Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Eltern
haben Kluge Kinder auch Kluge Eltern? Alles zu Hochbegabung bei Erwachsenen

Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon alibaba » Di 15. Sep 2009, 09:54

Alex+Co. hat geschrieben: Naja, sehr selbstbewußt und zielstrebig isser schon mal, oder spricht man bei kleinen Kindern da eher von "Trotz" oder "Bock" :schwitz: :lol:


Hallo Alex,

ich denke, das kommt auf die Sicht drauf an. Wenn ich selber gestresst bin, fällt mir das positive Denken wesentlich schwerer als wenn ich ausgeglichener bin. Unter der Woche gelingt mir das also besser, da wir einen struckturierten Plan haben, als am WE. Da kann es dann schon passieren, wenn meine Beiden ständig etwas von mir wollen, das ich langsam aber sicher an die Grenzen meines Selbst stoße und dann einen Zornanfall (weil ich eben nur ein Buch nach dem anderen lesen kann und nicht zwei gleichzeitig) als "Trotz" oder "Bock" empfinde. Und da ist es mir auch gleich, was für Begabungen meine Kinder haben.

Da ich hier alles alleine unter einen Hut bringen muss, Job, Kinder, Haushalt und das vom aufstehen bis zum ins Bett gehen, ist auch mein Energieakku nur begrenzt geladen. Nebenbei angagiere ich mich auch noch in diversen Einrichtungen, weil ich nicht ein Selbst meiner Kinder sein möchte, sondern meine Lebenszeit ja auch begrenzt ist. Oma und Opa stehen mir auch nicht zur Seite.

Also, alles eine Sichtweise, gell? :schwitz:

Liebe Grüße
alibaba
 

Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Winnie » So 17. Jan 2010, 02:13

Also, zu dem Thema muss ich zwei Sachen erklären, und zwar erstens, dass meine Schwester lernbehindert ist und genau aus dem Grund meine Familie froh war, dass ich mich überhaupt normal entwickelt habe. Und zweitens, dass ich als Mädchen natürlich gelernt habe, dass man bei Jungs nicht besonders gut ankommt, wenn man seine Intelligenz zeigt. Und außerdem habe ich zum Abi hin immer mehr die Konkurrenz mit meinen Freundinnen gefürchtet und mich nur so viel angestrengt, dass ich die Erwartungen erfüllt habe. Ich weiß es noch genau, dass ich mir in der 10. Klasse mal eine 5 in Physik geleistet habe, die ich dann auch auf dem Zeugnis bekam. Ich weiß noch, dass meine beste Freundin und meine Mutter bei der Zeugniskonferenz anwesend waren. Es ging um die Versetzung in die 11. Klasse. Mein Klassenlehrer hat mein Zeugnis so durchgewunken, bis einer der Lehrer meinte "Moment mal, sie hat doch eine 5, sollten wir da nicht drüber diskutieren?" Und mein Lehrer sagte: "Ach, das übersehen wir jetzt einfach mal." Und das wurde dann einstimmig so beschlossen.
Ich weiß noch, dass wir uns mal mit unserer Klassenlehrerin in der 9. Klasse darüber unterhalten haben, wie sie uns so einschätzt. Sie durfte ihre Meinung offen sagen, weil sie nach diesem Jahr in eine andere Stadt wechseln wollte und uns sowieso nicht mehr benoten würde. Zu mir hat sie gesagt, dass sie mir sogar ein ziemlich gutes Abi zutrauen würde. Das war mir damals sehr, sehr peinlich und es hing mir lange nach. Ich weiß, dass sie mich mochte, weil ich auch bei ihr auf 1 stand. Zu dieser Zeit haben wir andauernd Gedichtsinterpretationen und sowas gemacht und das konnte ich ziemlich gut. Und ich musste jedesmal bei der Besprechung der Klassenarbeiten meinen Aufsatz vorlesen. Da war ich vielleicht 14 und habe total darunter gelitten. Einmal in der 9. Klasse habe ich mich in jemanden verliebt, der sitzengeblieben und zu uns in die Klasse gekommen war. Ein paar Tage nach der Klassenarbeit bin ich zu meiner Lehrerin hingegangen und habe sie angebettelt, ob sie dieses Mal jemanden anders vorlesen lassen kann. Das war eine total schreckliche Zeit, danach gab es auch ein Elterngespräch mit meiner Mutter. Zudem war sie ja auch noch Elternsprecherin und ich hatte Angst, dass vielleicht alle sagen, dass ich die guten Noten nur bekommen habe, weil meine Mutter ständig im Lehrerzimmer zu Gast ist.
In Latein war ich auch auf 1, meine beste Freundin war eigentlich auf 5, aber bekam wegen ihrer Bemühungen noch eine 4 mit einem gaaaaaaanz langen Minus. Jedesmal, wenn nach der Arbeit der Notenspiegel angeschrieben wurde und es eine oder zwei Einsen gab, riefen alle meinen Namen im Chor... :roll: Ich habe dann immer meine Arbeit entgegengenommen und erstmal unter meinen Block gelegt (oder ehrlich gesagt: versteckt). Dann wurde ja die Arbeit besprochen und ich musste sie dann wieder hervorholen. Ich habe dann immer so meinen Arm davorgelegt, aber einmal (das werde ich niemals vergessen und ich könnte mich heute noch einnässen deswegen) sah meine Freundin auf die letzte Seite meiner Arbeit und schrie mich geradezu an: "Du hast nicht im Ernst 0 Fehler!! Du A***, das kannst du nicht bringen!!!" In diesem Augenblick wäre ich am liebsten gestorben. Ich meine, im Nachhinein verstehe ich natürlich ihre heftige Reaktion. Sie hatte eine 6 und 43 Fehler und hatte sich ein bisschen über sich selber geärgert.
Nach der 11. Klasse habe ich deswegen Latein aufgehört, weil ich das nicht mehr aushalten konnte. Ich habe leider niemals das große Latinum bekommen.

