Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon calimero » Di 29. Nov 2011, 20:05

Hallo sinus, Hallo Heiner!

Ich schlag mal nen Treffen bei uns zu Hause vor. Hab ich glaub ich schon mal gesagt, aber ich würd eure Mädels mal mit meinem Sohn zusammen sehen. Super spannend!!!

@ sinus: Also Sohn malt nicht so gern, weil es ihm nie gut genug ist. Dafür kann er zu seine Bildern immer komplexe Geschichten erzählen. Zum Beispiel:
"Mama, das ist ein Drache, der spuckt gerade Feuer. Das ist ein Zwerg, der hat eine Säge und mit der bekämpft er den Drachen. Der soll nämlich kein Feuer spucken. Und der Zwerg will sein Freund sein...."
Spielen tut er auch gern mit Knete. Und neben Puzzeln ist Rush Houer ganz groß. Ich bin beeindruckt, dass er die blauen Karten löst. Obstgarten bekommt er zu Weihnachten. Ansonsten, Rollenspiele und immer wieder Rollenspiele. Er ist dann mal Löwe, Säbelzahntiger, Krokodil oder letztens den ganzen Nachmittag Batman.

@ Heiner: IKEA, ja diese Touchscreens liebt meiner auch. Da könnte er ewig sitzen. Montags gehen wir Schwimmen. Gegenüber ist IKEA, drei mal darfst raten, was wir nach dem Schwimmen oft machen. Aber die anderen Kinder sind total genervt, weil er auf Durchzug stellt und nicht hört, dass die anderen Kinder auch mal spielen wollen.

Sinus, ich antworte dir morgen mal ausführlicher auf deine PN.
Jetzt verlangt das Kind Abendbrot.

Lieben Gruß
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon sinus » Di 29. Nov 2011, 20:33

@calimero: Na, ich hoffe "Obstgarten" macht ihm ne Weile Spaß. Ich bin nicht ganz sicher, wie lange das interessant bleibt, es ist relativ anspruchslos. Mich nervts nach der zweiten Runde schon. Wir haben es geerbt, kaufen wuerde ich es glaub jetzt nicht (mehr). Haette ich wohl eher zum zweiten Geburtstag haben sollen...
Allerdings kann man mit dem Obst auch so nett spielen und vor allem koennen da andere gleichaltrige Kinder problemlos mitspielen :)
Ich ueberlege grad, ob ich ihr Camelot junior zu Weihnachten verschenke. Rush hour ist sicher momentan nichts fuer mein Maedchen, Autos sind hier gar kein Thema und ich selbst hab auch keins. Sie spielen bei uns in der Alltagsrealitaet kaum eine Rolle. Die Spiele mit dem Alltagsbezug kommen am besten an. (Schokohexe mit den Zutaten z.B. bei Camelot gaebe es den Bezug zu Maerchen...)

Diese komplexen Phantasiegeschichten die du erwaehnst erzaehlt Tochter auch.
Neulich schaute sie ein Buch mit Sauriern an und erzaehlte endlose Phantasiegeschichte zu den Bildern.
Ich holte die Kamera und bat sie, das nochmal fuer die Aufnahme zu erzaehlen.
Sie fing an: "Eines Tages sah die Sauriermama eine schoene Blume aufbluehn!" Dieser Satz gefiel dann offensichtlich so, dass sie begann, aus diesen Satz ein Lied zu machen. Nachdem sie das vielleicht 10x gesungen hatte meinte ich: "Na, so wird das aber nichts mit dem Film. Geht die Geschichte denn nicht mal weiter?"
Tochter: "Aber Mama, das ist doch nur der Vorspann!" :mrgreen:
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon Bliss » Di 29. Nov 2011, 22:55

Mein Sohn hat kurz nach seinem 2 ten Geburtstag sagen können, ob von 24 Memorykarten alle ausgeschüttet wurden, ober ob eine im Karton im geblieben ist. Also in etwa so, wie wir sofort sagen können was ein Würfel anzeigt nur dass die Karten nicht geordnet waren. Hat mich an den Film Rainmen erinnert.
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon sinus » Mi 30. Nov 2011, 00:39

