Baby laut anderer „unnormal“

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt
nosupermum
Dauergast
Beiträge: 95
Registriert: Fr 8. Nov 2013, 12:54

Re: Baby laut anderer „unnormal“

Beitrag von nosupermum »

Ich glaube auch, dass intelligente Kinder das mitbekommen, wenn sich Eltern mit dem gezeigten Verhalten nicht wohlfühlen. Meine Tochter las mit drei plötzlich Buchstaben auf dem Sofakissen. Als meine Mutter das sah, sagte sie in ihrem Beisein, das sei doch nicht üblich und schon etwas gruselig. Von da an machte sie es nicht mehr. Hatte sie vorher noch großes Interesse an Buchstaben gezeigt, war es plötzlich versiegt.
Rabaukenmama
Dauergast
Beiträge: 2894
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Baby laut anderer „unnormal“

Beitrag von Rabaukenmama »

Gerade beim frühen Lesen kommen oft komische Kommentare bzw. eine gewisse Hilflosigkeit von Menschen, in deren Kopf eine klare Reihenfolge ist, was wann in der Entwicklung eines Kindes sein "sollte". Das sind meistens Menschen, die möglichst "normal" zu sein (im Sinne von angepasst, nicht auffällig, wie die anderen,...) als erstrebenswert ansehen.

Mein älterer Sohn hat von der "Außenwelt" auch einige komische Kommentare wegen seines frühen Lesens zu hören bekommen. Nicht alle waren negativ, aber übertriebene Begeisterung finde ich genauso falsch. Hier bin ich rückblickend sogar über seinen Autismus froh, denn dadurch hat ihn die Meinung der Leute schon damals herzlich wenig tangiert.

Mein jüngerer Sohn hingegen hatte ein extrem überdurchschnittliches dreidimensionales Vorstellungsvermögen. Das ist erst durch die Entwicklungsdiagnostik überhaupt aufgefallen und daher gab es dafür weder Bewunderung noch Befremdnis. War auch sicher besser so :mrgreen: .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
nosupermum
Dauergast
Beiträge: 95
Registriert: Fr 8. Nov 2013, 12:54

Re: Baby laut anderer „unnormal“

Beitrag von nosupermum »

Ich habe ja auch viele Elternratgeber gelesen, wo drin stand, was Kinder idR in welchem Alter machen. Gebracht hat es mir sehr wenig. Vieles kann man nicht greifen. Weil es sich so normal anfühlt. Meine Tochter hat mit 2,5 in der Krippe gesagt, sie könne nicht aufräumen, sie habe Rheuma. Oder sie hat erklär was Diabetes ist. Ich hab diese niedlichen Sprüche im Portfolio gelesen und gedacht, wie nett. Der ausgereifte Satzbau, die Abstraktion ( irgendwo gehört, verstanden und übertragen auf eine andere Situation), habe ich nicht einordnen können. Auch wenn ich gelesen habe „interessiert sich früh für komplexe Themen“ oder „ausgereifter Satzbau“, da wäre ich nie drauf gekommen, dass so was gemeint sein könnte. Wenn es nicht gerade auffällige Entwicklungen wie frühes Lesen sind, dann nimmt man die Ist-Situation ja irgendwie als normal an und denkt dann, die kognitiv starke/frühe Entwicklung müsse sich in einer nochmals höheren Stufe/Fähigkeit zeigen.
Karen
Dauergast
Beiträge: 297
Registriert: Mo 27. Jul 2015, 22:46

Re: Baby laut anderer „unnormal“

Beitrag von Karen »

nosupermum hat geschrieben: Di 24. Aug 2021, 12:26 Ich glaube auch, dass intelligente Kinder das mitbekommen, wenn sich Eltern mit dem gezeigten Verhalten nicht wohlfühlen. Meine Tochter las mit drei plötzlich Buchstaben auf dem Sofakissen. Als meine Mutter das sah, sagte sie in ihrem Beisein, das sei doch nicht üblich und schon etwas gruselig. Von da an machte sie es nicht mehr. Hatte sie vorher noch großes Interesse an Buchstaben gezeigt, war es plötzlich versiegt.
Ich habe es genau so erlebt. Meine Tochter könnte schon sehr früh Erwachsenegespräche folgen und hat sich auch dafür interessiert. Sie war auch absolutes Gegenteil von Pflegeleicht. Also sie hat die Gespräche über sie genau mitverfolgt und auch mitgefühlt, was die Betreuer in Kita und auch Grosseltern nicht glauben wollten oder einfach wieder vergessen hatte. Ich kann es sehr gut vorstellen dass wenn es jedesmal betont wurde was alles sie gemacht hat was nicht "normal" war dass es nicht ohne Schäden vorbei geht. Wenn ich etwas ändern könnte dann das - strickt drauf bestehen dass alle Feedback und " Wie war den Tag" und "das ist nicht normal" Rückmeldungen ohne Kind stattfinden und wenn es nicht der Fall ist - sie konsequent beenden. Mindestens bis zum Alter wenn das Kind als Teilnehmer den Gespräch wahrgenommen wird.
Antworten