suche Rat und Erfahrungen

ganz allgemein zu Kleinkindern, ob nun aufgeweckt, klug oder hochbegabt

Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon charlotte12 » Sa 19. Sep 2020, 09:04

Das mit der Kreativität im Waldorf-Kindergarten war so eine Sache. Bei meiner Tochter war praktisch alles vorgegeben. Z.B. wurde ein mal pro Woche mit Wasserfarben gemalt, aber das Papier wurde nassgemacht, so dass alles ineinander floss, es tolle Farbeffekte gab aber es unmöglich war, konkret zu malen. Meine Tochter hat es gehasst... Es hingen keine Kinderbilder an der Wand, was auch im System begründet ist, wie ich erst viel später erfuhr. Es gab nur dicke Wachsmalstifte oder teilweise auch Holzmalstifte. Auf dem wie gewachst wirkenden Papier war aber nur schlecht zu sehen, was mit den Holzstiften gemalt worden war. Die Kinder sollten nicht zu früh Details malen, daher die dicken Stifte. Selbst von den Kindern gebastelt wurde im Kindergarten eher wenig, dafür wurde z.B. intensiv geübt, Streichhölzer anzuzünden. Die Vorschulkinder durften weben, meine Tochter aber nicht, da zu jung. Insgesamt wurde extrem Wert auf eine stimmungsvolle Atmosphäre gelegt. Im Winter brannten morgens nur Kerzen im dunklen Kindergarten, die Erzieherinnen sangen im Kreis einen Singsang, dass die Erde/Sonne oder wer auch immer ihnen helfen möge, einen guten Tag zu gestalten. Was meiner Tochter Angst machte. Waldorf ist nicht einfach ein pädagogisches Konzept, es hat etwas von einer ziemlich speziellen Religion, und zwar definitiv nicht vom Christentum. Steiner war Theosoph. Und jedes Detail, was dort gemacht wird, hat einen tieferen Sinn, der an Steiner festgemacht wird, nichts ist zufällig oder weil es einfach nett ist. Die Sprache dort ist auch eigen, Worte bedeuten teilweise nicht das, was man gemeinhin darunter versteht. Z.B. bedeutet "Freiheit" nicht dass man tun kann, was man will sondern dass man frei ist, zu dem Menschen zu werden, der man in diesem Weltbild sein sollte. In diesem Sinn ist auch die "freie Waldorfschule" zu verstehen...

Ich finde es toll, dass man euch gleich gesagt hat, dass die Früheinschulung vom System aus ein generelles No-go ist und nicht wie bei uns erst Hoffnung gemacht hat und dann alle möglichen fadenscheinigen Argumente vorgeschoben hat, warum das nicht geht. Zählen wurde allerdings im Kindergarten geübt - jeden Morgen wurde durchgezählt, wie viele Kinder da sind. Und da es an jedem Wochentag ein festes Essen und teilweise auch festes Programm gab, konnte mein Kind schon sehr früh die Wochentage.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » Sa 19. Sep 2020, 15:56

sinus hat geschrieben:
Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Wolke

Dein Kind fällt so derart auf, dass ihr keine andere Wahl habt, als das offen und überzeugend zu leben und voll hinter eurem Kind zu stehen. Jeder Versuch ihre Leistung runterzureden schlägt auf ihr Selbstbewusstsein. Das wird für euer Freundekreis wie ein Lakmuspapier. Wer damit nicht umgehen kann, wird früher oder später nicht mehr kommen.


Ich stimme - leider aus Erfahrung - mal wieder voll und ganz zu.



Ja, ich auch.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » Sa 19. Sep 2020, 15:57

sinus hat geschrieben:
Karen hat geschrieben:Vor kurzem hatten wir ein schönes Gespräch über nicht normal sein. Sie hat wieder beschwert darüber und ich habe ihr aufgezeigt wie unsere gesamte Familie (Grosseltern inbegriffen) alles andere als Normal ist, und wie es wäre wenn wir so wären (ich hätte nie ausgewandert und würde noch in meinem Heimatland leben und ihre Vater nie kennenlernen war ein Beispiel von vielen). Das hat ihr ja richtig beeindruckt, weil sie es nie so gesehen hat wie unterschiedlich wir sind was Job, Hobby, Ferien, Verhalten, Themen angeht. Das glaube ich war ein Schlüsselerlebnis.
Wenn ich Zeit zurück setzen könnte, würde ich viel mehr zu ihre Fähigkeiten stehen, auch sie nach aussen positiv betonen, nie an ihr zweifeln, das Fokus weg von negativen nehmen, aufpassen dass sie nur mit 1-2 älteren Kindern Kontakt hat und grosse Gruppen vermeiden.


