Anfängerbuch "Klavier"

Mathematik, Musik, Kunst - alles zu spezieller Hochbegabung

Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon heinerprahm » Do 24. Jan 2013, 15:09

Es gibt ja zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze Kindern Musik und das Spielen von Instrumenten näher zubringen ... ich als Hobby-Musiker, der gerne eigene Musik und Texte komponiert und dafür z.B. eine Gitarre, oder eine Klavier als Begleitinstrument nutzt, vertrete die Meinung, dass es sinnvoll ist eine Instrument spielen zu können, aber eben nur dann, wenn dieses aus einer tiefen intristischen Motivation heraus erfolgt.
Ich kann mich daran erinnern, wie ich als Kind wie ein Besessener immer wieder die gleichen Klavierstücke gespielt habe, bis es technisch so gut war, dass ich meine eigenen Variationen spielen konnte (meine Jazzversion von 'Für Elise' gefällt mir sogar heute noch sehr) und wie ich irgendwann zur Gitarre kam, weil diese einfach zu transportieren ist und gerade in der Rockmusik das Schreiben von eigenen Stücken einfacher macht, als ein Klavier.

Aber all das musste mir zu keinem Zeitpunkt irgendwer sagen, alles was ich gelernt habe, die unzähligen Übungsstunden, Nächte durch mit Schmerzen in den Fingern, all das war alleine meine eigene Sache, Instrumente (ausser dem Klavier, das stand dort) und Materialien habe ich mir selbst gekauft (ich habe hier noch Notenhefte von Queen und The Police u.a., die kosteten damals irrsinnig viel Geld (und da gab es noch kein Internet), ein Notenheft "The Songs of Tracy Chapman von Wise Publications kostete unglaubliche 39,80 DM, damals sehr viel Geld für so einen Jugendlichen...

Mit all dem möchte ich eigentlich nur eines sagen, Musik machen und ein Instrument spielen wollen ist etwas das von Innen kommen muss! Natürlich kann man ein Kind dazu 'zwingen' Noten zu lernen, die Bedienung eines Instrumentes einzutrichtern, um irgendwelchen 'Kram' vom Blatt zu spielen, aber wozu soll das 'gut' sein, wenn dabei keine Freude im Spiel ist und es um reine Pflichterfüllung geht? ... um eine Instrument gut spielen zu können, muss man üben, viel Üben, aber dort muss der Wille zum Üben und das Erreichen eines selbst gesteckten Ziel aus einem selbst heraus kommen...

Wir halten das mit der Musik hier zu Hause so, das einfach alle Instrumente zugänglich sind (also da braucht nicht gefragt werden, da darf jederzeit gespielt werden), wenn Hilfestellung gewünscht ist, wird Hilfestellung gegeben, wenn sie Klavier lernen möchte, dann besorgen wir ein für 3 jährige geeignetes Buch, wenn sie dann für eine Zeit kein Interesse hat, dann auch gut... alles ohne Zwang ... und siehe da, nach 3 Wochen kommt sie um die Ecke, zeigt mit den Fingern und zitiert fehlerfrei aus dem Maus Buch:

Der Daumen ist ein dicker Mann, der tut nicht gern was er nicht kann,
der Zeigefinger hat viel Kraft, weil er am Allermeisten schafft,
und der Dritte sitzt gewöhnlich in der Mitte ..
der Vierte ist ein fauler Wicht, alleine spielen mag er nicht...
und der kleine Finger ist ganz schwach und macht immer ach, ach, ach ...

... und dann ging sie selbstständig an ihr Instrument und bat das geübt wird.

Liebe Grüße
Heiner
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon LiLaLaunebär » Do 24. Jan 2013, 15:31

Ich zwinge ihn ja ebenfalls zu nix. Er will und fragt jeden TAg nach seinen 30 Minuten Pause im Zimmer nach dem Essen nach dem Üben. Er verlangt danach und freut sich drauf. Er ist stolz wie Oskar, wenn er wieder was gelernt hat. Wir sind grad mit dem Üben fertig - er kann nun ziemlich sicher das c,d und e als Note "lesen". Somit hat er soeben ein kleines Stück aus den drei Noten mit unterschiedilchen Längen (also ganze Note, viertel Note etc.) gespielt, dabei brav gezählt und viel Freude dabei entwickelt. Er hat selber gemerkt, wie es von mal zu mal besser wurde. War das erste Mal noch ziemlich abgehackt, weil er überlegen musste welche Hand nun welche Note und wie lange spielt - so war es zum Schluss schon ziemlich gut.
Also: Er hat Freude dabei - er fragt danach also gehe ich davon aus, das er auch wirklich Freude davon hat!
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon heinerprahm » Do 24. Jan 2013, 16:01

