Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!
Verfasst: Mo 1. Apr 2019, 13:25
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Austausch zum Thema Hochbegabte Kinder
https://forum.klugekinder.at/
Das habe ich ja damals auch schon beantwortet. Klar kann kein Kind was komplett "von selbst". Wenn man einem Kind nicht mindestens einmal gesagt hat "Das ist ein A" wird es kein A benennen können. Mein Sohn hat mit 18 Monaten begonnen, Buchstaben und Zahlen zu erfragen. Mit 2 Jahren konnte er dann alle Groß- und Kleinbuchstaben und alle Zahlen bis 100 korrekt benennen - noch lange bevor er den ersten grammatikalisch korrekten Satz gesprochen hat.alibaba hat geschrieben:Ich verweise Dich mal auf den anderen, neulich geführten Thread. Da stand dann, wenn ein Kind das nicht einfach so kann, weil es das eben kann oder sozusagen übergreifend sich das erdenken kann, weil Hochbegabte können das ja, es nicht hochbegabt ist. Ich vertiefe: mein Sohn kann das nicht einfach so - logisch - er ist ja auch nicht hochbegabt. Ja, habe ich verstanden. Gerne mache ich mir die Mühe und verlinke Dir die Stellen.Rabaukenmama hat geschrieben:
Hallo Alibaba!
Wenn ich dich richtig verstanden habe (wenn nicht, korrigier mich bitte!) dann sind nur diejenigen Kinder wirklich hochbegabt, die lesen lernen, ohne es beigebracht zu bekommen, die schwimmen, die von sich aus die Logik der zweistelligen Zahlen behirnen, die ohne spezielle Förderung ihre Begabung ausleben.
Ich finde hier immer wieder Angaben, mein Kind konnte das einfach so. Erklärt hat ihm das keiner. Kind konnte einfach lesen. Einfach Radfahren, einfach schwimmen, einfach Geige spielen, einfach programmieren.
Ich kann ja grundsätzlich nur von mir berichten, nur von dem hier Erlebten. Ich bin nicht statistikfähig und habe auch keine hochbegabten Kinder. Und meine können auch nichts einfach so. Daher schrieb ich, dass mein Sohn fragte und ich es ihm erklärte. Es war für ihn nicht logisch, dass obwohl er wusste (noch keine 2 Jahre alt) das nach 2 die 3 kommt, das nach zwanzig eben dreißig kommt. Genauso mit Buchstaben. Mein Kind erfragte die Buchstaben die am Kühlschrank hingen. Ich habe ihm das gezeigt und erklärt. Das ist ein "M", das ein "A" und schau mal, wenn ich das nebeneinander lege ergibt das "Mama". So legten wir Wörter. Nach Lust und Laune, heute mal, morgen nicht, übermorgen auch nicht, drei Tage später wieder, weil ich Zeit hatte -die Kartoffeln waren noch nicht gut und mein Sohn in Fragelaune. Er konnte nicht automatisch von "Mama" auf "Oma" schlussfolgern. Ich erklärte ihm das lesen. Ich zeigte ihm das man das ziehen muss. Oooooommmmmmmmaaaaaaa. Und als er das dann verstand, das man lediglich zusammen ziehen musste, las er Stück für Stück und immer mehr, je nach Lust und Laune. Er konnte es nicht alleine. Er hat es sich nicht selber beigebracht. Ich habe es ihm gezeigt. Und mit jeder Frage - die ich immer beantwortete habe - kam der Aha-Effekt.
Ja, bis zu einem gewissen Grad können Hochbegabte das wirklich alles "easy". Aber natürlich kann auch kein Hochbegabter Vokabel, die er sich nie angeschaut und nie gehört hat. Lernen muss jeder, unabhängig vom IQ. Ein Kind muß das Gedicht für deutsch 20x laut durchlesen, um es halbwegs fehlerfrei aufsagen zu können, ein anderes braucht es gar nicht durchlesen, weil es gut zugehört hat, als es die Lehrerin in der Klasse 2x vorgetragen hat. Im Sprachgebrauch sagt man, das Kind kann das Gedicht "ohne lernen", was natürlich nicht stimmt. Aber es macht eben den Unterschied aus, wie viel und intensiv man für was lernen muss. Wie viele Wiederholungen braucht man, bis man den Stoff intus hat? Wie lange bleibt er dann "gespeichert"? Nur für die Woche bis zum Test, bis zum Abitur oder für den Rest des Lebens? (Wobei viel Schulstoff so langweilig und relitätsfremd ist, dass ich ehrlich gesagt gar nicht will, dass er für den Rest des Lebens im Kopf bleibtalibaba hat geschrieben: Eigentlich machen meine Kinder mir nach. In jungen Jahren. Und ich mache nichts Anderes und greife Interessen auf. Einfach Fahrradfahren konnten meine nicht. Sie haben das gelernt. Sie haben Laufen gelernt, sie haben ihre Motorik drei Jahre lang prima üben dürfen, hatten auch ein Laufrad mit dem sie die Hänge hinunter düsten, keine zwei Jahre alt. Und ich fuhr mit dem Roller nebenher. Logisch für mich, dass mit 3 Jahren das Fahrrad folgte. Außerdem war ich täglich draußen, Spielplatz, Park ….Verkehrsübungsplatz - das volle Programm. Aus lauter Hilflosigkeit, weil mein Sohn ständig Neues erfahren wollte.
