Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

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Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Beitragvon ninara » Fr 4. Apr 2008, 21:26

Hallo,

irgendwie fühle ich mich die letzte Zeit etwas komisch. Seitdem ich den Verdacht habe, dass unsere kl. Tochter eventuell HB ist und ich durchs WWW surfe um Informationen zu sammeln um so öfter treffe ich auch Äusserungen, so genannte Merkmale bei denen ich mich in meiner Kindheit wieder finde.

- sehr gutes logisches denken - wurde mir schon oft gesagt
- habe nie wirklich für die Schule etwas zu Hause getan, doch Arbeiten waren dennoch gut
- habe (und tue es noch immer) Schönschrift für überflüssig gehalten
- habe ein Problem mit Hausarbeit, jedoch bin immer für jede knifflige, auch körperlich schwere Arbeit zu haben
- habe mich fast nur mit älteren beschäftigt
- war schon sehr, sehr früh selbständing
und noch viele andere Kleinigkeiten, bei denen ich beim lesen an meine Vergangenheit denken muss

Allerdings wurde ich erst mit 7 eingeschult, weil ich "noch zu verspielt war" ich ging auch nur auf die Hauptschule, da ich dass mir selber ausgesucht habe, weil alle meine Freunde dort hingingen (was ich im nachhinein traurig fand)

Was mir aber seit dem ich Mutter bin nie aus dem Kopf gegangen ist, warum ich schon mit 12 1/2 einen 18-jährigen Freund hatte und mit ihm auch zwei Jahre zusammen war, die letzten Monate auch wohnte. Sowas von unnatürlich und als Mutter jetzt auch absolut unvorstellbar. Aber es war damals so, dass ich nur mit älteren zusammen war und es auch irgendwie gepasst. War der unvorstellbare Grund eventuell eine HB?

Leider habe ich durch diese frühe Beziehung meinen Schule nur noch halbherzig gemacht. Es gab zwar Zeugnisse nur mit 1 und 2en. Allerdings umso halbherziger ich die Schule genommen habe um so mehr verschwanden die super Zeugnise. Wirklich schlecht war ich jedoch nie, habe immernoch Mittlere Reife gemacht mit durchschnittlich guten Zeugnis.

Aber es macht mich heute traurig, dass sollte es so sein, dass eine höhere Begabung da war, keiner hinter einem gestanden hat. Es eventuell erkannt hat und vielleicht etwas gelenkt hat.

Sollte es so sein, und ich mir das nicht alles jetzt nur einrede, und unsere Tochter HB ist, bin ich glaube ich doch froh, es zu erkennen, auch später testen zu lassen. Ich denke nun schon, dass es für Ihr weiteres Leben hilfreich ist.

Aber gibt es hier noch jemanden, dem es ähnlich geht? Der plötzlich auch so ein Aha-Erlebnis erfährt, was seine eigenen Vergangenheit angeht?

Lieben Gruß
Ninara
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Beitragvon Ines123 » Do 10. Jul 2008, 16:06

Hallo,
ich wurde damals von einem Lehrer als HB eingestuft, aber es wurde nie getestet.
Laut Tests im Internet (sofern aussagekräftig) schwankt mein IQ dort zwischen 124 und 140 (je nach Test).
Ich denke schon, dass ich ein HB Kind war, das man leider nicht erkannt hat.
Zwar habe ich andere Eigenschaften gehabt als die, die du beschreibst (ich war z.b.fleißig in der Schule, habe gerne freiwillig Aufgaben gemacht, war sehr sehr sensibel und war ein ziemlicher Außenseiter, habe mich mit altersuntypischen Dingen beschäftigt und schon früh über Erwachsenenthemen nachgedacht), aber ich denke schon, dass ich damals HB war (zumindest überdurchschnittlich begabt...).
ich habe leider manchmal noch daran zu knacken, dass ich so gemobbt wurde und so Probleme hatte und denke, dass ich nun weiß, woran es lag;-(
bei meinem Sohn ist es noch zu früh, eine Diagnose zu stellen, aber es könnte sein, dass er hb ist (mein Mann ist wahrscheinlich auch hb...).
Ich will nicht, dass ihm das passiert, was mir widerfahren ist und denke auch, dass, wenn es Probleme gibt, ich ihn testen lasse...
lg, Ines
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Beitragvon anbeni » So 17. Aug 2008, 17:16

jaaaa, das kenne ich auch. bei mir ist es allerdings eher wie bei ines 123
ich war auch immer ein aussenseiter und hab mich lieber allein beschäftigt. trotzdem war ich ein klassischer sterber. aber nicht, weil ich es nicht konnte, sondern weil ich spaß dran hatte, sachen vorzuarbeiten und in die tiefe zu schauen.

