lesen von Spiegelschrift

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 4. Mär 2015, 15:52

elboku hat geschrieben:Und zum andern müssten dann sehr viele Entwicklungstests überarbeitet werden, wenn es nichts Besonderes mehr ist, dass 4 oder 5 jährige Kinder lesen können ;)

Und weiters ist es dann auch sehr verwunderlich, dass es (zumindest in Österreich) doch vielen SchülerInnen, die die Grundschule absolviert haben an Lesekompetenz mangelt, wenn es doch nichts Besonderes mehr ist, und die meisten Kinder dann eh schon seit 6 oder 7 Jahren lesen können ;)

LG, Lisa


Unter "es ist nichts besonderes" verstehe ich, dass es kein extrem seltenes Phänomen ist, welches unter 10.000 Kindern vielleicht einmal vorkommt. In den meisten 1. Klassen gibt es mindestens ein Kind (oft mehrere), welches bereits sinnerfassend lesen kann.

Wobei es mMn nicht nur auf die Intelligenz des Kindes ankommt sondern auch darauf, welche Erfahrungen es bisher mit Büchern und lesen (bzw. vorgelesen bekommen) gemacht hat. Generell beobachte ich mehr Interesse an Büchern und lesen bei Kindern, die es zu Hause aucht täglich beobachten und die von klein auf viel vorgelesen bekommen haben.

Trotzdem gibt es auch Kinder aus sozial auffälligen Familien die sehr früh lesen können, ebenso wie es Kinder aus lesebegeisterten Familien gibt, die sich damit auch nach Schuleintritt noch schwer tun.

Entwicklungstest orientieren sich an einem Durchschnitt bei dem die Früh-Leser und die Spät-Leser natürlich mit berücksichtigt wurden - da muß nichts überarbeitet werden. Auch Hochbegabung ist mMn nichts beonderes. In einem Schulzentrum mit 1000 Schülern gibt es - rein statistisch - 20 hochbegabte Kinder (wahrscheinlich sogar mehr, weil die minderbegabten schon im vorhinein aussortiert wurden).

Edit: habe die Zahl der HB-Kinder von 50 auf korrekte 20 geändert - war ein Tippfehler :fahne: !
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Yupamil » Fr 27. Mär 2015, 23:35

Mich würde mal interessieren, wie viele Kinder statistisch wirklich mit 4-5 lesen können. Aber mein Eindruck ist auch, dass es nicht so wenige sind (5-10%? ). Ich lernte etwas vor 5 lesen, mein älterer Sohn auch und im Bekanntenkreis kenn ich einige Kinder, die das konnten. Eine VS-Lehrerin sagte mir, dass in jeder 1. Klasse 1-2 Kinder sind, die lesen können.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon elboku » So 29. Mär 2015, 00:21

Yupamil hat geschrieben:Mich würde mal interessieren, wie viele Kinder statistisch wirklich mit 4-5 lesen können. Aber mein Eindruck ist auch, dass es nicht so wenige sind (5-10%? ). Ich lernte etwas vor 5 lesen, mein älterer Sohn auch und im Bekanntenkreis kenn ich einige Kinder, die das konnten. Eine VS-Lehrerin sagte mir, dass in jeder 1. Klasse 1-2 Kinder sind, die lesen können.


Lesen lernen mit < 5 Jahren und Kinder, die in der 1. VS lesen können, kann man nicht vergleichen.

Tendenziell lernen eher die spät eingeschulten (in Ö alle Kinder die ab Sept. geboren sind und daher mit kanpp 7 in die Schule kommen) schon vorher lesen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in jeder Klasse auch schon lesende Kinder gibt.

Wenn ein Kind aber deutlich vor dem 5. Geburtstag lesen kann (sinnerfassend und ganze Geschichten), dann würd ich das in die Kategorie Ausnahme geben. Allein von der Gehirnentwicklung ist es bei den meisten Kindern nicht vorgesehen, so früh das Lesen zu verstehen oder es sich gar selbst beizubringen.

Ihr könnt ja mal ausprobieren, wenn ihr in eurem Freundeskreis mit Kindern meint, dass Lesen können mit 3 oder 4 Jahren nichts besonderes ist. Auf die Reaktionen wär ich sehr gespannt ;)
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Edainwen » So 29. Mär 2015, 09:07

elboku hat geschrieben:
Wenn ein Kind aber deutlich vor dem 5. Geburtstag lesen kann (sinnerfassend und ganze Geschichten), dann würd ich das in die Kategorie Ausnahme geben. Allein von der Gehirnentwicklung ist es bei den meisten Kindern nicht vorgesehen, so früh das Lesen zu verstehen oder es sich gar selbst beizubringen.


