suche Rat und Erfahrungen

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Wolke » Di 15. Sep 2020, 15:38

Hallo :)
Vielleicht könnt ihr mir helfen, einen Rat geben oder eure Erfahrungen mit mir teilen.

Ich bin 27 Jahre alt und Mama einer wundervollen Tochter die im Juli 2 Jahre alt geworden ist.
Sie war schon immer vom Kopf her weiter als andere Kinder in ihrem Alter. Bei der letzten U Untersuchung hat mich der Kinderarzt auf eine mögliche Hochbegabung hingewiesen, jedoch waren wir (Arzt, mein Mann und ich) uns einig, dass es auch sein kann, dass sie jetzt wesentlich weiter ist, sich das aber mit der Zeit anpassen könnte.
Sie ist ein total fröhliches und aufgewecktes und generell ausgeglichenes Mädchen, freut sich immer total über andere Kinder, nimmt direkt Kontakt auf und möchte spielen.
Hier kommen wir zu unserem Problem:

Sie geht an 3 Tagen in der Woche zur Tagesmutter, diese hat uns auch schon oft darauf angesprochen das unsere Tochter wesentlich weiter ist als die Kinder die jetzt in den Kindergarten wechseln. Dort ist es oft so, dass sie alleine spielt, da die anderen Kinder bspw. für ihre Art der Rollenspiele noch nicht soweit sind und sich nicht so aufs Spiel konzentrieren können.

Anfang August waren wir auf einem Kindergeburtstag, bei dem 5 Kinder in ihrem Alter waren. Sie konnte nach kurzer Zeit alle mit Namen ansprechen und wollte mit ihnen spielen. Leider war es dann aber so, dass sie wieder alleine oder mit Erwachsenen gespielt hat. Sie sagte sehr oft zu uns das sie jetzt heim möchte und bald darauf gingen wir auf ihren Wunsch ein. Bei der Heimfahrt und zuhause sagte sie uns das sie traurig und alleine sei. Sie wirkte fast schon deprimiert...
Es war tatsächlich auch so, dass sie sagte, dass sie körperliche Beschwerden wie Bauchweh und Fieber (nur gefühlt, auf ihren Wunsch hin haben wir nachgemessen) hat und das es ihr nicht gut geht.

Sie hat mittlerweile leider sehr oft diese Erfahrung mit anderen Kindern gemacht.
Kinder in ihrem Alter verstehen die Art wie sie spielt noch nicht und größere wollen nicht mit ihr spielen weil sie so klein ist. Leider ist es jetzt so das sie gar keinen Kontakt mehr sucht und immer nachdem sie andere Kinder um sich hatte sagt sie ist so alleine und traurig.

Habt ihr auch so Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr damit um?
Es tut meinem Mann und mir wirklich im Herzen weh, weil es ihr offensichtlich sehr nah geht und sie beschäftigt..
Danke für eure Antworten!
Wolke
 
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon koala27 » Di 15. Sep 2020, 19:17

Hallo Wolke,

da habt ihr ein sehr fittes Mädchen. Meine Kids sind mittlerweile 12 und 6 und seit April 2019 wissen wir erst das beide HB sind ( wurden getestet).
Das was du beschreibst habe ich mit beiden Kids nicht erlebt. Allerdings waren beide Kids in der Krippe ( so ab 2 Jahren rum) und hatten dort Kontakt zu älteren Kindern und haben mit denen auch gespielt. Bei beiden war die Altersspanne relativ groß ( 12 Monate bis über 3 Jahre)- so dass es entsprechende Spielpartner gab.

Gibt es bei Euch evtl. eine Möglichkeit, dass du mit deiner Tochter außerhalb der Tagesmutter zu anderen Aktivitäten gehen kannst, wo es auch ältere Kinder gibt, die auch das "Hobby" haben?

Hier gäbe es bspw. Mutter-Kind-Turnen-- da ist eine Alterspanne von 2-3 Jahren--- oder Musikgarten ab 2 jahren- 4 Jahren---
so hätte sie über das "Hobby" Kontakt mit Kindern, die auch ihr Interesse teilen?

Kann sie evtl. eher in den Kiga wechseln- in eine Gruppe für 2-6 jährige? So hätte sie mehr Auswahl an Spielpartnern die älter sind....