ich bin auch immer dadurch aufgefallen (geht mir teilweise heute noch so), daß ich fragen gestellt hab, die keiner richtig verstanden hat und daß ich immer andere lösungswege hatte als die anderen. ich hab auch vieles kompakter gelöst (besonders mathematische aufgaben), also ohne 10 zwischenschritte.

ich hab mich zwar früh für erwachsenenthemen interessiert, war aber eigentlich vom sozialen eher hinterher. hat sich zum glück gegeben :-)

in den letzten abiturklassen hatte ich plötzlich keine lust mehr, sterber zu sein und hab mein abi so einfach es ging durchgezogen.

mir geht es auch so, daß ich immer nur gemerkt habe, daß ich anders bin, wußte aber nie , warum. erst seit ich mich mit dem thema hb bei meinem 4jährigen sohn beschäftige, érkenne ich, warum es vielleicht so war. allerdings glaub ich ehrlich gesagt nicht, daß ich hb bin, sondern eher "nur" über durchschnitt. aber, ich werd vielleicht irgendwann auch mal nen test machen.

wird bei dem test das alter eigentlich berücksichtigt? ich merk nämlich schon, daß das leistungs- undkonzentrationsvermögen in den letzten jahren abgebaut hat.

lg anja
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Korrektur

Beitragvon anbeni » So 17. Aug 2008, 17:19

es soll nicht sterber, sondern streber heissen!!! und das gleich zweimal im selben text--peinlich
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Beitragvon ninara » So 17. Aug 2008, 19:33

Hallo,

ich hatte nun mal einen Test im Internet gemacht "klassische IQ-Test", mit 122, Typ eher Mathematiker. Ich denke nun auch, dass ich wohl kein HB-kind war/bin, aber halt über den Durchschnitt liege.
Mir wurde mal vorgeworfen, ich seie berechnend. War natürlich negativ gemeint. Doch muss ich da mitterweile recht geben. Ich handele meistens weniger aus dem Bauch raus, als wenn ich immer alles berechne, vorher abplane usw. Allerdings sehen ich das nun nicht als negativen Kritikpunkt meiner Person, sondern so scheinen ich halt zu sein.
Ich bin nun mal gespannt, in welche Richtung unsere Maus gehen wird!

Lieben Gruß
Ninara
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Beitragvon kathi9878 » Mo 18. Aug 2008, 13:37

hallöchen,

seit dez. 07 weiss ich das mein sohn hb ist und mich hat es auch interessiert, ob ich vielleicht hb und sogar als underachiver durchs leben gegangen bin. in juli habe ich mich auch testen lassen und es stellte sich auch heraus das ich hb bin.

lg kathi
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand selber wieder gefunden?

Beitragvon Bienchen » Fr 29. Aug 2008, 11:57

Hallo,
ja, ich habe mich auch selber wiedergefunden. Ich hatte immer schon eine sehr rasche Auffassungsgabe, konnte als Kind ganze Bücher auswending, Lieder nach dem ersten hören mitsingen, war immer gut in der Schule ohne großartig zu lernen, usw. Ich habe das Gefühl, ich denke schneller als andere, und vor allem denke ich immer MIT. Mitdenken ist eigentlich meine Natur, und darum bin ich oft so entsetzt, verzweifelt und enttäuscht, wenn ich merke, dass die meisten Menschen das nicht tun. Bei allen meinen Jobs hatte ich oft schon nach sehr kurzer Zeit Verbesserungsvorschläge, was aber manchmal auch nicht gut ankam... Als mir vor kurzem aufging, dass ich hb (oder zumindest überdurchschnittlich intelligent) sein könnte, weil ich dasselbe bei meinem 3jährigen Sohn vermute, wurde mir mit einem Schlag so vieles klar... Warum ich mich immer so anders gefühlt habe... Da ich in der Schullaufbahn und im Berufsleben aber keine Probleme habe, sehe ich das nun entspannt. HB muss ja kein Problem sein, viele gehen unerkannt und zufrieden durchs Leben. Ich habe gehört, dass es insbesondere oft Mädchen sind, die unerkannt hb durchs Leben kommen.
Was mir nun hilft, ist, dass ich mir klarmache, dass andere Menschen nicht aus Böswilligkeit so sind, wie sie sind, sondern weil sie nicht anders können, und dass ich meine Ansprüche herabschrauben muss. Dass ich mich und meine Leistungsfähigkeit nicht als Maßstab für alle anderen nehmen darf, sondern dass ich davon 20 % (oder wieviel auch immer) abziehen muss.
liebe Grüße an alle
bienchen
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Ines123 » Di 13. Jan 2009, 22:25

