Hallo,
Bei dem, was du über deinen Sohn schreibst, musste ich an meinen 13jährigen denken, der (sehr knapp) ins autistische Spektrum fällt und übrigens auch eine Schwester mit (stark ausgeprägter) ADS hat.
Vater kluger Kinder hat geschrieben:
Nein, aber eine drei ruft bei ihm keine emotionale Reaktion hervor. Nicht dass er jetzt weinen oder verzweifelt sein muss, aber es erwacht auch kein besonderer Ehrgeiz es beim nächsten Mal besser zu machen. Ist halt einfach so und PUNKT.
Dito wenn er mal wieder ein Schachspiel viel zu schnell runterzockt und gegen einen nominell viel schwächeren Gegner verliert. NULL Reaktion.
Und genau das möchte ich nicht, dass sein gesamtes zukünftiges Leben nach diesem Schema läuft. Ein paar Emotionen und der Wille zur Veränderung wären schon sinnvoll. Nur, wo ist der Hebel?
Und dann verweigert er sich auch gern mal Dingen auf die er keine Lust hat. Eben da wüsst ich gern mal wie ich besser zu ihm durchdringe. Einfach laufen lassen und darauf hoffen, dass schlechte Erfahrungen zu einer Änderung führen? Darauf würde ich mich bei ihm nicht verlassen.
Sollte er über “autistische Züge“ verfügen, bedeutet ihm der Wettbewerb, das Siegen um seiner selbst willen, bzw. um des Besserseins willen, vielleicht einfach nichts.
“Autisten“ sind viel weniger auf der Beziehungsebene unterwegs als neurotypische Menschen und verstehen die zwischenmenschliche Funktion von Wettkampf höchstens über die rationale Ebene, nicht intuitiv ( und dann kommen sie manchmal zu dem Schluss, dass dieser vollkommen nutzlos ist

).
Mein Sohn hat einen so hohen IQ, dass er seine “Defizite“ optimal über sein Reflektionsvermögen kompensieren kann.
Was er ablehnt, tut er bewusst oder aus Unsicherheit/Vermeidung, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass bestimmte Reaktionen bei seinen Mitmenschen negativ ankommen.
Er reagiert (mittlerweile) auf Misserfolge auch mit gezeigter Enttäuschung, aber ich weiß nie, ob sein Verhalten Folge der sozialen Erwartung ist, oder seine inneren Befindlichkeiten wirklich widerspiegelt.
Schau bei deinem Sohn genau hin, was seine Bedürfnisse sind und was deine/eure und versuche sein Naturell zu akzeptieren.
Es ist eigentlich total banal, aber erst durch das Gefühl, des vollumfänglichen “Angenommenseins“, wenn sie spüren, dass die Hauptbezugspersonen, ihr Handeln nicht immer “verbessern/optimieren“ wollen, haben sie irgendwann genug Selbstvertrauen/ Selbstsicherheit, um aus ihrem Schema auszubrechen und sich auf neue Handlungsoptionen einzulassen.
LG