:) Habt ihr ausser diesen Beobachtungen noch ein paar Gedanken mehr dazu?
Habt ihr euch nie Gedanken darueber gemacht, wie das geht und ob sowas er- bzw. vor allem auch wieder verlernt werden kann?
Vielleicht ist sowas ja aehnlich dem absoluten Gehoer potentiell in jedem von uns, nur dass wirs normalerweise nicht nutzen und es darum wieder verschwindet...
@bliss: kann dein Sohn sowas in der Art immer noch oder hat sich das "verwachsen"?
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon Bliss » Mi 30. Nov 2011, 01:12

Das kann ich jetzt gar nicht sagen, muss ich mal unauffällig ausprobieren. Ich stell aber schon fest, dass mit zunehmender Lebenserfahrung beim Problemlösen gewisse Strategien bevorzugt werden und andere nicht mehr angewendet werden. Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass das nicht mehr angewendete quasi verlernt wird.
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon Edainwen » Mi 30. Nov 2011, 10:02

Mein Sohn ist jetzt 2,5 Jahre alt.

Auch bei ihm ist es so ähnlich wie bei Deiner Tochter, Sinus. Als er vor ca. 1 Jahr mit diesen Papppuzzles angefangen hat, bei denen man die Teile in diesen Rahmen legen muss und wo auf dem Karton der Umriss des Bildes nochmal eingestanzt ist - also Puzzles mit so 40 Teilen - konnte er ein beliebiges Teil nehmen ohne es dabei wirklich anzusehen und es dann spontan an die richtige Stelle legen. Etwa um die gleiche Zeit herum konnte er spontan Mengen korrekt benennen. Wenn er dann nachgezählt hat, kam er nie auf das richtige Ergebnis, da er beim Zählen ziemlich lange die 3 ausgelassen hat ;) Und gestern kuckt er beim Joghurt-Essen so auf sein Tischset und plötzlich meint er "Ente - da steht Ente" und zeigt auf die mittleren Buchstaben von etwas geschriebenem. Ich kucke, will schon sagen `Nein, das steht nicht "Ente", da steht "ABENTEUER"`- und da sehe ich, dass da doch Ente steht. Mein Sohn kann aber eigentlich keine Buchstaben :gruebel:

Wie dieses "intuitive Erkennen" (so nenne ich das jetzt mal) zustande kommt, verstehe ich auch nicht, gehe aber davon aus, dass es auf jeden Fall wieder verlernt werden kann. Mittlerweile zählt mein Sohn Mengen immer ab, wahrscheinlich, weil er bei mir und meiner Tochter gesehen hat, dass man das so macht :gruebel:
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon sinus » Mi 30. Nov 2011, 11:04

Jaa, das mit den Mengen hatten wir auch. Sie sagte spontan die richtige Menge, zaehlte dann aber falsch ab.
Inzwischen sagt sie keine Mengen mehr spontan an, sondern zaehlt nur noch.
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Re: Fragen zur Informationsverarbeitung/Prozesse

Beitragvon calimero » Mi 30. Nov 2011, 12:19

Hallo ihr!

Ja das mit dem Rainman-Effekt das kenn ich.
Mein Sohn war 19 Monate alt und wir waren eingeladen zum Fußball (WM 2010) schauen bei Freunden.
Diese haben meinem Sohn, an diesem Nachmittag mehrere ältere Plastikspielzeugtiere (ich glaub 10 Tiere sind das) geschenkt. Als es ans Aufräumen ging und vermeintlich alle Tiere in der Box verstaut waren, sagte Sohn: "Eule fehlt." Und tatsächlich, die Eule war noch unter dem Sofa.
Gut 10 Tiere waren jetzt nicht viele, aber da er noch nie damit gespielt hatte, fand ich das schon interessant.
Hab das Ganze dann zwei Wochen später getestet. Und er hat auch wieder bemerkt, dass ein Tier (ich glaub der Elefant) fehlte.

@ sinus: Aber bei Rush Hour geht es doch ums Eis verkaufen ;)

Lieben Gruß
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