Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » Do 23. Jan 2020, 21:33

Naja, momentan sind sie zum Glück noch nicht so wichtig.
sinus
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » So 9. Feb 2020, 19:50

So, es sind Halbjahresferien und das erste Zeugnis ist da.
In Mathe wars eine Drei sonst alles Zwei und in Englisch und Kunst eine Eins.
Wirklich was gemacht hat sie bisher nur was für Mathe und in Geografie hat sie einmal (eher widerwillig) für die Topographierarbeit mal was gelernt.
Sie malt auch immernoch überwiegend im Unterricht...

Kind (und ich natürlich auch) ist mit dem Zeugnis aber recht zufrieden. Ihr eigenes Ziel, nur Zweien zu bekommen, hat sie ja fast geschafft.
In der Woche davor hatte sie noch mal einen kleinen "Einbruch", wo sie klagte, Schule sei immer noch langweilig und sie verstehe nicht, wie irgendjemand Freude an Schule finden könne. Sie würde ja am Liebsten an eine Hauptschule gehen, wo sie nur 10 Jahre hin müsse.
Und überhaupt - in der Grundschule habe sie sich zwar gelangweilt, aber wenigsten habe sie da gute Zensuren gehabt. Jetzt sei es auch oft langweilig und die Zensuren seien nun aber dazu noch nicht mehr gut... :roll:
Es stellte sich dann im weiteren Gespräch aber heraus, dass ihr an dem Tag ein Mitschüler ein Bein gestellt hat und sowas bringt meine Tochter immer völlig aus dem Tritt. Ich vermute, darum war dann gleich alles so schwarz bei ihr.
Einige Tage vorher hatte sie nämlich noch gesagt, bis auf Mathe und Deutsch wäre der Unterricht jetzt eigentlich ganz interessant.
Mathe sei aber einfach total doof und sie kapiert es nicht und hasst das Fach überhaupt, und Deutsch sei so furchtbar öde. (sie haben da aber auch bisher nur Grammatik gemacht)
Englisch sei zwar auch etwas langweilig, aber dafür für sie schön einfach, das fiele ihr erstaunlich leicht (deckt sich mit meiner Beobachtung, das fliegt ihr nur so zu); das Fach Geschichte sei interessant, weil die Lehrerin sich immer verzettelt und dann lange interssante Geschichten aus der Geschichte erzählt.
Biologie sei mal so mal so.

Jetzt ist sie erstmal richtig froh, dass Ferien sind.
Bin schon gespannt, wie das Fazit dann nach dem nächsten Halbjahr aussieht...

Sie hat jedenfalls noch nicht wie erhofft die für die Schule nötige Anstrengungsbereitschaft und Freude am Lernen für sich "entdeckt".
Ich hoffe sehr, da tut sich noch was. Nach mehreren Jahren Unterforderung und der daraus gut zu beobachtenden immer schlechter werdenden Motivation wird sich das wohl auch nicht in so kurzer Zeit ändern/verbessern, fürchte ich...
Auf jeden Fall sind die Zensuren (und der Fleiß!) der beiden Mädchen, mit denen sie sich angefreundet hat, tendenziell wohl etwas besser und das scheint sie schon auch ein bisschen zu wurmen und da ich hoffe ein wenig, dass das evtl. auch noch ein bisschen "zieht".
Also was die generelle Lernbereitschaft betrifft. (Die Zensuren sind ja so erstmal völlig in Ordnung, um die gehts mir persönlich da jetzt eher nicht...)
Ich wünsche mir so, dass sie da mal erlebt, dass Lernen durchaus auch befriedigend sein kann.

In Mathe müssen wir auf jeden Fall dranbleiben, da hatte sie bei der letzten Arbeit richtig sowas wie einen Blackout und dann auch nur eine knappe 4 geschrieben. Da fürchte ich bisschen, dass sich das verselbstständigt und sie am Ende vor lauter Versagensangst und innerer Abwehr tatsächlich immer schlechter wird.