... ja, die eigenen Erfahrungen und Geschichte "aufarbeiten" hilft auch den Kindern.
Meiner Tochter hat es schon sehr oft geholfen, wenn ich von mir erzählt habe.
...Da ging es mir auch so, das kenne ich, einmal habe ich...
Gerade bei "schlimmen" Erlebnissen bzw also solche so empfundenen ist das immer wichtig, dass die Kinder sehen:
man kann das unbeschadet überstehen, es gibt Lösungen, es geht trotzdem weiter.

Aber ich vermute mal, dass alle Eltern das instinktiv sowieso so machen, oder?
Also von sich erzählen, wenn man mal ähnliche Erfahrungen gemacht hat...


Definitiv! Wir tun das ständig. Meiner Tochter hilft es manchmal, meinem Sohn nur bedingt.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » Sa 19. Sep 2020, 16:11

Wolke hat geschrieben:Vielen Dank dann schaue ich mir mal diese Seite an :)

Habt ihr auch schon mal die Erfahrung gemacht das sich die Kinder vor anderen teilweise plötzlich "doof" stellen?

Ja, in vielfältiger Manifestation :fahne:. Wenn ein Kind sehr klug UND emotional/sozial kompetent ist, wird es das früher oder später zeitweise tun. Denn wer will als soziales Wesen nicht dazu gehören?

Wie geht ihr mit anderen Menschen um? Also sprecht ihr offen darüber? Oder eher nicht? Und was sagt ihr bei dummen Kommentaren?
Sprecht ihr vor dem Kind darüber?


Das ist ein schwieriges Thema, wie sinus schon sehr schön geschildert hat. Es gibt verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Aber ich denke man kann das nicht pauschalisieren. Katze hat schon recht. Bei euch sind die äußeren "Unterschiede" zu den anderen Kindern so immens, dass man das nicht verheimlichen oder verstecken KANN, selbst wenn man wollte.


GEgenüber "Fachpersonal" (Erzieher, Lehrer, etc.) gehe ich offen um, auf Nachfrage. Ich würde nicht proaktiv hingehen und die HB erwähnen, aber in eurem Fall eventuell schon. Kann man wie gesagt nicht so pauschal über einen Kamm scheren. Mit dem "Fachpersonal" komme ich mit meiner Art darüber zu sprechen, bzw. über meine Kinder zu sprechen, meist sehr gut zurecht. Es ist ein respektvolles Miteinander und alle ziehen an einem Strang, wollen dem Kind helfen. Meistens (im Kindergarten hier im Dorf war es eine Katastrophe, aber nicht nur die Kommunikation, da liegt viel mehr im Argen).

Ich selbst habe schon alles mögliche durch an mögichen Reaktionen von "anderen Menschen". Anfangs bin ich recht offen damit umgegangen, habe aber das Wort "Hochbegabung" so gut wie nie (außer bei Freunden, von denen ich weiß, dass es versgtehen und nicht verurteilen) benutzt. Aber ich bin grade in der Familie schon auch ganz schön aufgelaufen bei meinem HB-Bruder, der selbst ein HB-Kind hat. Ja, das mag man nicht glauben, ist aber so....Mit Bekannten versuche ich das Thema mittlerweile zu vermeiden. Wenn SIE mich ansprechen, dann lüge oder verstecke ich aber auch nicht oder rede die Fähigkeiten der Kinder klein (nicht mehr! Habe ich teilweise LEIDER schon gemacht, ist aber schädlich fürs Kind, so im Nachhinein betrachtet). Grade durch den Klassensprung des Großen ist das mit "verstecken" auch nicht mehr möglich. Wobei viele Eltern sichtlich (man kann es wirklich im Gesicht SEHEN :lol: ) abgeneigt sind und sich fragen" wieso lässt dir ihr Kdin springen? Der Arme..." Oft wird dann auch nciht hinterfragt und früher hätte ich hier noch das Bedürfnis gehabt mich zu erklären oder zu "verteigen". Jetzt gebe ich diesem Drang, so taucht er denn auf, in den allermeisten Fällen nicht mehr nach.

