Kleinkind erzählt von seinem Traum

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Kleinkind erzählt von seinem Traum

Beitragvon Laelia » Di 10. Sep 2019, 19:17

Hallo an alle!
Ich wollte etwas erzählen, dass ich sehr schön finde, aber nicht weiß wie ich es genau einordenen soll.
Mein Sohn (2,11 Jahre) kam heute Morgen ganz verschlafen zu mir aufs Sofa und meinte, der Sandmann wäre dagewesen. Er hätte nämlich einen Traum gehabt. Wenn ich ihn normalerweise frage, was er denn so geträumt hat, kommt jedesmal : von meinem Eissi (sein Kuscheltier)
Doch heute erzählte er, dass in seinem Traum ganz viele Schlangen und Dinosaurier waren. Es wäre aber kein schlimmer, sondern ein wunderschöner Traum gewesen. Weiter erzählte er, dass er über die Schlangen und Dinosaurier geklettert wäre und danach sogar in einen Dino rein. Dort hätte es einen Brief gegeben mit einem Kreuz drauf, damit er den Schatz finden kann. Den hätte er dann auch gefunden . Ein Schatz von schlauen Hexen. Dann ist er aufgewacht.
Ich fand es faszinierend und habe einfach nur zugehört. Nur bin ich mir nicht sicher ob das wirklich sein Traum gewesen sein kann. Ob er sowas wirklich noch weiß und so detailiert. Ich bin mir nichtmal sicher ob er überhaupt weiß, was ein Traum ist. Kann das sein?
Hat jemand von euch erfahrungen damit. Haben eure Kinder schon so früh von Träumen erzählt. Vllt hat meiner die Geschichte auch nur erfunden.
Ich habe auch das Gefühl, sein Zwillingsbruder hat manchmal Alpträume. Er weint dann im Schlaf und meint dann er hätte schreckliche Schatten gesehn. Ich habe aber gelesen, dass so junge Kinder keine Alpträume haben .

LG
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Re: Kleinkind erzählt von seinem Traum

Beitragvon Rabaukenmama » Di 10. Sep 2019, 20:13

Hallo Laelia!

Es ist nachgewiesen, dass sogar schon Babys im Mutterleib träumen. Wer kann dann behaupten, zu WISSEN, dass ein junges Kind keine Alpträume haben kann?

Mein Sohn (damals ca. 3 Jahre alt) hatte immer Angst vor unserem Digitalwecker, weil er mal geträumt hat, der "böse Nuller" hätte ihn gebissen und gezwickt.

Es ist nur so, dass sprachlich sehr fitte Kinder (so wie es dein Sohn sein dürfte) ihre Träume schon gut erzählen können, während andere Kinder in dem Alter gerade erst mal anfangen, in ganzen Sätzen zu sprechen. Daher können diese Kinder ihre Träume auch nicht so facettenreich erzählen bzw. sie wissen noch nichts damit anzufangen, plötzlich im Bett zu liegen, wo sie doch eben noch ganz anderswo (in der Welt der Träume) waren.

Mein jüngerer Sohn war sprachlich (durch Gehörlosigkeit und Autismus) sehr eingeschränkt, aber geträumt hat er trotzdem, weil er oft, wenn er aufgewacht hat, irgendwas gebärdet hat, was nur ein Traum gewesen sein kann. So hat er z.B. einmal immer weinend auf eine Wand gezeigt, und gefragt, wo denn der Aufzug ist (er liebt Aufzüge und hat anscheinend von einem geträumt). Er konnte den Traum zwar nicht erzählen, aber es war trotzdem sehr offensichtlich.

Es heißt übrigens auch, kleine Kinder (2-3 Jahre) können sich nicht an Erlebnisse erinnern, die einige Wochen oder Monate zurückliegen. Das stimmt auch nicht, mein Sohn hat sich als 3jähriger noch detailliert an Dinge erinnert, die über ein Jahr zurück langen, in einer Zeit, als er noch nicht mal in Sätzen sprechen konnte. Darunter auch an den Mann seiner "Urli", der genau an seinem 2. Geburtstag verstorben ist. Da sagte er mal mindestens ein halbes Jahr später "Der Bruno ist jetzt oben im Himmel und ißt Kekse!" (der Mann hat zu Lebzeiten immer sehr gerne Kekse gegessen).
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Kleinkind erzählt von seinem Traum

Beitragvon sinus » Di 10. Sep 2019, 20:50

Rabaukenmama hat geschrieben:Hallo Laelia!