In der letzten Schulwoche hatten sie übrigens "fächerverbindenen Unterricht" und haben Märchen mit Naturwissenschaft verknüpft und bspw ausgerechnet, ob Hans im Glück einen kindskopfgroßen Goldklumpen überhaupt hätte tragen können.
Da mussten sie zuerst die Dichte von Gold bestimmen und zwar mit einem echten Goldbarren, dessen Gewicht bekannt war. Das Volumen wurde durch die Wasserverdrängung ermittelt, als sie ihn "versenkten", dann daraus die Dichte von Gold berechnet.
Dann sollte das vermutete Volumen eines Kopfes ermittelt werden und mit Hilfe der Dichte wurde das Gewicht des Goldklumpens im Märchen berechnet.
Bewertet wurde dann das Protokolle, was sie zum ganzen Ablauf der Aufgabe geführt haben.
ICH finde ja, das klingt ziemlich spannend. Kind hatte da leider irgendwie wenig Freude daran. :(
Hoffentlich wird es ihr in Physik und Chemie dann mal nicht ähnlich gehen, wie mit Mathe. Also dass sie da kein Interesse für hat und keine Freude daran findet.
Dann wäre sie auf dieser Schule wohl falsch.
Na, mal schauen... Im Zweifelsfall wechselt sie eben in Klasse 8 irgendwann auf eine Schule mit Kunstzweig...
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Meine3 » Mo 10. Feb 2020, 14:29

sinus hat geschrieben:Sie hat jedenfalls noch nicht wie erhofft die für die Schule nötige Anstrengungsbereitschaft und Freude am Lernen für sich "entdeckt".
Ich hoffe sehr, da tut sich noch was. Nach mehreren Jahren Unterforderung und der daraus gut zu beobachtenden immer schlechter werdenden Motivation wird sich das wohl auch nicht in so kurzer Zeit ändern/verbessern, fürchte ich...
Auf jeden Fall sind die Zensuren (und der Fleiß!) der beiden Mädchen, mit denen sie sich angefreundet hat, tendenziell wohl etwas besser und das scheint sie schon auch ein bisschen zu wurmen und da ich hoffe ein wenig, dass das evtl. auch noch ein bisschen "zieht".
Also was die generelle Lernbereitschaft betrifft. (Die Zensuren sind ja so erstmal völlig in Ordnung, um die gehts mir persönlich da jetzt eher nicht...)
Ich wünsche mir so, dass sie da mal erlebt, dass Lernen durchaus auch befriedigend sein kann....

In Mathe müssen wir auf jeden Fall dranbleiben, da hatte sie bei der letzten Arbeit richtig sowas wie einen Blackout und dann auch nur eine knappe 4 geschrieben. Da fürchte ich bisschen, dass sich das verselbstständigt und sie am Ende vor lauter Versagensangst und innerer Abwehr tatsächlich immer schlechter wird.

In der letzten Schulwoche hatten sie übrigens "fächerverbindenen Unterricht" und haben Märchen mit Naturwissenschaft verknüpft und bspw ausgerechnet, ob Hans im Glück einen kindskopfgroßen Goldklumpen überhaupt hätte tragen können.
Da mussten sie zuerst die Dichte von Gold bestimmen und zwar mit einem echten Goldbarren, dessen Gewicht bekannt war. Das Volumen wurde durch die Wasserverdrängung ermittelt, als sie ihn "versenkten", dann daraus die Dichte von Gold berechnet.
Dann sollte das vermutete Volumen eines Kopfes ermittelt werden und mit Hilfe der Dichte wurde das Gewicht des Goldklumpens im Märchen berechnet.
Bewertet wurde dann das Protokolle, was sie zum ganzen Ablauf der Aufgabe geführt haben.
ICH finde ja, das klingt ziemlich spannend. Kind hatte da leider irgendwie wenig Freude daran. :(
Hoffentlich wird es ihr in Physik und Chemie dann mal nicht ähnlich gehen, wie mit Mathe. Also dass sie da kein Interesse für hat und keine Freude daran findet.
Dann wäre sie auf dieser Schule wohl falsch.
Na, mal schauen... Im Zweifelsfall wechselt sie eben in Klasse 8 irgendwann auf eine Schule mit Kunstzweig...


Huhu,

ich finde das mit der Anstrengungsbereitschaft wirklich ein echt schwieriges Thema bei sehr begabten Kindern. Ich war ehrlich gesagt, auch nie bereit mich anzustrengen, erst NACH der Pupertät auf dem zweiten Bildungsweg :schwitz: und auch nicht in Mathe. Sorry :fahne:

Und als ich beschloß 10 Jahren Berufsleben wieder in der 11. Klasse einzusteigen, musste ich tatsächlich erst einmal das lernen lernen. Ich habe mir damals ein Buch dafür gekauft...