Das vermute ich auch. Meine Tochter wollte damals mit 3 Jahren unbedingt lesen lernen. Sie kannte alle Buchstaben und suchte auf den Flohmärkten nach Lese-Spielen. Trotzdem hat sie das Zusammenziehen einfach nicht verstanden - das kam dann irgendwann zwischen 5 und 6 von selber.

Da wir also folglich davon ausgingen, ein Kind jünger als 5 Jahre könne gar nicht lesen lernen, und da unser Sohn auch keinerlei Interesse an Buchstaben zeigte, haben wir die Spiele bei ihm gar nicht erst herausgezogen - und obwohl er folglich nur weniger Buchstaben kannte, konnte er um den 3. Geburtstag Wörter aus diesen Buchstaben lesen - ohne,d ass ihm irgendjemand irgendwelche Buchstaben beigebracht hatte, geschweige denn das Zusammenziehen.

Dadurch, dass seine Schwester dann zur Schule kam, wurde dann auch sein Interesse am Lesen geweckt und mit 3 1/2 konnte er durchaus schon kurze Geschichten lesen.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Rabaukenmama » So 29. Mär 2015, 10:31

elboku hat geschrieben:
Wenn ein Kind aber deutlich vor dem 5. Geburtstag lesen kann (sinnerfassend und ganze Geschichten), dann würd ich das in die Kategorie Ausnahme geben. Allein von der Gehirnentwicklung ist es bei den meisten Kindern nicht vorgesehen, so früh das Lesen zu verstehen oder es sich gar selbst beizubringen.

Ihr könnt ja mal ausprobieren, wenn ihr in eurem Freundeskreis mit Kindern meint, dass Lesen können mit 3 oder 4 Jahren nichts besonderes ist. Auf die Reaktionen wär ich sehr gespannt ;)


Da kommt jetzt einiges durcheinander. Ich habe behauptet dass lesende 4-5jährige Kinder nichts außergewöhnliches sind. Jetzt kommst du auf einem mit einem "deutlich vor dem 5. Geburtstag" oder gar "mit 3 oder 4 Jahren" und "ganzen Geschichten" - da ist doch ein großer Unterschied!

Unter "sinnerfassend lesen" verstehe ich das korrekte zusammenziehen von Buchstaben zu einem Wort oder Satz und die Umsetzung dessen, was es bedeutet. Buchstabieren oder ein Wort bzw. einen kurzen Satz als ganzes erkennen ist für mich noch nicht lesen.

Auch Erstklässler, die ganz normal mit 6-7 Jahren lesen lernen fangen nicht mit dicken Büchern an.

Ein 3jähriges Kind, welches sinnerfassend dicke Bücher liest, ist auch in meinen Augen etwas besonders (und ich kenne keines). Aber ich kenne mehrer 4-5jährige Kinder, welche nach Gehör schreiben und Einzelwörter oder auch kurze Sätze sinnerfassend lesen können.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Meersalz » So 29. Mär 2015, 20:54

Hier in Spanien gibt es ja anstatt des Kindergartens die Vorschule (wie auch in Frankreich).

Die Kinder fangen mit 3-4 Jahren im 1. Vorschuljahr an und die Alphabetisierung ist von Anfang an dabei. Ziel des 1. Jahres ist es, denn eigenen Namen zu schreiben (bzw. abzumalen) sowie die Vokale zu schreiben (aeiou). In der ehemaligen Klasse unserer Großen haben sich die meisten Kinder damit sehr schwer getan, von 20 Kindern konnten nur etwa 5-6 dies, darunter unser Große, ein weiteres offizielles HB Kind sowie noch 3-4 der ältesten Kinder der Klasse (also fast 5 zum Ende des 1. Vorschuljahres).