Es ist nachgewiesen, dass sogar schon Babys im Mutterleib träumen. Wer kann dann behaupten, zu WISSEN, dass ein junges Kind keine Alpträume haben kann?

Mein Sohn (damals ca. 3 Jahre alt) hatte immer Angst vor unserem Digitalwecker, weil er mal geträumt hat, der "böse Nuller" hätte ihn gebissen und gezwickt.

Es ist nur so, dass sprachlich sehr fitte Kinder (so wie es dein Sohn sein dürfte) ihre Träume schon gut erzählen können, während andere Kinder in dem Alter gerade erst mal anfangen, in ganzen Sätzen zu sprechen. Daher können diese Kinder ihre Träume auch nicht so facettenreich erzählen bzw. sie wissen noch nichts damit anzufangen, plötzlich im Bett zu liegen, wo sie doch eben noch ganz anderswo (in der Welt der Träume) waren.

Mein jüngerer Sohn war sprachlich (durch Gehörlosigkeit und Autismus) sehr eingeschränkt, aber geträumt hat er trotzdem, weil er oft, wenn er aufgewacht hat, irgendwas gebärdet hat, was nur ein Traum gewesen sein kann. So hat er z.B. einmal immer weinend auf eine Wand gezeigt, und gefragt, wo denn der Aufzug ist (er liebt Aufzüge und hat anscheinend von einem geträumt). Er konnte den Traum zwar nicht erzählen, aber es war trotzdem sehr offensichtlich.

Es heißt übrigens auch, kleine Kinder (2-3 Jahre) können sich nicht an Erlebnisse erinnern, die einige Wochen oder Monate zurückliegen. Das stimmt auch nicht, mein Sohn hat sich als 3jähriger noch detailliert an Dinge erinnert, die über ein Jahr zurück langen, in einer Zeit, als er noch nicht mal in Sätzen sprechen konnte. Darunter auch an den Mann seiner "Urli", der genau an seinem 2. Geburtstag verstorben ist. Da sagte er mal mindestens ein halbes Jahr später "Der Bruno ist jetzt oben im Himmel und ißt Kekse!" (der Mann hat zu Lebzeiten immer sehr gerne Kekse gegessen).



Warum sollten sie sich nicht an Träume erinnern und es nicht erzählen können?

Meine Tochter hat mir im Alter von etwas über zwei sogar von ihrer Geburt erzählt und Bilder gemalt, wie sie im Mutterleib war. Alles in rot.
DAS fand ich damals wirklich sehr schräg, da wir auch keine entsprechende Bücher angeschaut hatten oder so.
Ich musste mit ihr damals auch die Geburt eine Weile lang nachspielen, irgendwie war ihr das sehr wichtig. Vielleicht hat sie sich wirklich erinnern können und wollte das irgendwie "verarbeiten" ...?!
Fand ich jedenfalls auch sehr ungewöhnlich... (und wahrscheinlich würden mich die meisten Menschen für verrückt erklären, wenn ich behaupten würde, sie habe echte Erinnerungen gehabt. Ich selbst bin nicht davon überzeugt, aber auch nicht völlig abgeneigt, das zu glauben.)

Ich glaube, tendenziell wurden Baby und kleine Kinder schon immer unterschätzt und neue Forschungen bringen ja auch immer wieder überraschende Erkenntnisse, was Babys und Kinder schon so alles können und wissen und verstehen.

Also das, was du beschreibst klingt für mich grundsätzlich nicht ungewöhnlich, allerdings für das Alter sehr detailliert erinnert und formuliert und darum tatsächlich nicht "altersgemäß". Also es klingt nach einem sehr klugen kleinen Jungen.