Deine Tochter ist in einem Alter und hat einen entsprechenden Charakter, dass ich nicht denke, dass sich das "einfach so" von alleine einstellt. Vielleicht wird sie sich die gesamte Schulzeit so durchmogeln... Die Frage ist: warum sollte sie sich anstrengen? Sie kommt ja auch so durch. Klar, sie könnte theoretisch eine 1er Schülerin sein, aber auch die klugen müssen dafür nun mal was tun, und sei es nur SPAß an den Dingen, die einem da gelehrt werden zu haben. Wenn ein hochintelligentes Kind Spaß an dem hat, was da erzählt wird, läuft das ja auch meist "von alleine" in die richtigen Bahnen. Die Frage ist also, WIE bekommt man SPAß an Mathe an das Kind herangetragen? Ich denke der Ansatz mit dem NAchhilfelehrer war nicht sooo verkehrt. Eventuell ein junger, unkonventioneller Student ;) , der ein bißchen einen anderen Blickwinkel auf die eingestaubten Themen hat...

Ich muss leider auch sagen, dass ich keinen Spaß an Mathe hatte. NIE. Und ich werde ihn auch nie haben. Und ich bin hier auch nicht "nur" normalbegabt. Aber es liegt mir nicht, ich mag es nicht, es langweilt mich, es interessiert mich schlicht einfach nicht. Und ich habe Mathematik immer als Last empfunden, auch beim 2. Bildungsweg. Da hab ich mich dann halt durchgequält und meine 9 Punkte gehabt, nur beim Abi habe ich es dann voll verhagelt ( 2 oder 3 Punkte?! :lol: ), weil ich eben KEINEN STRICH dafür gelernt habe und grade da aber hätte lernen müssen, um weiterhin bei der guten 3 zu bleiben.

In Sprachen, sowie Deutsch, Geschichte, Bio, Physik, Erdkunde, sogar Chemie etcpp. lief das alles, als ich anfing im Unterricht teil zu nehmen und Hausaufgaben zu machen und ein Interesse dafür zu entwickeln. Aber ohne diese intrinsische Motivation läuft meiner Meinung nach nichts.

DIE muss man wecken...WIE, das ist schwierig, da es ja bei jedem Menschen anders funktioniert, bei jedem Menschen gibt es einen anderen trigger. Ich glaube nicht, dass es bei deinem Kind die Noten sind. Klar ärgern sie die nicht so tollen Noten in Mathe, aber eventuell reicht das nicht, um ihren Ehrgeiz zu wecken.

Für mich war es die Tatsache meiner Familie zu beweisen, dass ich nicht zu dumm fürs Abi bin :roll: und dann habe ich gemerkt, dass vieles sehr viel interessanter ist, als ich es zu Schulzeiten dachte (z.B. Physik oder Chemie :P ), nur in Bezug auf Mathe blieb es bei der Abneigung. Wir werden einfach keine Freunde.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass deine Tochter einen kreativen Ansatz benötigt, um Zugang zur Mathematik zu bekommen. Vielleicht fällt dir hierzu ja was ein.

Sei lieb gegrüßt

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Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon alibaba » Mo 10. Feb 2020, 14:36

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Zuletzt geändert von alibaba am Mi 4. Mär 2020, 09:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 10. Feb 2020, 14:38

Ich finde die 5. Klasse ist noch viel zu früh, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen. Bis zur 7. Klasse werden die Kinder nicht in Mathe, sondern zu 95% im Rechnen unterrichtet. Das ist öde ... und der Taschenrechner kann das auch. Erst wenn die Kinder sich mit Variablen und Geometrie beschäftigen, kommt bei begabten Kindern ihre Logik zum Einsatz. Das Problem ist nur, dass bis dorthin viele Mathe hassen. @sinus ich emfehle dir auf grund der persönlichen Erfahrungen mit einem ähnlich gestrickten Kind, dass DU aus dem Thema komplett aussteigst, und solange keine 5er auf dem Zeugnis auftauchen, das Kind selber arbeiten lässt. Alternativ kannst du einen Nachhilfelehrer nehmen oder das Kind irgendwo in Mathe für fortgeschrittene schicken - manche Unis haben Mathezirkel für Kinder ab 5. Klasse.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon alibaba » Mo 10. Feb 2020, 14:47