Im 2. Vorschuljahr, die Kinder sind zu dessen Beginn 4-5, sollte dann das gesamte Alphabet gelernt werden. Wie es zum Ende des 2. Jahres aussieht wissen wir jetzt nicht mehr genau, da wir ja gewechselt haben, aber zum Ende des 1. Halbjahres waren vor allem die kleineren Kinder immer noch am aeiou und am eigenen Namen. Die kleine Gruppe der ältesten bzw. schlausten Kinder war in etwa in der Mitte des abc, also im Soll, aber es kostet die Kinder ziemlich, so früh das abc zu lernen, wenn sie es nicht aus Eigenantrieb machen, und bei den meisten ist wohl abzusehen, dass es noch deutlich länger als bis zum Ende des 2. Vorschuljahres dauern wird.

Im 3. und letzten Vorschuljahr steht dann in Spanien auf dem Programm, das abc zu festigen (bzw. für die meisten Kinder dieses endgültig zu lernen) und dann erste, einfache Wörter mit einem Arbeitsbuch nach dem Silbenprinzip zusammenzuziehen, bestehend aus Silben mit 2 Buchstaben, z.B. Ma-ma, Pa-pa, Ma-pa (Karte) etc. Die schnellsten Kinder können dann bereits mit einem 2. Arbeitsbuch anfangen, wo dann Wörter mit Silben aus 3 Buchstaben drannkommen, aber was wir so aus dem Umfeld und Bekanntenkreis mitbekommen, läuft es eher darauf heraus, alle Wörter des 1. Buches erstmal als ganzes zu lernen und wiederzuerkennen. Dies hat mit lesen eher weniger zu tun und ist der Lernerfolg nach 3 Jahren, wenn man pauschal mit 3-4 jährigen Kindern anfängt :schwitz:

Die armen Kinder :shock:

Fazit:
Also zumindest hier in Spanien sind sinnerfassend lesende Kinder unter 6 Jahren doch ganz klar die Ausnahme, wenn man mal von einfachen und einzelnen (gelernten) Wörtern absieht.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Bliss » So 29. Mär 2015, 21:12

In der Vorschulgruppe meines Sohnes können alle 7 Kinder jetzt schon bekannte Buchstaben zusammenlauten. Bis auf meinen Sohn sind aber auch alle schon 6 und manche werden auch schon 7 sein vor der Einschulung. Flüßig lesen kann aber nur ein Kind und mein Sohn kann zwar sinnerfassend lesen, aber noch stockend.

Ich glaube das ist heutzutage nicht mehr so besonders, denn in den Kindergärten läuft da schon viel in Richtung Lesevorbereitung, jedenfalls gab es das alles bei uns noch nicht. Z.B Anlaute raushören, Silben klatschen usw.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon elboku » Mo 30. Mär 2015, 11:17

Rabaukenmama hat geschrieben:
elboku hat geschrieben:
Wenn ein Kind aber deutlich vor dem 5. Geburtstag lesen kann (sinnerfassend und ganze Geschichten), dann würd ich das in die Kategorie Ausnahme geben. Allein von der Gehirnentwicklung ist es bei den meisten Kindern nicht vorgesehen, so früh das Lesen zu verstehen oder es sich gar selbst beizubringen.

Ihr könnt ja mal ausprobieren, wenn ihr in eurem Freundeskreis mit Kindern meint, dass Lesen können mit 3 oder 4 Jahren nichts besonderes ist. Auf die Reaktionen wär ich sehr gespannt ;)


Da kommt jetzt einiges durcheinander. Ich habe behauptet dass lesende 4-5jährige Kinder nichts außergewöhnliches sind. Jetzt kommst du auf einem mit einem "deutlich vor dem 5. Geburtstag" oder gar "mit 3 oder 4 Jahren" und "ganzen Geschichten" - da ist doch ein großer Unterschied!

Unter "sinnerfassend lesen" verstehe ich das korrekte zusammenziehen von Buchstaben zu einem Wort oder Satz und die Umsetzung dessen, was es bedeutet. Buchstabieren oder ein Wort bzw. einen kurzen Satz als ganzes erkennen ist für mich noch nicht lesen.

Auch Erstklässler, die ganz normal mit 6-7 Jahren lesen lernen fangen nicht mit dicken Büchern an.

Ein 3jähriges Kind, welches sinnerfassend dicke Bücher liest, ist auch in meinen Augen etwas besonders (und ich kenne keines). Aber ich kenne mehrer 4-5jährige Kinder, welche nach Gehör schreiben und Einzelwörter oder auch kurze Sätze sinnerfassend lesen können.


