ihn derzeit nur mit Zahlen und Buchstaben...
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 5. Mai 2021, 13:00

Ich wusste schon ziemlich früh, dass meine Kinder anders sind, ich wusste bloß nicht, dass dieses anders einen Namen hat. Ich kam mit ihren 3 Jahren (die älteren sind Zwillinge) auf die Idee, dass sie jetzt in die Vorschule müssen, weil ich sie mit 4 einschulen wollte. Sie kamen tatsächlich noch vor dem 5. Geburtstag in die Grundschule. Dafür war ein psychologischer Gutachten nötig. Die Psychologin war neutral, hat weder ja noch nein gesagt. Alle sonstige Versuche mit Psychologen was zu erreichen haben mehr geschadet als genutzt. Als der Kleine einen ähnlichen Gutachten gebraucht hat, hat ihn die Psychologin in den Kindergarten schicken wollen, schon nachdem er einige Wochen in der Schule war. Als der Große in der Schule einen IQ-Test ablegte, hat der Schulpsychologe das Ergebnis gefäscht, weil ihm die Zahl zu hoch vorkam. Ich mache nichts mehr mit Psychologen.

Eingetlich ist es ein Märchen, dass man hochbegabte Kinder anders unterstützen soll als weniger begabten. Wie bei jedem Kind soll man ein gesundes Maß an Erziehung in ihr Leben bringen und genug Feingefühl für ihre Interessen behalten. Wenn dein Sohn was für seine Förderung braucht, wird er dir sagen: "Mama, ich möchte dieses Spiel haben!" oder "Mama, ich würde so gerne schwimmen lernen!" Mein Kleiner ist auf Reisen aufgewachsen. Er hatte bis zu seinem 5. Geburtstag eine kleine graue Baumarktkiste an Spielsachen und nicht mal Bücher. Er ist mit 7 Jahren in der 3. Klasse, in Mathe und Naturwissenschaften könnte er locker in die 6. Klasse gehen. Vor dem Schuleintritt mit 5 Jahren konnte er weder lesen noch richtig rechnen.
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Auguste » Mi 5. Mai 2021, 15:22

Hallo Forelle und herzlich Willkommen hier im Forum! :)

Ja, das ist schon "komisch", wenn das "anders sein" plötzlich einen Namen bekommen hat. Aber Dein Sohn ist immer noch der selbe ;) Er ist immer noch der kleine schlaue Kerl, der halt manchmal Sachen macht, die nicht zu seinem Alter passen wollen. Aber genau so macht er auch Sachen, die zu seinem Alter passen. Er ist halt erst 2 3/4 Jahre alt.

Nur weil er evl. hochbegabt ist, musst Du ihn nicht in Kurse schleppen. Du musst auch jetzt keinen IQ-Test machen lassen oder Dich beim Psychologen anmelden. Ein IQ-Test bei so jungen Kindern ist meist wenig aussagekräftig. Da bekommst du allenfalls eine Tendenz - und die kennst Du eh schon ;)

Schau einfach, dass Du Deinen Sohn "da abholst, wo er steht". Wenn er sich für etwas interessiert, dann unterstürze das - auch wenn es "nicht altersgerecht ist". Dafür braucht er aber keine Kurse. Da reicht gesunder Menschenverstand und ein gesundes Bauchgefühl der Eltern. Dein Sohn wird zeigen, was er braucht ;) So lange Dein Sohn glücklich und zufrieden ist, hast Du nichts falsch gemacht oder "versäumt".

Du möchtest Deinem Sohn die schlechten Erfahrungen ersparen, die Du als Kind gemacht hast. Das ist verständlich. Aber es ist auch nicht gesagt, dass Dein Sohn die gleichen Probleme haben wird, nur weil er wahrscheinlich hochbegabt ist. Nicht jeder Hochbegabte ist einsam oder hat Probleme mit Sozialkontakten.

Ich habe zwei Kinder, die sind jetzt 11 (Sohn) und 13 Jahre (Tochter) alt. Mein Sohn wurde mit 9 Jahren getestet, weil es Probleme in der Schule gab. Vorher war Hochbegabung bei uns nie Thema. Nachdem der Sohn getestet wurde, ist uns auch bei der Tochter "ein Licht aufgegangen". Meine Tochter ist bis heute nicht getestet. Es gab nie einen Grund dafür.

