körperlich eingeschränkt

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: körperlich eingeschränkt

Beitragvon basket » Do 9. Aug 2012, 21:00

Aber wenn ihr "schrittweise" einschulen könnt ist das, denke ich, ein guter Weg. So ein Modell hätte ich mir für meinen Großen auch vorstellen können. Weltraum war bei uns auch schon ein großes Thema. Bei uns sind Ritter gerade sehr gefragt, denn wir lesen gerade den 3. Band von Ritter Trenk (vor).
Schönen Abend
Basket
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Erfolgsstory?

Beitragvon petravera » Fr 10. Aug 2012, 14:05

Hallo!
Das trifft sich gut - manchmal kann man doch tief durchatmen, wenn man so einige Fragen schon geklärt hat...Hoffe, Dir nun mit unserer Geschichte weiterhelfen zu können.

Mein Sohn ist mit 5 Jahren und 5 Monaten (Diagnose 130+) zwischendrin im laufenden Schuljahr eingeschult worden, nachdem er in der Kita Probleme mit den anderen Kindern bekam: Er half den Schwachen bei Konflikten mit den Großen (und galt als Aggressor), wollte anderen vorlesen (und wurde beschimpft, weil das Schulthema sei) und er redete über StarWars während andere noch keine Idee vom Weltraum hatten.
Es ist alles gut! Er blühte auf, blühte in der gewählten Schule (der Dorfrektor weigerte sich, einen Gast mal für eine Woche aufzunehmen!) auf. Klar, es gab Konflikte, vor allem mit patriarchal erzogenen Mädels (i.d. Klasse waren's 13 gegen 5 Jungs), aber insgesamt lebte er sich schnell ein.
Feinmorisch war er eine Katastrophe. Nach 4 Jahren Krippe und Kita hat sich dann rausgestellt, dass er sich deshalb so elegant vor dem Basteln drückte, weil er es nicht konnte... DAS wäre also in einem Jahr auch noch so gewesen. In den letzten Monaten habe ich gehofft, ihm durch Ergo (es fehlt die Körperspannung, daher auch die Feinmotorik) helfen zu können - er will Fußballer werden und ist trotz "Labbrigkeit" eher ein aktives Kerlchen.
Gut, nach nunmehr 6 Monaten Ergo hat sich einiges getan, ich bin aber vor 20 Minuten zu dem Ergebnis gereift: Man muss nicht alles erreichen. Wenn die Feinmotorik eben hinterher hinkt, muss man eben Alternativen suchen. Vielleicht bekommt er mal einen Laptop für die Schule (Diktate) oder vielleicht wird er träge... Wichtig ist mir seit heute einfach, dass er seine Stärken kennen lernt und seinen Weg zu gehen lernt. Er selbst kam nach 4 Wochen Schule auf die Idee, dass es in einer Klasse immer einen gebe, der kleiner/jünger sei - und er sei das halt. Und dass er beim Sportunterricht als Fünfjähriger nicht mit Sieben- oder Achtjährigen mithalten muss, versteht sich schon von selbst (kognitiv weiß er's, emotional ist das Drama aber auch eher gering - und kein Vergleich zu den Verletzungen in der Kita - und Noten, liebe Rosi, gibt's in den ersten Jahren ohnehin nicht, von daher gibt's nur Erfolg oder Mißerfolg beim Sport"spiel").
Wenn eine Lehrerin /Erzieherin schon auf die Idee kommt, dass das Kind pfiffig ist und qua Einschulung gefördert werden soll: Weiter so, das Umfeld Eurer Familie stimmt! Zu Deinen Plänen, den Kurzen tageweise hospitieren zu lassen, hätte ich deutliche Bedenken: a) Durch die Gastfunktion hat er selbst keine Veranlassung, sich voll auf die Gemeinschaft einzulassen. Eher würde es seine Disposition zum Heraushalten aus Beziehungen verstärken b) Er wird von den anderen als Besonderheit aufgefasst, weil er Unterricht verpassen darf c) Das Schüler-Werden ist ein Prozess, ein "ich bin älter" und "ich bin verantwortlich für mich, meine Hausaufgaben, meine Familienaufgaben ..." wird hier gar nicht in Gang gesetzt, weil er dann die Doppelrolle des Schülers und Kitakindes innehaben wird - und das Behütetwerden vermischt sich dann mit einer Verantwortung als Schüler, die meiner Meinung nach nicht passt.... Na, ich bin doch sicher, dass bis 5,5 noch einiges passieren wird, dass Du noch umdenken wirst. Binnen einer Woche nach seiner Einschulung war meiner so weit, dass er die Babyklamotten nicht mehr haben wollte, nicht mehr an der Hand gehen wollte und mir einfach erklärte "Mama, Du hast ja KEINE Ahnung".
Meine Ahnung: Diagnosen zu körperlichen Einschränkungen sind leichter zu ertragen (weil wir als Mütter da was tun können) als die Tatsache, dass die sozialen Beziehungen unserer Kinder und ihre kognitive Entwicklung abweicht. Hier sind wir nicht zuständig, weil Lernen (und damit der Spaß unserer Kids) immer ein sozialer Prozess in der Gruppe ist. Es ist Aufgabe der Lehrer, die Gruppenarbeit so zu machen, dass Stärken gefördert werden (z.B. Faktenwissen) und unsere Kinder als Experten in der Gruppe anerkannt werden...

