Wann und wie schwimmen lernen?

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Do 12. Jul 2018, 14:16

Da muss ich Dir @KinderKram widersprechen. In der Grundschule lernt man hier kein schwimmen. Das ist Privatsache. Und selbst das „Seepferdchen“ hat nichts mit schwimmen zu tun. Ich behaupte mal, erst beim Freischwimmer oder auch Jugendschwimmabzeichen in Bronze kann man vom schwimmen sprechen.

Ich war mal Begleitmutter meines damaligen 6.Klässlers zum Schwimmunterricht. Da war meine Gruppe der Nichtschwimmer größer als die Gruppe der Schwimmer. Und das bei einem Gymnasium, wo man mal meinen würde, dass hier die Eltern schon hinterher sind. Ich habe dann grundlegende elementare Dinge beigebracht, denn es haperte an allen Ecken, angefangen vom „ich will nicht mit dem Gesicht ins Wasser“ über bis gar keine Technik können, über das geringste Übel, nur 5 Meter weit zu kommen. Das war erschreckend.

Schwimmen lernt man nicht von alleine!
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Willow77 » Fr 13. Jul 2018, 13:39

Ich widerspreche auch.
Wie baby sich im Babyschwimmen bewährt, sagt nichts über das Schwimmen oder sich Wohlfühlen im Wasser im Grundschulalter aus.
Siehe mein Großer.
Im Babyschwimmkurs wollte er partout nicht mit dem Gesicht ins Wasser, tauchen, Haare nass bekommen,... Mit 3 Jahren hat er sich dann plötzlich getraut zu tauchen. Und jetzt mit 10? Der perfekte Leistungsschwimmer ist er sicher nicht, aber er kann vom 3-Meter Brett springen, eine gewisse Distanz tauchen, eine gewisse Zeit schwimmen, Bauch wie Rücken, Gegenstände vom Grund des Beckens hoch holen,... Es reicht durchaus für das einfachste Abzeichen, das man hier bei uns in dem Alter machen kann. Und das ist mehr als ich selbst in dem Alter konnte. Und das obwohl er bevor er 3 Jahre alt war, so gar nicht nass werden wollte an allen Körperteilen, die überhalb der Schultern waren.
Tochter idem.
Mini Nummer 3... Da sind wir noch in der "... aber nicht die Haare/Augen nass machen"-Phase, obwohl er "schon" 3,5 Jahre alt ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das auch bei ihm noch geben wird. Halt in seinem Rhythmus.

Ausserdem: Ich selbst habe sehr empfindliche Augen, kann sie unter Wasser quasi gar nicht öffnen, und mag auch kein Wasser in die Nase bekommen. Trotzdem habe ich für meinen Beruf vor vielen Jahren ein vereinfachtes Rettungsschwimmer Zertifikat gemacht. Ohne Probleme. Jeder ist anders. Und es gibt viele Abstufungen. Und nichts, was es nicht gibt... 4 von uns 5 sind im Wasser so sicher, dass ich mir nicht all zu viele Sorgen machen muss. Auch wenn 0 von uns 5 große Hochleistungsschwimmer werden. Meiner Meinung nach stimmt bei meinem Mann und meinem 10-jährigen dafür die Körperform/Aerodynamik nicht. Beim Rettungsschwimmer Zertifikat wurde das meinem Mann auch gesagt: Bei dem Körperbau wird er sich immer sehr viel mehr anstrengen müssen als andere, um überhaupt oben zu bleiben. 1,70m groß - 55kg schwer. Sohn 1,40m groß - 28kg schwer.
LG,
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Edainwen » Do 19. Jul 2018, 14:29

Willow77 hat geschrieben:Beim Rettungsschwimmer Zertifikat wurde das meinem Mann auch gesagt: Bei dem Körperbau wird er sich immer sehr viel mehr anstrengen müssen als andere, um überhaupt oben zu bleiben. 1,70m groß - 55kg schwer. Sohn 1,40m groß - 28kg schwer.
LG,
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Klingt logisch, dachte ich auch immer. mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass es wohl an der Technik liegen muss. Sohn (1,40m, 25 kg) und ich (eher rundlich ;)) können stundenlang schwimmen ohne zu ermüden, wogegen die Tochter (normal gebaut) und mein Mann (auch normal gebaut) sehr schnell ermüden ... Es scheint eher so zu sein, dass Menschen, die viel Muskeln und Kraft haben (Mann und Tochter) automatisch irgendwie versuchen, mit Kraft oben zu bleiben, wogegen Menschen mit wenig Kraft und Muskeln (ich und Sohn) von vorneherein irgendwie eine andere Technik anwenden - die übrigens nicht nach außen sichtbar ist ...
Sohn kann dafür nicht tauchen. Er kommt nicht runter und bleibt nicht unten ... wahrscheinlich auch eine Frage der Technik ;)
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Mi 1. Aug 2018, 15:48

Ich muss da jetzt mal nachfragen, rein aus Interesse:“Sohn ... und ich ....stundenlang schwimmen“. Echt? Habt Ihr das „stundenlang“ schon mal probiert? Wie lange und unter welchen Bedingungen? Was genau ist „stundenlang“?