Obwohl beide in der selben Grundschule waren (bzw. mein Sohn noch ist), hatte meine Tochter nie Probleme mit Mobbing usw., mein Sohn dagegen sehr. Mein Sohn hat einfach Pech mit den Lehrern und Mitschülern, meine Tochter hat(te) Glück. Aber solche Sachen kannst du nur bedingt beeinflussen, wenn die Wahl der Grundschule ansteht. Bis dahin hast Du Zeit, die Du erst Mal mit dem kleinen Schlaufuchs genießen solltet, anstatt Dir über Probleme Sorgen zu machen, die es noch nicht gibt und die evl. auch nicht kommen werden ;)
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Meine3 » Mi 5. Mai 2021, 18:59

Hallo Springforelle,

ich muss mich grade kurz fassen, und melde mich die Tage nochmal ausführlicher. Herzlich Willkommen im Forum!

Ich bin auch eine spät erkannte (eigentlich leugne ich immer noch :lol: ) und habe erst durch meine Kinder mich mit meiner eigenen HB auseinandergesetzt. Dass du nun Angst hast, dein Kind könnte eine ähnlich schwierige Kindheit haben wie du, ist ja allein durch die Tatsache, dass du für dieses Thema aufmerksam bist, nicht mehr möglich ;).

Einen Test braucht man in dem Alter eigentlich noch nicht, denn er ist einfach nicht sonderlich aussagekräftig. Im Kleinkind- und Kindergartenalter zeigt so ein Test lediglich, was das Kind an dem Tag des Testes bereit war zu leisten und nicht das eigentliche Potenzial. Das ist immer so, aber bei kleinen Kindern sind die "Störfaktoren" natürlich noch sehr viel größer als bei einem bspw. 10-jährigen Kind.

Tipp fürs rechnen: es gibt jede Menge cooler Montessori-Spielzeuge, die spielerisch ein Gefühl für Mengen und Zahlen lehren. Rechenstäbchen, diese Perlen, die man stapeln kann, Zahlen, die im Verhältnis zueinander die richtige Größe haben, etcpp.

Bücher gibt es natürlich für dieses Alter aufgrund der geringen Nachfrage sehr wenige, die dann über die 10 hinaus gehen.
Gruß

Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Neu hier und auf der Suche nach Verständnis :-)

Beitragvon Rabaukenmama » Do 6. Mai 2021, 08:18

Hallo Springforelle, herzlich willkommen hier! Wir sind aus Wien und ich bin Mutter von zwei Jungs, die zumindest in Teilbereichen hochbegabt sind, deren IQ-Tests aber auf Grund von Wahrnehmungsstörungen kein aussagekräftiges Gesamtergebnis liefer.

Mein älterer Sohn (11) hat eine extreme Begabungsspitze im sprachlichen Bereich und er hat ADHS und ist Asperger Autist. Aktuell besucht er als I- Kind die erste Klasse Gymnasium.

Mein jüngerer Sohn hat seine Begabungsspitze in Mathematik und räumlichen Denken. Er ist komplett gehörlos und hat die Diagnose "frühkindlicher Autist", obwohl er meiner Einschätzung nach eher auch Asperger Autist ist. Er ist im 3. Schuljahr in einer gebärdensprachigen Sonder-Mehrstufen-Klasse für hörgeschädigte Autisten mit insgesamt 4 Kindern und 2 Lehrern.

Frühes Interesse an Buchstaben und Zahlen kenne ich von meinen Jungs auch. Mein älteree Sohnnkonnte an seinem 2. Geburtstag perfekt buchstabieren, der jüngere am 3. Geburtstag. Mit 4 Jahren hatte mein jüngerer Sohn einen echten Zahlenbegriff von mindestens 500 und konnte Zahlenreihen logisch fortsetzen. Im selben Alter hsr sein Bruder nach Gehör geschrieben.

Es gibt für diesea Alter nicht viel "fertiges"Material, aber das braucht man auch nicht. Wir haben viel mit ganz normalen Werbeprospekten gelernt, Aktionsaufstellern in Geschäften, Autonummerntaferln oder Hinweisschildern, Werbeplakaten, etc.

Das einzige kaufbare Spielzeug zu Buchstaben, das meine Jungs interessiert hat, war das ABC-Zug- Puzzle.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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