Geschichten müssen nicht immer gleich dicke Bücher sein ;)
Meine Tochter hat kurz vor dem 4ten Geburtstag mit den Lesezug Büchern angefangen. Hier ist ein Satz/Seite, weiter hinten sind es dann bis zu 3 Sätzen. Die Geschichten sind nett, aber spannend ist etwas anderes...
Auch jetzt liest sie noch keine "dicken Bücher", da sie mehr der Kurzgeschichten und Wissensbuch-Typ ist.

Mir stößt nur im Moment diese Phrase "es ist ja nix Besonderes" sauer auf, aber das liegt nicht an euch hier im Forum, sondern eher an meiner Umgebung.
Ich hab Freundinnen, die erzählen stolz, was das Kind grad gelernt hat, und relativieren aber dann gleich wieder mit "das ist aber eh nix Besonderes in dem Alter". Also ob man sich nur freuen dürfte, wenn es etwas Besonderes ist :gruebel: oder sie haben Angst, dass das Kind vielleicht in einem Bereich tatsächlich überdurchschnittlich ist, und man könnte dann hinterrücks darüber tratschen... sehr seltsam...

Bei uns im Kiga wird übrigens nix in Richtung Buchstaben, Schreiben oder gar Lesen gemacht.
Wenn Kinder das Interesse haben, werden sie gefördert, aber der Kiga bietet es nicht an - ist quasi kein Programmpunkt im Vorschuljahr.

In Töchterchens Gruppe ist sie die einzige, die "normal" lesen kann. Manche 6 Jährige können mit Müh und Not Wörter entziffern, aber das war es schon.
Die Begeisterung für's Lesen resultiert bei meiner Tochter aber auch darin, dass sie sich dadurch INformationen unabhängig von ihren Eltern holen kann. Diese Motivation haben, denke ich, noch nicht so viele Kiga Kinder...
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 30. Mär 2015, 17:41

@elbuko: Das reden der "anderen" Eltern ist generell so eine Sache. Eine Bekannte meiner Mutter hat z.B. fix und steif behauptet dass es das nicht gibt dass mein Sohn (damals 4 Jahre und 10 Monate) schon lesen kann, denn "der erkennt nur das ganze Wort". Auch als mein Sohn in ihrer Anwesenheit ihm unbekannte Markennamen von der Speisekarte laut vorlas blieb sie dabei, so als wären "Jugendgetränk", "Wieselburger Bier" oder "Grüner Veltliner" Wörter, die ein Kind ohnehin an jeder Ecke sieht :gruebel: . Ach ja, die Begründung warum´s das nicht gibt dass mein Sohn liest war "Mein Enkel geht in der erste Klasse und kann das auch noch nicht, der erkennt auch nur ganze Wörter"...

...da weiter zu diskutieren oder "beweisen" zu wollen hat gar keinen Sinn. Wobei viele Kinder Dinge haben, die sie schon vor ihren Altersgenossen besonders gut können. Ich kannte einen Buben, der mit 2,5 Jahren mit Vollkaracho einen hohen Berg mit dem Laufrad unfallfrei runterdonnern konnte - davon sind viele 6-jährige noch weit entfernt! Mein Kleiner kann einen Schlüssel korrekt in ein Zylinderschloss stecken und eine Tür ganz allein auf- oder zusperren - mein kluger Großer schafft das noch nicht. Außerdem weiß der Kleine schon längst wie man die Tastensperre aus meinem Handy nimmt oder am PC mit der Tastatur den Modus wechselt (das sind Tastenkombinationen, die ich vorher nicht mal gekannt habe).

Schade finde ich generell, wenn man die Freude der Eltern über eine Fähigkeit des Kindes runtermacht. Aber gerade wenn man Mutter oder Vater eine klugen Kindes ist muss man damit leben lernen. Denn wenn ein Elternteil damit prahlt wie schnell sein Kind laufen kann wird das viel eher als Leistung anderkannt als z.b. frühes lesen.
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Re: lesen von Spiegelschrift

Beitragvon patchanka » Mo 30. Mär 2015, 18:11

elboku hat geschrieben:
Yupamil hat geschrieben:Mich würde mal interessieren, wie viele Kinder statistisch wirklich mit 4-5 lesen können. Aber mein Eindruck ist auch, dass es nicht so wenige sind (5-10%? ). Ich lernte etwas vor 5 lesen, mein älterer Sohn auch und im Bekanntenkreis kenn ich einige Kinder, die das konnten. Eine VS-Lehrerin sagte mir, dass in jeder 1. Klasse 1-2 Kinder sind, die lesen können.