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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » Mo 10. Feb 2020, 16:14

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich finde die 5. Klasse ist noch viel zu früh, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen. Bis zur 7. Klasse werden die Kinder nicht in Mathe, sondern zu 95% im Rechnen unterrichtet. Das ist öde ... und der Taschenrechner kann das auch. Erst wenn die Kinder sich mit Variablen und Geometrie beschäftigen, kommt bei begabten Kindern ihre Logik zum Einsatz. Das Problem ist nur, dass bis dorthin viele Mathe hassen. @sinus ich emfehle dir auf grund der persönlichen Erfahrungen mit einem ähnlich gestrickten Kind, dass DU aus dem Thema komplett aussteigst, und solange keine 5er auf dem Zeugnis auftauchen, das Kind selber arbeiten lässt. Alternativ kannst du einen Nachhilfelehrer nehmen oder das Kind irgendwo in Mathe für fortgeschrittene schicken - manche Unis haben Mathezirkel für Kinder ab 5. Klasse.


Sie würde mich töten, wenn ich sie bei irgendeinem Mathedings anmelden würde. :mrgreen:

Sie hat mich übrigens von sich aus gebeten, mit ihr Mathe durchzugehen, wo sie was nicht verstanden hat.
Ich selbst war in Mathe immer gut, hatte da immer nur Einsen und Zweien ohne viel zu lernen, gemocht habe ich es aber auch nur in Klasse 7 und 8, als wir einen guten Lehrer hatten.
Ich hab mir dann im Teenageralter Mathe manchmal von meinem Bruder erklären lassen, der da sehr begabt ist und das zu der Zeit auch studiert hat - er ist 8 Jahre älter als ich - und der sehr gut erklären konnte.
Ich glaube sogar, ich kann das mit dem Erklären auch recht gut, mit Bildern, bildhaften Skizzen, Metaphern usw.
Das Problem ist, dass ich selbst eher wenig Lust habe, mich in die geforderten Mathethemen (wieder) einzuarbeiten. Das ist schlicht auch viel an Zeit, die ich da opfern muss, die ich gar nicht wirklich habe.
Ich hoffe aber ein bisschen, dass es besser wird, wenn sie mit mir zusammen einen "Einstieg" gefunden hat, wie man sich Mathematik bspw etwas kreativer nähern kann. Das hat mein Bruder damals bei mir geschafft. Durch seine Erklärungen habe ich dann auch einen Sinn gesehen in dem, was man da tut. Vorher war es immer nur für mich sinnloses Abarbeiten von Aufgaben, woran ich den tiefen Sinn nicht sah bzw hatte mir nie ein Lehrer mal wirklich erklärt, worin der tatsächlich Nutzen all der komplizierten Berechnungen bestand. (der Differential und Integralrechnung bspw).
Allerdings war ich da schon älter.
Gut ist meine Tochter in Logik (sowas wie beim Känguru) und in Informatik, obwohl sie das Programmieren wirklich auch nur nutzt, um ihre eigenen kreativen Ideen und Projekte umzusetzen oder irgendwelche speziellen Sachen in Minecraft zu erreichen. Für von anderen gestellte Problemstellungen mag sie nicht programmieren. (Also mag sie auch keine Programmierwettbewerbe o.ä. mitmachen)
Also das ist für sie nur ein nötiges Hilfsmittel für eigene Ziele und nicht "Selbstzweck".
Beim Malen kann sie dagegen schon beim Tun total aufgehen. Allerdings mag sie auch da keine "Aufgaben" bekommen, sondern mag nur nach sich selbst gestellten Themen malen. In meinen Malkursen, die sie eine zeitlang mit besuchte, schlug sie da auch immer quer und machte dann aus JEDEM Thema ein Katzenbild. :lol:
Insgesamt sträubt sie sich scheinbar gegen alle Anforderungen von anderen an sie.

