Waren Eure Babys auch so?

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Momo » Fr 7. Feb 2014, 17:53

Hallo Linasina, da warst Du aber schnell mit dem Lesen, das Buch ist ja gar nicht so einfach geschrieben, finde ich. Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Jesper Juul beschreibt keinen antiautoritären Erziehungsstil sondern er versucht eine Alternative zwischen Antiautoritär und autoritären Wegen aufzuzeigen- er nennt es "autoritativ". Das bedeutet, dass (Zitat) "die Eltern ihre Macht anerkennen, ihre Führungsrolle nicht scheuen und für die Integrität der Kinder Sorge tragen". Da ich gerade das Buch "Die kompetente Familie" von Jesper Juul lese, möchte ich zur Verdeutlichung noch einen Abschnitt aus der Einleitung des Buches zitieren:

"...oder wünschen wir uns, dass unsere Kinder zu Menschen heranwachsen, die ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Kompetenz und ein starkes Selbstwertgefühl mitbringen?
In diesem Fall brauchen Kinder Eltern, die bereit sind, sich zu entwickeln. Eltern, die wie Leuchttürme sind, die ständig klare Signale geben und deutlich sagen, was sie wollen (statt bloß zu sagen, was sie nicht wollen). Sie brauchen Eltern, die wie Sparringpartner sind... Eltern, die bereit sind, mit den Kindern zu wachsen. Eltern, die nicht perfekt sind und keine Lust mehr haben, perfekt zu sein. Eltern, die sich entspannen und die Kraft haben, Nein zu sagen, wenn ihnen danach ist. Eltern, die ihre Verantwortung ernst nehmen- wissend, dass diese Kinder nicht ihr Besitz sind, sondern das Geschenk des Lebens. Eltern, die wissen, dass ihre Kinder nicht wie ihre Eltern werden müssen, um gut zu sein. Eltern, die die Kraft in sich entwickelt haben, sich und ihren Kindern immer zu vertrauen."

Ich habe einige Kapitel des Buches "das kompetente Kind" mehrfach lesen müssen, um den eigentlichen Sinn der Worte zu verinnerlichen, z.B.den Sinn von " Kinder und ihre Eltern sind gleichwertig aber nicht gleichberechtigt". Mich haben diese Ansätze auch erstmal aus dem Konzept gebracht aber langfristig sehr überzeugt!

Liebe Grüße von Momo
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Linasina » Fr 7. Feb 2014, 18:15

Puh ich dachte schon mit mir stimmt was nicht weil ich einiges mehrmals lesen musste um es zu verstehen. Ich finde es ist sehr schwierig geschrieben aber den Grundgedanken habe ich verstanden. :mrgreen: Ich werde das Buch auch nochmal lesen wenn ich die Zeit dazu finde. Jetzt lese ich das Hochsensible Kind. Meine Kleine fängt jetzt langsam mit laufen an und ist recht quengelig. Sie will viel Aufmerksamkeit im Moment.
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Momo » Fr 7. Feb 2014, 20:29

Das Buch über das hochsensible Kind interessiert mich auch sehr, ich glaube, ich habe auch ein solches Exemplar hier zu hause :) Es wäre toll, wenn Du mal etwas darüber schreibst, wenn Du zum Lesen gekommen bist ;)
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Linasina » Fr 7. Feb 2014, 20:32

Mach ich doch gerne. ;)
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 7. Feb 2014, 23:16

Ich bin da ganz bei teddy-781. Der IQ ist nur EIN Aspekt der Persönlichkeit und mMn nicht im direkten Zusammenhang mit anderen Aspekten wie z.B. introvertiert oder extrovertiert, "Vorzeigekind" oder "Kann-Kind".

Als ich hier die Beschreibung eines klugen Kindes gelesen habe, welches beim Essen schon immer aufgepasst hat, sich nicht selbst schmutzig zu machen, habe ich erst mal ziemlich geschmunzelt. Im Umkehrschluss müssten meine beiden Söhne einen IQ mit Minus-Wert haben (wobei ich wirklich SEHR froh wäre wenn sie nur ein bisschen mehr auf Sauberkeit achten würden!)

Dass z.B. das Schlafbedürfnis genetisch festgelegt ist und nicht in Zusammenhang mit einer eventuellen Hochbegabung steht, ist meines Wissens nach sogar schon wissenschaftlich belegt. Und Einstein, der angeblich erst mit 4 Jahren zu sprechen begonnen hat, wird ja gerne als Beweis dafür hergenommen, dass eine frühe bzw. späte Sprachentwicklung auch nichts über den IQ sagt.

