Trotzkinder

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Trotzkinder

Beitragvon shaja » Mi 16. Apr 2014, 22:35

PS: im normalen ALltag ist mein SOhn sehr kooperativ und es ist einfach sehr schön, mit ihm Zeit zu verbringen!!! ich habe den EIndruck, er ist ein "Sammler": er hält lange durch, wenn ihm etwas nicht passt, dann ist es zu viel und es gibt eine zu heftige Reaktion...
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Re: Trotzkinder

Beitragvon Linasina » Mi 16. Apr 2014, 22:57

Liebe Shaja, endlich mal eine Leidensgenossin mit fast gleich altem Kind.
Ich hoffe auch dass es sich mit 6 Jahren dann geben wird. Es ist wirklich schwierig mit ihr und ich scheine alles falsch zu machen.
Die Kinderärztin meinte sie haben 2 sehr willensstarke und sehr impulsive Kinder. Aber Sie hat mir keine Vorwürfe gemacht wie dass sonst immer der Fall ist.
Du hast recht, in dieser Welt muss man sich durchsetzen können sonst wird es nichts. Das was mir immer fehlte dass haben meine Kinder. Ich hatte nie Trotzanfälle als Kind und kann mich gar nicht durchsetzen.
Vielleicht hat es ja wirklich auch was gutes auch wenn es sehr schwer für mich ist diese extremen Wutanfälle durch zu halten.
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Re: Trotzkinder

Beitragvon Momo » Mi 16. Apr 2014, 23:10

Shaja, es ist interessant, was Du beschreibst und ich bin gespannt, welche Herausforderungen noch auf uns warten ;) Neulich überraschte mich meine Tochter jedenfalls selbst bei einem halben Wutanfall. Sie sagte dann ganz ruhig zu mir "Mama, Du ärgerst Dich. Was gibt es denn für eine Lösung?" :shock:
Tja...
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Re: Trotzkinder

Beitragvon Linasina » Mi 16. Apr 2014, 23:14

Das ist ja süß. Sie hat also dich und deine Vorgehensweise durchschaut. ;)
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Re: Trotzkinder

Beitragvon Momo » Mi 16. Apr 2014, 23:33

Liebe Linasina, es sieht so aus... durchschaut oder verinnerlicht... oder beides... :roll:
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Re: Trotzkinder

Beitragvon shaja » Mi 16. Apr 2014, 23:58

Liebe Momo,

finde ich toll, dass deine Tochter das übernimmt!

Bei meinem Sohn erreichte ich irgendwann nichts mehr mit dem Spiegeln -mein Mann begründete es damit, dass er es "durchschaut" habe...wer weiß... :?:

Jedenfalls ist er ja nicht mehr so unkontrolliert, wenn er wütend ist, sondern er plant seine "Aktionen", mit denen er uns ärgern möchte-manchmal lacht er uns auch aus :oops:

Ich denke mal, das sind Entwicklungen-ich finde immer, wenn er sich so verhält, dann möchte er uns etwas mitteilen-so in der Art: " Momentan bin ich mit der Art wie ihr mit mir umgeht unglücklich!" Das können für uns kaum nachvollziehbare Gründe sein, beispielweise: Es ist Sonntag, morgen wieder Schule,ich mag nicht in die Schule. Oder: Papa kommt überraschend früh nach Hause, damit hatte unser Sohn nicht gerechnet. Obwohl er sich freut, stresst es ihn gleichzeitig, dann beginnt er uns eben zu ärgern..so in diesser Art...


Linasina: Ich finde es immer gut, zu reflektieren, warum mein Sohn so schlecht gelaunt war. Je besser ich ihn kennen lerne, umso mehr wird mir klar, dass ich ihm manchmal zu viel zumute: Er mag sehr gerne Rituale, eine gewisse Routine, etc... gerade dies war meine Schwäche...aber ich lerne ;)
Ach und nochwas: Mir ist es lieber, er ist wütend und laut als dass er seine Gefühle autoaggressiv auslebt..das habe ich bei anderen Kindern schon gesehen-finde ich schlimm!