PS: Erinnerung und Sprache hängen übrigens sehr eng zusammen. Soll heißen, dass Kinder, die sehr früh schon sehr gut sprechen auch sehr frühe Erinnerungen haben können.
sinus
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Re: Kleinkind erzählt von seinem Traum

Beitragvon Laelia » Mi 11. Sep 2019, 12:59

Danke für eure Antworten :)

@Rabaukenmama:
Ja du hast recht. Ich habe nochmal nachgelesen. Es heißt, zwischen dem 2. Und 3. Lebensjahr kann es bei Kindern mit Alpträumen anfangen. Igendwie blied vei mir hängen, dass es ab 3 erst so ist. Also mein Fehler.
Interessant, die Träume von deinen Kindern. Vorallem, dass dein Sohn, in dem Alter, die Null am Wecker so deutlich wahrgenommen hat und davon Alpträume bekam.
Meine Nichte ist übrigens auch Autistin. Ich habe aber noch nie miterlebt, dass sie von einem ihrer Träume erzählt hat. Wäre aber schön, wenn man wüsste, was siebso träumt.


@Sinus:
Interessant auch das mit deiner Tochter. Ehrlich gesagt, war ich mir während meiner ganzen Kindheit sicher, dass ich mich an meine Geburt erinnern kann. Aber, wenn ich es jemanden erzählt habe, hieß es, es wäre nicht möglich. Daran könne sich niemand erinnern. Es wäre alles nur Einbildung. Iirgendwann habe ich es geglaubt und die Erinnerungen und die Empfindungen dazu, wurden immer blasser. Ich finde es schön, dass du deiner Tochter glaubst. Ich wünschte meine Mutter, hätte mir geglaubt.


LG
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Re: Kleinkind erzählt von seinem Traum

Beitragvon Meine3 » Sa 14. Sep 2019, 16:38

Laelia hat geschrieben:Hallo an alle!
Ich wollte etwas erzählen, dass ich sehr schön finde, aber nicht weiß wie ich es genau einordenen soll.
Mein Sohn (2,11 Jahre) kam heute Morgen ganz verschlafen zu mir aufs Sofa und meinte, der Sandmann wäre dagewesen. Er hätte nämlich einen Traum gehabt. Wenn ich ihn normalerweise frage, was er denn so geträumt hat, kommt jedesmal : von meinem Eissi (sein Kuscheltier)
Doch heute erzählte er, dass in seinem Traum ganz viele Schlangen und Dinosaurier waren. Es wäre aber kein schlimmer, sondern ein wunderschöner Traum gewesen. Weiter erzählte er, dass er über die Schlangen und Dinosaurier geklettert wäre und danach sogar in einen Dino rein. Dort hätte es einen Brief gegeben mit einem Kreuz drauf, damit er den Schatz finden kann. Den hätte er dann auch gefunden . Ein Schatz von schlauen Hexen. Dann ist er aufgewacht.
Ich fand es faszinierend und habe einfach nur zugehört. Nur bin ich mir nicht sicher ob das wirklich sein Traum gewesen sein kann. Ob er sowas wirklich noch weiß und so detailiert. Ich bin mir nichtmal sicher ob er überhaupt weiß, was ein Traum ist. Kann das sein?
Hat jemand von euch erfahrungen damit. Haben eure Kinder schon so früh von Träumen erzählt. Vllt hat meiner die Geschichte auch nur erfunden.
Ich habe auch das Gefühl, sein Zwillingsbruder hat manchmal Alpträume. Er weint dann im Schlaf und meint dann er hätte schreckliche Schatten gesehn. Ich habe aber gelesen, dass so junge Kinder keine Alpträume haben .

LG



Meine beiden älteren Kinder haben auch erst viel später von Träumen erzählt, aber mein Sohn hatte "Nachtschreck" als er so 20-22 Monate alt war. Er ist laut schreiend aufgewacht und man konnte ihn lange nicht beruhigen, war kaum ansprechbar. Ein bekanntes Phänomen übrigens.

Meine Jüngste ist jetzt 2;8 Monate alt und hat heute auch erzählt, dass sie heute Nacht von schwarzen Monstern geträumt hat, die in ihr Bett wollten :? , dann sei sie aufgewacht und hat geweint und Papa hat dann die Monster aus dem Traum verjagt... Also ja, ich denke durchaus, dass Kinder in diesem Alter schon träumen. Je fitter sie sind, desto besser können sie dies dann auch realisieren (unterscheiden was war Traum und was nicht) und ausdrücken.
Meine3
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