Im Nachhinein denke ich, wenn ich meine Tochter so ansehe, dass mir ihre Verweigerungshaltung sehr vertraut vorkommt. Es gibt sehr viele Beispiele, aber es war sehr auffällig, dass ich zu allen drei schriftlichen Abiprüfungen 10 Minuten zu spät gekommen bin (ich meinte damals, ich hätte verschlafen, mein Lehrer meinte aber, das sei ein Statement und er wüsste, was mit mir los ist, wollte es mir aber nicht sagen). In der dritten Prüfung (Mathe) bin ich nach der Hälfte der Zeit rausgegangen und habe unter meine Arbeit geschrieben "So, das müsste reichen!" In meinem Haupt-Leistungskurs musste ich in die mündliche Nachprüfung, weil mein Prüfungsergebnis 11 Punkte vom Durchschnitt im Unterricht abgewichen war. In der mündlichen Prüfung in Geschichte sollte ich über die Weimarer Republik referieren. Ich weiß nur noch, dass mein Lehrer mir die Frage stellte: "Was war denn an dem 1. Weltkrieg so schlimm?" Ich habe ihn minutenlang angesehen und dann gesagt: "Ich weiß nicht, was sie von mir wollen." Er versuchte es noch anders, aber ich hatte keine Ahnung, worauf er hinaus wollte und konnte nichts anworten. Und dann hat er umgeschwenkt und was zum Parteiensystem gefragt, da habe ich den Faden wiedergefunden. Später meinte er, er wollte mir den Einstieg so einfach wie möglich machen und die Antwort sollte sein, dass so extrem viele Menschen gestorben sind durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen, die erst durch die Industrialisierung entstanden sind. Am Schluss bin ich dann mit 7 Punkten rausgegangen, wobei er sagte, der erste Teil waren 0 Punkte und den Rest kann man sich dann ja denken.

