Re: Das Kind das nie aufhört zu reden... Hallo von mir!
Verfasst: Di 15. Okt 2019, 10:42
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Austausch zum Thema Hochbegabte Kinder
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Naja, die Antwort beim Brokkoli ist mMn sehr wohl "typisch ausistisch". Im Buch "Autismus als Kontextblindheit" von Peter Vermeulen sind solche autistischen Mißverständnisse (bei normal oder überdurchschnittlich intelligenten Autisten) sehr häufig beschrieben.
Ich hoffe, dass die Eltern des Kindes irgendwann in naher Zukunft eventuell auch den "Sinn" darin sehen, dem ganzen nochmal auf den Grund zu gehen, eventuell auch ein Therapie - und Diagnosezentrum speziell für Autisten zu besuchen (welches bei uns in der Stadt gibt), aber ich scheue mich davor, es ihnen aktiv zu empfehlen. Ich sehe das wie du, dass es hilft, das Kind besser zu verstehen und besser auf die "Besonderheiten" dieser Wahrnehmungsstörung einzugehen, wenn sie Bescheid wissen.Und ich bemerke solche Mißverständnisse auch immer wieder bei meinem älteren Sohn. Das nicht-verstehen von ganz normalen, sozialen Situationen macht es ihm oft schwer, mit Gleichaltrigen zurecht zu kommen. Dabei geht es gar nicht so um das Erkennen eines Gesichtsausdruckes, denn gerade in Test-Situationen, wenn die Aufmerksamkeit von außen darauf gelenkt wird, können das die meisten hochfunktionalen Autisten genauso gut wie Nicht-Autisten. Es geht um das, was "dahinter" steckt. Einmal habe ich meinen Sohn von der Schule abgeholt und eine andere Schülerin kam daneben weinend aus dem Schulgebäude. Ich habe meinen Sohn gefragt, warum er GLAUBT dass das Mädchen weint. Genau weiß ich es nicht mehr, aber er hat geglaubt, dass ein Ereignis von "vor 3 Wochen" daran schuld wäre. Dass das Mädchen unmittelbar vorher z.B.Streit mit einer Freundin gehabt haben könnte, sich vielleicht weh getan hat, oder eine schlechte Note bekommen haben könnte, ist meinem Sohn gar nicht in den Sinn gekommen.
Dasselbe war beim Sally-Anne.Test der ToM. Als mein Sohn gefragt wurde, wo Sally ihre Puppe suchen würde (nachdem Anne sie in Sallys Abwesenheit vom Korb in die Schachtel gelegt hat), meinte mein Sohn, Sally würde ihre Puppe "draußen, im Garten" suchen, weil ihr eingefallen ist, dass sie sie dort verloren haben könnte. Das ist zwar eine nette Theorie, hat aber deutlich gezeigt, dass mein damals 7 1/2jähriger Sohn trotz großer kognitiver Fitness nicht imstande war, sich wie durchschnittliche 4jährige in andere Menschen hinein zu versetzen. Ich glaube heute wäre es noch genau dasselbe. Mein Sohn zieht irgendwelche Theorien und Erklärunen einfach an den Haaren herbei. So glaubt er z.B. die Hortbetreuerin würde den Ausflug nur planen, um IHN zu ärgen, wo sie doch schließlich genau weiß, dass er keine Ausflüge mag.
Im Fall des Sohnes deiner Bekannten ist es im Nachhinein leicht, zu behaupten, das Kind habe die Aufgabe mid dem Brokkoli-Bild nur deshalb nicht richtig gelöst, weil sie zu leicht war. Es kann sogar tatsächlich so sein. Hier wäre wichtig, im Alltag des Kindes zu schauen, ob Mißverständnisse dieser Art IM ECHTEN LEBEN auch öfter mal vorkommen. Dabei geht es überhaupt nicht darum, Gesichtsausdrücke auf Bildern deuten zu können. Kluge Autisten können das lernen, genauso wie sie ein Gedicht auswendig lernen können.
