Kim_S hat geschrieben:Hi,
vielleicht sieht das nicht jeder so, aber mit Langeweile umzugehen muss auch gelernt sein und sollte es auch. Kinder müssen eben lernen, sich etwas auszudenken und sich zu beschäftigen, anstatt auf andere angewiesen zu sein.
Manchmal kann es natürlich auch vorkommen, dass einige so auch auf dumme Ideen kommen, was aber ebenfalls zum Lernprozess dazu gehört. Aus Fehlern lernt man eben auch

Grundsätzlich sehe ich das auch so. Aber mit selbst-beschäftigen ist es wie mit Geduld: die Fähigkeiten dazu sind sehr unterschiedlich verteilt und lassen sich nicht "an-erziehen".
Das bleibt das ganze Leben lang so. Es gibt schließlich auch etliche Erwachsene, die sich nur dann unterhalten können, wenn sie sich passiv "bespaßen" lassen. Als ich zum ersten Mal vom Beruf des Animateurs gehört habe dachte ich, für das könne doch gar kein Markt da sein. Denn ich selbst würde NIE auf die Idee kommen, mir in meinem Urlaub sagen zu lassen, was ich tun soll

. Aber so ist es nicht, es ist mittlerweile ein riesiger Geschäftszweig.
Wenn wir als Erwachsene unsere eigene Freizeitgestaltung ansehen, merken wir wie oft wir uns einfach passiv unterhalten lassen. Sei es durch fernsehen, Musik hören, lesen, Internet surfen,...geht alles ohne viel Aufwand zu Hause! Theater-, Kino- und Konzertbesuche, Ausstellungen ansehen, essen gehen, usw. ist eigentlich auch passiver Konsum, wobei man immerhin den Hintern von der Couch heben und erst mal hinfahren muss. Der Anteil des wirklich aktives handelns ist bei vielen Erwachsenen verschwindend klein.
Dasselbe ist es bei Kindern. Es gibt Unmengen von Angeboten und trotzdem sind immer wieder Kinder dabei, die sich langweilen und nichts für sich finden können. Hier hängt sehr viel von der Einstellung der Eltern ab. Wie oft und wie lange schaffen sie es, in gelangweilte Gesichter zu schauen und sich das x-te "Mir ist so fad....!" anzuhören, bevor sie meinen, die Sache selbst in die Hand nehmen zu müssen?
Ich kann gar nicht sagen, was besser ist: als Eltern immer Lösungen für die Langeweile des Kindes zu suchen oder die Kinder sich selbst überlassen und darauf vertrauen, dass sie sich schon Beschäftigung finden werden. Ich glaube es ist gar nicht soooo wichtig, wie man agiert. Für manche ist der Leidensdruck größer wenn sie den Kindern beim langweilen zusehen, für andere, wenn sie ständig (und oft erfolglos) auf der Suche sind, was man noch alles machen könnte.
Wichtig ist nur, dass das Kind grundsätzlich weiß "Dafür dass es mir gut geht und dass ich Spaß habe, bin ich AUCH (nicht ausschließlich) selbst verantwortlich".