Unser Kurzer hat mit 4 Jahren mit Kampfsport begonnen-- da die Große schon dort war, hat der Trainer erlaubt, dass er es auch probiert-- er war in der Gruppe mit den Kinder von 6-8 Jahren und es hat echt gut geklappt-- auch wenn er für manche übungen einfach noch zu klein gewachsen war :-)
Aber vom Kopf her passte er da super rein--
das haben wir einfach gemacht, da wussten wir noch nicht, dass er HB ist- wir wussten nur, er braucht auch etwas sportliches "Futter"...

Gibt es bei Euch evtl. auch eine Regionalgruppe von der DGhK? So dass ihr darüber Kontakt zu Eltern mit auch so jungen fitten Kindern bekommen könnt?

Oder gibt es bspw. von einer Familienbildunsgstätte Kurse, die ihr besuchen könnt, die auch altersübergreifend sind? Sowas wie Malkurse etc.?
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » Di 15. Sep 2020, 20:06

Hallo,

herzlich willkommen hier. Ich denke du bist hier schon ganz richtig, auch wenn du garnicht SO viel über sie erzählt hast ;).

Ich kenne das Gefühl des misfits vor allem von meiner Tochter und mir selbst. Aber erst in einem viel höheren Alter. Meine Kleinste ist 3,5 und passt auch nicht zu ihren Gleichaltrigen und hat es nie, aber sie findet trotzdem immer irgendwie Anschluss.Bisher... Genau so war es bei den anderen beiden. Die Probleme kamen später (jeweils ungefähr Vorschulalter bei den beiden Großen).

Der Sohn erlebt den misfit auch, aber er leidet nicht so drunter, da er sozial eher "unempfindlich" ist, sprich er ist auf soziale Kontakte nicht so sehr angewiesen wie andere Kinder und einen besten Freund hat er immer gehabt und er hat auch sonst noch ein paar eher flüchtige Freunde (war grade mal wieder zum Geburtstag eingeladen von einem Klassenkameraden, von dem er noch nie erzählt hat :gruebel: ). Das reicht ihm auch.

Die beiden Mädels leiden eher darunter, wobei die Große nun ENDLICH wieder eine Busenfreundin hat (seit ein paar Wochen und das Kind ist wie ausgewechselt :D )und die Kleine coronabedingt jetzt ohnehin seit März nicht mehr in der Kita war und jetzt erst seit ein paar Tagen wieder geht und da meinte sie auch nach 2 Tagen:" aber Mama, Freunde habe ich noch keine gefunden." Es wurde mir erzählt, dass sie mit mehreren Kindern gespielt hat, aber auf meine NAchfrage hin erklärte sie mir, dass man so schnell ja "keine Freunde" wird ;).

Vielleicht findest du Anschluss für sie über die DGhK (https://www.dghk.de/). Informier dich da mal über den/die regionale(n) Ansprechpartner(in) ob es Spieletreffen gibt oder ähnliches oder es eine Möglichkeit der Kontaktknüpfung gibt (ist ja alles wegen Corona nicht so einfach)... Desweiteren wäre ja Musikalische Früherziehung oder so vielleicht etwas, wo sie jemanden kennen lernen könnte, aber das ist zur Zeit ja alles irgendwie nicht so leicht...
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Wolke » Di 15. Sep 2020, 21:42

Vielen Dank für eure Antworten,eure Erfahrungen und Ratschläge :)

Corona hat sicherlich auch zu dieser Situation beigetragen. Bevor das alles angefangen hat hatten wir uns gerade für Kurse angemeldet. Leider findet momentan kaum etwas statt
Dadurch das sie bei einer Tagesmutter ist, kann sie wahrscheinlich wenn wir einen Platz bekommen erst nächsten Juli zum Kindergarten wechseln.

Ich werde mich mal bei der DGHK informieren vielen Dank:)

Stimmt ich habe gar nicht viel über sie erzählt. Wir haben uns daran gewöhnt anderen lieber nichts von ihren Fähigkeiten zu sagen da leider sehr oft dumme Sprüche kommen...