LiLaLaunebär hat geschrieben:Ich zwinge ihn ja ebenfalls zu nix. Er will und fragt jeden TAg nach seinen 30 Minuten Pause im Zimmer nach dem Essen nach dem Üben. Er verlangt danach und freut sich drauf. Er ist stolz wie Oskar, wenn er wieder was gelernt hat. Wir sind grad mit dem Üben fertig - er kann nun ziemlich sicher das c,d und e als Note "lesen". Somit hat er soeben ein kleines Stück aus den drei Noten mit unterschiedilchen Längen (also ganze Note, viertel Note etc.) gespielt, dabei brav gezählt und viel Freude dabei entwickelt. Er hat selber gemerkt, wie es von mal zu mal besser wurde. War das erste Mal noch ziemlich abgehackt, weil er überlegen musste welche Hand nun welche Note und wie lange spielt - so war es zum Schluss schon ziemlich gut.
Also: Er hat Freude dabei - er fragt danach also gehe ich davon aus, das er auch wirklich Freude davon hat!


Worauf spielt er denn die gelernten Noten, denn Du hattest weiter oben geschrieben " wir haben kein Klavier zu hause" ? ... und um das ganz klar zu sagen, ich wollte Dich, aber auch die anderen nicht irgendwie angreifen, man kann das was ich schreibe auf völlig anderes sehen, aber wie jetzt hier, mir leuchtet der Weg nicht ein, wie soll jemand ein tiefes Interesse und ein inniges Verhältnis zu einem Instrument entwickeln, wenn dieses praktisch nicht zur Verfügung steht (oder eben nur für, wie in diesem Falle, zu wenige Minuten)?

... so wie Du das schreibst, denke ich auch, dass ihm das Freude bereitet und das ist ja auch sehr gut, aber irgendwann kommt der Moment, wo man sich auch schon als junges Kind entscheidet, ob man 'seine Musik' und 'sein Instrument' als Hobby annimmt und dort auch die knappe Zeit investiert, oder eben nicht ... aber wie soll das gehen, wenn es eben nicht um die eigenen Sachen geht, sondern es nur eine weitere fremd gestaltete Ereignisinsel ist? ... ab mich bitte insgesamt nicht falsch verstehen, ich möchte mit meinen Worten wirklich nur ein paar meiner Gedanken und Erlebnisse einbringen und erhebe keinen Anspruch auf irgendwelche 'Wahrheiten'!
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon LiLaLaunebär » Do 24. Jan 2013, 16:13

Er spielt auf einem Keyboard (Übergansweise)
Er kann (und tut es auch) immer damit spielen wenn er will... nicht nur in der halben/dreiviertel Stunde wo ich mit ihm übe. Er setzt sich immer mal wieder dran und übt das vorher erlernte!

Ob er dafür später seine Freizeit "opfern" will - weiss ich natürlich nicht. Woher auch. Es macht ihm momentan Spass - er spielt gern und oft - daher werde ich ihn dabei unterstützen. Wird er in 3 oder wieviel JAhren auch immer merken, das er das liebe rnicht mehr möchte - ist das auch ok.

Momentan geht es mir darum, ihn kopftechnisch zu fordern - das ist MEIN Ziel. Er hat Freude am Spielen - das ist auch gut so

Ach ja, ich fühle mich nicht angegriffen =)

Aber: Ich kann ja nicht, weil er sagt, er will Klavier spielen SOFORT los und ein KLavier kaufen. Deswegen muss(te) für die Anfangszeit eben das Keyboard herhalten. Ein Klavier ist ja auch nicht "mal eben" gekauft wie ein Pullover =)
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon heinerprahm » Do 24. Jan 2013, 16:29

LiLaLaunebär hat geschrieben:Aber: Ich kann ja nicht, weil er sagt, er will Klavier spielen SOFORT los und ein KLavier kaufen. Deswegen muss(te) für die Anfangszeit eben das Keyboard herhalten. Ein Klavier ist ja auch nicht "mal eben" gekauft wie ein Pullover =)


... das mit dem Keyboard hatte ich nicht gelesen ... aber das ist doch super, wenn es dann noch eines mit brauchbarer Anschlagdynamik ist, dann kann man damit doch prima üben (auch wenn andere das anderes sehen mögen, aber es gibt hervorragende Keyboards, die in der Spielbarkeit und vor allem im Klang auch guten Klavieren nicht nachstehen), dann reicht es aus meiner Sicht auch völlig aus, da zusätzlich noch Unterricht auf einem echten Klavier zu haben, das finde ich ist ein guter Weg!

