Wann und wie schwimmen lernen?

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Koschka » Mo 9. Jul 2018, 04:15

Schwimmkurse im richtigen Alter finde ich ganz richtig. Jedes Jahr ertrinken Menschen, auch Jugendliche. Manche deswegen weil sie nicht schwimmen können, manche weil sie sich überschätzen. Im Schhwimmkursen lernen die Kinder nicht nur Schwimmen, sondern Umgang mit Wasser.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Mo 9. Jul 2018, 08:39

Da hat @koschka etwas wichtiges geschrieben. Selbstüberschätzung - das größte Problem bei Badeunfällen. Aber, viele Leute können auch nicht richtig schwimmen. Das zweite Problem. Sie denken, ein bisschen springen vom Sprungturm im Freibad oder der Baggerseeplattform reicht, um ein sicherer Schwimmer zu sein. Was mache ich wann, bei einem Krampf, wenn mir die Kraft ausgeht, wenn ich in eine Strömung komme, das alles kann man im Verhaltenstraining lernen. Und unbenommen davon benötige ich Ausdauer und die bekomme ich nur wenn ich schwimme und nicht, wenn ich plansche. ;)

@Ani

mit 2 Jahren sicher schwimmen …… das glaube ich Dir nicht. Oder wir haben eine unterschiedliche Auffassung von "sicher schwimmen", das wäre dann auch eine Möglichkeit. Als Mutter eines Rettungsschwimmers kenne ich mich, ein klitzeklein wenig aus. :schwitz:
Da auch meine Kleine mit 2 Jahren alleine "schwamm", allerdings mehr unter Wasser als über Wasser, weiß ich um die körperlichen Proportionsverhältnisse und der damit verbundenen Probleme, obwohl meine Kleine ein zierliches Kind war und ist und einen eher recht kleinen Kopf hat. Mützen für Babys oder Kleinkinder passen meiner Madame heuer immer noch. Wir machen uns da manchmal im Kaufhaus einen Spaß draus, die anzuprobieren. :mrgreen: Und obwohl auch meine Kleine recht fix "schwimmen2 konnte, lehne ich es aber von einer motorischen Hb zu sprechen, denn das alles nützt ihr reichlich wenig, beim Barren, beim Fußballspielen, beim Handball, am Reck, beim Kugelstoßen, 100-m-Lauf, Seilklettern ….. das Einzige war - klar die Note 1 beim Schwimmunterricht in der Schule.

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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon charlotte12 » Mo 9. Jul 2018, 09:32

Ich finde es gerade ganz spannend, dass es die Kombi "guter Schwimmer aber ansonsten unsportlich" doch häufiger zu geben scheint. Ich selbst war/bin nämlich auch so ein Exemplar :oops: Weiß jemand, woran das liegen könnte, braucht man beim Schwimmen andere Fähigkeiten als beim "normalen" Sport?

Mützen für Babys oder Kleinkinder passen meiner Madame heuer immer noch.

Meiner auch :) Neulich wollte sie den Radhelm mit einem Kind tauschen, das über zwei Jahre jünger war als sie. Scheiterte dann daran, dass dem kleineren Kind der Radhelm meiner Tochter zu klein war.

@ Koschka: Ganz klare Sache, finde ich ja auch. Aber es kommt extrem auf den Kurs an, bei uns hat damals im Kleinkindschwimmen die Kombi resolute Schwimmlehrerin - vorsichtiges Kind nicht gepasst und genau das Gegenteil bewirkt. Durch viel zu viel Druck wurde aus meinem vorsichtigen Kind ein wasserscheues Kind mit einem echten Problem.
Mir fällt auf, dass in der Klasse meiner Tochter sie das einzige Kind ist, das zu Beginn der Schulzeit noch nicht schwimmen konnte und jetzt ein ordentlicher Schwimmer ist. Alle anderen Nichtschwimmer sind bis heute Nichtschwimmer. Das deckt sich auch mit Erinnerungen aus meiner Kindheit, es gibt immer noch die Kinder, die früh schwimmen lernen und die, die es nie lernen, aber nur wenige Kinder, die erst später das Schwimmen lernen. Richtig schade finde ich, dass in den Schulen im Schwimmunterricht nicht die Chance genutzt wird, den Nichtschwimmern wirklich das Schwimmen beizubringen. Die wirklich hervorragende Schulschwimmlehrerin meiner Tochter war ganz unglücklich, dass sie das nicht leisten konnte/kann - ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man alleine für über 20 Kinder verantwortlich ist :(
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Koschka » Mo 9. Jul 2018, 09:41