Wenn mein Kind trainiert sind das 60 Minuten. Darin enthalten ist Vieles, auch mal „Pause“. Aber mein trainiertes Kind ist nach dieser Stunde fertig. Der einzige Tag in der Woche wo Junior schon gegen 22 Uhr einschläft.

Wirklich interessierte, fragende Grüße
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Mi 1. Aug 2018, 15:57

@edainwen

Schwimmen ist - so behaupte ich mal - eine Frage der Technik. Natürlich mögen körperliche Besonderheiten mit einen Einfluss haben, aber wenn man weiß was und wie man etwas machen muss, ist vieles möglich. Leider muss man das üben, wie so oft im Leben, egal mit welchem Ding. So übt mein Sohn in der Musikschule weniger das spielen der Töne, sondern die Technik. Zu 50% wird das immer wieder vertiefend geübt. Wie stehe ich richtig, wie ist die Bogenhaltung, wie die Greiftechnik. Passt die Technik, kommt der Rest fast von alleine.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 1. Aug 2018, 22:36

Ich habe mehrere Spezialkurse besucht, um richtig kraulen zu lernen. Grundsätzlich hat das auch geklappt. Es wurde sehr viel Technik geübt, auch nur Arm- bzw. nur Beintempi, einhändig schwimmen, verschiedene Atemtechniken...

Das Ganze noch mit Videoanalyse, wo die Technikfehler noch individuell besprochen wurden.Und obwohl ich - rein technisch - sehr gut schwimme, war ich von den Armtempi her langsamer als die anderen Kursteilnehmer. Sogar diejenigen mit deutlichen Technikfehlern waren schneller als ich. Dagegen war ich vom Beinschlag her so ziemlich die schnellste von allen. In Summe hat sich das etwas aufgehoben, aber da der Hauptantrieb beim kraulen von den Armen kommt, war ich insgesamt eher langsam.

Beim Brustschwimmen habe ich eine sehr gute Technik, wo ich wirklich stundenlang durchschwimmen kann. Länger als 3 Stunden am Stück bin ich trotzdem noch nie geschwommen, weil mir irgendwann im Freiwasser ohne Neo trotzdem mal kalt wird und ich Hunger und Durst bekomme. Aber in Summe bin ich (bevor die Kinder auf der Welt waren) schon 5-6 Stunden an einem Tag verteilt geschwommen. Auch als Kind konnte ich schon (trotz Technikfehlern) im Endlos-Modus schwimmen - ähnlich dem gehen, laufen oder radfahren.

Beim reinen kraulen schaffe ich aber auch höchstens eine Stunde, dann bin ich erschöpft.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Edainwen » Do 2. Aug 2018, 09:58

alibaba hat geschrieben:Ich muss da jetzt mal nachfragen, rein aus Interesse:“Sohn ... und ich ....stundenlang schwimmen“. Echt? Habt Ihr das „stundenlang“ schon mal probiert? Wie lange und unter welchen Bedingungen? Was genau ist „stundenlang“?

Wenn mein Kind trainiert sind das 60 Minuten. Darin enthalten ist Vieles, auch mal „Pause“. Aber mein trainiertes Kind ist nach dieser Stunde fertig. Der einzige Tag in der Woche wo Junior schon gegen 22 Uhr einschläft.

Wirklich interessierte, fragende Grüße


Alibaba, nein, "stundenlang" haben wir noch nicht ausprobiert, maximal 1 Stunde ... aber nicht, weil wir danach erschöpft gewesen wären, sondern weil es mit der Zeit langweilig wird immer nur im Kreis zu schwimmen, sei es nun ein Kreis um einen kleinen Weiher herum oder Endlosbahnen im Schwimmbad ... aber da das Schwimmen für uns offensichtlich nicht anstrengend ist, bin ich davon ausgegangen, dass man das Spiel sehr lange so weitertreiben könnte ... wenn es eben nicht so langweilig wäre :roll:

Das ist aber einfach nur Brustschwimmen und kein Training. Training ist sicherlich anstrengender. Dort geht es ja, schätze ich mal, auch auf Zeit, vielleicht auch mit Kraulen, ... das ist sicher sehr anstrengend ;)
Zuletzt geändert von Edainwen am Do 2. Aug 2018, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Edainwen » Do 2. Aug 2018, 10:01

Rabaukenmama hat geschrieben: Auch als Kind konnte ich schon (trotz Technikfehlern) im Endlos-Modus schwimmen - ähnlich dem gehen, laufen oder radfahren.