Lesen lernen mit < 5 Jahren und Kinder, die in der 1. VS lesen können, kann man nicht vergleichen.

Tendenziell lernen eher die spät eingeschulten (in Ö alle Kinder die ab Sept. geboren sind und daher mit kanpp 7 in die Schule kommen) schon vorher lesen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in jeder Klasse auch schon lesende Kinder gibt.

Wenn ein Kind aber deutlich vor dem 5. Geburtstag lesen kann (sinnerfassend und ganze Geschichten), dann würd ich das in die Kategorie Ausnahme geben. Allein von der Gehirnentwicklung ist es bei den meisten Kindern nicht vorgesehen, so früh das Lesen zu verstehen oder es sich gar selbst beizubringen.

Ihr könnt ja mal ausprobieren, wenn ihr in eurem Freundeskreis mit Kindern meint, dass Lesen können mit 3 oder 4 Jahren nichts besonderes ist. Auf die Reaktionen wär ich sehr gespannt ;)


also was genau "die Gehirnentwicklung" so vorgesehen hat, das weiß ich auch nicht ;) ;) ;)

Fakt ist, dass es z.B. in der Montessoripädagogik die Erfahrung gibt, dass viele Kinder im Alter zwischen 4 und 5 Jahren eine sensible Phase haben, in der sie ein großes Interesse für Buchstaben und Zeichen entwickeln und mit den enstprechenden Angeboten lernen VIELE auch die BASALEN GRUNDLAGEN DES LESENS UND SCHREIBENS.
Das bedeutet, dass sie Buchstaben erlernen, Anlauten bzw. auch Zusammenlauten...
Das bedeutet nicht, dass sie zu Hause sitzen und Bücher lesen.
Ich beobachte und vermute aber auch (und darum ging es ja hier) dass sie dies anders tun als wir Erwachsenen (eher so "als Ganzes") und daher das Lesen von Spiegelschrift mit ihrem noch sehr "flexiblen Gehirn" kein Problem ist.

Ich persönlich war ich unlängst mit 4 ca. 5 Jährigen Kindern unterwegs - ich würde sagen alle aus eher bildungsnahen Familien, in denen Lesen und die Förderung der Kinder einen recht hohen Stellenwert haben (aber welche nicht gezielt dahingehend gefördert werden, bzw. auch keine Montessori o.ä. Einrichtung besuchen):

Kind 1 (5,9 Jahre) kann seit dem Alter von knapp 5 flüssig lesen, liest im Kindergarten den anderen Kindern vor.
Kind 2 (5,5) behauptet, nicht lesen zu können. Schreibt aber Geschichten in langen Buchstabenketten...
Kind 3 (4,11) war die ganze Fahrt damit beschäftigt, die Namen und Schilder der Geschäfte zu entziffern, was erstaunlich gut klappte
Kind 4 (5,9) kann den Namen schreiben und einzelne (bekannte) Wörter/Buchstaben

für mich sind das alles "normale" Kinder, die auch alle ganz normal eingschult werden, und wo es niemand für notwendig errachtet, irgendwelche Maßnahmen oder Testungen durchzuführen.

und natürlich ist trotzdem jedes dieser Kinder ganz besonders und hat ganz individuelle Bagabungen und Talente...

wirklich überrascht war ich unlängst über einen 2,5 jährigen, der alle Buchtaben und Zahlen kennt, auch einfache Wörter erkennen kann, und bei einem Legespiel die Formen mit Buchtaben verglichen hat. Er hat ein extremes Interesse daran (viel mehr z.B. als an anderen Kindern und an deren Tätigkeiten) und auch Lieblingszahlen und Lieblingsbuchtaben...

ich kenne aber auch 7-8 jährige sie sich mit dem Lesen und/oder Schreiben noch schwer tun, aber andere Interessen und Begabungen haben und sicher nicht wirklich "unintelligent" sind....


also vielleicht hat "die Gehirnentwicklung" auch gar nicht vorgesehen, dass Kinder sich synchron nach den Vorstellungen von Lehrplänen entwickeln?

soweit nochmals meine Wahrnehmung/Meinung!
patchanka
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