Ich vermute zwar schon, dass redegewandte, vielseitig interessierte und nach aussen oft "lästig" wirkende Kinder häufiger unter Hochbegabten als unter durchschnittlich oder minderbegabten Menschen anzutreffen sind, aber es gibt auch so viele vielseitig interessierte durchschnittlich begabte Kinder mit wenig Schlafbedürfnis dass man darauf mMn hier noch längst keine Theorie ableiten kann.
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Momo » Sa 8. Feb 2014, 19:38

Rabaukenmama, das denke ich auch. Dennoch interessiert mich die Frage, ob es doch irgendeine Übereinstimmung von hochbegabten Menschen im Baby- und Kleinkindalter gibt. ich denke weniger an charakterliche Gemeinsamkeiten sondern an ähnliche Verhaltensweisen wie z.B. eine überdurchschnittliche Präsenz und Aufmerksamkeit oder auch ständiges Interesse an Neuem schon in diesem jungen Alter. Rückschlüsse können natürlich erst später gezogen werden, doch gerade deshalb ist dies eine gute Plattform, um sich mit vielen Eltern tatsächlich hochbegabter Kinder austauschen zu können.
Du hast ja auch geschrieben, dass Dein Großer ebenfalls durch seine Wachheit auffiel. Diesen Punkt finde ich interessant!
Ich fragte mich z.B. bei meinem 9 WOCHEN alten Baby, mit dem ich den ganzen Tag und Abend eine Hochzeit besucht habe, ob es normal ist, dass sie den ganzen Tag nicht schläft, sondern abwechselnd bei diversen Gästen auf dem Schoß sitzt und mit großen Augen und sicherer Kopfkontrolle ununterbrochen das Geschehen verfolgt. Bei einer kurzen Autofahrt zum Restaurant hat sie dann in der Babyschale nur geschrien und war erst wieder glücklich, als sie im Restaurant mitten im Geschehen war, natürlich auf einem Schoß sitzend und zuschauen konnte. In der Babyschale schlafen oder entspannt irgendwo liegen- keine Chance. Das finde ich schon ungewöhnlich im Vergleich zu vielen anderen Babys, deren zumeist völlig anderes Verhalten in diesem Alter ich mit Erstaunen beobachtet habe. Die Fremdelzeit begann dann 3 Wochen später..
Dies ist nur ein Beispiel, es gab unzählig viele Situationen, in denen ich das Gefühl hatte, eine "Sonderausführung" eines Babys erhalten zu haben ;) Verstehst Du, was ich meine?
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Linasina » Sa 8. Feb 2014, 20:30

Ich verstehe gut was du meinst. Diese Ausdrücke von den anderen Mamas in den Ruckbildungskurs wenn meine kleine bei der Babymassage geweint hat. Als sie fremdelte diese Blicke und das Kopfschütteln der Leute auf Feiern die meinten das ist aber nicht normal dass sie jetzt schon fremdelt und nur weint. Das frühe Greifen und das umblättern und angucken der Bücher mit einem halben Jahr. Zeitungen und Kataloge angucken wie ein Erwachsener mit 9 Monaten. Das frühe puzzeln und das Schlafverhalten. Ich kannte nur noch ein Kind welches schlecht schlief die anderen schliefen super und die Mamas hielten mir auch wieder vor dass das nicht normal wäre. Jetzt wo die Schwester ein viel Schläfer ist merke ich wie erholsam ein Kind sein kann und wie anstrengend meine Grosse war und in der Krabbelgruppe von meiner Kleinen sind jetzt einige Kinder mit Schlafstörungen.
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Momo » Sa 8. Feb 2014, 22:34

Danke, es tut richtig gut, sich mit Eltern mit ähnlichen Erfahrungen austauschen zu können!!!!
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Beitragvon Rabaukenmama » Sa 8. Feb 2014, 23:16

@Momo und Linasina

Mir ist schon bewusst worum es bei dem Thema geht. Einige der von Euch beschriebenen Punkte stimmen sehr genau mit meinen Erfahrungen mit meinem "Grossen" überein - andere aber gar nicht.

Genaues beobachten von Personen und Situationen, frühe Kopfkontrolle, hohe Körperspannung, wenig Schlafbedürfnis - bei uns ganz genau dasselbe!

Fremdeln dagegen - überhaupt nicht! Weder als Baby noch später. Vielleicht gab´s mal eine kurze Phase (hab mir schon mehrmals sagen lassen dass "alle" Babys bzw. Kleinkinder irgendwann fremdeln) aber wenn, dann war das so kurz bzw. wenig ausgeprägt, dass ich es nicht mal bemerkt habe.

Frühes greifen - ebenfalls nicht! Ich war ja vor der Geburt meines ersten Kindes so unwissend dass ich geglaubt habe, Babys würden quasi "von Geburt an" greifen können. Wozu sonst gibt es Greifspielzeug "ab 0 Monate"? Mein Sohn war knapp 5 Monate als er zu greifen BEGANN. Da konnte er sich schon lange vorher vom Rücken auf den Bauch und vom Bauch auf den Rücken drehen.