Was soll man auch tun, wenn man fast täglich auf die Kinder angesprochen wird? Ich habe gelernt, es gibt da keine pauschale "richtige" Vorgehensweise. Manche reagieren sehr positiv und meiner Erfahrung nach sind das eher Menschen, die selbst nicht ganz unklug sind, die gebildet sind und tolerant und allgemein interessiert und wenig neidisch. Die "Otto-Normal"-Mutti am Sandspielkasten, die danach fragt, wie alt das Kind denn sei (während man sieht, wie sie ihre Vergleichsraster im Kopf abspult und ihr Kind schlecht dabei weg kommt), lasse ich mittlerweile mit einem netten Lächeln, inklusive Achselzucken und einer Erklärung a la "ich weiß auch nicht woher sie das haben, alle meine Kinder sind so flott" stehen.

Blöde Kommentare gibt es viele. Aber ich habe auch die Kehrseite der Medaille kennen gelernt, sehr nette und offene Reaktionen.

Es hilft alles nichts. Die Kinder sind wie sie sind und wir ebenfalls ;). Ich habe mich lange versteckt und hatte dadurch langfristig nur Probleme. Das mache ich nicht mehr. Ich muss auch nicht damit hausieren gehen (keinesfalls), aber mei, es fällt halt auf, wenn alle 3 Kinder so fit sind.

Und den richtigen Austausch über dein Kind, tja, den musst du halt in Foren wie diesem verlegen oder mit wirklich guten Freunden, die euch genau so akzeptieren wie ihr seid.

Was ich ganz angenehm finde ist, dass das "auffällig" sein der Kinder mit der Zeit etwas nachlässt. Im Kleinkindalter sind die Unterschiede viel, viel deutlicher als ab Schulkind-Alter.

Grüße Meine3
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Wolke » Sa 19. Sep 2020, 22:28

Vielen Dank für eure Erfahrungen und die netten Worte :)
Wir haben doch sehr oft an uns gezweifelt das tut sehr gut hier mal positive Rückmeldungen zu bekommen :)

Dann ist ein Waldorfkindergarten übrrhaupt nichts für uns.
Da würde unsere Tochter vermutlich komplett eingehen.
Ich arbeite in einem Heim für schwerst-mehrfachbehinderte und Verhaltenskreative Kinder, von ihnen gehen sehr viele auf Waldorfschulen. Ich muss aber zugeben so viel habe ich mich nicht damit befasst, es waren nur oft Waldorf oder Montessori Schulen welche die letzte Möglichkeit für viele unserer Kinder waren. Vermutlich dachte ich deswegen es muss ähnlich sein

Wir fallen tatsächlich fast immer auf und hatten dadurch schon sehr oft Situationen in denen ich einfach nicht wusste was ich sagen soll. (Ist sie wirklich so krass weiter als andere? Also selbst unter hochbegabten?)
Heute hatten wir wieder ein Erlebnis, leider mit meinen Eltern, bei der die motorischen Fähigkeiten eines anderen Kindes als besser und lobenswerter angesehen wurden, als die Tatsache das ihre Enkeltochter mit Magnetbuchstaben Oqj (opi) geschrieben hat (das p war ein q das sich einfach nicht anders herum befestigen ließ und das j als i) allein die Tatsache das sie das einfach so aus dem nichts einfach so gemacht hat, hat mich so stolz gemacht und ich war soooo beeindruckt und baff, ich hätte vor stolz weinen können.
Unsere Tochter lag daraufhin (und vermutlich durch noch mehr) vorhin auf dem Wickeltisch und sagte: "ich bin sauer und wütend auf Omi und Opi"...ja was soll ich da nur zu ihr sagen...
ich habe das Problem das ich ein sehr starkes Temperament habe (vor allem wenn es um Menschen geht die mir wichtig sind) das sich oft verbal bemerkbar macht....leider kann ich da echt bösartig bzw. deutlich werden...

Ich kann oft einfach mit Ungerechtigkeit nicht umgehen und mir fällt ständig auf wie ungerecht das doch alles ist.
Durch meine Arbeit sehe ich wie "gut" die meisten Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft integriert werden und habe allein jetzt wo ich mich doch nur kurz mit dem Thema Hochbegabung befassen habe gemerkt das es hier wohl kaum stattfindet.

Ich denke wir werden wohl mit der Zeit ziemlich alleine da stehen. Aber haben dafür dann hoffentlich eine Selbstbewusste und weiterhin so wundervolle Tochter.