die Mutter sagte mal, ich wünschte fast, er wäre Autist und nicht "nur" hochbegabt. Denn für Autisten bekommt man Hilfe, bei Hochbegabung nicht. Es ist also nicht so, dass sie extreme Angst davor haben, er könne Autist sein, es ist vielmehr so, dass sie es einfach nicht sehen, was die KJP gesehen hat oder eben auch ich... Sie haben für alles was er tut oder wie er reagiert immer eine plausible Erklärung. Es ist ihr Kind. Natürlich ist es oft für Aussenstehende einfacher, das Verhalten eines Kindes "mit neutralen Augen" zu beobachten, auf der anderen Seite kennt niemand das Kind so gut, wie die Eltern...Darum ist Autismus auch nicht heilbar und wächst sich nicht aus. Das ist es, was so vielen Eltern große Angst macht, denn wer will schon ein unheilbar "krankes" Kind. Dabei ist Autismus keine Krankheit, sondern eine andere, nicht so übliche Form der Wahrnehmung. Wenn man die (bei jedem Autisten andersartigen) Wahrnehmungsbesonderheiten im Umgang berücksichtigt können viele Autisten ein selbstbestimmtes, glückliches Leben leben. Und vor allem entwickeln sich Autisten ja auch weiter. Sie lernen selbst, mit ihren Besonderheiten umzugehen, sich (mit wachsender Reife) ein Umfeld zu schaffen, in dem sie gut zurecht kommen und Strategien zu entwickeln mit autismusbedingtem Streß fertig zu werden. Sie lernen, wo welche Form von Anpassung erwartet wird und schaffen das zwar oft nicht auf Anhieb, aber nach einiger Übung immer besser. Eine Familie, welche die Besonderheiten akzeptiert und den Betroffenen dabei unterstützt, seinen eigenen Weg zwischen Anpassung und Authentizität zu finden, ist hier sehr hilfreich. Es braucht nicht immer eine Diagnose um diese Unterstützung zu bekommen, aber eine Diagnose macht doch klarer, um was es eigentlich geht. Und zwar nicht um die Defizitite, sondern um die Möglichkeiten, bestmöglich mit eben diesen Defiziten zu leben. Und nicht zuletzt gibt es auch noch "starke Seiten" von Autisten. In manchen Bereichen sind Autisten neurotypischen Menschen haushoch überlegen (damit meine ich keine Inselbegabungen), wobei diese Stärken auch nicht bei jedem Autisten dieselben sind.
Spannend. Erinnert mich persönlich an eine super-anstrengende Bekannte, die sich selbst als "hochsensibel" betitelt, was mir innerlich immer ein Grinsen entlockt hat, mich jetzt gerade aber zum Nachdenken bringt. Ich habe mit der Frau ein echtes Problem - wenn sie mal ins Reden kommt, ist sie nicht zu stoppen. Ich kann anfangen, parallel etwas zu erzählen, sie lässt sich nicht beeindrucken und wir reden so lange beide, bis ich erschöpft aufhöre - sie spricht weiter. Bei Besuchen redet sie die komplette Besuchszeit lang ohne zu merken, dass mich das Gesagte langweilt, mir teilweise fast körperlich weh tut, dass ich davon Kopfschmerzen bekomme und nur noch weg möchte. Am Telefon ist es praktisch, ich kann den Hörer über längere Strecken ablegen oder zumindest einige Zentimeter vom Kopf entfernt halten - viel zu laut spricht sie nämlich auch. Auf Fragen antwortet sie nicht, wenn sie spricht, sind das Monologe voller Andeutungen, die ich nicht verstehe und auch auf Nachfragen nicht erklärt bekomme. Also quasi der unsensibelste Mensch, den ich kenne. Mittlerweile vermeide ich ehrlich gesagt den Kontakt, wo es nur geht, weil mich diese Monologe dermaßen deprimieren, dass ich noch Stunden später komplett neben mir stehe. Aber ist nicht bei Autismus eines der Kennzeichen Monologe ohne jegliches Eingehen auf den Gesprächspartner? Was genau bedeutet "Hochsensibilität"? Nur Sensibilität für die eigenen Stimmungen und Gefühle, oder auch für die Gefühle anderer? Kann jemand hochsensibel sein, der null Gespür für andere hat? Ist Autismus mit der Schwierigkeit, Gefühle bei anderen intuitiv zu erfassen, nicht eher das Gegenteil von Hochsensibilität? Wenn diese Dauer-Monologe mit Autismus zu tun haben, gibt es vielleicht sozialverträglichere Wege als den Kontaktabbruch, um damit umzugehen, ohne selbst dabei depressiv zu werden?An einen Asperger glaube ich bei ihr eigentlich nicht, aber trotzdem entdecke ich bei ihr immer wieder Merkmale, wenn ich von ASS lese. Darum denke ich persönlich, dass Hochsensibilität der Grenzbereich unterhalb des Spektrums ist.