Andere Mütter, die meinten, mein Kind sei "nicht normal" gab es auch einige - aber darin sehe ich keine tatsächliche Auffälligkeit bei meinen Kind sondern den ganz normalen Zickenterror. So Meldungen wie "ich singe meinem Kind abends ein Lied vor und dann schläft es um Punkt 19h ein" oder "Wenn man ein Abendritual hat ist das mit dem einschlafen überhaupt kein Problem" habe ich auch oft gehört. Nur kam mein Grosser mit einem Jahr mit rund 10,5 Stunden Schlaf völlig aus und daran änderten auch ein Lied und ein Abendritual nichts. Dann kamen noch die guten Tipps mit "tagsüber voll auspowern" damit das Kind abends schön müde ist oder das Gegenteil "ja nicht zu viele neue Eindrücke, weil das arme Kind abends sonst ja total aufgekratzt sein MUSS". Das kam übrigens durch die Bank von Vollzeitmüttern mit nur EINEM Kind und grossteils noch viel familiärer Unterstützung.

Einmal fiel von einer anderen Mutter am Spielplatz auch das Wort "hyperaktiv" in Zusammenhang mit meinem Sohn. Ihren eigenen Sohn hätte ich mal spontan eher mit dem Attribut "Schlaftablette" bedacht (der sass tatsächlich zwei Stunden auf derselben Stelle in der Sandkiste!) aber ich habe das nicht ausgesprochen weil ich einfach respektiere, dass sich verschiedene Persönlichkeiten (sowohl Erwachsene als auch Kinder) einfach unterschiedlich verhalten.

Im übrigen glaube ich dass vor allem Mütter dazu neigen, ihre Kinder gerne als "braver" und pflegeleichter hinzustellen als diese tatsächlich sind. Gerade bei Eltern-Kind-Treffen ist das meiner Beobachtung nach weit verbreitet. Aber zumindest in meinem engeren Freundeskreis gab es einige Mütter, die so ehrlich waren, zuzugeben, dass ihre Kinder auch immer wieder mal in dem einen oder anderen Punkt (essen, schlafen, auf "nein" hören, Arztbesuche,...)"schwierig" waren.

Mein zweiter Sohn (18 Monate, in wie weit klug oder hochbegabt habe ich noch keinen blassen Schimmer) war komplett anders: wesentlich ruhiger, mehr Appetit, mehr Schlafbedürfnis, wesentlich spätere grobmotorische Entwicklung (was aber auch mit seiner Gehörlosigkeit zusammenhängen kann). Dafür begann er bereits mit 3 Monaten zu greifen. Er ist ebenfalls ein sehr guter Beobachter, was aber in Anbetracht der Tatsache, dass ihm ein Sinn total fehlt, nicht weiter verwunderlich ist.

Interessant sind bei meinen beiden Söhnen auch die unterschiedlichen Interessen. Während der Grosse sich z.B. erst sehr spät und nicht besonders intensiv für Motorik- oder Puzzlespiele interessiert hat ist das jetzt schon die grosse Leidenschaft des Kleinen. Der Grosse hielt es maximal 3 Minuten auf einem Schaukelpferd aus, der Kleine kann auch eine Stunde durchschaukeln ohne zu glauben er versäumt dabei was.

Das Interesse an Büchern war bei beiden sehr früh da. Sie haben beide mit etwa 7-8 Monaten begonnen, selbstständig Bilderbücher anzuschauen. Im Moment ist der Kleine auf die Vorlesezeiten des Grossen sehr eifersüchtig (er bekommt anscheinend mit dass der andere etwas "bekommt" wovon er durch seine Gehörlosigkeit ausgeschlossen ist) und er nimmt Rache, indem er ständig versucht, die Seiten zu verblättern oder sich einfach in das Buch hineinsetzt.

Obwohl mein Grosser nicht getestet ist bin ich mir ziemlich sicher dass er hochbegabt ist. Ich bin selbst ja auch HB und in Gesprächen mit meiner Mutter über meine frühe Kindheit erstaunt mich immer wieder in wie vielen Punkten sich mein Sohn und ich gleichen (z.B. Ausnahmebegabung ins Sachen auswendig-lernen).
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Re: Waren Eure Babys auch so?

Beitragvon Linasina » Sa 8. Feb 2014, 23:46

Das hast du aber schön geschrieben. Das mit dem schlafen ist bei meiner Grossen auch so. Wir können stundenlang wandern oder ins Schwimmbad mit ihr gehen sie wird einfach nicht müde. Sie schläft meist um 10 o 11 uhr ein und ist um 7 wieder wach. Sie wird auch nachts wach und spielt oder räumt ihr Zimmer auf. Der Kleinen lese ich was vor und dann schläft sie nach 5 Minuten Protest. Meine Große lernt auch ganze Kiga Sendungen auswendig. Und Bücher die ich ihr vor 2 bis 3 Jahren vor gelesen habe lese ich mit Absicht immer mal falsch aber dann berichtigt sie mich immer. Aber ich denke das auswendig lernen ist nomal und können viele Kinder gut. Die Kleine ist auch in manchen Dingen schwierig. Sie isst nicht so besonders toll und ist ein richtiger Wildfang. Sie kennt keine Gefahren und kann recht aggressiv werden. Trotzphasen mit auf dem Boden werfen und mit dem Beinen strampeln sind keine Seltenheit. Meine große ist jetzt mit fast 5 Jahren auch endlich nachts trocken. Das ist auch etwas was viele nicht normal finden.
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