(P.S. Der zweite Satz im Zeugnis der 1. Klasse - nach 5 Monaten Schule - beschreibt, dass mein Sohn sogar schon Unterrichtsinhalte infrage stellt ... Ein Trost, wenn man bedenkt, dass er a) neu in die bestehende Klasse kam b) 2 Jahre jünger c) körperlich eingeschränkt (Grob- u. Feinmotorik und 1 Kopf kleiner) war.
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Re: körperlich eingeschränkt

Beitragvon Rosi » Fr 10. Aug 2012, 19:56

Hallo !
Vielen Dank für die Mail. Die Infos waren sehr aufschlussreich. Euer Sohn ist ja nun noch jünger und auch mit einigen Problemen eingeschult worden, und er fühlt sich wohl. Das ist schön zu hören, und macht Mut.
Meine Sorgen für den körperlichen Bereich liegen an seiner begrenzten Belastbarkeit. Er ist nach 4 Stunden Kindergarten "platt", und muss schlafen, sonst schafft er den Tag nicht. Er kann nicht mit zum Jahrmarkt gehen, weil der Weg zu weit ist, den schafft er nicht. (Wir gehen mit ihm hin, da war es für ihn ok). Darum denke ich mir, dass es eben auf der Ebene evtl. für ih schwer werden könnte. Nur wird es das vielleicht ein Jahr später nicht auch?
Viele Fragen, die vorher wohl niemand beantworten kann, doch vielen herzlichen Dank für deine Schilderung, sie war wirklich hilfreich.
Grüße
Rosi
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Re: körperlich eingeschränkt

Beitragvon Rosi » Do 27. Sep 2012, 14:18

Hallo , vor allem an basket!
wie läuft es denn bei euch in der Schule? Hat er durch seine körperliche Schwäche Probleme?
Für eine Rückmeldung wäre ich dankbar.
Viele Grüße
Rosi
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Re: körperlich eingeschränkt

Beitragvon basket » Do 27. Sep 2012, 21:14

Huhu Rosi!
Unser erstes Fazit nach 5 Wochen. Schule macht Spaß und der Große meistert es auch ganz gut. Zu seinem Leidwesen kann er immer noch nicht lesen 8-)
Er geht gerne in den Ganztag. Unser Problem ist, dass er sehr langsam arbeitet und sich auch ablenken lässt, was ich auch schon vermutet habe. Er macht die HA immer in der "blauen Stunde" in der Schule. In den letzten Tagen hat er nicht viel geschafft und so musste er noch zu Hause arbeiten. Und nun kommt das Problem: Er ist wieder sehr perfektionistisch. Er radiert alles aus, was nicht gefällt. Schreibt sehr langsam, dass es ordentlich wird. So saß er die letzten beiden späten Nachmittage 1,5 Std an der Hausaufgaben (nachdem er schon in der Schule HA gemacht hatte!). Wir durften nichts unter das Blatt schreiben (das ist peinlich) und er musste es unbedingt fertig stellen. So gab es gestern den großen Zusammenbruch.
Heute morgen hat mein Mann dann mit dem Klassenlehrer gesprochen. Der Große ist schon noch langsam, aber er wirkte nicht besorgt. Er soll daheim noch weiterarbeiten, da er nicht immer bei der Sache ist, aber nicht zwingend alles. Wir sollen selber einschätzen, wann es genug ist.
Der Lehrer hat auch schon reagiert. Der Große sitzt jetzt allein an einem Tisch, um sich nicht ablenken zu lassen. Er hat heute auch die HA recht schnell zu Hause beendet (knappe 10 min)
Ich sehe ihn zur Zeit echt als ganz normal und zweifel sehr an einer höheren Begabung.
Gelernt haben sie noch nicht viel. Die Zahlen von 1-4 und den Buchstaben M m! Übungen zur Anlauttabelle wurden schon gemacht und ganz viel Sozialtraining!
Ich werde weiter berichten. Nächste Woche haben wir dann noch Unterricht und dann Herbstferien. Danach wird das Tempo anziehen, da bin ich mir sicher!
Lg Basket
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Re: körperlich eingeschränkt

