hochsensibel

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

hochsensibel

Beitragvon Sonnenblume12 » Mi 25. Jun 2014, 09:53

Hallo,

mein Sohn ist 4 und geht in einen Integrationskindergarten. Sie sind 15 Kinder, wo 3 davon eine leichte Beeinträchtigung haben. Mein Sohn gehört zu den "normalen".. er hat einen kleinen Bruder (2) der noch zu Hause ist. Mein großer Sohn geht zwischen 4-4,5 Stunden in den Kindergarten. Das eingewöhnen war für uns beide eine sehr harte, langwierige Sache...
von sep.- Februar hat es gedauert, dann ging es besser. er hat dadurch wieder angefangen ein zunässen jetzt geht es wieder.
ich möchte ein paar Charaktereigenschaften beschreiben, vl geht es wem ähnlich?

*er steht morgens auf und ärgert sich gleich, weil seine winden (die er in der nacht trägt) stinkt, auch ärgert er sich, dass er den Restmüll so stark riecht..

*wenn er frühstückt und eben etwas unangenehmes riecht (was ich nicht merke) oder sein kleiner bruder einmal auf seinen teller greift, dann fliegt gleich das essen durch die luft

*Kleidung ist anfangs für ihn sehr unangenehm, ihm drückt der knopf, stört die Unterhose, oder zwickt das leiberl....

*er braucht immer einen bestimmten Kinderteller und ein heferl oder glas, nicht zu groß, nicht zu klein, er ist ein starker Perfektionist.

*wenn er puzzle baut, oder etwas anderes und es nicht schafft, dann tickt er gleich aus und ärgert sich sehr. bei ihm fliegen eigentlich alle Sachen durch die gegend

*5 tage kindergarten sind für ihn sehr anstrengend, wir können nachher kaum noch was unternehmen weil er so müde ist, daher haben wir es auf 4 tage reduziert.

*er ist sehr empathisch, spürt wenn es anderen nicht gut geht, ist sehr gerecht und teilt immer, kümmert sich gut um seine freunde wenn sie zu besuch sind

*er spielt eher gerne zu zweit, in großen gruppen ist er sehr zurückhaltend und leise

*er braucht im kindergarten immer besonders viel Zuneigung beim ankommen, er versteckt sich immer noch hinter mir

*generell braucht er beim ankommen und besuchen wo mehrere leute sind zeit, oft bekommt er wutanfälle anfangs..

*wenn wir ein geburtstagslied singen (bei den Familienfeiern ca 20 leute) schreit er danach immer sehr laut

*er ist sehr klug, stellt viele fragen und ist sehr wissbegierig, vor allem was Umwelt betrifft, er mal Landkarten, liebt sein Fernrohr, fängt an zu lesen und schreiben (auf seinen eigenen wunsch)

*er kann zur zeit beim frühstück nicht normal anfangen zu essen, er beschwert sich, hat keine Hände, keinen mund, will gar nix... da ist auch trotz dabei, das ist klar

es ist zur zeit wirklich nur mehr anstrengend, ich fühle mich sehr ausgelaugt, er tobt nur mehr herum, kleine alltagshandlungen fordern mich schon sehr heraus. als Baby hat er nachts immer sehr schlecht geschlafen wenn am tag viel los war.

er braucht sehr viel ruhe für sich, spielt lange und viel vertieft im eigenen zimmer.
langsam weiß ich nicht mehr weiter, der kleine fangt an die singe nachzuahmen und kommt ja selbst grad in die Trotzphase,,,,

wie hört sich das für euch an? hat wer einen rat?
habe einen Termin im juli bei einer guten Psychologin.... einfach um mal mit jemand prof. zu sprechen...

danke :fahne:
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Re: hochsensibel

Beitragvon Sonnenblume12 » Mi 25. Jun 2014, 09:57

achja das habe ich noch vergessen.... wenn ich ihn vor anderen kindern/leuten ermahne oder schimpfe, dann beschämt er sehr schnell, er schreit dann ganz laut und haut sich selber.... ich weiß nicht woher das kommt,

wenn wir seinen Geburtstag feiern, dürfen wir nicht für ihn singen, da es ihm unangehmen ist, zu laut ist..
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Re: hochsensibel