Das Gleiche ist mir bei der mündlichen Prüfung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten passiert. Ich wurde wurde gefragt, womit man anfängt, wenn man etwas pfänden will. Da war bei mir auch Wüste im Kopf. Ich war dann aber so mutig und habe ihn um einen Tipp gebeten, aber es half alles nichts. Ich kam nicht weiter. Dann gab er mir die Antwort: "Zu allererst macht man eine Forderungsaufstellung." :roll:
Das war für mich so, als wenn die Antwort lauten würde: Zuerst macht man den PC an (oder das Licht). Am Ende hatte ich dann 91%. Mein Klassenlehrer, der ja auch Prüfer war, meinte nur: "Was war denn das? Wollten sie uns blamieren? Das war doch ein Geschenk!" :oops: Naja, wenigstens habe ich bei der Freisprechung (Abschlussfeier und Übergabe der Fachangestellten-Briefe einen Buchpreis bekommen, weil ich irgendwo mit bei den besten war. Meine Mitazubine war durchgefallen, deshalb hatte ich null Interesse, im Betrieb über meine Prüfung zu reden.)

Da ich jetzt ja so viel von Schule geschrieben habe, wollte ich euch auch verraten, dass ich ein Abi von 2,8 habe. Da war für mich eindeutig, dass ich ganz normal und durchschnittlich begabt bin. Wie man sieht, bin ich ja eher sowas wie ein Minderleister, denn ich habe mein Studium (Jura, Politik und Sozialwissenschaften) abbrechen müssen, weil es für mich irgendwann keinen Sinn mehr ergeben hat. Für mich hat es dann eben nur zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gereicht. Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Seit 4 Jahren bin ich ja nunmehr mit Leib und Seele Hausfrau und Mutter.

Dass ich immer noch solche Probleme habe, merkt man daran, dass ich bisher mit meinen Freundinnen noch nicht über meinen Verdacht (dass A. evtl. weit überdurchschnittlich intelligent sein könnte) sprechen konnte. Ich bringe das nicht über die Lippen, weil ich Angst habe, dass meine Freunde mich dann hassen und nicht mehr wollen, dass ihre Kinder mit A. spielen. Das ist eine ganz fixe Idee von mir und bei dem Gedanken daran, beschleunigst sich mein Puls und ich spüre die Panik in mir hinaufkriechen.

Mit meiner Schwester habe ich schon darüber gesprochen und die geht damit ganz locker um. Sie hat nur gesagt, sie hofft, dass A. gut durch die Schule kommt und genügend Freunde findet. Ein oder zwei reichen ja schon.
Meine Mutter geht "selbstverständlich" davon aus, dass ich überdurchschnittlich intelligent bin, aber sie ist total dagegen, irgendeine Art von Test zu machen. Sie hat mich so erzogen nach dem Motto "Du darfst alles werden, was du willst, aber vielleicht nicht unbedingt Neonazi oder Massenmörder." :lol:
Meine Mutter hat da selbst auch so ihre Erfahrungen, denn sie war in ihrem Studium so herausragend, dass sie eine Begabtenförderung erhalten hat. Außerdem hat sie dann noch mit Auszeichnung promoviert. Und hatte auch Spaß dabei. Seitdem ist sie mit ihrem beiden Doktorvätern auch noch privat befreundet. Jetzt schon seit bald 20 jahren. Die Töchter ihres einen Doktorvaters sind beide hochbegabt und die haben auch nur Probleme in der Schule und leiden an diversen psychosomatischen Krankheiten (Bauchschmerzen, Migräne,...) und habe heftig Neurodermitis. Also, beneidet habe ich die beiden nie, das könnt ihr mir glauben.

Wenn ich das mal zusammenfassen darf, glaube ich, dass ich in anderen Gedankenwelten lebe, als viele andere Menschen, und ich kenne das Phänomen, dass mir Wissen einfach zufällt, ohne dass ich etwas dafür tun muss. Manchmal denke ich, ich bin auf jeden Fall die Schlaueste im Raum, aber das muss ja nicht unbedingt heißen, dass ich hochbegabt bin. ;)
"Entschuldigung, ich habe nur kurz fantasiert." meine große Tochter, 4 Jahre alt (inzwischen 9 geworden)
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Winnie » So 17. Jan 2010, 02:15

Oh Mann, entschuldigt bitte, dass meine Beiträge immer so lang werden. Ihr könnt es ja häppchenweise lesen und zwischendurch mal einen Kaffeetrinken gehen... :oops:
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Eichhörnchen » So 17. Jan 2010, 18:26

Hallo ihr Alle,

jetzt dacht ich mir, das auch ich mich mal wieder melde und auch meine Erfahrung hier preisgebe.

