Erziehungskonzepte und eigene Vorstellungen

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Erziehungskonzepte und eigene Vorstellungen

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 9. Feb 2015, 16:04

Bliss hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben:
Ja, ich verstehe die Beweggründe derer, die generell reglementieren, oft nicht.
Muß ich auch nicht, schließlich werden meine eigenen Beweggründe auch oft genug mißverstanden.

Ich habe auch schon Diskussionen unter Müttern miterlebt, die sich gegenseitig darin übertrumpfen wollten wie wenig ihre Kinder fernsehen dürfen. Warum, wenn nicht aus Freude am reglementieren?


Na, ich nehem mal stark an, weil sie der Meinung sind, dass Fernsehen ihren Kindern schadet. Du gibst doch deinem Sohn keine Schokolade mehr nach dem Zähneputzen. Machst du das auch aus Freunde am Reglementieren? Oder nicht doch eher weil du mal gehört hast, dass es den Zähnen schadet. Oder weil du es einfach nicht möchtest, wenn dein Kind das machst.


Wenn wer den Unterscheid zwischen generellem reglementieren und reglementieren nach Bedarf nicht verstehen will oder kann, dann lebe ich eben damit, unverstanden zu sein. Eltern tun sehr viel, meistens in dem Glauben, ihrem Kinder damit etwas gutes zu tun, ihnen zu helfen, oder ihnen etwas zu ersparen. Da ist gibt´s eine ganz große Bandbreite von übertrieben bevormundend bis unvernünftig gleichgültig. Und jeder glaubt, selbst genau den richtigen Mittelweg gefunden zu haben - ich genauso wie du ;) .

Ich fürchte nur, unser Gespräch hier entwickelt sich zur Endlos-Diskussion. Und da es mir hier nicht ums recht-behalten geht sondern um Meinungsaustausch beende ich mal von meiner Seite :fahne: .
Zuletzt geändert von Rabaukenmama am Mo 9. Feb 2015, 16:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erziehungskonzepte und eigene Vorstellungen

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 9. Feb 2015, 16:13

Momo hat geschrieben:Rabaukenmama hat geschrieben:
Es ist z.B. sehr gefährlich, mein Kind bei einem Wutanfall hochzunehmen und trösten zu wollen. Abgesehen davon, dass meine Brille dabei sehr gefährdet ist (sie wurde schon einige Male in solchen Situationen durchs Zimmer geschleudert): der Kleine schlägt so wild um sich dass die Verletzungsgefahr riesengroß ist.


Das glaube ich und ich denke, das ist auch sehr verständlich. Das Kind ist wütend und will in diesem Moment nicht getröstet werden. Ich begleite diese Zornausbrüche so, indem ich in einem gewissen Abstand einfach da bin, ruhig dabei sitze, Anteil nehme, aber nichts sage oder mache. Man spürt den richtigen Abstand zum Kind, ist er zu dicht, fühlt sich das Kind bedrängt, ist er zu weit, fühlt sich das Kind alleine gelassen- dies hört man deutlich am Geschrei des Kindes :lol: Ist der Abstand richtig, ist das Kind zwar wütend, doch es fühlt sich trotzdem angenommen und unterstützt und schafft es so, gut durch diese emotionalen Wogen hindurch zu kommen. Vielleicht kannst Du Deinem Sohn mehr Zeit geben, den Druck rausnehmen und erst gebärden, wenn er zu Dir schaut und aufnahmefähig erscheint. Vielleicht ist es ihm in diesen Situationen einfach alles zu viel.

Schöne Grüße von Momo


Das mit dem richtigen Abstand handhabe ich genau so wie du. Nur mit "mehr Zeit geben" um den Druck rauszunehmen habe ich ein Problem. Denn während ein Wutanfall bei meinem älteren Sohn innerhalb von maximal 3 Minuten beendet war kann Kleinsohn bis zu 1,5 Stunden brauchen, um "runterzukommen". Und mein Zeitmanagement läßt es meisten nicht zu, da wartend dazusitzen und zu warten bis der Kleine ansprechbar ist. Abgesehen davon schaut er ja nur dann her, wenn ihn irgendwie interessiert, was ich gerade gebärde. Bei "Ich gebe Dir Schokolade" schaut er jedenfalls viel öfter her als bei "Du darfst keine Sachen durch die Gegend werfen" oder "Vorhin warst du nicht brav, weil...." :mrgreen: . Verstehe ich schon, welches Kind hört sich gerne Predigten an? Aber Gebärdensprache ist nun mal nicht meine Muttersprache und obwohl ich bald den 5. Semesterkurs beginn bin ich noch nicht so sattelfest, spontan und gleichzeitig wertschätzend gebärden zu können.

Aber wenn er rot sieht schaut der Kleine gar nicht her (hab´s mit der Schoko-geben-Gebärde mehrmals ausprobiert) und Anlass für einen Wutanfall kann z.B. sein, dass er den angekackten Body nicht ausziehen will. Dann gibt´s einen 10minütigen Kampf an dessen Ende Kleinsohn hoffentlich frisch gewickelt und angezogen ist, ich reif für die Dusche bin (ich kenne jetzt die echte Bedeutung der Redewendug "schweißgebadet" :schwitz: ) und mindestens 30 Minuten demonstratives ignorieren folgen.
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Re: Erziehungskonzepte und eigene Vorstellungen

Beitragvon Bliss » Mo 9. Feb 2015, 16:36

Rabaukenmama hat geschrieben:Wenn wer den Unterscheid zwischen generellem reglementieren und reglementieren nach Bedarf nicht verstehen will oder kann, dann lebe ich eben damit, unverstanden zu sein. Eltern tun sehr viel, meistens in dem Glauben, ihrem Kinder damit etwas gutes zu tun, ihnen zu helfen, oder ihnen etwas zu ersparen. Da ist gibt´s eine ganz große Bandbreite von übertrieben bevormundend bis unvernünftig gleichgültig. Und jeder glaubt, selbst genau den richtigen Mittelweg gefunden zu haben - ich genauso wie du ;) .

Ich fürchte nur, unser Gespräch hier entwickelt sich zur Endlos-Diskussion. Und da es mir hier nicht ums recht-behalten geht sondern um Meinungsaustausch beende ich mal von meiner Seite :fahne: .


Ich denke ich verstehe, welchen Unterschied du zu sehen glaubst. Nur denke ich dass niemand sich selbst zu den generellen Reglementieren zählt. Und jemanden der der Meinung ist, es ist alles in Ordnung was das Kind nicht umbringt ist würde dein Handeln vermutlich auch als generelles Reglementieren ansehen.

Aber gut, da werden wir wohl wirklich nicht weiterkommen. Wir hatten die Diskussion ja auch schon mal und da du damals in Richtung: ohne Limits kommt es nach Anfangsübertreibung meistens zur Selbstregulation, weil man die Dinge nicht unnötig interessant macht argumentiert hast war ich jetzt etwas verwundert, dass du bei Süßigkeiten doch reglementierst.
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