Beitragvon Linasina » Mi 25. Jun 2014, 10:32

Hallo, auch mein Kind ist Hochsensibel. Wir haben noch keinen Psychologen um Rat gefragt. Der Alltag war zeiweise eingeschränkt da ich mit ihr nicht weg konnte. Sie mag auch laute Geräusche nicht und weint sehr schnell wenn man schimpft oder ermahnt.
Sie schläft sehr schlecht und findet abends keine Ruhe. Sie war sehr Menschenscheu. Jetzt hat sich das aber gegeben. Sie spricht jetzt auch mit Fremden. Ich habe viele Bücher gelesen und man muss einfach damit leben lernen. Ich weiss das ist anstrengend besonders wei die Umwelt damit nicht klar kommt wenn jemand von der Norm abweicht. So selten ist Hochsensibilität gar nicht jedenfalls öfter als Hochbegabung kommt Sie vor.
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Re: hochsensibel

Beitragvon Sonnenblume12 » Mi 25. Jun 2014, 10:52

danke für deine antwort!
meinst du könnte er wirklich hochsensibel sein?

bei uns stellt sich auch die frage. kindergartenwechsel ja oder nein?

wie beschrieben geht er jetzt in einen integrationskindergarten wo viel zeit ist und er solange brauchen kann wie er eben braucht. die Betreuung geht aber nur bis halb 2 und ich brauche spätestens in einem jahr für beide die Möglichkeit einer längeren Betreuung.
haben jetzt einen platz in einem normalen kindergarten, wo aber doppelt so viele kinder sind. es wird sicher hart für ihn werden, aber was ist da gescheiter? behüten oder gleich in die Realität stürzen?
wie ist das bei deiner tochter?

lg
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Re: hochsensibel

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 25. Jun 2014, 11:03

Linasina hat geschrieben:Ich weiss das ist anstrengend besonders wei die Umwelt damit nicht klar kommt wenn jemand von der Norm abweicht. So selten ist Hochsensibilität gar nicht jedenfalls öfter als Hochbegabung kommt Sie vor.


Ja, das sehe ich auch so. Im Kindergarten meines Sohnes sind einige Kinder, die ich (als Außenstehende) für hochsensibel halte. Es gibt auch Kinder, die schon mehr als zwei Jahre in den Kindergarten gehen und beim Abschied immer noch weinen.

Leider ist es genau so, wie du schreibst: eine Abweichung von der Norm wird von vielen Menschen nicht anerkannt. Vor allem ärgert mich, wenn so ein abweichendes Verhalten sofort mit irgendwelchen Fehlern der Eltern in Verbindung gebracht wird.

Die Tochter einer Bekannten ist auch hochsensibel und die Mutter kann sich ständig anhören, was sie "falsch" gemacht hat, dass es so weit gekommen ist. Hey? Das sie ein total liebes, sehr kluges Mädchen mit tollen Fähigkeiten ist wird als selbstverständlich gesehen, aber daran, dass es Dinge in ihrer Umgebung gibt, mit denen sie nicht klarkommt, "muss" wer schuld sein? Kann man den kleinen Menschen nicht einfach als Persönlichkeit so akzeptieren, wie er ist?

(Geht jetzt niemanden im speziellen an, ist mir nur gerade dazu eingefallen). Vielleicht sind aber andere Eltern auch nur irgendwie eifersüchtig auf die Fähigkeiten der Kinder anderer, dass sie auf deren Schwächen so herumreiten müssen...
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Re: hochsensibel

Beitragvon Sonnenblume12 » Mi 25. Jun 2014, 11:26

ja das stimmt.
mein freund und ich haben auch unsere problemchen, sein verhalten wird sofort mit unseren Problemen in Verbindung gebracht, ich glaube schon dass es zusammenhängt, es etwas verstärkt, aber er ist einfach so wie er ist.
ich bin 23, also sehr jung, in der Familie heißt es einfach, dass ich überfordert bin, bin ich ja auch grad irgendwie, aber es wird sofort auf das junge alter geschoben, dabei finde ich, dass ich mir mehr Gedanken über meine kinder und die Umwelt mache, als viele andere.