Also sie war vom ersten Tag an ein komplettes Mamakind :)
Als Baby war sie schon sehr aufmerksam hat immer alles gebaut beobachten und wirkte fitter als andere in ihrem Alter.
Sie hat schon vor ihrem ersten Geburtstag angefangen zu sprechen.
Letztes Jahr im November hat sie angefangen sich für Buchstaben zu interessieren also haben wir sie ihr immer gesagt uns aber nichts dabei gedacht. Im Januar konnte sie alle Buchstaben benennen, egal wo sie welche gesehen hat sie konnte sie immer richtig benennen.
Wir dachten uns nichts dabei da wir sehr viel mit ihr lesen und vor allem viel mit ihr sprechen. Am Anfang fanden wir das ganz witzig das unsere noch nicht mal 1 1/2 Jährige Tochter sowas wissen möchte
Jetzt kann sie alle kleinen und großen Buchstaben, erkennt und benennt zahlenbis ca. 22 und zählt Gegenstände richtig bis ca zur 13. Sie spielt gerne Vorschulspiele mit zahlen und Mengen ordnen usw
Sie erkennt ihren Namen,Mama,Papa,Oma,Opa und Elli(unsere eine Katze)
Sie spricht fast wie ein Ewachsene (klar weiss sie nicht immer für alles das richtige Sorte aber dann erklärt sie was sie meint)
Sie hört eine Kinderlieder CD zweimal an und singt im Anschluss fast alle Lieder mit. Teilweise hört sie ein Lied nur einmal und singt es mir dann beim Kochen vor.
Bücher wie 'das kleine ich bin ich' spricht sie komplett mit. Sie liebt Bücher manchmal will sie nur lesen. Hörspiele Wir müssen immer neue Bücher da haben das diesmal was neues hört.
Bei Hörspielen wie 'Emma ohne dich wär Die Welt nur halb so schön'(langes Hörspiel) sagt sie mir immer was gleich passiert oder spricht mit
Im Umgang mit anderen ist sie sehr einfühlsam und achtet darauf das sich jeder an die Regeln hält, oft sagt sie auch "oh das darf ich nich aber ich machs nur kurz"
Sie ist sehr kreativ, Fantasievoll und hat ein Gedächtnis wie ein Elefant.
Sie malt, bastelt, Puzzlet, tanz und sing total gerne.
Richtige Rollenspiele wie Mutter-Vater-Kind spielt sie schon sehr lange. Auch einkaufen und mit ihren Schleichtieren spielt sie alles nach was sie erlebt hat oder sie beschäftigt. Was sehr gut ist dann wissen wir immer was ihr durchn Kopf geht.
Sie macht sich oft sehr viele Gedanken über Dinge über die sie unserer Meinung nach noch nicht nachdenken sollte. So wurde zb meine Mutter operiert und seitdem redet sie oft darüber und macht such Gedanken, hat Angst. (Ich war erkältet und musste Medikamente nehmen, sie erinnerte mich immer daran,hatte Angst ich müsse ins Krankenhaus oder operiert werden usw)
Sie ist ein wundervolles Kind und macht uns sehr Glücklich. Es ist wunderschön zu sehen wie wissbegierig sie ist und wie aufmerksam sie ist einfach toll.

Ich dachte ganz lange die anderen Kinder in ihren Alter sind doof oder deren Eltern beschäftigen sich nicht mit ihren Kindern. Mir war schon bewusst das unsere Tochter weiter ist aber an eine Begabung oder Hochbegabung hatte ich bis unser Kinderarzt und die Tagesmutter es ansprachen nicht gedacht.
Ich habe oft gezweifelt aber unser Kinderarzt sagte alles für das sie sich interessiert soll ich mit ihr machen. Sie ist wundervoll aber oft haben wir Angst wie es wird wenn sie älter ist. Nicht wegen uns sondern das sie leidet...