Das sehe ich auch so. Und habe ich auch schon mal versucht hier zu erklären. Ging aber ziemlich nach hinten los, wahrscheinlich hatte ich mich mal wieder unglücklich ausgedrückt...
Da ich selbst hochsensibel bin, kann ich dir einiges dazu erzählen. Hochsensible sind in der Regel in beide Richtungen sensibel, sprich: für ihre eigenen Gefühle und Reize, aber auch für die Gefühle/Stimmungen anderer, bzw. Reize von außen. Hochsensibilität bedeutet nicht, dass man einfach "nur" äußerst empfindlich oder/und einfühlsam ist, sondern beschreibt eine neurophysiologische Abnormität, die sich stark auf die Psyche auswirkt. Man geht davon aus, das bei hochsensiblen Personen die neuronale Reizschwelle viel niedriger ist als bei "normal"sensiblen Personen. Eingehende (Reiz)Signale werden quasi ungefiltert durchgelassen, so dass schnell eine Übererregung erfolgt.Was genau bedeutet "Hochsensibilität"?
Wie sich die Hochsensibilität äußert, ist sehr unterschiedlich. Manche HSP (hochsensible Personen) stehen durch diese ständige Reizüberflutung quasi ständig unter Stress und können dadurch sogar äußerst unsensibel, unfreundlich oder schlicht merkwürdig im Sozialverhalten wirken, bis hin zu "autistischen Züge" zeigen.Nur Sensibilität für die eigenen Stimmungen und Gefühle, oder auch für die Gefühle anderer? Kann jemand hochsensibel sein, der null Gespür für andere hat?
Nein, wieso? Hochsensible zeichnen sich ja eben nicht hauptsächlich dadurch aus, dass sie Gefühle gut interpretieren können. Viele HSP können das zwar durchaus sehr gut (eine Freundin von mir und ich z.B.), aber bestimmt nicht alle, da es ja darauf ankommt, wie man lernt mit dem ständigen Reizüberfluss zurecht zu kommen. Welche Strategie wählt man, um sich zu "schützen"? Das ist doch sehr unterschiedlich... Wenn man sich im übertragenen Sinne nur noch unter einer dunklen Decke verkriecht, um weniger sehen, hören, fühlen, riechen zu müssen, weil man es anders nicht aushält, so bekommt man auch die Gefühle anderer nicht mehr so gut mitIst Autismus mit der Schwierigkeit, Gefühle bei anderen intuitiv zu erfassen, nicht eher das Gegenteil von Hochsensibilität?
Wie wäre es denn, wenn du das "Problem" mal ganz direkt ansprichst? Bei meiner Mutter hat das wirklich noch immer am ehesten geholfen. Und wenn sie nicht viele gute Freunde gehabt hätte, die ihr allesamt immer wieder gesagt hätten, dass sie doch mal die Klappe halten sollWenn diese Dauer-Monologe mit Autismus zu tun haben, gibt es vielleicht sozialverträglichere Wege als den Kontaktabbruch, um damit umzugehen, ohne selbst dabei depressiv zu werden?
