Rabaukenmama hat geschrieben:
Ich halte mich auch an die Regeln, aber wenn ich jemanden begegne, der das nicht tut, verurteile ich diese Personen nicht gleich auf Verdacht sondern schaue eben, MICH und meine Kinder bestmöglich zu schützen. Gerade im Supermarkt konnte man den Masken-unter-der-Nase-Trägern ja locker aus dem Weg gehen. In eng gedrängten Öffis schaut es schon anders aus, da würde ich auch was sagen, wenn ich nicht weggehen kann.
Hallo Rabaukenmama,
ich verurteile nicht, ich schreibe explizit, dass das meine Beobachtung und daraus resultierende persönliche Erfahrung ist. Und NEIN, man kann diesen Maske-unter-der-Nase-Trägern eben NICHT aus dem Weg gehen, wenn sie hinter dir an der Kasse in der Schlange stehen und dann nicht 1,5-2M abstand zu dir halten, sondern 20cm. Denn wenn ich wegrücke, muss ich dem Mann vor mir auf die Pelle rücken und da bin ich einfach zu rücksichtsvoll. Auch wenn sich ein ungeduldiger (nach MEINER Erfahrung
meist eben über 60jähriger) Mensch an der Kühltheke von hinten vorbeiquetscht, weil er JETZT unbedingt an den Käse will, kann ich das nicht vermeiden. Ich habe nämlich hinten keine Augen im Kopf.
Glaubst du tatsächlich, dass "Alte" generell Kinder für den Lockdown und die momentanen Maßnahmen verantwortlich machen? Also dass mehr als die Hälfte der Pensionisten (sonst wäre ja eine Generalisierung absurd) der Meinung sind, die "Jungen" wären irgendwie "schuld"?
NEIN. Habe ich auch nicht behauptet. Ich spreche von MEINEN Erahrungen (irgendwie wiederhole ich mich), die ich in den letzten Monaten gemacht habe. Es ist nunmal so, dass das meine Beobachtungen aus dem Alltag sind. Die jüngeren Leute und auch die mittleren Alters halten sich zum Großteil (das was ICH beobachten konnte!) sehr viel besser an die Regeln, als alte Menschen. Und wenn man freundlich drauf hinweist (habe ich zweimal getan, einmal im Supermarkt und einmal beim Arzt als eine sicher 80ig jährige, gebrechlich aussehende Frau sich direkt NEBEN mich an die Theke stellte, Mundschutz UNTER der Nase. Ich bat sie da nicht mal ihren Mundschutz aufzusetzen, sondern habe auf den Abstand hingewiesen.) kriegt man einen entrüsteten Blick, ein Achselzucken und das wars.(ich konnte im übrigen nicht ausweichen, ein Blumenkübel stand zu meiner Rechten, sie hätte gut ausweichen können nach links). Es geht auch nicht um Schuldzuweisungen, denn die bringen uns nichts. Das geht mir schon bei den Gesprächsrunden immer so auf den Geist, wenn sie sich gegenseitig nur noch die Schuld zuschieben und keiner fühlt sich zuständig. Mir geht es darum: von Beginn an, wurde immer wieder betont, dass wir das nicht zum Schutz derer tun, die gesund und kräftig und mitten im Leben stehen, sondern VOR ALLEM wegen der Risikogruppe (Alte, Adipöse, Vorerkrankte...). Und gerade die, die den Schutz brauchen, legen
in meiner Umgebung, nach meinen Beobachtungen überhaupt keinen Wert drau geschützt zu werden oder aber meinen, dass wir jungen immun sind

