lesen von Spiegelschrift

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Rabaukenmama » Di 31. Mär 2015, 11:03

Ich sehe es ähnlich wie patchanka :) . Die Gehirnentwicklung von Kindern ist ein sehr interessantes Thema für das ich mich schon seit Jahren interessiere. Dabei merke ich aber immer wieder, dass es kein "normal" gibt - einfach weil es zu viele Kinder gibt, die ihren Altersgenossen in gewissen Dingen weit voraus sind, ebenso wie es immer wieder Kinder gibt, die in bestimmten Punkten einfach noch nicht so weit sind wie Gleichaltrige. Da spreche ich (geistig) gesunden Kindern.

Mein Sohn war übrigens auch so einer, der an seinem 2. Geburtstag sämtliche Zahlen und Buchstaben kannte und auch perfekt buchstabieren konnte. Zur selben Zeit erkannte er auch schon etliche Markenlogos und kurz vor dem 3. Geburtstag begann er, Wörter "als ganzes" zu erkennen. Ich erinnere mich an die Frage "Mama, warum ist meine Zahnpasta 60 Jahre alt?". Erklärung: auf seiner Zahnpastatube stand "0-6 Jahre" geschrieben :lol: .

Tatsächlich sinnerfassend LESEN kann er aber erst seit er 4 Jahre und 9 Monate alt ist. Davor kam noch frei schreiben (nach Gehör) und immer mehr Einzelwörter erkennen.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Meersalz » Di 31. Mär 2015, 14:41

Eine "normale" Entwicklungsgeschwindigkeit bei Kindern irgendwie festzulegen ist wirklich sehr schwer. Eine "durchschnittliche" Entwicklungsgeschwindigkeit dagegen gut statistisch zu erfassen (das Wort normal stört mich generell in Zusammenhang mit Kinder und deren Entwicklung, da es ja auch das Gegenteil, eine Nicht-normale bzw. unnormale Entwicklung bzw. Entwicklungsgeschwindigkeit nahelegt).

Nach dem, was ich mittlerweile hier in Spanien so mitbekommen habe, würde ich immernoch sagen, das sinnerfassend Lesen vor dem 6. Geburtstag die Ausnahme ist, paar Monate hin, paar Monate her. Um oder nach dem 6. Geburtstag dagegen scheinen fast alle Kinder relativ schnell lesen lernen zu können.

Dass es extreme Aussreisser nach unten (und auch nach oben) gibt, soll heissen, Kinder die deutlich früher sinnerfassend Lesen lernen, ist ebensowenig abzustreiten, trotzdem würde ich alle Kinder, die, sagen wir mal, vor und auch um dem 5. Geburtstag sinnerfassend lesen können, als Aussnahme bzw. überdurchschnittlich schnell bezeichnen.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 1. Apr 2015, 17:48

Meiner Meinung nach ist in viel zu vielen Köpfen die imagnäre Vorstellung eines bestimmten Alters für jeden Entwicklungsschritt. Ich habe schon einige Beiträge von Eltern in diversen Foren gelesen die ganz unglücklich darüber waren dass sich ihre Kinder für Buchstaben oder Zahlen interessiert haben, statt "nur" zu spielen.

Umgekehrt ist genausowenig bedenklich wenn sich ein 6-jähriges Kind noch nicht für Buchstaben und Zahlen interessiert. Im Prinzip spielt keine Rolle wann sich ein Kind diese Fähigkeit aneignet - nur unser gleichmachendes System will die Menschen in ein Schema pressen wo Abweichungen (egal, ob nach oben oder unten) nicht gerne gesehen werden.

Einziger echter Fortschritt wäre mMn die Kinder zu beobachten und auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Das beste Material hilft nichts wenn das Kind selbst kein Interesse hat. Und ein interessiertes Kind von gutem Material fernzuhalten weil es noch nicht "alt genug" ist kann ja auch nicht der Weg sein.

Wobei ich dem zustimme dass wahrscheinlich mehr Kinder früher lesen könnten wenn sie das entsprechende Angebot und das gute Lernmaterial OHNE DRUCK dann zur Verfügung hätten, wenn sie Interesse daran haben.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon patchanka » Do 2. Apr 2015, 10:13

genau:

im Kindergarten meines ersten Kindes gab es einen Kasten mit Vorschulmaterialien - auch gute Lernspiele und Montessorisachen. Diese durften aber nur "Vorschulkinder" benutzen, auch als mein Sohn mit knapp 4 ein ausgeprägtes Interesse am Rechnen und Lesen zeigte, wurde ihm diese sehr schroff und unfreundlich verweigert. Er musste die Sachen aus den anderen Regalen nehmen, die ihn nicht interessierten - was ihn sehr deprimierte. Auch nach einem Nachfragen meinerseits hieß es, das geht nicht und ich bekam einen (schlechten und mich sprachlos zurücklassenden) Vortrag in Entwicklungspsychologie!

von anderen Eltern lesewilliger Kinder höre ich oft, dass sie versuchen, ihren Kindern da eher nicht zu helfen und sie davon abzulenken, in der Annahme, wenn die Kinder zu früh Lesen können, würden sie sich später in der Schule langweilen.

auf der anderen Seite gibt es 6-7jährige, die absolut kein Interesse am Lesen- und Schreibenlernen haben, und die in der Schule total zu kämpfen haben und wo Lernen dann ganz etwas Unentspanntes wird.

ja - es gibt natürlich Durschschnittswerte wann Kinder für was bereit sind, aber warum sollen diese der Maßstab für alle Kinder sein, wenn man doch längst wissen muss, das die Entwicklung eines jeden Menschens eine so individuelle Sache ist?

und ich bin auch der Meinung, dass es keinen offiziellen Stempel "Hochbegabung" brauchen darf, damit ein Kind das lernen darf, was es lernen will!
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