Die weißen Babys sind die einzigen, die ich je im Wasser gesehen habe. Indianer, die am Flussen leben, schwimmen eher schlecht als recht und sie werden kaum ihr Baby der Gefahr des Flusswassers aussetzen. Nicht so sehr wegen Piranhas und Krokodilen wegen, sondern in erster Linie aus hygienischen Gründen. Flusswasser in warmen Gebieten ist das Letzte was Babies schlucken sollen. Polynesische Kinder können in der Regel schwimmen, allerdings spielen sie bis etwa Schulalter mehr in der Brandung stehend, als frei schwimmend. Auch dort gibt es Gefahren, die es den traditionellen Kulturen verbieten, ihre Kinder zu früh ins Wasser zu schicken. Mein Kleiner, der mit 3-4 Jahren im Ozean auf meinem Rücken geschnorchelt hat, war überall eine absolute Ausnahme. Ich halte Babyschwimmen für ein absolut künstliches Konstrukt, der erst durch moderne Hygiene und Technologie ermöglich wurde. Ich habe das auch mit meinen Großen gemacht, aber wie oben schon erwähnt, wir hätten in der Zeit im Sandkasten sitzen können oder im Wald spazieren gehen. Es hätte nichts geändert... und vielleicht hätten wir dadurch einen oder anderen Infekt gespart.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Koschka » Mo 9. Jul 2018, 09:48

@charlotte

Ich habe in einem ehemaligen DDR-Stadt zugeschaut, wie Kindern etwa im Vorschulalter schwimmen beigebracht wird. Ein Schwimmlehrer steht trocken und voll bekleidet auf dem Beckenrand. Jedes Kind bekommt auf den Rücken einen Styroporblock mit einem Loch in der Mitte gebunden. Im dem der Lehrer in dieses Loch seinen überlangen Stock reinschiebt, dirigiert er die Kinder durch den Becken. Alles wird noch mit ordentlich Geschrei begleitet. Ich war nie eine Glucke, die Kinder vor allem schützt, aber angesichts des Vorgangs war ich damals richtig geschockt. Den nächsten Schock bekam ich später als mir ein Elternpaar, das ihr Kind in so einem Kurs hatte, berichtete, dass sind doch gute und effiziente Methoden. Kinder lernen dadurch sicher schwimmen.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Mo 9. Jul 2018, 10:39

Koschka hat geschrieben: Den nächsten Schock bekam ich später als mir ein Elternpaar, das ihr Kind in so einem Kurs hatte, berichtete, dass sind doch gute und effiziente Methoden. Kinder lernen dadurch sicher schwimmen.


Naja, nicht dass ich das Geschilderte jetzt gut finden würde ABER ich muss jetzt mal einen Stein brechen, DENN was heutzutage für ein Geschiss ums Schwimmen lernen von Eltern gemacht wird, ist oft auch sehr schockierend. Beim kleinsten Wassertropfen im Auge, musss eine Schwimmbrille her - bitte die größte die es gibt. Bloß nicht zu tief ins Wasser, man könnte ja unter gehen. Halte dich fest Kind, halte dich fest ….. wie manche Mütter so schreien können, das glaubt man nicht. Außerdem wissen die Mütter oft alles besser, nur der Trainer weiß es natürlich nicht. :mrgreen:
Also ich will nicht wissen, was die Leute so über mich gedacht haben. Meine Trulla sprang einfach so ins Wasser und ich bin nie gleich hysterisch gerannt. Ich hatte sie im Blick und sie mich - mit großen Augen unter Wasser - ich sehe sie heute noch vor mir, ihre großen Augen, blubbernd kam sie dann nach oben.

