Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@sinus
Wenn dein Kind wirklich eine Ambition hätte gute Noten zu haben, hätte sie mehr geübt, sauberer geschrieben, und was weiß ich alles gemacht, um besser zu werden. Aber die schlechten Noten bringen nur kurze, schnell verfliegende Schmerzen. Die sind der Freiheit und der Freizeit nicht wert.
Ab der 7. Klasse ist schluss mit Rechnen in Mathe, dann geht es wieder bergaufwärts für die Kinder, die Mathe zwar lieben, rechnen aber hassen. Die Form wird mit zunehmender Klassenstufe immer weniger die Note beeinflussen.
Wie willst du denn die Maßnahmen durchsetzen? Ich kenne von anderen Eltern nur die entgegengesetzte Kurve. Kinder, die in der GS-Zeit eng beaufsichtigt wurden, schütteln jede Art Kontrolle ab dem Beginn des Pubertäts ab. Dann bleibt Musikunterricht auf der Strecke und die Noten lassen zu wünschen übrig. Den Eltern bleibt nichts es nur zu hoffen übrig, dass bis zur Oberstufe alles wieder im Lot ist.
Naja, anfangs stimmten die Noten, es geht erst seit ein paar Wochen, dass sie nicht wie gewünscht (ihrerseits!) ausfallen.
In Mathe will sie keine 3 haben, weiß aber nicht, wie sie was ändern kann. Sie versteht den Lehrer irgendwie nicht und es fehlt ihr immer wieder an Übung/Automatisierung beim Abarbeiten von Rechenschritten. Übungsaufgaben gibts vom Lehrer leider nicht. Die müssen wir selbst raussuchen.
Seiten im Buch zum Abarbeiten gibts auch nicht, weil er meistens "Vorlesungen" hält und nicht nach dem Buch geht.
Auch Instrument üben darf sie sie ca. einem Jahr völlig selbstbestimmt, was heißt, dass sie quasi nicht mehr übt, wenn ich nicht doch mal meckere, dass es dringend nötig ist. Wenn ich aber was sage, macht sie es dann auch ohne große Diskussionen.
Kürzlich hatte sie eine Musiktheorieprüfung und hatte im Dezember viel gefehlt und mangels Interesse auch sonst nicht aufgepasst, wenn sie im Unterricht war. (Die Musiktheorie ist ein kostenloses Angebot der Musikschule für alle, die ein Instrument dort lernen. Sie besucht - in Abstimmung mit dem Instrumentallehrer - den Kurs zusammen mit einem Freund.)
1 Woche vorher schob sie plötzlich Panik, dass sie am Ende die Schlechtestes sein wird, weil sie wirklich überhaupt nichts könnte und sie hat sehr wohl üben wollen. Sie hat dann auch mehrmals geübt, aber das hat quasi nichts genützt, weil sie gar nicht wusste, wie man etwas übt und die Lücken riesig waren. Sie hat 3-4 mal "geübt", ist aber nicht "durchgedrungen".
Erst als ich mich dann doch mit ihr zusammen hingesetzt habe und den ganzen Stoff mit ihr aufgedröselt habe (was ich eigentlich nicht hatte machen wollen), gabs einige Aha-Erlebnisse.
Hinterher sagte sie, dass das Üben sogar ein bisschen Spaß gemacht habe.
In Mathe bittet sie mich jetzt abends öfter von sich aus, nicht verstandenen Stoff mit ihr nachzuarbeiten, worauf ich aber abends 20 Uhr verständlicherweise nur noch wenig Lust habe. Ich hab eh schon so gut wie keine Freizeit nach der Arbeit... als allein Erziehende hängt ja einfach ALLES an Alltags-Routinen an mir. Und die Kinder gehen erst nach 21/22 Uhr ins Bett.
Der Wille ist ihrerseits scheint mir jedenfalls durchaus da, keine 3en auf dem Zeugnis war auf ihr Selbstbewusstsein formuliertes Ziel am Schuljahresanfang und sie ist unzufrieden, dass es nicht klappen wird.
Sie will selbst also schon gute Zensuren haben, aber sie weiß nicht wie und was sie dafür tun muss bzw. verschiebt alles bis spät in den Abend, wenn ich Zeit habe, dass ich ihr ggf helfen kann.