Liebe Grüße
Heiner
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon Fredericke » Do 24. Jan 2013, 16:31

Hallo,

wir handhaben das mit den Instrumenten genauso wie heinerprahm. Außer meinem Saxophon und das Chello vom Papa sind alle anderen Instrument frei zugänglich und können jederzeit von allen benutzt werden. Sie dürfen auch schon mal am Chello spielen, aber auf Grund der Größe und des Gewichtes geht das nur mit einem Erwachsenen. Saxophon darf auch probiert werden, aber auch hier muss ein Erwachsener dabei sein, da das Instrument für ein fünfjähriges und dreijähriges Kind zu schwer ist.
Wie heinerprahm habe ich mir in meiner Kindheit erste Flöte und als ich dann etwas älter war Saxophon beigebracht, jedoch beim Saxophonspielen habe ich bemerkt, das ich um weiterkommen zu können einen Lehrer brauche. Das wurde von seitens meiner Eltern damals auch voll unterstützt, auch heute noch liebe ich mein Instrument sehr. Ich bin auch der Meinung das es eine intinsische Motivation sein muss, die einen bewegt ein Instrument zu erlernen. Der Erfolg ist dann ein anderer.

Heinerprahm kannst du eine klavierschule für dreijährige empfehlen?

Vg fredericke
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon heinerprahm » Do 24. Jan 2013, 16:46

Fredericke hat geschrieben:
Heinerprahm kannst du eine klavierschule für dreijährige empfehlen?

Vg fredericke



Wie gesagt, wir machen das derzeit, seit sie 3 1/2 ist (sie wird jetzt 4), mit den beiden Mausbüchern, das erste funktioniert beim ersten Band ohne Noten, diese sind im Begleitheft dabei, also alles kann richtig gespielt werden und das macht ihr richtig viel Spass ... die Fingerübungen kann sie bereits sehr gut und auch ein paar Melodien gehen schon ganz gut.

viewtopic.php?f=27&t=3215#p21493

... was sie gar nicht mag, wenn man ihr 'vorspielt', also ich darf natürlich selbst spielen, aber eben nicht während und um die Zeit herum, wenn sie üben möchte, auch das Vorspielen der Übungen aus dem Buch möchte sie nicht, ich darf z.B. nur auf die Tasten zeigen, aber sie nicht anfassen :fahne: ...

Liebe Grüße
Heiner
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Re: Anfängerbuch "Klavier"

Beitragvon alibaba » Fr 25. Jan 2013, 09:32

Das was Heiner mit der eigenen Motivation geschrieben hat, das finde ich ganz wichtig. Jedoch bin ich überzeugt das man nicht lange bei einem Instrument bleibt wenn man es nicht selber will. ;) Meine Kinder könnte ich nie zum spielen zwingen. Wenn die keine Lust haben klingt ihr Spiel nämlich genauso wie die Lust die sie im Moment spüren. :schwitz: Generell tu ich mich auch schwer hier einzuordnen ob ein Kind gezwungen wird und dann schon 3 Jahre spielt. Kann man ein Kind 3 Jahre lang zwingen ohne das es das selber will? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Aber anders als bei meinen Vorschreibern sind bei uns nicht alle Instrumente zugänglich. Dazu sind sie einfach zu teuer. Vor einem viertel Jahr fiel der Tochter die Geige beim üben aus der Hand.....wir haben damit heute noch Probleme.....das ist einfach nicht lustig.

Ein Instrument ausprobieren durften meine Kinder am Ende der musikalischen Früherziehung. Da war das letzte halbe Jahr Vorstellzeit. Da die Lehrerin nicht alle Instrumente selber spielen konnte, spielte meine Kleine dann auf Ihrer Geige vor. Und bei uns gibt es Instrumententage der Musikschule. Hier kann man unter Aufsicht der Lehrer und Prüfung der Eignung viele Instrumente einfach ausprobieren.

Ich bin überzeugt das ein Kind zeigt welches Instrument ihm liegt. So sagte mein Sohn er wolle Kontrabass spielen, er verblieb trotz Überredungskunst meinerseits hartnäckig dabei. Und er wird als großes Talent vom Musiklehrer bezeichnet. Es liegt ihm einfach. Das Selbe galt für die Tochter. Nach wie vor fasziniert sie das Geigenspiel, vor allem bei Anderen. Das man dafür natürlich hart arbeiten muss, das ist den kleinen Würmern noch nicht so klar. ;)

VLG
alibaba
 

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