Ich habe diese beiden Absätze von Dir absichtlich untereinander zitiert, weil sie deutlich die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Sohn zeigen. Denn die Mutter ist genauso - einmal wünscht sie sich (angeblich) dass ihr Sohn Autist ist, weil er dann leichter Hilfen bekommt.Wobei ich mich auch hier frage, welche Hilfen ein Hochbegabter ohne Wahrnehmungsstörung, Sinnes-oder sonstiger Behinderung so dringend brauchen sollte. Was jetzt wirklich? Sie hat sich gegen die Diagnose gewehrt, gemeint, die Psychologin hätte ihr (durch die Diagnose) den Blick auf ihr Kind "verdorben". Die Hochbegabungs-Diagnose derselben Psychologin nimmt sie ungefragt als gegeben hin und macht dann die Hochbegabung für die Besonderheiten des Kindes verantwortlich? Und dann wünscht sie sich angeblich, genau diese negierte Diagnose für ihr Kind zu bekommenMeine3 hat geschrieben:
Dies meinte ich mit dem "immer lächeln" und zu versuchen wütend auszusehen. Auf mich wirkt es ein wenig so, als würde er versuchen die Mimik anderer zu kopieren. Es ist ja nicht so, dass er nicht wütend sein kann, aber ich glaube, er hat so eine seltsame Mimik, weil er die Mimik von anderen nicht deuten und interpretieren kann, versucht es aber aufgrund seines hohen Intellektes natürlich und versucht dies dann auch zu kopieren. Aber das ist nur meine ganz eigene persönliche laienhafte Überlegung dazu. Es ist schon so, dass er oft "merkwürdig" reagiert, wenn z.B. ein Kind weint oder er ein Kind seelisch verletzt (wie zum Beispiel meine Tochter als er meinte, er mag nicht mehr mit ihr spielen, weil er nun Schulkind ist, aber sie noch Kindergartenkind), dann wirkt (!) es so, als sei ihm das relativ egal. Im Nachhinein haben seine Eltern mit ihm gesprochen, dann tat es ihm sehr leid und er hat ihr Herzchen gebastelt... Eine andere Situation war, dass er uns besuchen kommen wollte, und meine Tochter war schon ganz aufgeregt. Dann wollte er ganz plötzlich doch nicht mehr (war schon am Schuhe anziehen und quasi fast aus der Tür, so die Mutter, und dann hat sie ihn gebeten noch was bei der Oma unten im Erdgeschoss zu holen und dann wollte er plötzlich nicht mehr gehen). Dies ist erst einmal nicht weiter ungewöhnlich. Kinder entscheiden sich oft um, reagieren nach dem Lustprinzip und fühlen sich oft in der jetzigen Situation wohl und wollen diese nicht verlassen. Bei ihm ist es allerdings extrem, dass man ihn dann auch nicht überzeugen kann. Er wird dann sehr "panisch", fängt an zu weinen und klammert sich irgendwo fest, um zu zeigen, dass er wirklich nicht gehen möchte...Dabei hatte er sich ja ursprünglich sehr auf das Treffen gefreut.
die Mutter sagte mal, ich wünschte fast, er wäre Autist und nicht "nur" hochbegabt. Denn für Autisten bekommt man Hilfe, bei Hochbegabung nicht. Es ist also nicht so, dass sie extreme Angst davor haben, er könne Autist sein, es ist vielmehr so, dass sie es einfach nicht sehen, was die KJP gesehen hat oder eben auch ich... Sie haben für alles was er tut oder wie er reagiert immer eine plausible Erklärung. Es ist ihr Kind. Natürlich ist es oft für Aussenstehende einfacher, das Verhalten eines Kindes "mit neutralen Augen" zu beobachten, auf der anderen Seite kennt niemand das Kind so gut, wie die Eltern...
Ganz ehrlich - ich habe keine Ahnung! Ich halte mich nicht für einen Diagnostik-Profi . Stell dir vor, du würdest mir erzählen "In der Früh nach dem Aufwachen ist mir jeden Tag ziemlich übel, das wird aber besser sobald ich was gegessen habe. Seit einigen Tagen fühle ich so ein ziehen in meinen Brüsten und mir kommt vor, sie verändern sich irgendie. Dann ist auch noch meine Periode 2 Wochen überfällig!". Wenn du jetzt die Frage anschließt "Glaubst du, ich bin schwanger?" ist meine Einschätzung vielleicht richtig, vielleicht falsch, aber trotzdem nicht neutral. Denn du hast mir dann ja all die Merkmale genannt, welche die meisten Menschen an eine Schwangerschaft denken lassen, und mich natürlich auch.Meine3 hat geschrieben:Mich würde ja interessieren, ob du bei meinem Sohn anhand meiner Erzählungen auch Autismus vermuten würdest? Denn bei vielen Dingen agiert er ja ähnlich (nicht in der Intensität), wie dein Großer oder eben wie das Kind von @hope. Ich vermute wie gesagt ADHS bei meinem Sohn, gepaart mit Hochbegabung. Das ist jetzt "off-topic", aber es würde mich einfach interessieren. Kannst mir ja auch gern, wenn du mal Zeit hast, eine PN schreiben. Wie würdest du reagieren, in Bezug auf die Eltern mit dem "eventuell Autisten"? Würdest du Klartext reden, auf die Gefahr hin, dass sie sich dann zurückziehen?