So lief das bei uns und läuft immer noch. Mein Sohn kann nicht automatisch den Stoff von Klasse 10 oder 11 oder 12. Der braucht einen Lehrer oder Mentor, der es ihm erklärt. Und er muss sich damit beschäftigen.
Diese Fragen für den Rettungsschwimmer (ähnlich wie bei der Fahrschule) hat er geübt. Das haben sie real im Unterricht besprochen - nennt sich Theorie. Also kein schwimmen, sondern Theoriestunden. Der weiß nicht automatisch die richtigen Antworten. Erst recht nicht, nur vom anschauen.
Seine Instrumente muss er üben um super zu sein. Er geht zwei Mal die Woche ins Orchester und einmal für 45 Minuten Einzelunterricht. Auftriite kommen sehr oft hinzu. In Summe also mindestens 4 Stunden wöchentlich. Für Jugend musiziert reicht das aber nicht. Seine anderen Instrumente muss er auch üben. Für die Beiträge in der Schule übt er. Ich sitze dann, wenn es Nahe zum Aufführtermin geht, daneben und gebe ihm Anregungen. Da kommt er zu mir und bittet mich um Hilfe. Er übt und sitzt.
Er übt und sitzt für jede Biologieklausur. Für jede Erdkundeklausur. Er lernt Vokabeln oder Grammatik. Er kann das nicht einfach so. Und auch das Periodensystem in Chemie muss er lernen. Wie ein Gedicht. Flammenfarben hat er auch gelernt. Er übt auch durch (vereinzelte) Mitarbeit im Unterricht. Aktuell hat er Meldeverbot in Mathe und Chemie - aber trotzdem nur eine 2 in Mitarbeit. Er schreibt auch nicht automatisch sehr gute Noten. Da ist immer etwas, was eben nicht so war, wie der Lehrer das wollte. Anderer Rechenweg - falsch, Punktabzug.
Ich schlussfolgere also daraus, da ein Hochbegabter das ja alles easy kann und mein Sohn ja auch nicht hochbegabt ist, dass das eben nur Hochbegabte können.
Ich persönlich habe damit meine erlebten Zweifel. ABER ich kenne nicht genügend Leute um hier vergleichend sagen zu können, so oder so ist das.
VG
Wie üben geht weiß ich grundsätzlich, trotzdem danke für die Erklärungalibaba hat geschrieben: Also meine Kinder fragten und ich antwortete. Wenn mich mein Kind etwas fragt, sage ich nie, weiß ich nicht, sondern gehe mit dem Kind in Aktion. Mein Sohn fragte wie man etwas liest, ich antwortete. O-M-A ist OoooMmmmmAaaa. Logisch ist dann eben, AaaaaMmmmmOooooo. Das muss man nur lange genug üben (also es muss das Kind interessiert aufgreifen) und dann kann es das Kind. Es übt, es setzt sich damit auseinander, es beschäftigt sich damit - das mag man nennen wie man will. Ich nenne das, es übt. Vielleicht hätte mein Sohn es auch "einfach so gelernt" aber er fragte und ich antwortete. Daher weiß ich es nicht. Wir saßen auch nicht täglich am Bettchen oder am Küchentisch - es ergab sich, zwischen Kartoffel kochen und staubsaugen. Wie man das eben so macht. Fragen - antworten - fragen - antworten.
Und grundsätzlich weiß ich nicht - wie es bei anderen läuft. Ob die das 10x hören müssen oder nur 1x. woher weiß ich das. Für mich ist üben, üben. Für mich ist es logisch - dass das mit was ich mich beschäftige, dass ich das auch kann. Wenn meine Madame ein Gedicht übt - kommt sie zu mir. sie weiß, ich finde das super. Und so machen wir uns einen Spaß draus, wer zuerst das Gedicht auswendig kann. Wir laufen um den Küchentisch und sagen es 10x auf. Dann schauen wir, wer es eher kann. Ich kann heute noch den Zauberlehrling oder andere Gedichte aus meiner Schulzeit - komplett! Na und, ich finde das auch interessant. Mein Mann findet das gar nicht, also kann er das auch nicht.
Aber wie müssen uns den Dingen zuwenden. Einfach so können wir es nicht. Und en Zauberlehrling. Und den Zauberlehrling konnte ich auch nicht nach nur 1x durchlesen. Aber ich bin auch nicht hochbegabt.
Nicht im Gesamt-IQ. Nur im Bereich SV. Außerdem Spitzenwerte bei den Untertests BK und WT. Dafür grade mal durchschnittliche VGKoschka hat geschrieben:@Edainwen
Bei deinem Sohn ist die 2. Zahl im IQ Wert mindestens eine 4 oder?