Es ist wirklich auch schwer, sie für etwas zu begeistern bzw ist sie immer sehr einseitig auf ein Interesse fixiert, wenn sie ein Thema für sich entdeckt hat. Ihr Thema ist bspw seit Jahren "Katzen" und da setzt sie sich dann bspw in ihrer Freizeit hin und lernt mit Hilfe eines Kartenspiels freiwillig 50 verschiedenen Katzenrassen auswendig. :roll:

Vielleicht liegt das Problem auch bisschen darin, dass ich selbst da anders bin. Ich bin immer breiter interessiert gewesen und konnte mich schnell für etwas begeistern bzw kann ich in sehr vielen Themen was für mich entdecken, was mich herausfordert und motiviert.
Mich hat ein Problem immer positiv herausgefordert, für meine Tochter ist es direkt schon Stress, wenn jemand irgendetwas von ihr will.
Schon als Kindergartenkind war das so. Sie rechnete da bspw irgendetwas selbstmotiviert aus, wenn man ihr dann aber daraus folgende eine ähnliche Aufgabe stellte, weigerte sie sich sofort, zu rechnen oder sagte direkt, das könne sie nicht...
(die Kleine dagegen hat Freude dran, in so einem Fall weitere Aufgaben gestellt zu bekommen und fordert das regelrecht ein!)

Das große Kind ist da auch echt "stur" - wenn etwas doof ist, dann ist es doof und bleibt auch doof.
Selbst wenn sie sich dann irgendwann drauf einlässt und sogar recht offensichtlich Spaß daran hat, würde sie es nicht zugeben und sagt im Nachhinein, es sei trotzdem doof gewesen...
Zuletzt geändert von sinus am Mo 10. Feb 2020, 18:26, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 10. Feb 2020, 16:37

@sinus

eines meiner Kinder ist ähnlich gestrickt. Ich kann es nur wiederholen: steige komplett raus. Sie arbeitet gegen dich. Sie möchte gemeisame Abende um dir zu beweisen, dass du sie nicht weiter bringen kannst. Du brauchst starke Nerven, aber ziehe es durch. Du stehst nicht als Nachhilfelehrer zur Verfügung. Sie ist der Meinung, sie könne das nicht? Gehe nicht drauf ein. Sie soll ihre Klassenkameraden, den Lehrer, sonst jemanden um Hilfe bitten. Wenn wirklich in den Schulaufgaben 4er und 5er auftauchen, dann ist Nachhilfelehrer angesagt. Aber warte damit, bis SIE dich als erste darauf anspricht, dass sie einen braucht. Aber so weit wird es vermuttlich gar nicht kommen.

Wirst du dich weiterhin einmischen, werden in ihrem Weltbild ihre schlechte Noten deine Schuld sein. Sie hat ja versucht, und du hast es nicht geschafft... Sie soll erstmal verstehen, dass ihre Noten im Bereich ihrer Verantwortung liegen, und der Maß an Anstrengung, um sie zu verbessern auch. Die Blockade, die Prüfungsangst, die du befürchtest, sind schon lange da. Wenn ein Kind mit IQ über 120 nach dem anständigen Üben in Mathe eine knappe 4 schreibt, ist das ganz klar, dass andere Gründe als der Stoff daran schuld sind. Das ist ein Teufelskreis. Mehr Druck, mehr Angst, mehr Versagen.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Linasina » Mo 10. Feb 2020, 17:17

Meine beiden Töchter haben am Freitag auch Zeugnisse bekommen. Die Große hat einen Durchschnitt von 1,8. Sie hat im Deutsch und Kunst eine 1 und der Rest nur Zweien. Ein Mädchen hat eine 1.0 in ihrer Klasse.
Sie will absolut nichts für die Schule tun, leider . Es ist auch so dass 3 Lehrer in Rente gehen und die Kinder in Deutsch, Mathe und Mnt neue Lehrer bekommen. Das ist dann noch einmal eine große Umstellung.
Meine mittlere Tochter hat ein super Zeugnis bekommen. Sie lernt schnell, hat eine ordentliche Form, schreibt Fehlerfrei und bemüht sich in Mathe alles zu verstehen. Ich bin soweit zufrieden mit den Beiden trotzdem ist es oft sehr anstrengend.
Die Mittlere ist wesentlich ehrgeiziger, liest aber ungerne.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » Mo 10. Feb 2020, 18:48

