Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@sinus
9. Klasse, HB-Zug. ALLE schreiben irgendwie, aber kein Mensch schreibt in Schreibschrift. Du versuchst Verbindungen herzustellen, die nicht da sind... Es ist keine Übungssache, es ist die Frage des inneren Gleichgewichts. Deine Tochter denkt schneller als ihre Motorik es umsetzen kann. Meinen Großen hat es auch ganz hart getroffen. Bei ihm war der Unterschied nicht einfach groß, das war einfach ein Marianengraben von der Spitze der Kilimanjaro gesehen. Es führte zu einigen Umsetzungsproblemen und selbst jetzt noch spürbar. Aber keine Übungen der Welt hätten diesen Unterschied in der 5-6. Klasse ausbügeln können. Und wenn ich ihn gegängelt hätte und ihm Zusatzschreibübungen auferlegt hätte, dann wären wir beide jetzt in irgendeiner Psychoanstalt gewesen.
Naja, ich verstehe schon, dass es schwer ist, das durchzusetzen, je nach Charakter des Kindes.
Ich würde es auch nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen wollen, das wäre es mir nicht wert.
Ich habe mit der Großen bspw in Klasse 1 auch nie lesen geübt, obwohl es immer pro Woche ein Übungsblatt gab und die Aufgabe, das mit dem Kind zusammen LAUT zu lesen.
Tochter hat das aber verweigert bzw gabs da immer Zoff - ich glaube, weil sie ihre eigenen für ihr Empfinden unbeholfenen Leseversuche ungern hörbar machen wollte.
Da sie auf Nachfrage der Lehrerin trotzdem "zu den besten Lesern der Klasse" gehörte, hab ich meine "erledigt" Unterschrift dann eben auch dann hingesetzt, wenn das Kind es mir NICHT wie aufgetragen laut vorgelesen hatte.
(die Kleine liest übrigens seit Kurzem auch immer leise für sich und sagt erst dann das Wort laut, wenn sie es weiß

)
Die Große liest übrigens bis heute nicht sonderlich flüssig, wenn sie laut lesen muss und auch eher ungern vor.
Dafür redet sie wie eine Schnellfeuerwaffe.
Was ich sagen will: es wäre es mir auch nicht wert, dadurch den Familienfrieden nachhaltig in Gefahr zu bringen, aber die Sinnhaftigkeit solcher Übungen würde ich nun auch nicht so völlig in Frage stellen.