Beitragvon carmen75 » So 7. Okt 2012, 21:26

Hallo Rosi,

lese Deinen Beitrag jetzt erst,war ein paar Wochen kaum hier.

Als erstes würde ich Dir raten,höre auf Dein Bauchgefühl.Und als Zweites: Frage Dein Kind.Wenn er unbedingt in die Schule will...ist es ein Versuch wert.wenn nicht,dann lass es eh!

Wir hatten ähnliche Gedanken/Probleme.
Finn ist am 1.10. 6 Jahre geworden,also genau ein Tag nach dem Stichtag(für Nrw). Der Kiga sagte uns letztes Jahr schon: wenn überhaupt einer so früh gehen kann,dann ganz klar Finn!
Wir waren aber ganz klar dagegen!Ich finde,es ist nicht ausreichend ein heller Kopf zu sein.Da gehört noch viel mehr dazu.Das Selbstbewusstsein,die emotionale Reife....körperliche Reife...und ganz vieles mehr.

Ihr habt die Probleme mit dem hypotonen Muskeltonus. Wir genau andersrum.Finn ist permanent angespannt,also hyperton! Seit 2 Jahren machen wir Ergotherapie...es hat nichts gebracht.er ist sehr groß,grobmotorisch sehr gut...hat aber Probleme mit der Körperkoordination und Wahrnehmung,feinmotorisch ist es eine Katastrophe....malen ,da meinst du das hat ein 3 jähriges Kind gemalt,schreiben....da hast du Löcher und Furchen im Tisch.... Er läuft ebenfalls viel auf Zehenspitzen,er ist extrem leicht ablenkbar,motorisch unruhig(Kinderpsychologe sprach von ADHS)
Von Krankengymnastik hatbis jtzt nie einer gesprochen. Wir sind vor 5 Monaten von uns aus zu einer Osteopathin....diese stellte das kidd-syndrom fest(kiss-syndrom bei babies und kidd nennt man es,wenn es als baby nicht behandelt wurde und die Kinder älter sind und dann Probleme haben) Der erste und auch der 2. Halswirbel war raus,was für seine Probleme verantwortlich sein soll. Bei der 4 Kontrolle war der Halswirbel wieder raus.....wird es bei der nächsten Kontrolle auch wieder so sein,werden wir evtl Krankengymnastik machen.


Habt ihr Euch schon einmal über die frühkindlichen Reflexe informiert. Es gibt Menschen die behaupten,dass Kinder so wie Du Deines beschreibst,oder so wie Finn....nie ihre frühkindlichen Reflexe vollständig verloren haben!Das habe ich noch so im Hinterkopf...weiß aber nicht,wer so etwas behandelt und zu wem ich da gehe.

Also,es waren eben diese Aspekte,die uns gegen die frühe Einschulung gebracht haben.
Und wenn Dein Sohn körperlich eher klein ist,dann noch der jüngste ist.....mit den Defiziten???? Ich weiß nicht. Manchmal muss man den Kindern auch einfach die Zeit gönnen sich zu entwickeln!Mit demKiga kann man doch absprechen,dass er im letzten Jahr kognitiv einfach mehr gefördert wird,wenn er das will und ihm langwelig ist.

Ich verstehe die "Eile" manchmal nicht...... lasst die Kinder doch einfach mal Kinder sein!

Lg Carmen
carmen75
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