Neckri hat geschrieben:Nun, Richard von Weizäcker trug dann, seinen Vorlieben für Schachtelsätzen folgend, nach deiner Ansicht also das tückische Bestreben vor sich her, bestimmte Teile der Bevölkerung, deren Arbeitsgedächtnis nicht ausreichte, um dem Fortgang des Satzbaus zu folgen, vom Erfassen der Bedeutung seiner Reden auszuschließen...

Ja, das würde ich behaupten. Wenn wir uns hier immer so unterhalten würden, wie dein Satz, den ich oben kopiert habe, dann würde hier wohl sehr schnell, aus Mangel am richtigen durchlesen, keine Konversation mehr betrieben werden.
Und, sprechen und schreiben ist auch noch einmal ein Unterschied. Mir einen Schachtelsatz auszudenken, aufs Papier zu bringen, dran zu feilen, zu korriegiern...ist etwas ganz anderes, als einem Gegenüber das mal eben direkt ins Gesicht zu sagen. Man nehme den "Junkersatz" und rede so......wen will man denn damit erreichen?
Es mag wieder etwas anders sein, wenn ich im Literaturclub einer Lesung lausche, mich einlassen kann, Ruhe habe, nachdenken kann im sofort, was ein etws komplexer Satz mir sagen will. Im Redeleben geht das wohl nur sehr schwerlich...Radio an, Kindergeschrei, Motorlärm, Kuchen im Ofen...
Ich habe keine Ahnung wie Weizäcker gesprochen hat.....aber er ist sich sicherlich im Klaren darüber gewesen, das ich damit nur einen Bruchteil an Menschen mit der inhaltlichen Botschaft erreiche.
LG