ich war als Kind auch so wie mein sohn, aber nicht so extrem. ich habe angst, dass er im kindergarten nicht die benötigte zeit bekommt die er braucht. wenn es immer heißt "komm, tu weiter, schneller, schau die anderen sind schon fertig" dann wird sein Selbstbewusstsein nur schlechter werden. kann mir auch nicht vorstellen, ihn in eine Regelschule zu geben....

aber ja, für alles werden die Eltern verantwortlich gemacht, meine Oma hat 5 kinder, sie meinte jedes war ganz anders und man kann kinder nur begleiten und nicht erziehen so wie man will. meine tante ist auch hochsensibel und auch ihre schwester sieht uns spürt mehr als andere... mit denen kann ich reden, mit meiner engen Familie (zb Geschwister) wird das Thema hochsensibel, oder eben "anders" sein nicht ernst genommen, denn alles was man nicht "sehen" kann oder wissenschaftlich nicht belegt werden kann, gibt es nicht :roll: :roll: :?
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Re: hochsensibel

Beitragvon Sonnenblume12 » Mi 25. Jun 2014, 11:30

aber was haltet ihr in dem fall von einem kindergartenwechsel :?: :?:
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Re: hochsensibel

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 25. Jun 2014, 11:38

Sonnenblume12 hat geschrieben:ja das stimmt.
mein freund und ich haben auch unsere problemchen, sein verhalten wird sofort mit unseren Problemen in Verbindung gebracht, ich glaube schon dass es zusammenhängt, es etwas verstärkt, aber er ist einfach so wie er ist.
ich bin 23, also sehr jung, in der Familie heißt es einfach, dass ich überfordert bin, bin ich ja auch grad irgendwie, aber es wird sofort auf das junge alter geschoben, dabei finde ich, dass ich mir mehr Gedanken über meine kinder und die Umwelt mache, als viele andere.

ich war als Kind auch so wie mein sohn, aber nicht so extrem. ich habe angst, dass er im kindergarten nicht die benötigte zeit bekommt die er braucht. wenn es immer heißt "komm, tu weiter, schneller, schau die anderen sind schon fertig" dann wird sein Selbstbewusstsein nur schlechter werden. kann mir auch nicht vorstellen, ihn in eine Regelschule zu geben....

aber ja, für alles werden die Eltern verantwortlich gemacht, meine Oma hat 5 kinder, sie meinte jedes war ganz anders und man kann kinder nur begleiten und nicht erziehen so wie man will. meine tante ist auch hochsensibel und auch ihre schwester sieht uns spürt mehr als andere... mit denen kann ich reden, mit meiner engen Familie (zb Geschwister) wird das Thema hochsensibel, oder eben "anders" sein nicht ernst genommen, denn alles was man nicht "sehen" kann oder wissenschaftlich nicht belegt werden kann, gibt es nicht :roll: :roll: :?


Witzig, ich bin eine (ur)alte Mama und da habe ich auch schon gehört dass man dann nicht mehr so belastbar sein soll und angeblich dazu neigt, die Kinder zu "beglucken". Vorurteile gibt´s wohl an allen Ecken und Enden. Wobei ich schon den Vorteil habe, grossteils von meiner Umgebung in Ruhe gelassen zu werden. Eine Freundin mit Kindern im gleichen Alter wie meine ist 23, schaut aber noch jünger aus. Die erzählt mir manchmal wie ihr andere Eltern beim abholen der Kinder aus dem Kindergarten Tipps geben wie sie die Erziehung angehen soll oder nachfragen, ob sie eh was "gesundes" kocht...