Das wurde jetzt doch ein sehr langer Text, tut mir leid, ich könnte noch Stunden über sie schreiben :)
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 15. Sep 2020, 22:03

Eure Tochter braucht sofort Hilfe. Sie darf nicht bei der Tagesmutter bleiben. Der Vorsprung ist so eklatant, dass man eigentlich keinen Test braucht. Vielleicht bekommt sie irgendwo einen Integrationsplatz. Vielleicht was anderes, keine Ahnung was, aber ihr könnt nicht bis Juli nächsten Jahres warten. Sie muss weg von der Tagesmutter. Sie ist im Kopf mindestens 4 Jahre alt und kann nicht mit Babys spielen. Der Misfit hat gravierende Folgen für die Selbstbewusstsein, und ich weiß das leider nicht nur aus Büchern.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon koala27 » Di 15. Sep 2020, 22:14

Hallo Wolke,

ich gebe Katze recht- bei so einem Vorsprung ist noch 1 Jahr TM nichts für sie, da ist sie komplett unterfordert.
Aus einem anderen Forum weiß ich, dass es auch Kinder gibt- da war es auch ein Mädchen- die mit 4 Jahren in die Schule kommen, weil sie eben so fit sind.
Schau bei der DGhK nach einer Ansprechpartnerin für Euch/ Euer Bundesland- die haben sicher Ideen, was ihr machen könnt.

Es gibt auch ganz tolle Literatur zum Thema HB-- wenn ihr Euch einlesen wollt. Stehen hier auch im Forum drin.

Ihr habt ein tolles Mädchen und ihr macht alles richtig :-)
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon sinus » Di 15. Sep 2020, 22:23

Ich schließe mich Katzes Empfehlung an.

Wie du dein Mädchen beschreibst, erkenne ich da meine große Tochter (inzwischen 11) wieder und sie hat tatsächlich massive Selbstwertprobleme und hatte im Nachhinein betrachtet im Kindergartenalter und Grundschulalter eine Tendenz zu Depressionen/depressivem Verhalten.
(Sie sagte bspw mit 5, 6 Jahren, sie wäre am liebsten nicht auf der Welt, keiner brauche sie, sie wäre nichts wert, sie würde gern ganz allein weit weg im Wald leben, wie ein Tier...)
Mit 3 glaube ich fragte sie mich damals schon "Wozu bin ich eigentlich auf der Welt, Mama?"
Und später erzählte sie mir, dass sie im Kindergartenalter sogar eine Zeit lang dachte, sie wäre vielleicht adoptiert, weil sie irgendwie so anders als andere war.

Momentan arbeiten wir mit einer Psychologin am Thema Selbstwert und sie geht auf eine anspruchsvolle Schule. Außerdem hat sie zum Glück ein paar ähnlich kluge Freunde.
Ich sehe Verbesserungen.
Aber wie gesagt - sie ist jetzt 11 und ab einem Alter von 4 Jahren begann ich mir die ersten Sorgen um sie zu machen.

Sucht den Kontakt zu älteren Kindern, schau dich nach einer Beratungsstelle um, nimmt Kontakt zur DGhK auf und lies dich ins Thema ein.
(ich empfehle z.B. Andrea Brackmann. "Jenseits der Norm. Hoch begabt und hoch sensibel").
Zuletzt geändert von sinus am Mi 16. Sep 2020, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Starshollow » Mi 16. Sep 2020, 09:18

Wolke hat geschrieben:Also sie war vom ersten Tag an ein komplettes Mamakind :)
Als Baby war sie schon sehr aufmerksam hat immer alles gebaut beobachten und wirkte fitter als andere in ihrem Alter.
Sie hat schon vor ihrem ersten Geburtstag angefangen zu sprechen.
Letztes Jahr im November hat sie angefangen sich für Buchstaben zu interessieren also haben wir sie ihr immer gesagt uns aber nichts dabei gedacht. Im Januar konnte sie alle Buchstaben benennen, egal wo sie welche gesehen hat sie konnte sie immer richtig benennen.
Wir dachten uns nichts dabei da wir sehr viel mit ihr lesen und vor allem viel mit ihr sprechen. Am Anfang fanden wir das ganz witzig das unsere noch nicht mal 1 1/2 Jährige Tochter sowas wissen möchte
Jetzt kann sie alle kleinen und großen Buchstaben