Habe nun zwei sehr gute Bücher über HB gelesen und meinen Sohn, aber auch mich total darin wiedererkannt.
seit ich die Bücher gelesen habe bin ich viel nachsichtiger mit ihm und wir haben kaum noch Verhaltensauffälligkeiten.
auch mit meiner eigenen Vergangenheit konnte ich Frieden schließen, da ich nun weiß, woran es lag, dass ich so war, wie ich war ;)
die Bücher kann ich nur empfehlen:
Jenseits der Norm-Hoch begabt und hoch sensibel
und
Hochbegabte Kinder Persönlichkeit, Entwicklung, Förderung

Lg, Ines
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Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon reilo08 » Fr 20. Feb 2009, 23:31

Oh ja,

aber ich muss gestehen, ich habe es nicht so locker weg gesteckt.

Der erste Moment der Erkenntnis kam mir beim Lesen eines Berichtes über eine Mutter, die durch die HB ihres Sohnes erfahren hat, dass sie auch HB ist.
Ich fing an zu weinen, habe alle Fingernägel abgekaut und konnte das Buch wochenlang nicht anfassen. Das war auch ich in der Geschichte.
Das war vor ca. 1,5 Jahren. Seitdem beschäftige ich mich immer mal wieder damit. Mittlerweile nimmt es mich aber nicht mehr so mit.
Ich weis nicht, wie es Euch ging, aber ich war sehr froh, endlich einen Namen für das Anderssein gefunden zu haben, endlcih eine Erklärung zu haben, die plausibel war. Auf der anderen Seite war und bin ich sehr traurig, dass ich es erst mit weit über 30 erkennen durfte. Wenn ich so zurückblicke, dann hätte es mir in vielen Situationen geholfen, wenn ich gewusst hätte, warum ich mich immer wie ein Alien gefühlt habe, warum ich mit manhen Menschen Probleme habe, und und und....

Ist aber schön, dass es nicht nur mir so geht.

Liebe Grüße

Tina
reilo08
 

Re: Hat sich bei der Nachforschung über HB der Kinder jemand sel

Beitragvon Elisa » Sa 21. Feb 2009, 10:56

Auch ich habe mich, nachdem mir meine Tochter in vielem so ähnlich ist, und meine Mutter immer sagte, ja das ist wie bei dir, du konntest das auch schon in dem Alter.... vor ca. 1 Jahr testen lassen.
Ich war über das Ergebnis wirklich überrascht, denn ich habe mich eigentlich immer für dümmer als alle anderen gehalten.
Ich kann heute leider nicht mehr sagen, was oder woran das lag, aber ich war ein klassischer Schulversager.
Bis zu meiner Einschulung war ich ein Überflieger und dann....
Ich kann mich nur noch erinnern, daß ich viel träumend aus dem Fenster geschaut habe, und wenn ich dann was nicht verstanden habe, weil ich nie aufpasste, dann sagte ich mir, ich bin einfach zu blöd dafür!
Ich habe mein Abi zwar bestanden, nicht gerade mit Bravour, aber auch nicht sehr schlecht und auch ohne zu wiederholen, aber die Schule war für mich immer ein Alptraum.
Ich habe heute noch Alpträume davon.Ich habe mich schon als Kind in die Musik geflüchtet und bin heute Pianistin und Klavierlehrerin in Wien
Da einzige was ich in der Schulzeit effektiv gelernt habe, ist, mein Hirn auf "Stand by modus" zu schalten.
Das kann ich echt super, und es fällt mir immer noch schwer es da wieder rauszuholen.
Aus diesem Grunde war ich auch so stark hinterher, daß das meiner Tochter nicht passiert.
Ich bin 1 Jahr durch die Gegend gerannt und habe mich über alle Möglichkeiten die es gibt informiert.
denn es ist nicht schön einen Kopf zu haben, der eigentlich wahnsinnig gut denken kann, den man aber immer aus der Versenkung holen muß.
Elisa
 
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