Und -ich ergänze- die Kinder die mit Nase zuhalten ins Wasser springen. Das bekomme ich einfach nicht in meinen Kopf.

Vielleicht daher meine Anmerkung - so am Rande - ist die obige Erfahrung der Mutter gar nicht so abwegig und schockierend. ;)

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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 9. Jul 2018, 11:05

alibaba hat geschrieben:Naja, nicht dass ich das Geschilderte jetzt gut finden würde ABER ich muss jetzt mal einen Stein brechen, DENN was heutzutage für ein Geschiss ums Schwimmen lernen von Eltern gemacht wird, ist oft auch sehr schockierend. Beim kleinsten Wassertropfen im Auge, musss eine Schwimmbrille her - bitte die größte die es gibt. Bloß nicht zu tief ins Wasser, man könnte ja unter gehen. Halte dich fest Kind, halte dich fest ….. wie manche Mütter so schreien können, das glaubt man nicht. Außerdem wissen die Mütter oft alles besser, nur der Trainer weiß es natürlich nicht. :mrgreen:
Also ich will nicht wissen, was die Leute so über mich gedacht haben. Meine Trulla sprang einfach so ins Wasser und ich bin nie gleich hysterisch gerannt. Ich hatte sie im Blick und sie mich - mit großen Augen unter Wasser - ich sehe sie heute noch vor mir, ihre großen Augen, blubbernd kam sie dann nach oben.


Alibaba, da bin ich dieses Mal ganz deiner Meinung. Das liegt aber mMn auch daran, dass viele Mütter selbst eher schlecht als recht schwimmen können, und einfach zu wenig bzw. falsche Informationen zu ertrinken oder Unfällen im Wasser haben. Ich habe mal so eine hysterisch wirkende Mutter angesprochen, und die glaubte echt, dass Kleinkinder ersticken, wenn sie sich am Wasser verschlucken!

Als Rettungsschwimmerin weiß ist, dass das (mal abgesehen von extremem Schicksal) NICHT passieren kann. Das Kind prustet, spuckt das Wasser aus, und das war´s. Und wenn ein Kleinkind schreiend, um sich schlagend und prustend in Wasser strampelt, muß man es natürlich schnellstmöglich herausholen. "Fast ertrunken" wäre es aber nicht, denn das ist was stilles, unbemerktes. Vielleicht hat es einen Schock, aber das war´s schon. Ich betrachte das reinwerfen von nicht-schwimmkompetenten Kindern absolut nicht als okay oder Methode zum schwimmen-lernen, weil es einfach große, unnötige Ängste erzeugt. Aber echte Lebensgefahr besteht nicht, solange jemand da ist, der das Kind auch wieder rausholen kann.

Was aber leider oft nicht bedacht wird - nicht nur tiefes Wasser ist gefährlich. Bis zu einem Alter von 2-3 Jahren "atmen" Kinder, die ins Wasser fallen, das Wasser wie Luft ein. Das ist auch dann der Fall, wenn das Wasser nur 20cm tief ist! Das Wasser füllt dann die Lungen und die Kinder werden bewußtlos, ganz ohne Panik, strampeln oder sonst-was!

Um dauerhafte Hirnschäden zu erleiden muss ein Kind mindestens 2 Minuten unter Wasser sein. Das ist unter normaler Aufsicht aber nicht der Fall. Daher stimmt auch nicht, wenn im nachhinein behauptet wird, man hätte das ertrunkene Kind nur "ein paar Sekunden" nicht in den Augen gehabt. Das ist verständliches wunschdenken, tatsächlich waren es aber Minuten.

