charlotte12 hat geschrieben:. Aber seine Provokations-Experimente würde er NIE mit Fremden oder Personen, die er nur flüchtig kennt, machen. Auch Auslöser seiner Wutanfälle ist IMMER irgendwas vom Verhalten von nahestehenden Personen.
@ Rabaukenmama: Hast Du uns einen Tipp, was man tun kann, wenn man auf der anderen Seite steht? Die beste Freundin meiner Tochter zeigt nämlich dasselbe Verhalten meiner Tochter gegenüber, was für uns gerade ein großes Problem darstellt. Hat dieses Verhalten mit Autismus zu tun, oder gibt es das auch so?
MMn kommt es darauf an, was dem Verhalten zugrunde liegt. Provokantes Verhalten können Kinder auch zeigen, wenn sie auf jemand anderen sauer sind, weil der z.B. anders gehandelt/entschieden hat, als sie es sich vorgestellt haben. Dann hat es einen Ursache, auch wenn das Kind vielleicht (noch) nicht beschreiben kann, was dabei genau in ihm vorgeht. Damit meine ich z.B. dass der Freund deiner Tochter sauer sein könnte, weil sie sich vorher zu viel mit einer Freundin abgegegen und ihn ignoriert hat. Oder weil nicht das gespielt wird, was er will,...da gibt es eine Menge Gründe. Klar rechtfertigen die keine Provokation, aber sie können eine Mißstimmung auslösen, aus der heraus dann das provokante Verhalten entsteht. So ein bisserl nach dem Motto "Du hast mich geärgert (wenn auch unwissentlich), jetzt ärgere ich dich!".
Bei meinem jüngeren Sohn haben die Provokations-Experimente keine spezielle Ursache, er ist auf niemanden sauer. Er entscheidet sich spontan, quasi aus "Experimentierfreude", dazu.
Bei meinem älteren Sohn schaut es anders aus. Der fühlt sich selbst häufig zu Unrecht provoziert, weil er ganz normales, menschliches Verhalten nicht richtig deuten kann. Es kann z.B. sein, dass er aggressiv auf ein Kind losgeht, weil das gelacht hat - und ER sich ausgelacht fühlt. Den Unterschied, wann wirklich ER ausgelacht wird, und wann jemand einfach aus anderen Gründen lacht (und dabei vielleicht zufällig hinschaut), erkennt er nicht. Mein Sohn kann sich provoziert fühlen, wenn ihm wer anderer ganz einfach was erzählt - und dann ABSICHTLICH zurück provozieren, weil er glaubt das Recht dazu zu haben, weil ja der andere "angefangen" hat. Daher kommt es immer wieder zu Missverständnissen, die ihre Ursache durchaus in seinem Autismus haben.
Weißt du, was ich meine? Es geht nicht so darum, was das Kind MACHT, sondern was es dazu BEWEGT eben das zu machen. Gerade bei Kindern, die man nicht näher kennt, ist das oft schwer festzustellen.
Unabhängig davon, ob im Fall des Freundes deiner Tochter Autismus dahinter steckt, ist ganz wichtig, das ihm gegenüber möglichst klar zu kommunizieren. Man kann auch später darauf zurück kommen, wenn die Situation vorbei und die unmittelbare Emotion raus ist. Sowohl Autisten als auch Nicht-Autisten brauchen klares Feedback, um sich zukünftig in ähnlichen Situationen vielleicht bewusst anders entscheiden zu KÖNNEN. (denn wenn sie es nicht wissen glauben sie, es sei alles ok!)
Wenn es deiner Tochter "zu viel" werden sollte, kann sie natürlich auch den Kontakt abbrechen. Wenn sie es eigentlich ganz locker wegsteckt, würde ich als Mutter immer wieder mal mit ihr drüber reden ("aktives zuhören" - ohne Wertung!), sie aber selbst entscheiden lassen, ob sie die Freundschaft erhalten will, oder nicht.