Den Nachmittag ohne mich verbummelt sie komplett. Das war schon in Klasse 3/4 so (wo sie nicht mehr in den Hort wollte und ging), aber da machte sich das eben schulisch nicht bemerkbar.
So funktioniert das derzeit jedenfalls für uns beide nicht.
Sie müsste an sich ihr Schulzeug und Instrument nachmittags erledigen, dass der Abend hier entspannt laufen kann.
Ich hoffe momentan, dass sie irgendwann bald mit meiner Begleitung momentan dann evtl. selbst bald weiß, wie es geht, aber erstmal braucht sie da ganz klar Unterstützung.
Jemanden, der ihr sagt: so, und jetzt setzt du dich hin und machst erstmal Schulaufgaben, wenn du was nicht verstehst machst du XYZ oder recherchierst daunda noch mal nach; dann Ranzen packen, ggf ausmisten; Instrument üben... DANN kannst du bummeln und evtl. können wir dann ja sogar noch zusammen einen Film schauen...
(bisher hab ich diesen Arbeitsplan immer nur "aufgegeben", und wenn ich heim kam, 18 Uhr oft erst, hungrig, Essen und Instrument mit der Kleinen musste auch noch sein, hatte sie mit dem Schuhkram noch nicht mal angefangen: "Ups, der Nachmittag war so schnell vorbei. Aber Mama, ich krieg das allein eh nicht hin, das in Mathe musst du mir bitte nochmal erklären..."
Wozu ordentliche Form gut ist, hat sie auch zumindest ansatzweise eingesehen, als sich zeigte, dass viele Fehler in Mathe dadurch entstehen, dass sie nicht ordentlich/passend untereinander schreibt, Kommas falsch setzt etc pp.
Das war dann auch ich, der das auffiel.
Alles in allem - sie ist willig, aber es fehlt ein bisschen "Aufsicht" und Lenkung. Mit 11 ist es wohl auch tatsächlich noch zu viel verlangt, dass sie sich völlig allein organisiert.
Das ist mir inzwischen klar geworden. Da es in der Grundschule alles auch so ging, hab ich einfach nicht damit gerechnet, dass ich da jetzt plötzlich gefragt sein könnte bzw ich dachte, es habe daran gelegen, dass sie das alles allein klarkriegt.
Aber sie hatte damals eben auch nicht die selben Herausforderungen zu meistern. Schulisch GAB es einfach keine Herausforderungen, nicht im Schulalltag und erst recht nicht in der Freizeit. (Ihre Grundschule ist hier dafür bekannt, dass es kaum Hausaufgaben gibt)
Anfang des Schuljahres, als ich ihr sagte, sie muss hinfort ggf jeden Tag eine halbe bis Stunde am Tag für Schulaufgaben und Hefter durchgehen etc einplanen, war sie völlig konsterniert: "IN MEINER FREIZEIT ETWAS FÜR DIE SCHULE TUN? Wieso DAS denn??? Und das jetzt die ganzen kommenden Jahre? WIRKLICH?" fragte sie mich ganz ernsthaft erschrocken.
Auch darum denke ich, dass diese Grundschule für meine Kleine wohl nicht die beste Wahl ist. Sie hat die Große nicht nur die Motivation gekostet, sondern sie auch null vorbereitet.
In den letzten großen Ferien hatte ich ihr übrigens öfter mal einen Pflichtenzettel zum Abarbeiten geschrieben. Sowas wie Aufwasch machen, Müll rausbringen, Tiere füttern/ausmisten, Blumen gießen etc. – Kleinigkeiten, die sie gut in einer halben bis Stunde erledigen kann.
Sie ist dann immer direkt wenn ich zur Arbeit bin aufgestanden und hat zügig und ordentlich alles abgearbeitet, damit sie danach Freizeit hat.
Das hat echt gut geklappt. (Und ich hatte den Eindruck, dass es ihr sogar gefiel "was geschafft" zu haben)
So habe ich es jetzt auch schon mal probiert. Sie erledigt dann auch die aufgeschriebenen Aufgaben, aber alles Schulische lässt sie bis zum Schluss.