Linasina hat geschrieben:Meine beiden Töchter haben am Freitag auch Zeugnisse bekommen. Die Große hat einen Durchschnitt von 1,8. Sie hat im Deutsch und Kunst eine 1 und der Rest nur Zweien. Ein Mädchen hat eine 1.0 in ihrer Klasse.
Sie will absolut nichts für die Schule tun, leider . Es ist auch so dass 3 Lehrer in Rente gehen und die Kinder in Deutsch, Mathe und Mnt neue Lehrer bekommen. Das ist dann noch einmal eine große Umstellung.
Meine mittlere Tochter hat ein super Zeugnis bekommen. Sie lernt schnell, hat eine ordentliche Form, schreibt Fehlerfrei und bemüht sich in Mathe alles zu verstehen. Ich bin soweit zufrieden mit den Beiden trotzdem ist es oft sehr anstrengend.
Die Mittlere ist wesentlich ehrgeiziger, liest aber ungerne.


Das klingt doch toll!

Wie läuft das bei euch mit Vorbereitungen für die Schule etc? Wie viel Unterstützung bekommt dein Gymnasialkind?
(Hefter in Ordnung halten, Arbeiten und Lernstoff im Blick behalten, Lernen bswp)

Ich hab mich hier inzwischen umgehört und da unterstützen wirklich 90% der Eltern ihre Kinder sehr... insbesondere jetzt direkt nach dem Wechsel. (ich kenne nur einen Fall, wo die Eltern sich GAR nicht einmischen)
Eine Freundin, Grundschullehrerin meinte, die seien noch zu jung, um das allein zu wuppen und wir Eltern hätten da wohl zu hohe Ansprüche, weil wir den Wechsel in einem viel höheren Alter hatten.
Wir Eltern hier sind ja noch in der DDR zur Schule gegangen und NICHT schon in Klasse 5 in eine höhere Schule gewechselt, sondern erst nach Klasse 10 bzw - bei Besuch einer Spezialschule - in Klasse 9.
Ich bin damals 1990 in eine eben neu eröffnete Klasse 7 gewechselt, in ein Gymnasium, was gerade erst dabei war, sich von so einer Spezialschule für Klassen 9-12 in ein Gymnasium ab Klasse 5 zur wandeln. Zunächst durch Aufnahme der Klassenstufen 7 und 8 und erst ein paar Jahre später kamen dann noch 5+6 dazu.
Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern sich da jemals irgendwie engagiert hätten, selbst zur Aufnahmeprüfung (ich wollte in die Musikklasse) bin ich allein hin und war aufgrund ungenauen Lesens der vorzubereitenden Aufgabe dann nichtmal richtig vorbereitet.
(ich hatte überlesen, dass ich das vorzusingende Lied auswendig können sollte und hab dann "5 Minuten vor der Angst" noch schnell versucht, alle drei Strophen in meinen Kopf zu kriegen)
Das hätten meine Eltern ja gesichert bemerkt, wenn sie sich da auch nur ansatzweise an der Vorbereitung der Aufnahmeprüfung beteiligt hätten...
Aber ich war da halt auch schon 13/14 und nicht 10/11.

Eine andere Freundin hat ihren Sohn bis Kasse 8 sehr unterstützt, es gab auch einen Schulwechsel auf ein anderes Gymnasium, er fand Schule wie meine Tochter in dem Alter immer nur als Last und er hatte ähnlicher meiner Tochter Phasen, die Richtung Depression gingen und sollte zum Psychologen. (was dann daran scheiterte, dass sie keinen fanden, der Termine für ihn frei hatte)
Dann, ab Klasse 9, wurde es von allein plötzlich besser und er hat dann auch schulisch alles vollkommen selbstständig gewuppt und ist jetzt ein sehr guter und ehrgeiziger Schüler, der Spaß an der Schule hat, viele Hobbys pflegt und demnächst das Abitur ablegt.

Ich bin wirklich hin-und hergerissen zwischen alles laufen lassen und das Kind gänzlich allein seine Erfahrungen machen lassen (wie bisher) oder eben unterstützen. (wie es scheinbar jetzt erstmal nötig scheint...)
Zuletzt geändert von sinus am Mo 10. Feb 2020, 18:59, insgesamt 1-mal geändert.
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