. Da kann man sich doch mal zwischendurch fragen, warum man selbst so viele Einschränkungen auf sich nimmt. Was alte Menschen in Berlin machen oder Österreich oder gar im Nachbardorf, weiß ich nicht. Dazu habe ich keine Erfahrungswerte.
Und jeder glaubt, SEINE Meinung dazu wäre die "richtige". Daher ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass irgendein Opa, der ohnehin dauer-frustriert ist und "die Jungen" für alle möglichen Mißstände veranwortlich macht, diese auch irgendwie als "schuld" am Virus und den Maßnahmen sieht - passt ja in sein Weltbild!
Komisch. Ich glaube das nicht. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich total falsch liegen kann, weil uns schlicht die Erfahrungswerte fehlen, weil die Entwicklung sehr dynamisch verläuft, weil wir viel zu wenig über das Virus wissen bislang, weil das Virus klug ist und viel zu viele Menschen Übertrager sind, dabei aber symptomlos. Dennoch habe ich eine Meinung dazu. Ich bin der Meinung, dass das Virus nun einfach da ist. Es geht nicht weg, nur weil wir alle eine Weile zu Hause bleiben. Es geht nicht weg, nur weil wir Mundschutz tragen. Es bleibt und auch ein Impfschutz wird nicht dafür sorgen, dass das Virus komplett von heute auf morgen verschwindet. Zumindest hier in Deutschland gibt es einige ImpfGEGNER oder zumindest -skeptiker , die sich nicht impfen lassen werden (Meine Mutter hat schon verkündet, dass sie sich nicht impfen lassen wird, und ist im übrigen recht ängstlich. Wir haben sie von März bis Ende Mai genau zweimal gesehen. MIT ABSTAND, im FREIEN. Aber selbst sie ist mittlerweile "Maßnahmen"-müde und hinterfragt viel).
Wir müssen aufhören
unnötig Panik zu verbreiten, es aber dennoch ernst nehmen. Mir gefällt Hendrik Streek (Virologe) sehr gut. Er ist besonnen, schürt keine Ängste, versucht zu beruhigen und aufzuklären ohne dabei zu bagatellisieren oder das Virus als solches nicht ernst zu nehmen oder gar zu negieren. Er fällt den Politikern nicht in den Rücken und ist keiner der abgedrehten Verschwörungsanhänger, die von einer Coronalüge sprechen noch ist der ein Schoßhündchen, dass den Politikern durchgehend nach dem Mund redet. Er sagt vieles, was ich denke. Ich denke er passt mittlerweile ganz gut auf, WAS und WIE er es sagt, damit er nicht in die Kritik gerät und das gelingt ihm sehr gut. Er hat für mich persönlich einen recht realistischen Blick auf die Lage.
Genauso wie es in das Weltbild ängstlicher, besorgter junger Leute passt, die "verantwortungslosen Alten" für die man das alles ja "veranstaltet" als Feindbild zu sehen. Die Ausnahmesituation versetzt ja vor allem bei Menschen, die schon vor Corona mit sich und der Welt Probleme hatten, in eine Art negativen Ausnahmezustand. Und dazu braucht es Schuldige und Feindbilder.
Ich habe überhaupt keine Feindbilder (außer vielleicht Nazis

). Mag sein, dass das bei anderen so ist. Aber ich MAG alte Menschen. War sogar früher freiwillig im Altenheim und habe dort vorgelesen. Ich gebe ihnen auch nicht die Schuld. Aber mich nervt trotzdem das, was ich täglich erlebe.
Du siehst bei den "meisten über 60 im Supermarkt" die Gruppe der älteren Personen, die ohnehin unter "weniger besorgt" fallen. Ich persönlich kenne zumindest 4 Personen über 60, die in den Hoch-Zeiten gar nicht aus dem Haus gegangen sind, persönlich. Die haben sich von ihren Kindern oder Hilfsorganisationen mit dem Nötigsten versorgen lassen. Daher ist dein subjektives Empfinden hier nicht ganz korrekt. Ist ein bißchen so, wie wenn ein Impfgegner meint "Meine Mutter hatte als Kind auch Masern, ist aber nicht dran gestorben" - das können natürlich nur Leute sagen, deren Mütter die Kindheit überlebt haben (ohne hier eine Impf-Debatte auslösen zu wollen

). Aber ich glaube, du verstehst schon, was ich meine

.
Ich hatte auch Masern und hab es überlebt

. Spaß beiseite. Ich finde der Vergleich mit dem impfen "hinkt". Ich übertrage meine Erfahrungen überhaupt nicht auf die Gesamtheit. Das schließt du nur aus meinen Erzählungen. Ich habe lediglich geschildert, was ich beobachte und sehe. Dass Familien und Kindern ein relativ geringer Stellenwert in der Gesellschaft zukommt (in D), sollte jedem klar sein, der sich hier umschaut. DAs ist nicht erst seit Corona so, wird jetzt in der Krise aber sichtbarer, wie alle anderen Missstände auch. Diese Krise wirkt wie ein Verstärker auf Dinge, die vorher schon im argen lagen. Das steht für mich auch nicht direkt in Verbindung mit dem Verhalten aller Alten, die mir negativ aufgefallen sind, ganz gewiss nicht. Davon haben sicher auch einige Familie und Enkel

