ich bin jetzt mal so dreist zu behaupten, dass es einen Unterschied zwischen Mädchen und Jungs gibt.
Und zwar in erste Linie den biologischen. Der begrenzt sich ja nun bekanntermaßen nicht NUR auf äußerliche Geschlechtsmerkmale oder mehr Behaarung oder eine tiefere Stimme. Sondern auch durch Vorgänge im Körper, die nIcht unmittelbar sichtbar sind.
Ich glaube, wir müssen nicht darüber diskutieren, dass beispielsweise Testosteron ein Hormon ist, dass Männer zu einem höheren Prozentsatz Körper haben als Frauen und dieses auch bekannt ist, aggressives Verhalten zu "begünstigen".
Somit ist es für mich auch nachvollziehbar, dass unser Sohn, obwohl wir bewusste Pazifisten sind, und damit auch so unsere Probleme haben, eigenartig fasziniert vom kämpfen, von Waffen und diesem ganzen Kram ist, wohin gegen unsere Töchter damit überhaupt keinen Spaß haben. Auffällig ist auch, dass unsere Töchter ganz intensiv Rollenspiele nach dem Motto "VaterMutterKind" spielen und unser Sohn das noch nie sonderlich interessant fand. Er spielt das zwar mit, ebenso wie die mittlere Tochter versucht, wacker bei Ninjago-Lego Kampfszenen mitzumachen

, aber die totale Euphorie sieht anders aus... Bevor ich Kinder hatte, war ich überzeugt, dass das von den Eltern kommt und gefördert wird. Aber nun weiß ich: Neeeee

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Das mit dem Testosteron ist nur 1 Beispiel, wo Männer und Frauen (Mädchen und Jungs) sich signifikant und unleugbar unterscheiden.
Warum gibt es denn spezielle Mädchencamps, wenn es überhaupt keinen Unterschied gibt?

Offensichtlich gibt es ihn schon!
Ich finde es auch überhaupt nicht schlimm, sondern GUT, dass wir alle unterschiedlich sind. NICHT ALLE GLEICH- Jeder individuell und anders, ganz eigen. Und ich finde es auch gut und begrüße es, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, manche Dinge unterschiedlich anpacken und lösen. Ich muss Männer oder "männliche" Attribute nicht ablehnen, ich kann sie gut finden, ohne selbst so zu sein.
Ich selbst halte mich für emanzipiert. So emanzipiert, dass ich kein blödes Gefühl habe, wenn mein Mann mir die Einkauftasche ins Haus trägt (mit mitte 20 hätte ich sie aus purem Stolz selbst getragen)

. Ich bin nicht schlechter oder "schwächer", weil ich physisch nicht so stark bin wie ein Mann.
Manches wird eben durch unsere Biologie und auch unser Umfeld und die Umwelt bestimmt oder sagen wir mal "gelenkt"....Die Geschichte und frühere (noch gar nicht so lang her praktizierte) Erziehungsmethoden und Geschlechterbilder/-rollen tun ihr übriges. Diese verschwinden nicht von gestern auf heute, nur weil wir nun gleichberechtigt und emanzipiert sind (sein wollen?). Und der biologische Unterschied ist von Natur gegeben.
Meine Mutter war jung in den 60ern/70ern und sehr belesen und politisch, wie soziologisch sehr interessiert. Naturgemäß wurde aus ihr eine "Emanze". Hat sich für die Rechte der Frauen eingesetzt, und den ein oder anderen heftigen Ehekrach ausgefochten, wegen ungewaschenem Geschirr oder dem nicht geputzten Bad oder anderen typischen Rollenverteilungen...Sie kämpfte für Gleichberechtigung und ja, das hat man auch an ihrem Erziehungsstil gemerkt. Ich sollte z.B. nicht mit Barbie spielen

, das war ihr zu "frauenfeindlich". Blöd nur, dass Oma und Tanten das anders sahen und ich mochte Barbie als kleines Mädchen nunmal gern und habe sehr kreativ damit gespielt (selbst Kleidung genäht, die Haare geschnitten, Zimmer aus Haushaltsgegenständen, Büchern und so weiter gebaut). Gleichzeitig bin ich mit meinem besten Freund (männlich!) und kurzen Haaren durch die Natur gestreunt und habe Höhlen gebaut und bin auf Bäume geklettert...
Irgendwann hat meine Mutter eingesehen, dass ein verbieten von "mädchentypischen" Spielsachen auch dazu beiträgt, die Gleichberechtigung zu verhindern.... Denn wirkliche Gleichberechtigung bedeutet, das gleiche Recht für alle, unabhängig vom Geschlecht, der Rasse, der sozialen Herkunft ("Bürgertum" oder "Arbeiterklasse") und nicht, dass ein Mädchen wie ein Junge sein MUSS.
Sohn spielt zum Beispiel ganz gern auch mal mit den Mädels Barbie. Aber ich weiß, dass er das NIEMALS vor seinen Freunden zugeben würde und ich hüte mich, ihn zu "verpetzen"

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Dass Mädchen eine Zeit lang gerne sein wollen, wie Jungs hat sicherlich etwas damit zu tun, dass Jungs in einem bestimmten Alter die schlechte Angewohnheit haben, sich selbst als das bessere Geschlecht darzustellen. Es werden dem Mädchensein dann bestimmte Attribute zugesprochen (Klischees), die garnicht unbedingt zutreffen müssen, sich aber doch immer noch hartnäckig halten. Und wie gesagt: Meiner Meinung nach sind wir in Sachen Geschlechterbilder noch lang nicht so weit, wie wir es manchmal gern hätten. Dass Frauen immer noch oft eher auf ihr Aussehen oder ihre sozialen Stärken und Männer auf ihre physische Stärke und dem Erfolg im Beruf reduziert werden, ist leider immer noch nicht ganz in der Versenkung verschwunden...
Und das Mädchen dann teilweise darauf reagieren, ist nachvollziehbar.