Die Montessorischule bei uns hat leider keinen Kindergarten und auch so gibt es wohl keinen beibuns. Ich habe jetzt aber mal bei allen möglichen freien Trägern nachgefragt. Dem Montessori Dachverband habe ich auch geschriebe und die haben tatsächlichdirekt mit einer tollen Mail geantwortet. Mein Mann hat mich schon für bekloppt erklärt nachdem ich heute bestimmt 20 Mails verschickt habe.
Ich danke für eure Ratschläge hierzu

Ich kann nur immer wieder schreiben das ich unendlich dankbar für eure Erfahrungen und Ratschläge bin!
Es ist sehr schön und hilft mir si sehr allein eure ganzen Antworten zu lesen. Allein durch euch hab ich schon viel dazu gelernt!
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » So 20. Sep 2020, 09:48

g
Zuletzt geändert von Meine3 am So 20. Sep 2020, 09:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Meine3 » So 20. Sep 2020, 09:50

Wolke hat geschrieben:Vielen Dank für eure Erfahrungen und die netten Worte :)
Wir haben doch sehr oft an uns gezweifelt das tut sehr gut hier mal positive Rückmeldungen zu bekommen :)

Dann ist ein Waldorfkindergarten übrrhaupt nichts für uns.
Da würde unsere Tochter vermutlich komplett eingehen.
Ich arbeite in einem Heim für schwerst-mehrfachbehinderte und Verhaltenskreative Kinder, von ihnen gehen sehr viele auf Waldorfschulen. Ich muss aber zugeben so viel habe ich mich nicht damit befasst, es waren nur oft Waldorf oder Montessori Schulen welche die letzte Möglichkeit für viele unserer Kinder waren. Vermutlich dachte ich deswegen es muss ähnlich sein

Wir fallen tatsächlich fast immer auf und hatten dadurch schon sehr oft Situationen in denen ich einfach nicht wusste was ich sagen soll. (Ist sie wirklich so krass weiter als andere? Also selbst unter hochbegabten?)
Heute hatten wir wieder ein Erlebnis, leider mit meinen Eltern, bei der die motorischen Fähigkeiten eines anderen Kindes als besser und lobenswerter angesehen wurden, als die Tatsache das ihre Enkeltochter mit Magnetbuchstaben Oqj (opi) geschrieben hat (das p war ein q das sich einfach nicht anders herum befestigen ließ und das j als i) allein die Tatsache das sie das einfach so aus dem nichts einfach so gemacht hat, hat mich so stolz gemacht und ich war soooo beeindruckt und baff, ich hätte vor stolz weinen können.
Unsere Tochter lag daraufhin (und vermutlich durch noch mehr) vorhin auf dem Wickeltisch und sagte: "ich bin sauer und wütend auf Omi und Opi"...ja was soll ich da nur zu ihr sagen...
ich habe das Problem das ich ein sehr starkes Temperament habe (vor allem wenn es um Menschen geht die mir wichtig sind) das sich oft verbal bemerkbar macht....leider kann ich da echt bösartig bzw. deutlich werden...

Ich kann oft einfach mit Ungerechtigkeit nicht umgehen und mir fällt ständig auf wie ungerecht das doch alles ist.
Durch meine Arbeit sehe ich wie "gut" die meisten Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft integriert werden und habe allein jetzt wo ich mich doch nur kurz mit dem Thema Hochbegabung befassen habe gemerkt das es hier wohl kaum stattfindet.

Ich denke wir werden wohl mit der Zeit ziemlich alleine da stehen. Aber haben dafür dann hoffentlich eine Selbstbewusste und weiterhin so wundervolle Tochter.

Die Montessorischule bei uns hat leider keinen Kindergarten und auch so gibt es wohl keinen beibuns. Ich habe jetzt aber mal bei allen möglichen freien Trägern nachgefragt. Dem Montessori Dachverband habe ich auch geschriebe und die haben tatsächlichdirekt mit einer tollen Mail geantwortet. Mein Mann hat mich schon für bekloppt erklärt nachdem ich heute bestimmt 20 Mails verschickt habe.
Ich danke für eure Ratschläge hierzu

Ich kann nur immer wieder schreiben das ich unendlich dankbar für eure Erfahrungen und Ratschläge bin!
Es ist sehr schön und hilft mir si sehr allein eure ganzen Antworten zu lesen. Allein durch euch hab ich schon viel dazu gelernt!


Na ja. um mal bei dem Beispiel mit dem schreiben zu bleiben. Der Großteil der Kinder schreibt vor Schulbeginn den eigenen Namen. Das wars. Und das wird auch erfragt ;). Und das ist nicht besorgniserregend oder so sondern der Normalzustand und entspricht einer normalen Entwicklung.