. Aber die Äußerung des alten Herren im Supermarkt, war schon sehr unschön und es ist nicht die erste und wird nicht die letzte Äußerung von einem Menschen im Rentenalter gewesen sein, die abfällig gegenüber Kindern ist. Allein in der Straßenbahn, im Zoo, im Restaurant und so weiter, habe ich schon so viele Kommentare mir anhören müssen, wenn Kinder eben Kinder waren (laut, fröhlich, etwas rücksichtslos und unbesonnen, wie Kinder eben oft sind) und da rede ich nicht nur von meinen eigenen Erfahrungen als Mutter.
Insgesamt sind halt zur Zeit die Leute mehr im Fokus, die sich nicht bzw. nur halbherzig an die Maßnahmen halten, weil man die anderen oft gar nicht wahrnimmt.
Sorry, nein. Bei mir nicht. Ich nehme durchaus POSITIV wahr, wie zivilisiert sich Jugendliche und junge Erwachsene in der Öffentlichkeit benehmen und auch unsere Kinder in der Schule halten sich sehr gut an die Regeln, unser Direktor hat ganze Lobeshymnen auf die Vorarbeit der Eltern gesungen, weil die Kinder so zivilisiert und "brav" sind

. Und auch hier wieder: ich rede von MEINEN Beobachtungen im Alltag. Nicht von Bildern aus dem Fernsehen, wo Jugendliche FEnsterscheiben zerstören und plünder oder auf Polizisten einprügeln, was ohne Frage schrecklich und daneben ist. Noch rede ich von anderen Schulen oder ähnlichem oder übertrage meine Erfahrungen auf die Gesamtheit. Ich beobachte einfach nur. Ich informiere mich. Nicht nur in eine Richtung. Ich schaue nicht nur Mainstream-Fernsehen und lese meine Nachrichten auch nicht nur auf einer Seite. Ich lese aus verschiedenen Quellen, ja manchmal lese und schaue auch was die "Verschwörer" so zu sagen haben. Und ganz ehrlich: wie so oft, denke ich, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Ich halte mich nicht an eine "Seite". Ich bilde mir meine ganz eigene Meinung. Und meine eigene Meinung hat nichts mit "wissen" zu tun. Ich glaube an gewisse Dinge oder tue es nicht. WISSEN kann ich nur das, was ich selbst erfahre oder erlebe. Nachrichten können gefaked sein. In die eine oder andere Richtung. Es ist so viel möglich heute. Geschichtsbücher können unvollständig und einseitig oder propagistisch sein, etc.pp. All das, was ich nicht persönlich erlebt und erfahren habe, kann ich lediglich aufnehmen und mit in meine persönlichen Erfahrungen einfließen lassen, um mir dann meine eigene Meinung zu bilden. Zumindest gehe ich so vor.
Was die Politiker betrifft so ist es in Deutschland anscheinend anders als in Österreich. Hier halten sie die Politiker der Regierungsparteien meistens sehr gut an die Maßnahmen. Wobei unser Bundespräsident (zu Recht) in die Kritik kam, weil er die Sperrstunde in den Lokalen "übersehen" hat. Bei uns sind es nur Oppositionspolitiker, die teilweise demonstrativ keine Masken getragen und (im Parlament) Abstandsregeln missachtet haben.
Unser amtierender Ministerpräsident wurde unlängst am Flughafen ohne Maske fotografiert. So viel dazu. Sein Kommentar: er hat die Maske abgezogen, weil er was Süßés essen wollte. Nun gut

Klar, ist zulässig, was zu essen. Aber er steht nun mal in der Öffentlichkeit und hätte sich den Snack eventuell auch verkneifen können und einen Zeitpunkt dafür wählen. Derlei Faux-pas gibt es zu Hauf und das nicht nur von den Oppositionellen....