Bei uns war es so ähnlich. In der weiteren Entwicklung kann Sinus und Co. nur Recht geben. Sehr früh im Kindergarten war schon das Gefühl da, anders zu sein. Sie ist nie gerne dahin gegangen. Einzig ihre beste Freundin war Motivation dafür. Sie beobachtete die Kinder und war oft geschockt von ihrem Verhalten, hat dann zu Hause wie eine Erwachsene darüber reflektiert. Die Lehrerin meinte, sie würde manchmal versuchen bei Streit schlichtend zu intervenieren, aber die Kinder verstanden ihre Argumentation nicht (obwohl die Lehrerin meinte, alles wäre immer perfekt begründet. Nur eben nicht für Kinder...). Es tat mir als Mama weh zu sehen, wie wenig sie passte. Sie ist genau wie die anderen Kinder hier ein wunderbares Mädchen, aber schon im Kindergarten war sie so wenig "Kind", sondern eher eine kleine Erwachsene, die sich dieser Tatsache durchaus bewusst war. Sie hat auch seit früher Kindheit immer wieder "depressive" Phasen, mit viel Weltschmerz, fühlt sich fremd und nicht dazugehörig.

Ich fände es rückblickend wichtig, eure Tochter zu bestärken und ihr Erfahrungen mit anderen fitten Kindern / älteren Kindern zu ermöglichen. Das ist nicht so einfach, aber über DGhK könnte es vielleicht gelingen. Wenn ihr die Tagesmutter nicht verlassen könnt solltet ihr wirklich unbedingt noch Angebote für die Maus raussuchen. Aber es hört sich an, als würdet ihr euren Job bisher sehr gut machen :) . Die Psychologin bei uns hat damals gesagt: dieses Kind kam glücklicherweise in eine Familie, die mit der Herausforderung umgehen kann. Das sage ich mir immer, wenn ich mal wieder zweifle, ob wir alles so richtig machen :roll:
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » Mi 16. Sep 2020, 10:07

Wolke hat geschrieben:Vielen Dank für eure Antworten,eure Erfahrungen und Ratschläge :)

Corona hat sicherlich auch zu dieser Situation beigetragen. Bevor das alles angefangen hat hatten wir uns gerade für Kurse angemeldet. Leider findet momentan kaum etwas statt
Dadurch das sie bei einer Tagesmutter ist, kann sie wahrscheinlich wenn wir einen Platz bekommen erst nächsten Juli zum Kindergarten wechseln.

Ich werde mich mal bei der DGHK informieren vielen Dank:)

Stimmt ich habe gar nicht viel über sie erzählt. Wir haben uns daran gewöhnt anderen lieber nichts von ihren Fähigkeiten zu sagen da leider sehr oft dumme Sprüche kommen...

Also sie war vom ersten Tag an ein komplettes Mamakind :)
Als Baby war sie schon sehr aufmerksam hat immer alles gebaut beobachten und wirkte fitter als andere in ihrem Alter.
Sie hat schon vor ihrem ersten Geburtstag angefangen zu sprechen.
Letztes Jahr im November hat sie angefangen sich für Buchstaben zu interessieren also haben wir sie ihr immer gesagt uns aber nichts dabei gedacht. Im Januar konnte sie alle Buchstaben benennen, egal wo sie welche gesehen hat sie konnte sie immer richtig benennen.
Wir dachten uns nichts dabei da wir sehr viel mit ihr lesen und vor allem viel mit ihr sprechen. Am Anfang fanden wir das ganz witzig das unsere noch nicht mal 1 1/2 Jährige Tochter sowas wissen möchte
Jetzt kann sie alle kleinen und großen Buchstaben, erkennt und benennt zahlenbis ca. 22 und zählt Gegenstände richtig bis ca zur 13. Sie spielt gerne Vorschulspiele mit zahlen und Mengen ordnen usw
Sie erkennt ihren Namen,Mama,Papa,Oma,Opa und Elli(unsere eine Katze)
Sie spricht fast wie ein Ewachsene (klar weiss sie nicht immer für alles das richtige Sorte aber dann erklärt sie was sie meint)
Sie hört eine Kinderlieder CD zweimal an und singt im Anschluss fast alle Lieder mit. Teilweise hört sie ein Lied nur einmal und singt es mir dann beim Kochen vor.
Bücher wie 'das kleine ich bin ich' spricht sie komplett mit. Sie liebt Bücher manchmal will sie nur lesen. Hörspiele Wir müssen immer neue Bücher da haben das diesmal was neues hört.
Bei Hörspielen wie 'Emma ohne dich wär Die Welt nur halb so schön'(langes Hörspiel) sagt sie mir immer was gleich passiert oder spricht mit
Im Umgang mit anderen ist sie sehr einfühlsam und achtet darauf das sich jeder an die Regeln hält, oft sagt sie auch "oh das darf ich nich aber ich machs nur kurz"
Sie ist sehr kreativ, Fantasievoll und hat ein Gedächtnis wie ein Elefant.
Sie malt, bastelt, Puzzlet, tanz und sing total gerne.
Richtige Rollenspiele wie Mutter-Vater-Kind spielt sie schon sehr lange. Auch einkaufen und mit ihren Schleichtieren spielt sie alles nach was sie erlebt hat oder sie beschäftigt. Was sehr gut ist dann wissen wir immer was ihr durchn Kopf geht.
Sie macht sich oft sehr viele Gedanken über Dinge über die sie unserer Meinung nach noch nicht nachdenken sollte. So wurde zb meine Mutter operiert und seitdem redet sie oft darüber und macht such Gedanken, hat Angst. (Ich war erkältet und musste Medikamente nehmen, sie erinnerte mich immer daran,hatte Angst ich müsse ins Krankenhaus oder operiert werden usw)
Sie ist ein wundervolles Kind und macht uns sehr Glücklich. Es ist wunderschön zu sehen wie wissbegierig sie ist und wie aufmerksam sie ist einfach toll.