Noch etwas: Auch wenn es nun so klingt, er ist ein wirklich lieber Junge, seine Augen leuchten, er lächelt viel, auch mit anderen Menschen, er strahlt oft so von innen.. er ist einfach gefühlvoll-in jedem Sinne ;)


LG shaja
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Re: Trotzkinder

Beitragvon shaja » Do 17. Apr 2014, 00:00

PS: @ Momo: das Spiegeln habe ich übrigens im Spielraum gelernt und ich finde es eigentlich auch richtig toll-nur mein Sohn nicht mehr so sehr(ich werde es aber wieder mal bei ihm versuchen..) ...aber meine Schüler mögen es ...noch...
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Re: Trotzkinder

Beitragvon sogesehen » Do 17. Apr 2014, 00:02

Hallo zusammen,
mein Großer hat sich meines Erachtens nie auf den Boden geworfen. Er ist wütend, wenn wir seinen Plan durchkreuzt haben und vor ihm die Tür aufgemacht haben und er das zuerst machen wollte. Er ist nicht ganz zufrieden, wenn er es dann nochmal machen darf, aber es hilft. Außerdem sage ich ihm immer, wenn er etwas zuerst machen will, muss er sich halt mehr beeilen - seine Trödelei regt mich in letzter Zeit immer wieder auf... Ich habe auf das Geschrei keine Lust mehr und wenn er dann z.B. seine Tür noch mal aufmachen konnte, ignoriere ich weiteres Geschrei. Im Ganzen sind Müdigkeit und Hunger Hauptgründe bei ihm, dass diese Auslöser zum Wutanfall führen.
Der Kleine ist da schärfer. Er hält in seiner Wut sehr viel länger durch, inklusive auf den Boden werfen, winden und strampeln, dass ich keine Chance habe, ihn beispielsweise anzuziehen. Ihm etwas "gewaltsam" anzuziehen macht überhaupt keinen Sinn, das hat er ruckzuck wieder ausgezogen. Da hilft nur Herausfinden, was sein Problem ist (Windel nicht selbst ausgesucht, will nicht in den Kindergarten...) und Zugeständnisse machen. Er spricht immer besser, ich komme schneller auf die richtige Idee, was für ihn jetzt falsch war, wir hatten jetzt länger keine Trotzanfälle mehr.
Dass in der Stadt ein Trotzkind auf dem Boden zum Straßenbild gehört, hängt sicher mit dem größeren Stresslevel durch kleinere Wohnungen und höherem Lärmpegel zusammen, meint Ihr nicht?
Ich denke schon, dass ausgeprägtes Trotzverhalten eine Kombination ist aus Willensstärke/Charakter und Umgang. So glaube ich, dass so manche Eltern nie damit konfrontiert werden, weil das Kind eben nicht der Typ dafür ist. Und gleichzeitig glaube ich, dass viele Ohnmachtsgefühle/Gefühl der Fremdbestimmung Trotzverhalten fördern sowie Verstärkung (wenn aus einem klaren "nein" ab einem bestimmten Grad des Trotzes ein "na gut" wird). Hat das Kind das Gefühl, der Willkür der Eltern ausgesetzt zu sein, weil Verbote nicht (für das Kind hinreichend) begründet werden, dann versucht es diese Willkür zu den eigenen Gunsten durch Trotz zu verändern.

Ich will es mal so versuchen zu formulieren. Kinder sind verschieden und neigen unterschiedlich stark zum Trotzen, aber es ist nicht egal, wie man damit umgeht...
LG
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Re: Trotzkinder

Beitragvon Momo » Do 17. Apr 2014, 00:21

Sogesehen hat geschrieben:
Dass in der Stadt ein Trotzkind auf dem Boden zum Straßenbild gehört, hängt sicher mit dem größeren Stresslevel durch kleinere Wohnungen und höherem Lärmpegel zusammen, meint Ihr nicht?

Das kann ich mir auch vorstellen. Und andererseits hat man durch die Vielzahl von Kindern in einer Großstadt einfach auch eine sehr gute Möglichkeit, kindliches Verhalten zu studieren. Mich haben die Aussagen der Mitmütter von Linasina gewundert, die so viel Unverständnis für dieses Verhalten haben, welches meinen Beobachtungen nach zum normalen Tagesgeschehen gehört.

Shaja, bezüglich des Spiegels könnt Ihr ja irgendwie eine Stufe weitergehen. Vielleicht fühlt sich Euer Sohn zu "kleinkindhaft" behandelt, weil Ihr Euch ja schon immer so ihm gegenüber verhalten habt. Sehr gut, respektvoll und hilfreich finde ich diesen Umgang in jedem Fall, es kann übrigens auch prima in partnerschaftlichen Auseinandersetzungen helfen :D

LG Momo
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Re: Trotzkinder

Beitragvon Linasina » Do 17. Apr 2014, 00:27

Ich glaube die wollten es einfach nicht zu geben. Im Dorf sind die Leute nicht so ehrlich. Leute in der Stadt haben eine ganz andere Mentalität und sind vor allem offener was ich sehr schön finde denn icj bin auch ein sehr direkter und offener Mensch.
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