Wenn ein Kind von SICH aus mit 2 schreibt, dann ist das sehr auffällig. Meine Kleine ist 3,5 die fängt damit grade an und ist auch noch sehr früh dran und fällt damit sehr auf. Ich denke einige Kinder fangen eventuell mit 5 an sich vermehrt für Buchstaben zu interessieren, aber eben nicht die Mehrheit, nicht der Durchschnitt. Und gemessen wird am Durchschnitt...

Wir haben schon vom Kiga zurück gemeldet bekommen, was für eine hohe Auffassungsgabe sie hat und sie deswegen grade viel verarbeiten muss, wodurch sie dann schnell ermüdet (sie hat so um 10 immer ein "Loch").Sie hat noch einige phonetische Fehler beim sprechen (das SCH ist ein S, g und d verwechselt sie oft beim sprechen, aber als Buchstaben nicht :lol: ), sie erkennt überall Buchstaben und Zahlen, puzzelt sehr gut, hat einen sehr großen Wortschatz benutzt Füllwörter oder Fremdwörter, Schachtelsätze, korrekte Grammatik (Zeiten, Pronomen), etc. Für uns "normal", im Vergleich zu anderen Kindern in ihrem Alter fällt unserer Tochter auf. Deine Tochter ist ja noch früher mit allem dran, daher schon SEHR auffällig ;) .
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 20. Sep 2020, 10:14

Dem Kind ist nicht wirklich geholfen, wenn es solche Äußerungen gegen die Oma und Opa von sich geben darf. Da gäbe es bei mir eine klare und feste Ansage, egal im welchen Alter.
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Auguste » So 20. Sep 2020, 11:08

Die "Großeltern-Geschichte" sollte man vielleicht gar nicht "so hoch aufhängen". Die Kleine war sauer, weil die Großeltern die sportliche Leistung gelobt haben und ihre nicht. Das darf sie auch sagen. Sie hat es ja nicht zu den Großeltern gesagt, sondern ihrer Mutter anvertraut. Meine Kinder dürfen mir alles sagen und dann reden wir drüber.

Ich denke einfach, die Großeltern haben es gar nicht wahrgenommen, dass die Kleine da bewusst ein Wort gelegt hat. Sie ist zwei. Bei jedem anderen Kind hält man diese Buchstabenkombination für Zufall oder Wortsalat, bzw. nimmt gar nicht wahr, was da für Buchstaben kleben. Die Großeltern fanden es einfach nicht besonders lobenswert, dass eine Zweijährige es schafft, 3 Buchstabenmagneten auf die Tafel zu pappen ;) Wogegen das andere Kind eine sportliche Leistung zeigte, die lobenswert war.

Dieses Problem wird Euch immer begleiten. Sportler, Musiker, Künstler werden bejubelt und bekommen Applaus. Begabte Menschen sind Streber oder Nerds und werden belächelt.

Du kannst Deinem Kind in solchen Situationen nur vermitteln, dass die Großeltern Dein Kind trotzdem lieb haben und dass man "schlau sein" nicht so einfach sehen kann wie eine tolle Turnübung. Manchmal muss man dann die Großeltern auch mit der Nase drauf stupsen, dass das Kind gerade etwas besonderes getan hat "Die Kleine hat da gerade "OPI" geschrieben, sie hat nur nicht die richtigen Buchstaben gefunden ;)

Wissen die Großeltern denn wie fit Dein Kind ist? Oder glauben sie, dass sie eine "normale" zweijährige vor sich haben? Das Wissen um eine mögliche Begabung kann nämlich durchaus den Blickwinkel verändern (zufälliger Buchstabensalat/bewusst gelegtes Wort) ;)
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Re: suche Rat und Erfahrungen

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 20. Sep 2020, 11:30

Kinder bewerten vieles anders als erwachsene. Daher brauchen sie Erklärungen. Ich habe neulich in Abwesenheit der Eltern ein Dialog zwischen zwei 4-5 jährigen fitten Mädchen gehört, eines davon vermuttlich auch hochbegabt:

Lisa fragt ihre Freundin Tina, ob Tina auch glaube, dass Lisas Mutter Tina mehr liebe als die eigene Tochter? Worauf Tina ganz verdutzt fragt, wie Lisa überhaupt auf die Idee kommt. Lisa habe gehört, wie ihre Mutter zu Tina: "Mein Schatz" sagt, zu ihr sagte sie aber noch nie so was!

Das vor Eifersucht wütende Kind braucht in meinen Augen eine klare Ansage, dass die Großeltern AUCH andere Kinder loben dürfen, was ihre Liebe zu den eigenen Enkeln nicht kleiner macht.
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