Ich dachte ganz lange die anderen Kinder in ihren Alter sind doof oder deren Eltern beschäftigen sich nicht mit ihren Kindern. Mir war schon bewusst das unsere Tochter weiter ist aber an eine Begabung oder Hochbegabung hatte ich bis unser Kinderarzt und die Tagesmutter es ansprachen nicht gedacht.
Ich habe oft gezweifelt aber unser Kinderarzt sagte alles für das sie sich interessiert soll ich mit ihr machen. Sie ist wundervoll aber oft haben wir Angst wie es wird wenn sie älter ist. Nicht wegen uns sondern das sie leidet...

Das wurde jetzt doch ein sehr langer Text, tut mir leid, ich könnte noch Stunden über sie schreiben :)


oh wow. DAs ist aber ein Kaliber :D. Glückwunsch. Sie sticht selbst unter hochbegabten Kindern raus. Entweder ist sie höchstbegabt oder aber hochbegabt mit sehr hoher Motivation und Leistungsfähigkeit. Aber definitiv nicht normal begabt. Ich schließe mich dem allgemeinen Tonus an. Da ist ein Test unnötig, um zu erfahren ob sie "btroffen" ist. Ich würde mich so schnell als möglich ans DGhK wenden. Die können euch auch mit Adressen und Tipss und so weiter versorgen.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon sinus » Mi 16. Sep 2020, 10:31

...wo du das grad so schön schreibst, Starshollow:

"kleine Erwachsene" und "zu ernsthaftes Kind" habe ich auch gehört.
Meist las ich da zwischen den Zeilen, dass das meine Schuld sei. Weil ich als allein Erziehende zu viel verlange vom Kind oder es gar "Partnerersatz" ist, oder weil sie keine zweite enge Bezugsperson hat und darum sich nicht "traut" weniger brav zu sein, um nicht meine Liebe zu verlieren oder wahlweise auch weil das Kind durch Oma und Opa im Haus zu viel mit Erwachsenen zusammen ist... usw usf.
Ich selbst hab mir damals viele Gedanken gemacht, ob das evtl so stimmt.