Ich kenne einige Menschen, deren Verhalten ziemlich auffällig, oft auch schwierig (für die Mitmenschen) ist, und die sich selbst als "hochsensibel" bezeichnen. Diese sind sicher nicht alle Autisten, aber die meisten haben - vielleicht auch zusätzlich zu einer tatsächlichen Hochsensibilität - eine sehr eigene Form der Wahrnehmung. Und "hochsensibel" ist im Gegensatz zu "autistisch" kein so negativ besetztes und vorurteilsbehaftetes Wort. Das Vorurteil bei Hochsensibiliät lautet: das ist eben ein "ganz besonderer" Mensch, bei dem vor allem die Mitmenschen sehr gut daruf achten sollten, ja nichts falsches zu machen oder zu sagen. Das Vorurteil bei Autisten lautet hingegen: gefühlskalt, weltfremd, schwierig und irgendwie total nerdig! Niemand, den man gern zum Freund oder zur Freundin hätte, eher jemand, um den jeder einen großen Bogen macht.charlotte12 hat geschrieben:Spannend. Erinnert mich persönlich an eine super-anstrengende Bekannte, die sich selbst als "hochsensibel" betitelt, was mir innerlich immer ein Grinsen entlockt hat, mich jetzt gerade aber zum Nachdenken bringt. Ich habe mit der Frau ein echtes Problem - wenn sie mal ins Reden kommt, ist sie nicht zu stoppen. Ich kann anfangen, parallel etwas zu erzählen, sie lässt sich nicht beeindrucken und wir reden so lange beide, bis ich erschöpft aufhöre - sie spricht weiter. Bei Besuchen redet sie die komplette Besuchszeit lang ohne zu merken, dass mich das Gesagte langweilt, mir teilweise fast körperlich weh tut, dass ich davon Kopfschmerzen bekomme und nur noch weg möchte. Am Telefon ist es praktisch, ich kann den Hörer über längere Strecken ablegen oder zumindest einige Zentimeter vom Kopf entfernt halten - viel zu laut spricht sie nämlich auch. Auf Fragen antwortet sie nicht, wenn sie spricht, sind das Monologe voller Andeutungen, die ich nicht verstehe und auch auf Nachfragen nicht erklärt bekomme. Also quasi der unsensibelste Mensch, den ich kenne. Mittlerweile vermeide ich ehrlich gesagt den Kontakt, wo es nur geht, weil mich diese Monologe dermaßen deprimieren, dass ich noch Stunden später komplett neben mir stehe. Aber ist nicht bei Autismus eines der Kennzeichen Monologe ohne jegliches Eingehen auf den Gesprächspartner? Was genau bedeutet "Hochsensibilität"? Nur Sensibilität für die eigenen Stimmungen und Gefühle, oder auch für die Gefühle anderer? Kann jemand hochsensibel sein, der null Gespür für andere hat? Ist Autismus mit der Schwierigkeit, Gefühle bei anderen intuitiv zu erfassen, nicht eher das Gegenteil von Hochsensibilität? Wenn diese Dauer-Monologe mit Autismus zu tun haben, gibt es vielleicht sozialverträglichere Wege als den Kontaktabbruch, um damit umzugehen, ohne selbst dabei depressiv zu werden?An einen Asperger glaube ich bei ihr eigentlich nicht, aber trotzdem entdecke ich bei ihr immer wieder Merkmale, wenn ich von ASS lese. Darum denke ich persönlich, dass Hochsensibilität der Grenzbereich unterhalb des Spektrums ist.
Das sehe ich auch so. Und habe ich auch schon mal versucht hier zu erklären. Ging aber ziemlich nach hinten los, wahrscheinlich hatte ich mich mal wieder unglücklich ausgedrückt...
Was ist das denn eigentlich?Rabaukenmama hat geschrieben: ..... echte Hochsensibilität!