Wie hier manche schon wissen, bin ich auch ein Kind des Ostens. Ich bin gut durch meine Schulzeit gekommen. Ohne jeden Aufwand, 2en waren da völlig i.O. Ich wollte nie mehr. In Mathe hab ich in der 9. Kl. die Prüfungsvorbereitungen für meinen größeren Bruder gemacht und hätte sicher da auch schon die Prüfung selbst machen können. Aber so was gab es ja nicht. Meine Kl.-Lehrerin (sie gab Mathe) war seeeeeehr streng und hat von uns ziemlich viel verlangt. Ich war stets als erste fertig. Einmal gab sie mir zähneknirschend eine Arbeit zurück mit den Worten: "Eine 1! Und ich weiß, das du nicccccchts gemacht hast!!" Der Ärger darüber war richtig zu hören. Sie hat mir immer bescheinigt, das ich locker mit Auszeichnung abschließen könnte. Aber das hat mich überhaupt nicht interessiert. Mit Gut ist doch auch in Ordnung. Aber so richtig an lange Weile kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht hab ich dann die Zeit ja auch immer anders genutzt?

In meiner Freizeit musste dann aber immer was los sein. So stöhnte zumindest meine Mutter. Ich ging in die Musikschule (hab Geige gelernt), zur Kurrende, Junge Gemeinde, Geräteturnen, Reiten und zwischendurch auch Volleyball.

Ich bin dann vor ein paar Jahren fast aus allen Wolken gefallen, als mir eine Freundin sagte, das sie mich schon für ziemlich schlau hält, und das eine weitere Freundin von uns auch sehr schlau wäre, diese sich aber alles hart erlernt habe.
Bis dahin war es für mich gar nicht real, das es wirklich Leute gab, die gelernt haben. Ich kannte das von mir, wie gesagt, überhaupt nicht. Ich habe auch für die Abschlußprüfungen nicht gelernt.

Als der Verdacht bei unserem Jüngsten aufkam, hab ich mich dann mal genauer dazu belesen. Ich hab dann auch mal einen Test gemacht, der mir einen IQ von 146 bescheinigte.

Im Nachhinein muss ich meiner Lehrerin also voll Recht geben. Sie hat wahrscheinlich immer geahnt, was in mir steckt. Bloß mir war es Wurscht.

LG Eichhörnchen
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Gast » Mo 22. Feb 2010, 16:54

Bin hier nicht angemeldet, aber in diesen Beiträgen finde ich mich überall wieder. Auch wenn ich nicht aus der Ex-DDR stamme. ;-)

Leider ist mir auch erst mit 41 ein Licht aufgegangen, als mein Älterer im Kindergarten „entdeckt“ wurde. Beim Lesen der ganzen Merkmale wurde mir so langsam klar, was eigentlich nicht nur mit ihm, sondern auch mit mir los ist. Daraufhin habe ich mehrere Tests im Internet gemacht, jedes Mal mit einem sehr hohen Wert. Sohnemann wurde getestet und ist hb, Sohnemann Nr. 2 drei Jahre später auch. Und ich habe inzwischen einen Test bei Mensa gemacht, der mir bestätigt hat, was ich vermutet habe.

Leider haben meine Eltern, die ihm Nachhinein sagen, sie hätten schon immer gewusst, dass ich außerordentlich begabt sei, mir nie was davon gesagt, oder mich in irgendeiner Weise besonders gelobt. Vielmehr hörte ich stets, dass ich es sowieso nicht schaffen würde, und gar nichts richtig machen würde. Das nagt noch immer an mir und war total schlecht für mein Selbstbewusstsein. Ich versuche, es bei meinen Kindern ganz anders zu machen. Habe ihnen erzählt, was für ein großes Geschenk sie bekommen hätten, und dass sie im Gegensatz zu den anderen, viel mehr Möglichkeiten hätten, und diese nutzen sollten. Was ist? Sie sind ganz besonders schlecht in der Schule. Nach Überspringen und Eintritt ins Gymnasium mit 1,2 oder so was, steht mein Älterer in der 9. Klasse (mit 13) auf einer 4 Komma noch was, der Kleine kam mit 2,3 ins Gymnasium und nun heißt es Versetzung gefährdet.