Genauso ist es bei uns auch ... Sohn hat übrigens auch Technikfehler im Brustschwimmen ... und Tochter ist, obwohl sie keine Technikfehler hat, schnell erschöpft ... hmm, vielleicht erleichtert der Technikfehler die Sache ja und er ist gar kein Fehler sondern eine Verbesserung der Technik :gruebel: :mrgreen:
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 2. Aug 2018, 19:19

Edainwen hat geschrieben:Alibaba, nein, "stundenlang" haben wir noch nicht ausprobiert, maximal 1 Stunde ... aber nicht, weil wir danach erschöpft gewesen wären, sondern weil es mit der Zeit langweilig wird immer nur im Kreis zu schwimmen, sei es nun ein Kreis um einen kleinen Weiher herum oder Endlosbahnen im Schwimmbad ... aber da das Schwimmen für uns offensichtlich nicht anstrengend ist, bin ich davon ausgegangen, dass man das Spiel sehr lange so weitertreiben könnte ... wenn es eben nicht so langweilig wäre :roll:


Ich habe mit ca. 12 Jahren begonnen, Teiche und Seen zu durchschwimmen. Angefangen habe ich mit den 3 relativ kleinen Badeteichen in der Nähe des Gartenhauses meiner Eltern (3 Teiche hintereinander, jeweils ca. 200-300m lang). Später dann echte Badeseen: Klopeiner See, Neufelder See, Millstädter See.... durchaus auch mal über einen Kilometer bei der Durchquerung (und dann natürlich wieder zurück). Oder einfach am Ufer entlang, eine Stunde hin, eine zurück...das ist dann nicht langweilig ;) . Wenn ich so was 2 oder 3x am Tag gemacht habe sind schon ganz schöne Strecken und Zeiten zusammen gekommen...

Im Schwimmbad war das längste, was ich am Stück (also ganz ohne Pause) geschwommen bin, 160 Längen zu je 25 Meter. Danach war ich zwar müde, aber nicht zu Tode erschöpft.

Edainwen hat geschrieben:Das ist aber einfach nur Brustschwimmen und kein Training. Training ist sicherlich anstrengender. Dort geht es ja, schätze ich mal, auch auf Zeit, vielleicht auch mit Kraulen, ... das ist sicher sehr anstrengend ;)


Stimmt! Auch wenn ich es eine Zeitlang echt intensiv geübt habe, kraulen kann ich immer noch nicht im Endlos-Modus. Am Ende meines ersten Kraul-Kurses mussten wir 800 Meter in einer Zeit von unter 20min kraulen um zum Fortgeschrittenen-Kurs zugelassen zu werden. Das habe ich mit Mühe geschafft, aber danach war ich wirklich fix und fertig. Am Ende des Fortgeschrittenen-Kurses sollte man eigentlich die 800m unter 16min schaffen - das war und ist aber für mich nicht machbar!

Bei Brustschwimmen benötige ich für 800m (im Schwimmbecken) übrigens auch ca. 20 Minuten, wodurch kraulen für mich auch von der Geschwindigkeit her nicht wirklich attraktiver ist. Ich habe ja vor einiger Zeit ernsthaft überlegt, mal in einem Staffel-Ironman die Schwimmdistanz (3,8km) brustschwimmend zurückzulegen. Naja, mittlerweile habe ich durch meine Jungs andere Prioritäten, aber ganz gestorben ist dieser Traum noch nicht :mrgreen: .
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Re: Wann und wie schwimmen lernen?

Beitragvon alibaba » Fr 3. Aug 2018, 14:13

Also gut, ich sehe schon, die Definition macht’s. :mrgreen: Schwimmen ist eben nicht gleich schwimmen. ;)

Mein größtes Problem wenn ich so daher schwimme, ich fange an zu frieren.

Übrigens zog ich gestern so laaangsam meine Bahnen im überfüllten Schwimmbad, da schwamm dann neben mir, in 5-facher Geschwindigkeit ein junger Mann neben mir. Wir schwammen Beide 60 Minuten, nur mit dem Unterschied, dass man wohl zusammenfassend sagen muss, ich plantschte wohl eher und er schwamm, obwohl wir Beide Arme und Beine korrekt einsetzten. Da überkam mich die Assoziation dieses Threads und der „stundenlangen“ Schwimmerei. :lol:
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