Aber das wissen die wenigsten Eltern. Ich wurde auch schon schief angeschaut, wenn ich nicht sofort im Schweingsgalopp hinterhergerannt bin, wenn eines meiner Kinder im Kleinkindalter auf eine Wasserfläche zugelaufen ist. Tatsächlich war ich immer sprungbereit, es war aber nie wirklich notwendig ;) .
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon charlotte12 » Mo 9. Jul 2018, 12:40

@alibaba:
Und -ich ergänze- die Kinder die mit Nase zuhalten ins Wasser springen. Das bekomme ich einfach nicht in meinen Kopf.

Mein Kind hält sich dabei die Nase zu, richtig, vereinzelt schafft sie es mittlerweile auch ohne. Hab ich ihr damals beigebracht, weil keine Taucherbrillen sondern nur Schwimmbrillen für Schwimmabzeichen erlaubt sind und es sonst genau daran gescheitert wäre. Die Alternative zur Taucherbrille bzw. Schwimmbrille mit Nasezuhalten wäre die von Koschka beschriebene DDR-Methode gewesen, ohne Styropor-Block mit Loch, aber mit Zwang, Gekreische und Todesangst. Was genau ist das Problem beim Nasezuhalten, wenn man ins Wasser springt?
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Koschka » Mo 9. Jul 2018, 13:30

Meine Kinder hatten ein anderes Problem: sie hatten oft keine Brillen. Nach einiger Zeit mit Tauchen mit offenen Augen in gechlorten Pools waren die Augen rot und schmerzten... und OFF: genießt eure Freiheit im Bad :-) Asiatische Zustände: im Bad ist im Wasser eine Badekappe zu tragen, auch wenn man eine Glatze hat. Auch in Freibädern bei 40 Grad Hitze. Männer und Jungen dürfen nur in einer eng anliegenden Badehose ohne Taschen rein (keine Shorts, nicht mal die von Speedo). Schwimmmeister pfeift bei dem kleinsten Versuch aus der Reihe zu tanzen.Grundsätzlich ist es davon auszugehen, dass alles, außer Schwimmen in die vorbestimmte Richtung mit vorbestimmten Geschwindigkeit, verboten ist. Die wunderschöne tropischen Strände sind leer, weil keiner schwimmen kann.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 9. Jul 2018, 17:12

Zum Thema Schwimmbrille: ich sehe so schlecht, dass ich z.B. in einem See oder im Meer, wenn ich weit rausschwimme, nicht mehr zum Ausgangspunkt zurückfinden würde. Früher bin ich immer mit der optischen Brille geschwommen, bis mal ne nagelneue 500-Euro-Brille beim Griechenland-Urlaub von einer Welle weggespült wurde. Das war sehr ärgerlich, von den Rennereien, für die letzten 5 Urlaubstage zumindest Kontaktlinsen aufzutreiben, mal abgesehen. Und DANN ERST habe ich entdeckt, dass es auch optische Schwimmbrillen in der Preisklassen von Euro 30,- bis Euro 50,- gibt. Seitdem trage ich NUR Schwimmbrillen (außer beim reinen planschen)! Auch mein Mann (gleich kurzsichtig wie ich) trägt seitdem optische Schwimmbrillen. Für Außenstehende mag das komisch oder "überempfindlich" aussehen, aber das ist mir egal!

Wegen Nase zuhalten beim reinspringen: kommt drauf an, wie man reinspringt! Bei einem passablem Kopfsprung ist Nase zuhalten nicht nötig und würde auch den Sprung "zerstören". Bei einer Kerze hingegen (lange Zeit der einzige Sprung, den ich konnte) ist es sehr unangenehm, wenn das Wasser von unten in die Nase einschießt. Da macht zuhalten (oder eine Nasenklammer) durchaus Sinn.
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