Seltsames Verhalten in Mathematik

mein Kind verhält sich anders als die anderen - ist es hochbegabt?

Seltsames Verhalten in Mathematik

Beitragvon Papadonkey » Fr 2. Nov 2018, 22:39

Hallo Zusammen,

Ich weiß nicht, ob ich im richtigen Unterforum bin, aber da hier auch stand "Mein Kind verhält sich anders" pack ich meine Frage mal hier rein.

Ich bin Alleinerziehend, meine Tochter ist zehn und in der vierten Klasse.
Seit sie in der Schule ist, kommt sie mit Mathe nicht zurecht.
Da sie aufgrund einer ziemlich üblen Trennung von mir und ihrer Mutter auch ein gewaltiges Päckchen im emotionalen Bereich zu tragen hat, wurde sie in der zweiten und dritten Klasse auch von einer Psychologin betreut.

Unter anderem wurde auch ein Hawik IV Test von einem Psychiater durchgeführt, allerdings nicht aus besonderem Anlass, sondern weil es angeboten wurde.
Die Ergebnisse waren ein Gesamt-IQ von 118.

Sie wurde auch auf Dyskalkulie usw getestet, alles negativ.
Das wurde deshalb gemacht, weil sie sich in Mathe immer sehr schwer getan hat, ja Mathe sogar regelrecht ablehnt.

Jetzt hat sie in der vierten eine Lehrerin bekommen, mit der sie überhaupt nicht klar kommt und verweigert Mathe erst recht, was dazu geführt hat, dass ich jetzt mit ihr immer zu Hause übe und den "Ersatzlehrer" spiele.
Soll man nicht, weiß ich, aber mit der Lehrerin, oder gar ihrem Direktor brauche ich nicht reden, die blocken alles ab, was von außen kommt.

Aber auch bei mir geht es da an die Grenzen der Belastbarkeit.
Sie verweigert Mathe einfach. Sie will es einfach nicht. Basta!

Jetzt habe ich ihr Aufgaben aus einem Portal runtergeladen, bei denen es um teilschriftliches Dividieren geht.
(Das sind die gleichen Aufgabenblätter, die auch ihre Lehrerin verwendet, wie ich inzwischen festgestellt habe...)

Sie wehrte sich im wahrsten Sinne des Wortes, mit Händen und Füßen die Aufgaben zu machen.
Schließlich sagt sie mir, ich solle sie in Ruhe lassen, sie würde das schon noch erledigen.

Eine halbe Stunde später sagte sie mir, sie sei fertig.
Die Aufgaben war aber nicht "gerechnet", sondern nur Ergebnisse hingeschrieben worden.

Ich war auf 180, da ich dachte, sie hätte wieder irgendwas hingeschrieben, damit ich Ruhe geben würde.
Dann habe ich mir die Ergebnisse angesehen und wurde stutzig.
Alle Ergebnisse waren richtig.

Also musste sie einen Taschenrechner benutzt haben, anders konnte ich mir das nicht erklären.
Das führte wieder zu Streit und einer "Zimmerdurchsuchung" (Ich weiß, ich bin ein Rabenvater :( :( )
Es war nichts zu finden.

Also setzte ich mich wieder mit ihr hin und bat sie, mir zu erklären, wie sie die Aufgaben rechnet.
Sie weiß es nicht!
Sie würde anfangen im Kopf zu rechnen, dann würde ihr plötzlich das Ergebnis "einfallen" und sie schreibt es auf.

Gibt es so etwas?
Oder "flunkert" sie mich an.
Ich bin im Moment etwas ratlos

Ich habe vor, ihr noch einmal so ein Aufgabenblatt zu geben und es sie rechnen zu lassen.
Und zwar so, dass ich 100% sicher bin, dass wirklich keine Hilfsmittel im Spiel sind.

Aber was, wenn es wirklich so ist?
In der Schule würde so etwas nie akzeptiert, da ja ein Lösungsweg aufgezeigt werden muss.

Hat jemand schon einmal etwas ähnliches erlebt?

Grüße
Michael
Papadonkey
 
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Re: Seltsames Verhalten in Mathematik

Beitragvon charlotte12 » Sa 3. Nov 2018, 20:03

Meine Tochter hat(te) das speziell in Mathe in Klasse 2 oft, dass sie mathematische Dinge nicht verstand, Mathe intensivst ablehnte. Dann wieder urplötzlich in kürzester Zeit Hausis richtig machte ohne mir hinterher sagen zu können, wie sie auf das Ergebnis gekommen war. Und hinterher konnte sie es dann glaubhaft nicht mehr. Schrieb 1er bei Aufgaben, die sie bei den Hausis nicht gekonnt und auch nie gelernt hatte. Ich habe auch schon bei "Dyskalkulie" gegoogelt, Bücher zur Förderung bei Dyskalkulie ausgeliehen. Ohne Erfolg, das passte alles nicht, dieser Wechsel zwischen Können und Blockieren wurde nirgends beschrieben. Ich habe auch Ersatzlehrer gespielt, habe mit ihr gegen jeden pädagogischen Rat Stoff vorausgelernt, weil sie dazu Lust hatte und den Stoff dann auch in kürzester Zeit begriff. Wenn ich wartete, bis der Stoff dran war, war es nicht mehr möglich, ihr die Dinge beizubringen, weil sie dann massivst verweigerte, regelrecht würgte, wenn sie Mathe machen musste. Immer wieder hatte ich auch den Effekt, dass sie Stoff bei mir zu Hause beim Vorlernen sofort kapierte und konnte, denselben Stoff jedoch nachdem es im Unterricht behandelt worden war, nicht mehr kapierte. Glaubhaft und anhaltend. Einmal war sie selbst ganz verblüfft, als ich ihr die richtig gerechneten Blätter vom Vorlernen vorhielt und konnte es dann plötzlich wieder. Seit einem Lehrerwechsel ist speziell dieses Problem schlagartig verschwunden, hoffentlich hält es an.
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Re: Seltsames Verhalten in Mathematik

Beitragvon Koschka » Sa 3. Nov 2018, 21:14

Grundsätzlich kann man schon unglaubliche Dinge im Kopf rechnen. Jedoch fallen solche Kinder in der Regel als Wunderkinder schon in sehr jungen Jahren auf. Ich halte es nicht für unmöglich, aber für unwahrscheinlich dass deine Tochter die Aufgaben ohne Hilfe hinbekommen hat. Ich weiß nicht welche Hilfsmittel ihr habt. Handys haben auch Taschenrechner. Aber ganz abgesehen davon, ob sie es alleine gemacht hat oder nicht. Ihr habt ein dickes psychologisches Problem, und es wird nicht besser wenn du Druck ausübst... und in der Schule werden Ergebnisse ohne Rechenweg nicht akzeptiert. Denn den Lehrern ist es egal, ob ein Wunderkind oder ein ganz normales Kind. Es soll in den Tests so geschreiben werden wie vorgegeben. Es gibt Kinder, die grundsätzlich ein Problem haben Wege zu akzeptieren, die ihnnen von außen aufgesetzt werden. Für das Leben ist das vielleicht gar nicht schlecht, für die Schule jedoch ein ernsthaftes Problem.

Was spielt die Mathenote für eine Rolle. Hast du vor, deine Tocher auf Gymnasium zu schicken? Brauchst du dafür diese Note oder kannst du selber die Schulart wählen?

LG
Koschka
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