Es wurde tatsächlich auch besser, als meine Nummer zwei dazukam.
Da wurde die Große etwas "entspannter", lockerer, machte auch mal mehr Quatsch und Dummheiten, holte ein bisschen an "Kindlichkeit" nach.
Inzwischen hat sie zwar immernoch bspw hohe moralische Ansprüche, spielt aber auf der anderen Seite auch mit 11 noch gern und viel "wie ein Kind".
(Bspw Jage-, Verstecke- & Rollenspiele mit der 5 Jahre jüngeren Schwester und den Nachbarskindern im Garten)

Ich versuche, ihr so viele so entspannte Momente wie möglich zu schaffen. Und richtig klappen tut das vor allem mit den passenden Kindern.
In Kiga und Schule war sie immer sehr beherrscht und kontrolliert, aber mit den engsten Freunden und GSD jetzt auch mit den gut zu uns passenden Nachbarskindern (vor 2 Jahren zugezogen)
und der kleinen Schwester dreht sie gern auch mal richtig auf. Ich freu mich dann immer richtig, sie so gelöst zu sehen.
(und dann schlucke ich gleich schon wieder, dass es mir überhaupt als "besonders" auffällt, wenn sie mal so richtig "Kind" ist)

Wir haben gerade dieses Wochenende eine 2tägige Veranstaltung der DGhK besucht - da war sie (bzw beide Mädels) auch mittendrin dabei und ich staunte nicht schlecht, wie taff und selbstbewusst die Große dort auftrat.
(ein anderer Vater kommentierte sogar: "Die hat aber ganz schön Feuer! Die geht ihren Weg, da müsst ihr euch sicher nicht sorgen". (Ich hatte mit ihm zu dem Zeitpunkt noch gar nicht über irgendwelche Sorgen gesprochen)
Genauso überrascht war ich damals, als mein sonst unter Kindern so zurückhaltendes Kind mit 3 bei den "Buchkindern" plötzlich "auftaute".
Das war ein Kurs, wo die Kinder - Altersspanne zwischen 5 und 12 - selbst Geschichten erfanden und diese illustrierten. Am Ende der 1, 5 Stunden durfte, wer wollte, seine Geschichte samt Bilder vorstellen. Also erzählen und die Bilder dazu vorzeigen.
Hätte ich nie gedacht, dass meine damals 3jährige das macht. Gerade unter den ausschließlich älteren Kindern!
Hat sie aber.

Momentan geht sie wie gesagt auf eine anspruchsvolle Schule. D.h. es gehen auch mehrheitlich überdurchschnittlich begabte Kindern dort hin.
Ich habe den Eindruck, dass sie sich dort unter den Klassenkameraden auch recht wohl fühlt.

Was ich damit sagen will - das passende Umfeld ist unglaublich wichtig, gerade für sensible Mädchen, die sehr genau "hinfühlen" und denen Dazugehören wichtig ist.
Diese Kinder passen sich dann an und verhalten sich meist dann höchst unauffällig und zurückhaltend, darum werden sie bzw ihre Nöte dann auch schnell übersehen.
Die Anpassung geht aber sehr auf Kosten des Selbstwertgefühls und des kindlich-spontanen, gelösten Verhaltens.
Und wie gesagt - das strengt nicht nur an, sondern schadet auch.

Darum schaut euch um, wo sich das Kind wohlfühlen und wo es gut reinpassen würde. Sucht gezielt Freundschaften, die zum Kind passen. Durchaus auch unter 2-3 Jahre älteren Kindern.

Und erklärt dem Kind vielleicht, dass es "im Kopf schon 3 (oder 4) Jahre alt ist" und darum sich vielleicht ein bisschen komisch fühlt unter den anderen 2jährigen.
So habe ich es mit meiner zweiten Tochter gehalten.
Ich persönlich denke, dass das einem Kind hilft, weg von dem Gedanken zu kommen, es sei "falsch", weil es nicht passt.

Du könntest sagen, das sei wie mit den Schuhen. Die meisten 2jährigen haben, sagen wir mal: Schuhgröße 23.
Aber es gibt eben auch welche mit größeren Füßen. Wenn die dann Schuhe in Schuhgröße 23 anziehen, nur weil die anderen eben auch diese Schuhgröße haben, drücken die Schuhe natürlich und es schmerzt.
Darum muss man gucken, dass es passenden Schuhe bekommt und dann tun die Füße auch nicht mehr weh.
Und dass es eigentlich egal ist, ob man Schuhgröße 23 oder 25 hat, größere Schuhe sind nicht besser oder schlechter, sie sind einfach nur größer.
Und bei ihr sei es eben der Kopf, der schon eine andere Größe hat.
Zuletzt geändert von sinus am Mi 16. Sep 2020, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
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