Ich erinnere mich, in der Schule öfter mal absichtlich Fehler in meine Schulaufgaben eingebaut zu haben, weil ich nicht als Streber dastehen wollte. Bei meinen Kindern ist es wohl eher keine Absicht, aber es ist Absicht, nichts zu lernen, und sich nicht vorzubereiten. Beide suchen sich insbesondere Kinder als Freunde heraus, die besonders schlecht in der Schule sind. Der Große hat letztes Jahr versucht, durchzufallen, weil sein Freund durchfiel. Auch ich habe mich im Leben sehr häufig mit Leuten umgeben, die deutlich weniger konnten als ich und dadurch bei den anderen unten durch waren. Da ich mich immer als Alien fühlte, hatte ich wenigstens bei ihnen ein Gefühl, dass wir dann beide Aliens seien.

Inzwischen weiß ich, dass ich für eine Hochbegabte ganz normal bin. Aber mit den anderen kam ich nie richtig klar. Es gab immer seltsame Missverständnisse. Wir redeten so oft aneinander vorbei. Dann gab es Streit. Eine Woche später kamen die Leute dann mit derselben Lösung für irgendwas an, die ich damals schon spontan vorgeschlagen hatte. Aber diese Gedankensprünge haben mich wohl immer sehr suspekt gemacht. Und ich habe andererseits nie verstanden, dass man den anderen jeden winzigen Schritt immer erklären muss. Das hat mich oft sehr geärgert, und ich habe einige Beziehungen deswegen abgebrochen, weil ich es nicht ertragen konnte.

Nun hoffe ich einfach, dass meine Kinder es doch irgendwann mal einsehen, dass sie nicht für mich lernen, weil ich das gut finde, sondern selber was davon haben. Nicht dass wir das noch nie besprochen hätten… Seufz. Aber auch ich habe nie hören wollen, wenn einer mir sagte, das musst Du so und so machen. Ich musste immer selber auf die Nase fallen. Das vererbt sich wohl…
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Tekumtah » Sa 10. Jul 2010, 14:54

Ich habe immer noch das Problem, das ich mit meinen gedanken wo anders bin, sehr schnell Grundlegendes auffassen kann und das gefühl habe, ziemlich allein zu sein, auf dieser Welt.

ich hatte große Schulprobleme, erst in der Grundschule totale Langeweile und später durch familiäre Probleme den totalen Abstieg. Und dann auch eine leichte Rechtschreibeschwäche, die mir dann fast das Genick brach (ich soll mehr lesen--> noch mehr????)
Tests, die ich in all den Jahren zur allgemeinen Belustigung gemacht habe, lagn zwischen 127 (sprachlicher Bereich) und 147 (mathematischer Bereich)

deshalb betrachte ich das Verhalten meiner Tochter mit Sorge, denn 5 Jährige Freundinnen verstehen noch nicht, wenn sie fragt, wie die letzte Zahl im Universum heißt...
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon laurina » Do 16. Jul 2015, 11:31

Dieser Thread wird zwar schon seit Jahren nicht mehr genutzt, aber da er genau für das passt, was ich mal loswerden wollte, schreibe ich jetzt einfach hier :)

Ich habe beim Nachlesen zum Thema HB wegen meiner Kinder sehr viel aus meiner Kindheit wiedererkannt ...:

Ich habe mir vor der Einschulung selbstständig das Lesen beigebracht,
habe in der Grundschule bereits "Romane" geschrieben und eigene Hörspiele ausgedacht und aufgenommen,
habe mich als Kind intensiv mit Dingen beschäftigt, die Gleichaltrige nicht interessierten (Biologie, Film und Schlager der 50er und 60er Jahre)
habe von Briefmarken über Filmprogramme, Muscheln und natürlich Bücher alles gesammelt, was ich interessant fand,
ich hatte in der ersten Klasse die typische Bemerkung, ich müsste meine klugscheißerische Art besser kontrollieren und kameradschaftlicher sein, im Zeugnis (die ich jetzt bei meinen Kinder wieder lesen durfte ;) )
ich war in meiner gesamten Schulzeit Außenseiterin, die man nicht zu Partys einlud (welche ich ohnehin doof fand, aber trotzdem traurig war ...) und als Streberin beschimpfte, ohne sie wirklich zu kennen,
ich habe trotz wenig Lernaufwand in der Schule und im Studium immer zu den Spitzenachievern gehört (wobei ich nach meinen Erfahrungen in der Schule an der Uni alles daran gesetzt habe, dass auf keinen Fall jemand erfährt, dass ich ein Begabtenstipendium erhalte ...)