Wegen Kindergarten: ich glaube gar nicht, dass so viel davon abhängt wie der Betreuungsschlüssel eines Kindergartens ist sondern mehr davon, wie die PadagogInnen in den unterschiedlichen Situationen (re-)agieren. Mein älterer Sohn ist z.B. in einem Privatkindergarten mit relativ wenig Betreuern auf viele Kinder. Trotzdem werden seine Eigenheiten (z.B. trödeln beim anziehen) akzeptiert. Kleinsohn ist auf Grund seiner Behinderung in einem Integrationskindergarten, da klappt das auch sehr gut, die haben aber im Verhältnis doppelt so viele Betreuungspersonen. aber ich habe schon von Kindergärten gehört, wo jede Kleinigkeit zum Riesenproblem hochgeschaukelt wird - mMn hängt da einfach sehr viel von dem Menschen ab, die das sagen haben.
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Re: hochsensibel

Beitragvon Momo » Mi 25. Jun 2014, 12:22

Sonnenblume hat geschrieben:
die Betreuung geht aber nur bis halb 2 und ich brauche spätestens in einem jahr für beide die Möglichkeit einer längeren Betreuung.
haben jetzt einen platz in einem normalen kindergarten, wo aber doppelt so viele kinder sind. es wird sicher hart für ihn werden, aber was ist da gescheiter? behüten oder gleich in die Realität stürzen?


Liebe Sonnenblume, herzlich willkommen in diesem Forum! Dein Sohn ist bestimmt hochsensibel, Deinen Beschreibungen nach zu urteilen. Meine Tochter würde ich auch als hochsensibel einschätzen und gerade in Bezug auf den Kindergarten haben wir ihr viel Zeit gegeben. Ich habe es schon an anderer Stelle geschrieben. Meine Erfahrung ist, dass es für diese sensiblen Kinder sehr gut ist, eben nicht gleich "in die Realität gestürzt zu werden", sondern ihnen Zeit für die Entwicklung zu geben, wenn es irgendwie möglich ist. Ich sehe Hochsensibilität als Gabe und wenn ein Kind nicht schon zu früh mit zu vielen Ansprüchen und Anforderungen überladen wird, kann es mit dieser Gabe ins Gleichgewicht kommen und eine Sicherheit für sich selbst erreichen. Ich kann mich sehr gut in die Gefühlswelt dieser Kinder hineinversetzen, ich war selbst ein sehr mitfühlendes Kind, vielleicht auch hochsensibel. Mir wurde von meinen Eltern ebenfalls viel Bestärkung und Zeit gegeben, heute stehe ich als Selbstständige mit beiden Beinen mitten im Leben, habe täglich mit vielen Menschen und Herausforderungen zu tun. Meine Sensibilität hilft mir heute sehr im Umgang mit Menschen und Situationen.

Alles Gute für Dich, wie gut, dass es in Deiner Familie ebenfalls sensible Menschen gibt, mit denen Du Dich austauschen kannst und von denen Du Dich bestärken lassen kannst. Die Worte Deiner Oma finde ich übrigens toll, man kann Kinder nur begleiten nicht erziehen so wie man will ;)
In Bezug auf einen Kindergartenwechsel in einen normalen Kindergarten mit doppelt so vielen Kindern würde ich lieber nach einer anderen Möglichkeit suchen. Könnte er in dem Integrationskindergarten auch länger betreut werden, wenn Ihr bald eine längere Betreuung benötigt?
Gibt es in Eurer Nähe ansonsten andere Ganztagskindergärten mit einem alternativen Konzept wo auf die Individualität der Kinder besonders eingegangen wird, wie Montessori, Pikler oder Waldorf?

Alles Gute wünscht Momo
Zuletzt geändert von Momo am Mi 25. Jun 2014, 12:29, insgesamt 3-mal geändert.
"Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht." Mark Aurel (121-180)
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Re: hochsensibel

Beitragvon Sonnenblume12 » Mi 25. Jun 2014, 12:26

ich sehe auch viel jünger aus als ich bin :) ich kenne das sehr gut, oder einfach das angestarrt werden...

ja, es kommt auf die Pädagogen an, da habe ich ja meine bammel, ich weiß wie die jetzigen sind, würde aber eine längere Betreuung brauchen...
wenn es dann schlecht ist, gibt's ja kein zurück mehr, das ist ja das Problem :/
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