Ich widerspreche dem vorigen nicht, ich ergänze nur mit meinen kritischen Gedanken,
vor Jahren in der Ausbildung sollten wir eine Definition für Intelligenz finden. Meine gefällt mir heute noch, obwohl sie nie Anerkennung fand:
"Intelligenz ist etwas, dass jemand hinreichend durch seine Ausdrucksfähigkeit beweisen muß, damit es erkannt wird"
Jahre später las ich in meiner Arbeit einen Entwicklungsbericht von einer Psychologin, der mich heute noch aufregt, sie testete eine schwer spastischen Jungen mittels Piaget- Test (dieser beinhaltet z.B. das Ringe in Rot auf den roten Stecker platziert werden).
Der Bericht belief auf 2 Seiten, worin der erste Satz lautete: "Der Junge (damals 12 Jahre) befindet sich auf den Entwicklungsstand eines 8 Monate alten Baby`s) und im letzten Satz schrieb die Dame: "Es besteht die Möglichkeit, das **** aufgrund seiner körperlichen Behinderung nicht in der Lage war die Aufgaben zu erfüllen".
Patsch,...aus meiner täglichen Praxis weiß ich dass die Mehrheit, den Bericht nicht mit voller Aufmerksamkeit zuende liest, und dementsprechend wurde der Junge ständig wie ein Baby behandelt (was seiner Entwicklung wiederum gar nicht förderlich ist).
Wenn man fast allen Tests so glauben schenkt,dann gibt es keine Naturvölker auf der Erde, die einen hohen IQ aufweisen...außer sie lernen erst das Alphabet usw., ist die Konsequenz daraus, dass HB nur vorkommt wo die Kulturfähigkeiten das Hauptaugenmerk sind?
Dieses widerspricht aber der Theorie, dass Intelligenz angeboren ist.
Und weiter...
Ja ein guter Tester sollte z.B. unterscheiden können ob ein Kind aus Österreich kommt und Karotte sagt...oder eben Möhre, aber selbst das kann zum Hinderniss werden.
Mein Kind ist gründlichst Entwicklungsgetestet, aufgrund ihrer extremen Frühgeburt, dabei fiel mir immer im Besonderen auf, dass es vielfach hoffnungslos veraltete Tests gibt.
Darauf sollte man auch achten,...nur ein Beispiel, damals war sie zwei Jahre und konnte eben nicht mehr eine mechanische Schreibmaschine aus den 50iger Jahren als solche erkennen, wäre stattdessen das Bild eines PC's vorgelegt worden hätte sie keine Schwierigkeiten gehabt, dass zu benennen.
Kommentar der Testerin: "Ich weiß das, aber die Tests sind zu teuer, um sie laufend zu aktualisieren".
Und zu guter Letzt,...die Kontrolle darüber von welchen Zeitraum der Parameter der Entwicklung herstammt.
Nur als Beispiel, weil mir nix besseres einfallt,...das Entwicklungsalter zum erlernen von Stiegensteigen wird anberaumt für 4 jährige, stammt aber noch aus einer Zeit als es z.B. keine normierten Stufenhöhen gab, und nicht so zahlreiche Hochhäuser...(oder ähnliches, ich hoffe ihr wisst was ich meine).
Ebenso denke ich mir ist der Umgang mit Buchstaben zu bewerten, ...hm...in den 80igern war ich in Tschechien, kurz nach der "Samtrevolution" als man wieder einreisen konnte, mir fiel auf das Brünn eine Schwester zu Wien ist, mit dem eklatanten Unterschied das man die Häuser noch sah, nicht alles voll mit Werbeschildern.
Unsere Kinder werden nicht mehr mit Fußspuren-Fährtenleserspuren konfrontiert, sondern von klein auf mit Buchstaben,...mich wundert es da nicht, dass sich diesbezüglich das Entwicklungsalter von Kindern verschiebt.
Also, selbst die erwähnten Durchschnittswerte für IQ-Tests, müssen sich fast verschieben (wobei ich nicht weiß, wann die letzte Aktualisierung davon war), weil allgemein die Kulturfähigkeiten in den Vordergrund rücken, zum Leidwesen der "Naturfähigkeiten (?)".
Brr,...hoffe ich konnte mich halbwegs verständlich ausdrücken.