Ob ich nun nach IQ-Punkten HB war, wurde nie getestet; ich wusste immer nur, dass ich anders war.
Manchmal leide ich heute auch noch darunter, dass ich eigentlich überall quasi "mein Licht unter den Scheffel" stellen muss, wenn ich mich nicht unbeliebt machen möchte.
Andererseits denke ich nicht, dass in meinem Leben irgendetwas anders gelaufen wäre, wenn ich als Kind den Stempel "hochbegabt" gehabt hätte.

Und jetzt kommt das Interessante:
Bei diesen Intelligenztests von Mensa etc., wo man Matritzenreihen etc. sinnvoll fortsetzen muss, versage ich kläglich, da ich an der Zeitvorgabe scheitere ...
Insofern bin ich vermutlich nicht wirklich hb, sondern habe nur ein phänomenales Gedächtnis, optimierte Lerntechniken, einen ausgeprägten Ehrgeiz und eine hohe sprachliche Intelligenz.
Aber wie man es nennt, ist ja ohnehin egal, solange man im Leben damit glücklich werden kann ;)
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Antwort

Beitragvon Rabaukenmama » Do 16. Jul 2015, 13:28

laurina hat geschrieben:Ob ich nun nach IQ-Punkten HB war, wurde nie getestet; ich wusste immer nur, dass ich anders war.
Manchmal leide ich heute auch noch darunter, dass ich eigentlich überall quasi "mein Licht unter den Scheffel" stellen muss, wenn ich mich nicht unbeliebt machen möchte.
Andererseits denke ich nicht, dass in meinem Leben irgendetwas anders gelaufen wäre, wenn ich als Kind den Stempel "hochbegabt" gehabt hätte.


Ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber der Stempel "hochbegabt" wird heute ganz anders bewertet als z.B. in meiner Kindheit. Bei mir kam die Hochbegabung beim Einschulungstest quasi "offiziell" heraus. Stempel (nur symbolisch natürlich) hatte ich deswegen keinen, man dachte irgendwie anscheinend dass sich das schon noch auswächst.

Der IQ verändert sich übrigens kaum. Das, was die Unterschiede zwischen mehreren Testungen ausmacht, sind Testverfahren (es gibt ja nicht nur einen standardisierten IQ-Test) und Tagesverfassung.
laurina hat geschrieben:Und jetzt kommt das Interessante:
Bei diesen Intelligenztests von Mensa etc., wo man Matritzenreihen etc. sinnvoll fortsetzen muss, versage ich kläglich, da ich an der Zeitvorgabe scheitere ...
Insofern bin ich vermutlich nicht wirklich hb, sondern habe nur ein phänomenales Gedächtnis, optimierte Lerntechniken, einen ausgeprägten Ehrgeiz und eine hohe sprachliche Intelligenz.
Aber wie man es nennt, ist ja ohnehin egal, solange man im Leben damit glücklich werden kann ;)


Das (den letzten Satz) sehe ich genauso.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon charlotte12 » Do 30. Jun 2016, 02:32

Ja, ich finde mich dabei gerade selbst wieder. Hab beim intensiven Aufräumen einen alten Eignungstest von mir wiedergefunden, gelesen und - bin dabei mehrfach über das Wort "hochbegabt" gestolpert. Ich hatte das komplett verdrängt bzw. damals nicht ernst genommen, nicht geglaubt. Mein Selbstwertgefühl war ziemlich am Boden damals. Trotzdem irritiert mich gerade ziemlich, dass ich das einfach vergessen habe.
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